Okt 20

Paranormal ActivityDass der Low-Budget-Film „Paranormal Activity“ seit Anfang Oktober in den amerikanischen Kinos gezeigt wird, haben die Filmemacher ihren Fans zu verdanken. Die Filmfirma versprach nämlich, dass der Film im ganzen Land gezeigt werde – wenn sich eine Million Nutzer den Film auf die Leinwand wünschen würden.

Nur rund 15‘000 Dollar soll die Produktion des Horror-Streifens „Paranormal Activity“ von Regisseur Oren Peli gekostet haben. Premiere hatte der Film aber bereits 2007 auf einem amerikanischen Filmfestival, doch danach ging es Hin und Her. Erst sollte der Streifen auf DVD erscheinen, dann plante man bereits ein Remake. Sogar Hollywood-Star Steven Spielberg setzte sich, nachdem er sich den Film angesehen hatte, für ein Remake mit grösserem Budget ein.

Stattdessen aber setzte Paramount Pictures zusammen mit der Veranstaltungsseite Eventful auf virales Internet-Marketing. Nachdem der Film in 13 amerikanischen Kleinstädten als Vorpremiere gezeigt wurde, richteten sie sich an die Fans und versprachen, den Film in jeder Stadt ins Kino zu bringen, wo sich genügend Internetnutzer dafür stark machen würden. Wenn sich gar eine Million User für den Film stark machen würden, werde man den Film im ganzen Land zeigen.

Shibby und Dirk sehen sich den Trailer anChristina und Dirk beim Ansehen des Trailer von “Paranormal Activity”.

Anfangs Oktober wurde die Marke von 1 Million Nutzer nun mit Hilfe von Social-Media-Sites wie Facebook oder Twitter erreicht und Paramount lancierte den Film in den ganzen USA. Mit unglaublichem Erfolg: Am ersten Wochenende spielte der Film, allein in Mitternachtsvorstellungen, 530‘000 Dollar ein. In der zweiten Woche, inzwischen in der Prime-Time und auf vielen Leinwänden mehr, waren es bereits 7,8 Millionen Dollar.

Nach “Blair Witch Project” ist “Paranormal Activity” ein weiterer Low-Budget-Film, der durch virales Marketing zum Erfolg werden könnte. Was sind die Voraussetzungen für ein Gelingen solcher viraler Aktionen? Kommt irgendwann eine Abstumpfung gegenüber viralen Kampagnen?

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Sep 18

Da hat Dänemarks offizielle Tourismuszentrale “Visit Denmark” den Salat. Mal schnell ein Video ins Web geworfen das sich viral verbreiten soll – und schwupps, sind die Reaktionen da. Allerdings ganz andere, als man sich erhofft hat.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Da sitzt Karen, eine Dänin aus dem Bilderbuch, zusammen mit ihrem Baby namens August vor der Kamera und erzählt von ihrem One-Night-Stand. Vom netten jungen Mann, den sie in einer Bar in Kopenhagen traf. Zwar weiss sie nicht mehr, wie der nette Mann hiess und wo er her kam. Erinnern kann sie sich aber noch daran, dass die beiden am Ende im Bett gelandet sind. Und er am nächsten Morgen nicht mehr da war. Dafür erblickte neun Monate später August das Licht der Welt. Und nun sucht sie seinen Vater. “Bitte schreib mir!”.

Mehr als 900′000 Mal wurde das Video auf YouTube abgerufen und viele haben Karen geschrieben und ihr Mitgefühl ausgedrückt, ihr Kraft gewünscht. Allerdings: Karen heisst in Wirklichkeit Ditte Jørgensen, ist Schauspielerin und hat gar keine Kinder, wie die dänische Zeitung “Ekstra Bladet” herausfand. Beim Video handelte es sich viel mehr um einen Werbegag der dänischen Tourismusbehörde.

Seither gehen die Wogen im hohen Norden hoch. Man wolle “brünstige Touristen nach Dänemark locken”, enerviert sich etwa die Zeitung BT. Eine Frauenforscherin empört sich, dass man versuche, die Vorstellung auszunützen, dass es in Dänemark ganz einfach sei, eine attraktive Blondine aufzugabeln, “und das ohne Kondom”. Und auf YouTube fragt ein User: “Seid ihr verrückt bei Visit Denmark? Welches Körperteil habt ihr zum Denken benützt?” Selbst die Politik, die für Tourismuswerbung Gelder bereitstellt, ist entrüstet. Von “unklug” bis “widerlich” gehen dort die Reaktionen.

Die Werbeagentur “Grey”, in dessen Büros die Idee entstand, sieht das anders. “Das ist unsere erfolgreichste Kampagne, und das für wenig Geld”, prahlt man dort. Doch selbst Visit Denmark wurde die Kampagne nun offenbar zu heiss. Anfangs Woche löschte man das Video von YouTube. Allerdings zu spät: Das Video hat sich, wie es sich für ein virales Video gehört, längst weiterverbreitet.


