Jul 06

Social Media und Mineralwasser mögen auf den ersten Blick nicht zwingend zusammenpassen. Wie man aber eine im wahrsten Sinne des Wortes “heisse” Social Media-Kampagne auffährt zeigt uns Perrier. Herauszuheben ist dabei der Ansatz, dass die Kampagne die User resp. Viewer involvierte, und das auf eine einfache wie clevere Art und Weise.

Die französische Ur-Marke des Getränkehandels schuf auf seinem Youtube-Kanal den “Club Perrier” und produzierte dafür sechs wirklich gelungene Videos. Während das erste Video zwar cool, aber eher zurückhaltend aufgebaut war, steigert sich die Stimmung bei jedem Video. Die Idee im Hintergrund: Es ist nicht möglich alle Videos auf einmal zu schauen. Erst mit der steigenden Anzahl views steigert sich die Atmosphäre von einem coolen Ambiente zu einer heissen Party.

 

Bereits in der ersten Woche waren rund 1 Million views zu verzeichnen, bis heute sind es über 11 Millionen. Hier kommt natürlich der Ur-Gedanke von Social Media als Austauschplattform voll zur Geltung. Damit man sich möglichst rasch das nächste Video zu Gemüte führen kann shared man den “Le Club Perrier” auf Facebook, Twitter oder per Mail.

Ich wüsste nicht ob und wann ich mal Perrier getrunken habe, trotzdem finde ich die Kampagne sehr gelungen. Vor allem die Verbindung der einzelnen Elemente, die Einbindung der Besucher und das cross-mediale Potential verdienen Beifall. Was haltet ihr davon? Welche Kampagnen gefallen euch am besten?

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Mai 20

Spätestens seit dem ersten tragischen Todesfall haben wir alle die skurrlien Bilder aus allen Gegenden der Welt gesehen: Tausende Menschen haben sich in letzter Zeit flach auf den Boden, auf Gegenstände oder Gebäudeteile gelegt, um das dadurch entstandene Foto danach auf Facebook oder Youtube zu stellen. Keine Frage, Planking ist Kult! Doch wie entstehen solche Trends?

Das Phänomen ein Paradebeispiel für jeden Social Medianer, denn es verbreitet sich viral mit Lichtgeschwindigkeit auf der ganzen Welt. Angeblich starteten zwei Engländer namens Gary Clarkson und Christian Langdon den weltweiten Hype, als sie begannen das “Lying Down Game” zu spielen, und sich in diversen Häusern hinlegten. Als das Spiel immer populärer wurde, eröffneten sie eine Facebook-Gruppe und startete damit eine weltweite Welle. 

Globale Aufmerksamkeit erhielt das Spiel jedoch erst, als es vom Land der verrückten Ideen aufgegriffen wurde: Australien. Dort wird Planking bereits so extrem praktiziert, dass es kürzlich zu einem tragischen Unfall gekommen ist, als ein junger Mann vom Balkon stürzte. Nun findet sich auf jeder Facebook-Seite eine Warnung, welche die Fans auffordert, nicht ihr Leben für einen Facebook-Post zu riskieren.

Doch was können wir für unsere Social Media Aktivitäten und vor allem Facebook-Kampagnen mitnehmen?

Planking braucht kein Training, Fotos entstehen mit minimalem Zeitaufwand und jeder kann teilnehmen. Eine erfolgreiche Kampagne muss also nicht kompliziert oder aufwändig sein, sondern Spass machen einfach herzustellen sein und möglichst viele (oder möglichst viele richtige) Personen ansprechen. Wer also zum Beispiel vor hat, einen Fotowettbewerb zu lancieren sollte das Thema zugänglich machen wenn er viele Teilnehmer anstrebt. Zudem muss man den Hobby-Fotografen möglichst ihre Freiheit lassen. Kreativität ist gefragt.

Nachdem ich den Artikel verfasste, konnten wir es auch bei uns nicht lassen, und gingen selbst “planken”. Das Ergebnis wollten wir euch nicht vorenthalten….

