Dez 09

twitter110909_726fotDen privaten Twitter-Account in bare Münze verwandeln – das machen nicht nur Promis und Blogger, sondern immer mehr Menschen wie du und ich. Sie lassen Webagenturen den direkten Draht zu ihren Freunden nutzen und werden dafür bezahlt: Je mehr Follower, desto mehr Kohle.

In den USA bieten Start-Up-Unternehmen wie Ad.ly, Izea, oder Peer2 diese zusätzliche Verdienstmöglichkeit an. Werbetreibenden öffnet sich damit ein völlig neuer Weg, Menschen zu erreichen. Empfehlungen von Freunden sind ungleich wirksamer als wenn ein Unternehmen selbst über ein neues Produkt twittert. Immer mehr Internet-Unternehmen springen auf diesen Zug auf. So hat Amazon angekündigt, Provisionen an User auszuzahlen, die Kunden via Twitter auf die Amazon-Seite bringen.

Die grössten Chancen für ein Unternehmen, Werbung an den User zu bringen, liegen jedoch in den „Influencers“. Influencers, also Beeinflusser, sind bekannte Twitter-User, die in der Regel auch besonders vielen Follower haben. Promis haben für die Aussendung eines Tweets schon bis zu 10′000 Dollar bekommen.

Bringen solchen Tweets wirklich etwas? Würden die Unternehmen diese Geld nicht gescheiter in eine tolle Social Media Kampagne stecken, als die Promis (die eh schon in Geld schwimmen), dafür einzuspannen?

Ich denke, dass diese Tweets unter all den anderen doch untergehen. Die Conversion Rate dürfte bedenklich tief sein. Und wer ist als User – und ganz besonders als Influencer – schon bereit, seine Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit mit Werbetweets aufs Spiel zu setzen. Du etwa?

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Nov 03

Man schlendert durch ein Möbelhaus und findet da eine Tischchen, dort ein Regal und drüben auch noch einen schönes Sideboard. Was nun? Einfach drauflos-kaufen und hoffen, dass das neu erstandene Möbelstück dann schon – irgendwie – zum Rest der Einrichtung passt? IKEA probierte mit der „Einrichtungskamera“ mal was ganz neues.

Die Strategen des schwedischen Möbelhauses IKEA haben das Problem natürlich längst erkannt. Das Überwinden der Kaufbarriere „Vorstellungskraft“. Dafür entwickelte man eine Applikation für das Mobiltelefon, mit der es möglich ist, Möbel mittels der integrierten Handycam in den eigenen häuslichen Räumen zu betrachten. Der Kunde wählt aus dem in der „IKEA Einrichtungskamera“ gespeicherten Einrichtungen sein gewünschtes Möbelstück aus, aktiviert die Handykamera und kann nun auf dem Display seines Handys das Möbelstück im Raum positionieren.

IKEA Einrichtungsplaner

Leider handelt es sich bei der „Einrichtungskamera“ des Möbelkonzerns nur um einen „Use-Case“, der von Februar bis August 2009 in Deutschland lief. Verbreitet wurde die Applikation per Bluetooth Säule in den IKEA-Läden, durch einen SMS-Download (WAP) und auf der Webseite von IKEA Deutschland.

Endlich ein Best-Practice-Beispiel, dass ich mir in der Realität durchaus vorstellen kann. Denn was gibt’s schlimmeres, als ein Möbelstück nach Hause zu schleppen um dann festzustellen, dass es doch nur so halb zur vorhandenen Einrichtung passt?

Fändet ihr solche “Einkaufs-Entscheidungshilfen” sinnvoll und würdet ihr sie nützen? In welchen anderen Konsumgebieten könntet ihr euch eine solche Applikation vorstellen?

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Okt 06

Noch dauert es etwas mehr als 2 Wochen bis zum offiziellen Verkaufsstart von Microsofts neuem Betriebssystem Windows 7. Noch etwas Zeit also, um kräftig die Werbetrommel dafür zu rühren. In Deutschland aufgetauchte Werbespots dürften aber eher für Stirnrunzeln führen.

Wer erinnert sich nicht an die fast schon legendäre Spülmittelwerbung, wo Villarriba im Paellapfannen-Abwaschtest gegen Villabajo antrat und erstere bereits wieder feiern konnten während Villabajo noch immer die Pfanne schrubbte? Bei Microsoft heisst das dann: Während Villarriba mit Windows 7 schon feiert, wird in Villabajo (mit einem anderen Betriebssystem) noch gebootet:

Und in diesem Stil gehts weiter. Egal ob mit Überraschungsei, Käse oder Gemüse. Überall scheint Windows 7 drin zu sein:

Bleibt nur die Frage, was diese Spots eigentlich sollen. Der österreichische “Standard” behauptet, dass die Spots offiziell von Microsoft Deutschland bei der Agentur Planworx in Auftrag gegeben wurde. Wirklich glaubwürdig scheint das aber nicht zu sein, dafür sind die Spots nun wirklich nicht professionell genug. Viel eher dürfte da die Einschätzung des Computermagazins Chip zutreffen, wonach die Videos Teil einer inoffiziellen Werbekampagne von kreativen Microsoft-Mitarbeitern sind. Damit wär ja dann auch klar, wer hier Windows 7 liebt ;-)

Genial oder einfach nur peinlich? Was haltet ihr von den jüngsten Werbemühen des Softwareriesen?