Was haltet ihr von der Werbekampagne? Immerhin ist Dänemark nun in aller Munde. Aber reicht das für den Aufbau eines positiven Images? Oder sind nun vor allem “brünstige Touristen” von Dänemark angetan?

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Mrz 27

brack-facebook-wettbewerb

Brack lanciert eine Kampagne in Facebook. Es können Preise im Wert von über CHF 40000 gewonnen werden. Dabei kriegt man höhere Gewinnchancen, wenn man bei seinen Freunden noch etwas für Brack und die Preise wirbt.

Lose sammeln durch Herumsprechen
Ein Teilnahmelos kriegt man fürs Hinzufügen der Applikation zum Profil. Weitere Lose können gewonnen werden, indem man Freunde dazu einlädt, ebenfalls teilzunehmen. Unabhängig davon, ob sie wirklich teilnehmen oder nicht.

Beitreten in der geschlossenen Brack-Gruppe
Sie verwenden eine geschlossene Facebook-Gruppe für die Teilnahme. Man muss den Beitritt beantragen und wird manuell akzeptiert. Dieser Aufwand dient wohl dazu, nur Leute zur Verlosung zuzulassen, die die Applikation auch wirklich hinzugefügt haben.

Umsetzung: vor allem die Preise rocken
Die Applikation ist simpel, die Preise ansprechend. Sie reichen von Fun-Artikel bis hin zu Hochleistungs-Notebooks. Es gibt Informationen über Brack und eine Rangliste. Man hat auch eine Übersicht über die eigenen Freunde, die mitmachen.

Fazit: hübsch – mehr wäre drin gelegen
Richtig: simple App ohne Hürden. Gerne hätte man zusätzlich einen Empfehlungslink, mit dem man in Blogs/Twitter auf die Applikation hinweisen und Lose gewinnen könnte. Im viralen Bereich wäre mehr zu machen gewesen. Firmen konzentrieren sich oft noch auf einzelne Plattformen. Erfolg liegt in der geschickten Kombination!

Habt ihr schon Einladungen gekriegt für die Applikation? Wie gefällt sie? Schon eine ähnliche Kampagne einer schweizerischen Firma gesehen? Bin gespannt auf eure Feedbacks in den Kommentaren.

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Mrz 03

skittlesIch habe schon etliche gute Social Media Kampagnen gesehen – zum Beispiel die Burgerking-Kampagne in Facebook. Morgen berichte ich hier über Twitter-Experimente einer Medienfirma in der Schweiz. Was Bonbon-Hersteller Skittles gestern aber lanciert hat, stellt vieles in den Schatten. Eine clevere, hochwirksame Kombination von Web 2.0-Diensten.

Twitter als “Viral-Multiplikator”
Skittles nutzt die Twitter-Suchmaschine als Motor. Wer Skittles.com aufruft, wird mit Tweets in Echtzeit zu “Skittles” beliefert. Die Folge: es wird über Skittles getwittert, um ebenfalls zu erscheinen. Diese Tweets bringen wiederum neue Website-Besucher. So läuft der Motor rund. Und zwar so gut, dass Twitter deswegen Performance-Probleme kriegt.

Facebook, Wikipedia, Youtube und Flickr für nachhaltige Kontakte
Skittles blendet eine rote Steuerungsbox mit Menupunkten ein. Beim Klick auf “Products” beispielsweise, wird im Hintergrund eine Skittle-Wikipedia-Seite geöffnet. Unter “Media – Videos” öffnet sich ein Youtube-Videochannel, bei “Pics” ein Flickr-Photostream. Facebook wird bei “Friends” eingebunden – da tummeln sich bereits über 580′000 Fans.

Durch Nutzung mehrerer Web 2.0 Plattformen hoher Viral-Wert
Nun geht die Kampagne um die Welt und durch die Medien. Diese gelungene Mischung wurde noch nie in dem Ausmass genutzt – das wird zu zusätzlicher Aufmerksamkeit führen. Die neuen Mitglieder und Fans in Film-Channels, Photostream und Facebook-Page können danach praktisch kostenlos weiterhin beworben werden.

Simpel, günstig und effektiv
Aus technischer Sicht ist die Implementation eine eher simple Applikation, die nun einschlägt wie eine Bombe und den “Return of Investment” wohl schon am ersten Tag erreicht hat. Bravo!

Welche Art von Kombi-Kampagnen werden wir bald auch in der Schweiz, als starkes Facebook- aber bisher schwaches Twitter-Land, sehen? Wird hier der Motor eher in Facebook zu finden sein? Kann das funktionieren – oder müssen wir auf Twitter warten?

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Jan 14

Heineken ist bekannt für innovative Online-Werbung und mit dem Video haben sie definitiv erneut den Vogel abgeschossen. Als alter Holländer und Fan von gelungenen viralen Marketing-Aktionen musse ich den hier bringen. Einfach geniessen, es ist herrlich!


Online Videos
Was ist das Ziel eines Online-Videos? Genau, möglichst viele Views. Und wie komme ich zu den Views? Genau, indem ich einen Video kreiere, der weitergeschickt wird und sich somit viral ausbreitet.