Planking, ein neuer Trend?

Planking Fotos erobern das Internet

Was haltet ihr von Planking? Habt ihr auch schon “geplankt”? Kennt ihr ähnliche Trends?

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Feb 09

Wohl kaum ein Sportanlass fasziniert  so viele Sport-Fans und Marketing-Interessierte gleichmassen wie das American Football-Endspiel in den USA: der Superbowl. Neben der sportlichen Schlacht auf dem Rasen gehört speziell auch der alljährliche Krieg unter den TV-Spots (Commercials) zu den Highlights.
Nicht selten werden TV-Spots speziell für den Superbowl produziert. Bei einem Schaltpreis von rund drei Millionen US-$ für 30 Sekunden Sendezeit sind die Produktionskosten vermutlich noch das kleinere Problem. Weit über 100 Millionen TV-Zuschauer (106,5 Mio. waren es 2009) machen den Event zu einem der grössten Sportevents nicht nur in den USA, sondern weltweit. Crossmediale Kampagnen sind dabei aber nicht die Regel. Zwar nehmen sich verschiedene Internet- und Online-Marketing-Plattformen wie zum Beispiel Superbowl-Commercials.org dem Thema an, aber natürlich liefern die User den grössten Effort. Der aktuell populärste Spot dürfte auf Youtube mittlerweile weit über 20 Millionen views haben.

 

Aber ist das jetzt ein Erfolg, gemessen an weit über 100 Millionen Zuschauern am TV, oder ein eher bescheidenes Ergebnis? Spielt das in den Augen der Marketingverantwortlichen überhaupt eine Rolle? Man konzentriert auf eine gute Performance am TV und überlässt den Rest den Usern heisst die Devise, könnte man zumindest meinen. Branchengrössen aus dem Mobile resp. Online-Bereich wie Sony zum Beispiel bauen zwar eine Vielzahl an Massnahmensträngen auf und integrieren auch Social Networks wie Facebook, Twitter etc., schöpfen aber das Potential der Communities nur bedingt aus.

 

Die Nachhaltigkeit solch enormer finanzieller Engagements könnte sicherlich markant verbessert werden durch eine fokussierte und abgestimmte Vor- und Nachbereitung, nicht nur aber vor allem auch im Internet. Man darf gespannt sein wie Marketingspezialisten in den kommenden Jahren solche Massnahmen in Angriff nehmen. Etwas aber bleibt: alljährlich geniessen wir einige der genialsten Werbespots des Jahres!

Welche Beispiele von crossmedialen Kampagnen kommen euch spontan in den Sinn? Welche Kampagenen, weg vom entweder/oder hin zu sowohl als auch gehören zu euren Favoriten? Ach ja: falls es einige von euch das Resultat interessiert: die Green Bay Packers schlugen die Pittsburg Steelers 31:25

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Okt 20

Paranormal ActivityDass der Low-Budget-Film „Paranormal Activity“ seit Anfang Oktober in den amerikanischen Kinos gezeigt wird, haben die Filmemacher ihren Fans zu verdanken. Die Filmfirma versprach nämlich, dass der Film im ganzen Land gezeigt werde – wenn sich eine Million Nutzer den Film auf die Leinwand wünschen würden.

Nur rund 15‘000 Dollar soll die Produktion des Horror-Streifens „Paranormal Activity“ von Regisseur Oren Peli gekostet haben. Premiere hatte der Film aber bereits 2007 auf einem amerikanischen Filmfestival, doch danach ging es Hin und Her. Erst sollte der Streifen auf DVD erscheinen, dann plante man bereits ein Remake. Sogar Hollywood-Star Steven Spielberg setzte sich, nachdem er sich den Film angesehen hatte, für ein Remake mit grösserem Budget ein.

Stattdessen aber setzte Paramount Pictures zusammen mit der Veranstaltungsseite Eventful auf virales Internet-Marketing. Nachdem der Film in 13 amerikanischen Kleinstädten als Vorpremiere gezeigt wurde, richteten sie sich an die Fans und versprachen, den Film in jeder Stadt ins Kino zu bringen, wo sich genügend Internetnutzer dafür stark machen würden. Wenn sich gar eine Million User für den Film stark machen würden, werde man den Film im ganzen Land zeigen.