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Apr 30

facebookWir haben schon über die Werbemöglichkeiten bei Facebook berichtet und auch wie interessant dieser Kanal ist. Jedoch müssen sich die Werber noch mit Kinderkrankheiten herumschlagen. So funktioniert die regionale Begrenzung auf Städte überhaupt nicht.

Neben den textbasierten Werbeanzeigen Google AdWords hat sich Facebook zu einem sehr interessanten Online-Werbemedium entwickelt. Bei Facebook hat man die Möglichkeit soziodemografische Merkmale (Alter, Geschlecht, usw.) zu berücksichtigen.

facebook-zielgruppe

Seine Werbung konnte man früher nur auf Länder einschränken. Seit April ist das für Städte möglich. Ich fand die Erweiterung auf anhin sehr nützlich und so begrenzte ich eine laufende Kampagne auf die Stadt Zürich. Facebook berechnete, dass die Anzeige nun bei etwas über 600′000 Personen angezeigt wird. Das war etwa die Hälfte von der ursprünglichen Zielgruppe Schweiz.

facebook-einblendungen

Doch bald darauf folgt die grosse Überraschung. Die Einblendungen brachen völlig ein. Ursprünglich gab es pro Tag ca. 60′000 Einblendungen, danach nur noch gerade 1 Prozent davon. Obwohl sich meine Zielgruppe um nur 50 Prozent reduziert hatte. Nachdem ich die regionale Begrenzung wieder auf die ganze Schweiz ausgeweitet hatte, bewegten sich die Einblendungen wieder im normalen Rahmen.

Facebook hat die regionale Begrenzung noch nicht im Griff und die Funktion ist mit Fehler behaftet. Hat noch jemand eine solche Erfahrung gemacht?

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Mrz 13

twitter-dell-guyTwitter ist im Vormarsch und Firmen setzen immer mehr darauf. Beispielsweise der Hardware-Hersteller Dell, der schon beachtlichen Umsatz direkt durch Twitter erzielt hat. Schauen wir dieses Beispiel hier mal genauer an. Daraus ergeben sich Fragen für Firmen, die jetzt einsteigen wollen.

Übersicht der 32 Dell-Twitter-Accounts
Dell verwendet mehrere Twitter-Accounts. Ich habe 32 gezählt. Auf ihrer Website haben sie eine Übersichtsseite eingerichtet: Dell on Twitter. Diese Accounts sind teilweise moderierte Diskussionen, teilweise automatische Broadcasts der diversen Dell-Blogs.

Frage: veröffentlicht ihr eure Geschäfts-Twitter-Accounts auf eurer Website? Habt ihr auch einen Twitter-Account für euren Firmenblog?
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Mrz 03

skittlesIch habe schon etliche gute Social Media Kampagnen gesehen – zum Beispiel die Burgerking-Kampagne in Facebook. Morgen berichte ich hier über Twitter-Experimente einer Medienfirma in der Schweiz. Was Bonbon-Hersteller Skittles gestern aber lanciert hat, stellt vieles in den Schatten. Eine clevere, hochwirksame Kombination von Web 2.0-Diensten.

Twitter als “Viral-Multiplikator”
Skittles nutzt die Twitter-Suchmaschine als Motor. Wer Skittles.com aufruft, wird mit Tweets in Echtzeit zu “Skittles” beliefert. Die Folge: es wird über Skittles getwittert, um ebenfalls zu erscheinen. Diese Tweets bringen wiederum neue Website-Besucher. So läuft der Motor rund. Und zwar so gut, dass Twitter deswegen Performance-Probleme kriegt.

Facebook, Wikipedia, Youtube und Flickr für nachhaltige Kontakte
Skittles blendet eine rote Steuerungsbox mit Menupunkten ein. Beim Klick auf “Products” beispielsweise, wird im Hintergrund eine Skittle-Wikipedia-Seite geöffnet. Unter “Media – Videos” öffnet sich ein Youtube-Videochannel, bei “Pics” ein Flickr-Photostream. Facebook wird bei “Friends” eingebunden – da tummeln sich bereits über 580′000 Fans.

Durch Nutzung mehrerer Web 2.0 Plattformen hoher Viral-Wert
Nun geht die Kampagne um die Welt und durch die Medien. Diese gelungene Mischung wurde noch nie in dem Ausmass genutzt – das wird zu zusätzlicher Aufmerksamkeit führen. Die neuen Mitglieder und Fans in Film-Channels, Photostream und Facebook-Page können danach praktisch kostenlos weiterhin beworben werden.

