Zeitungsleser pfeifen auf Social Media
Eigentlich wollen plötzlich “alle” Social Media. Doch eine Gruppe – oder nennen wir sie schon “die grosse Randgruppe”? – setzt immer noch voll auf die klassische Zeitung. Dies ist das Resultat einer aktuellen TNS-Emnid-Umfrage. Nur wenige Zeitungsleser sind auch Internetnutzer und legen Wert auf interkative Inhalte wie Twitter, Facebook oder WEB-TV. Und vielen der regelmässigen Zeitungsleser sind die Zusatzservices der Zeitungen völlig unbekannt.
Im Zentrum dieser Studie standen für die Froscher interaktive und multimediale Dienste der lokalen und regionalen Zeitungsseiten. Es wurden 16 verschiedene Onlinedienste miteinbezogen.
40 Prozent der Zeitungsleser wissen nicht, dass es WEB-TV-Angebote gibt. Ein Viertel weiss zumindest, dass es die Möglichkeit gibt Videos etc. zu Nachrichten auf Webseiten anzuschauen. Daher ist auch deren Nutzung eher niedrig. Nur vier Prozent haben laut der Umfrage solche Angebote auf den Seiten der Tageszeitungen schon einmal genutzt. Auch RSS-Feeds sind nur wenig bekannt.
Bei Twitter zeigt sich das gleiche Bild.Der Microbloggingdienst wird kaum mit regionalen oder lokalen Tageszeitungen assoziiert. Nur zwei Prozent der Befragten mit Webzugang haben den Deinst schon auf den Zeitungswebseiten genutzt oder wünschen sich ein solches Angebot. Auch bei den 14 bis 29-Jährigen sind die Zahlen laut der Studie niedrig.
Mit journalistischer Qualität können Leser auch im Web an die Tageszeitung gebunden werden. Denn am grössten ist die Akzeptanz der Angebote, die aus journalistischen Kernkompetenz entstehen. Dazu zählen natürlich vor allem Videos und RSS-Feeds. Personen, die regelmässig zur Zeitung greifen, können laut der Untersuchung sehr wohl auch etwas mit erweiterten Content-Angeboten anfangen und damit an das Angebot der Zeitung herangeführt werden.
Etwas was mich in der heutigen Zeit sehr erstaunt. Lohnt sich der Aufwand für die wenigen die letztlich auf das erweiterte Angebot zugreifen?


Der Medienmogul Rupert Murdoch liess in den letzten Tagen verlauten, er wolle seine Nachrichtenseiten aus dem Google Index entfernen lassen. Zu seinem Imperium gehören zum Beispiel das „Wall Street Journal“, das Boulevardblatt „Sun“ sowie der Fernsehsender „Fox“.
Old School Journalisten scheitern an ihrem Ego – nicht an neuen Inhaltsformen. Ihre Überforderung zu verstehen fällt mir wesentlich einfacher als verzweifelte Versuche, neue Medienformen zu diskreditieren.

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