Shibby und Dirk sehen sich den Trailer anChristina und Dirk beim Ansehen des Trailer von “Paranormal Activity”.

Anfangs Oktober wurde die Marke von 1 Million Nutzer nun mit Hilfe von Social-Media-Sites wie Facebook oder Twitter erreicht und Paramount lancierte den Film in den ganzen USA. Mit unglaublichem Erfolg: Am ersten Wochenende spielte der Film, allein in Mitternachtsvorstellungen, 530‘000 Dollar ein. In der zweiten Woche, inzwischen in der Prime-Time und auf vielen Leinwänden mehr, waren es bereits 7,8 Millionen Dollar.

Nach “Blair Witch Project” ist “Paranormal Activity” ein weiterer Low-Budget-Film, der durch virales Marketing zum Erfolg werden könnte. Was sind die Voraussetzungen für ein Gelingen solcher viraler Aktionen? Kommt irgendwann eine Abstumpfung gegenüber viralen Kampagnen?

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Sep 18

Da hat Dänemarks offizielle Tourismuszentrale “Visit Denmark” den Salat. Mal schnell ein Video ins Web geworfen das sich viral verbreiten soll – und schwupps, sind die Reaktionen da. Allerdings ganz andere, als man sich erhofft hat.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Da sitzt Karen, eine Dänin aus dem Bilderbuch, zusammen mit ihrem Baby namens August vor der Kamera und erzählt von ihrem One-Night-Stand. Vom netten jungen Mann, den sie in einer Bar in Kopenhagen traf. Zwar weiss sie nicht mehr, wie der nette Mann hiess und wo er her kam. Erinnern kann sie sich aber noch daran, dass die beiden am Ende im Bett gelandet sind. Und er am nächsten Morgen nicht mehr da war. Dafür erblickte neun Monate später August das Licht der Welt. Und nun sucht sie seinen Vater. “Bitte schreib mir!”.

Mehr als 900’000 Mal wurde das Video auf YouTube abgerufen und viele haben Karen geschrieben und ihr Mitgefühl ausgedrückt, ihr Kraft gewünscht. Allerdings: Karen heisst in Wirklichkeit Ditte Jørgensen, ist Schauspielerin und hat gar keine Kinder, wie die dänische Zeitung “Ekstra Bladet” herausfand. Beim Video handelte es sich viel mehr um einen Werbegag der dänischen Tourismusbehörde.

Seither gehen die Wogen im hohen Norden hoch. Man wolle “brünstige Touristen nach Dänemark locken”, enerviert sich etwa die Zeitung BT. Eine Frauenforscherin empört sich, dass man versuche, die Vorstellung auszunützen, dass es in Dänemark ganz einfach sei, eine attraktive Blondine aufzugabeln, “und das ohne Kondom”. Und auf YouTube fragt ein User: “Seid ihr verrückt bei Visit Denmark? Welches Körperteil habt ihr zum Denken benützt?” Selbst die Politik, die für Tourismuswerbung Gelder bereitstellt, ist entrüstet. Von “unklug” bis “widerlich” gehen dort die Reaktionen.

Die Werbeagentur “Grey”, in dessen Büros die Idee entstand, sieht das anders. “Das ist unsere erfolgreichste Kampagne, und das für wenig Geld”, prahlt man dort. Doch selbst Visit Denmark wurde die Kampagne nun offenbar zu heiss. Anfangs Woche löschte man das Video von YouTube. Allerdings zu spät: Das Video hat sich, wie es sich für ein virales Video gehört, längst weiterverbreitet.


Was haltet ihr von der Werbekampagne? Immerhin ist Dänemark nun in aller Munde. Aber reicht das für den Aufbau eines positiven Images? Oder sind nun vor allem “brünstige Touristen” von Dänemark angetan?

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