Simpel, günstig und effektiv
Aus technischer Sicht ist die Implementation eine eher simple Applikation, die nun einschlägt wie eine Bombe und den “Return of Investment” wohl schon am ersten Tag erreicht hat. Bravo!

Welche Art von Kombi-Kampagnen werden wir bald auch in der Schweiz, als starkes Facebook- aber bisher schwaches Twitter-Land, sehen? Wird hier der Motor eher in Facebook zu finden sein? Kann das funktionieren – oder müssen wir auf Twitter warten?

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Okt 07

Der vorherige Blogeintrag hat mich animiert, einmal die Banner der grossen Newsportale anzuschauen und zu vergleichen.

Der Klassiker unter den Zeitungsportalen ist zweifellos die NZZ. Dementsprechend klassisch kommt auch der Einsatz der Werbung und der damit verbundenen Bannern daher. Die Hauptseite kommt mit einem Banner auf der gewohnten rechten Seite aus. Ansonsten wird der redaktionelle Teil nirgends durch Werbung unterbrochen. Anders auf den Unterseiten. Rechts auch wieder ein Banner. Im redaktionellen Teil ist jeweils ein grosses Fenster, meist mit einem Video-Ad belegt und in der mittleren Spalte mehrere kleinere Fenster mit Text/Bild Anzeigen.  Die Anzeigen fügen sich in den redaktionellen Teil so ein, dass sie nicht gleich als Werbung erkannt werden.  Es kann auch sein, dass nur wenig bis gar keine Anzeigen eingeblendet werden. Obwohl ich mit einer gewissen Banner-Blindness geschlagen bin, nehme ich praktisch alle Anzeigen wahr und bemerke erst beim näheren Ansehen, dass es sich um eine Anzeige handelt.

Der Tamedia Verlag hat vor einigen Wochen die Auftritte von Tagesanzeiger, Berner Zeitung und BAZ neu einheitlich gestaltet. Hier wird man auf der Hauptseite schon mehr mit Werbung empfangen. Grosses Banner über dem Header und rechts eine Spalte für die Werbung. Auch hier kommt die Hauptseite ohne Anzeigen im Content aus. Auf den Unterseiten erscheint im redaktionellen Teil einzig eine Anzeige (auch meist eine Videoanzeige). In der rechten Werbespalte fällt auf, dass vermehrt auf Links zu Publireportagen gesetzt wird. Ich könnte mir vorstellen, dass dies das geeignete Rezept gegen Banner-Blindness ist. Ich finde es als User angenehm, wenn ich auf eine Anzeige klicke und gleich die Informationen erhalte, die ich auch suche. Ausserdem verlasse ich die Site der Zeitung mit diesem Klick noch nicht und es wird mir auch kein neues Fenster geöffnet.

Der Blick hat auf seiner Frontseite erstaunlich wenig Anzeigen. Der ganze rechte Teil bleibt frei. Allerdings nimmt im Content, direkt unter den Schlagzeilen, eine riesige Anzeige ziemlich Platz weg. Sie fällt auch klar als Werbung auf und ich denke, da werden die wenigsten draufklicken. Auf den Unterseiten bleibt es im grossen Ganzen auch bei einer Anzeige direkt unter dem Titel und der Einführung. Wenn man den Artikel lesen will, kommt man an dieser Anzeige nicht vorbei. Da sie aber selten zum Content passen, wird die Klickrate vermutlich ziemlich tief sein.

Das Gratisblatt 20minuten präsentiert sich auf seiner Frontseite ziemlich Werbeüberladen. Rechts wird man von einem floatendem Banner verfolgt, links stapeln sich Text/Bild anzeigen. Im Content hat es dafür nur eine animierte Anzeige. Scrollt man die Seite runter, nimmt auf der linken Seite noch ein AdWords Balken die Verfolgung auf. Auf den Unterseiten fällt das Banner in der rechten Spalte weg, dafür ist ein Banner im Content platziert.

Fazit

Die klassischen Tageszeitungen geben sich wirklich Mühe den User nicht mit Werbung zu bombardieren und dennoch Werbeeinnahmen zu generieren. Die diversen Banner werden meist wahrgenommen und sind auch eher ansprechend. Erstaunlich für mich ist, dass Blick am wenigsten Anzeigen hat, obwohl der Auftritt zu den Sites mit der höchsten Klickrate in der Schweiz gehört. Da finde ich die Banner  und Anzeigen in 20 Minuten schon viel aufdringlicher.
Was denkt ihr? Welches Blatt fährt die bessere Strategie? Wie aufdringlich sollte sich Werbung auf Newsseiten präsentieren, damit sie nicht zum Ärgernis wird? Wie sehen “Userverträgliche” Banner aus?

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