Heineken mit dem “walk in fridge” hat’s in nur 2 Wochen auf über 1,5 Millionen Views gebracht und das alleine auf Youtube. Ich hatte hier schon mehrmals über solche Videos bereichtet, u.a. von Nike mit Kobe Bryant und vom Ball-Girl beim Gatorate Video.

Der Video ist doch der Hammer, oder?
Welche Videos kennt ihr, die einen ähnlichen Erfolg hatten. Und was denkt ihr, bringt Heineken, Nike und Co diese Publicity ‘was?

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Nov 18

Eine Studie der ETH zeigt auf, was nötig ist, damit ein YouTube-Video zum Erfolg wird und unzählige Besucher anlockt. Mittels mathematischen Modellen lässt sich der Erfolg von einem Video vorhersehen.

Die ETH-Forscher haben dazu erfolgreiche Videos auf YouTube untersucht und miteinander verglichen. Dabei wurden Sie in drei Gruppen unterteilt:

Junk-Video
Uninteressante Videos, die keine selbstorganisierte Entwicklung auslösen, jedoch unverhofft in sehr kurzer Zeit sehr viel Aufmerksamkeit erhalten.

Virales Video
Diese viralen Videos breiten sich wie eine Epidemie über soziale Netzwerke wie Blogs, E-Mail und Links aus. Die Verbreitung erfolgt durch Mund-zu-Mund Werbung. Die Verbreitung beginnt eher langsam.

Qualitäts Video
Ähnlich wie die viralen Videos, jedoch mit einer explosionsartigen Verbreitung. Dank der Qualität erlangt das Video Aufmerksamkeit.

Durch die Analyse von 5 Millionen Videos während zwei Jahren konnte beobachtet werden, wie Videos ganz charakteristische Kurven bei der Zuschauerzunahme und -abnahme haben. Diese Kurven lassen sich mathematisch berechnen. Ein soziales System funktioniert genau gleich wie ein physikalisches Netz und lässt sich mit Regeln und Berechnungen beschreiben. Somit kann im Voraus bestimmt werden, ob eine Video bei YouTube erfolgreich sein wird oder nicht.

Amazone hat bereits Interesse an den Berechnungen angemeldet und will das System in den Online Buchverkauf integrieren.

Wird sich die Werbeindustrie diese neue Technologie von Nutzen machen und werden virale Videos noch berechnender?

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Aug 23

Mal wieder etwas Spannendes aus der Welt des Viralen Marketings: Da sitzt der Nils in einer fast leeren Wohnung, wartet auf den September und die ganze Welt darf ihm dabei zuschauen. Hier geht’s zum Lifestream.

Das spärlich eingerichtete Wohnzimmer wird rund um die Uhr live ins Internet übertragen – inklusive Nils, wie er isst, TV schaut, Musik hört, telefoniert, im Web herum surft und eben wartet bis es September wird. Auf was genau Nils wartet? – Auf den neuen IKEA-Katalog natürlich!

Um das ganze etwas spannender zu machen, können die Zuschauer mit Nils telefonieren, ihm eine E-Mail schreiben oder seine angekündigten Aktionen mittels „Votes” mit beeinflussen. Zudem twittert Nils fleissig.

Eine virale IKEA-Werbekampagne à la Big Brother also. Ausgedacht und aufgesetzt ist der virale Live-Dauer-Werbespot von der Agentur Nordpol. Meiner Meinung nach, eine geniale Idee, IKEA und den neuen Katalog zu promoten und der virale Effekt ist riesig. So wird in der Blogosphäre beispielsweise bereits seit Tagen rege darüber diskutiert, ob das Ganze wirklich live oder doch etwa nur aufgezeichnet ist.

Was meint Ihr? Ein gelungener Werbe-Gag? Live oder nicht?

Ich bin ja mal gespannt, ob wir Nils im September beim Zusammenbauen seiner neuen IKEA-Möbel zuschauen dürfen – mit zehnseitiger Bau-Anleitung und einem winzig kleinen Sechskant-Schlüssel… ;-)

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Jul 23

 

Lotus Evora

Lotus Evora

Am 5. Juli hatte ich über die gesichtslosen VIPs geschrieben, die Grossbritannien verunsicherten. Wie sich gestern bestätigte, handelte es sich tatsächlich um eine virale Marketing Aktion von Lotus.
Gestern nun wurde auf der British Motor Show in London der neue Lotus Evora vorgestellt. Es ist das erste komplett neue Modell von Lotus seit 13 Jahren. Auf die Aktionen mit dem gesichtslosen Pärchen wird mit der sehr schön gestalteten Site Facelesspeople.com angespielt. Die Seiten sind betont kühl gehalten, vermitteln aber dennoch Emotionen, die den neuen Evora gefallen lassen. Schade finde ich, dass die Faceless People nur sehr schwach in die Site einbezogen wurden. Bis auf den Domainnamen, den Titel der Site und das Intro weisst sonst nichts auf diese Aktion hin. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Seiten.

Vielleicht verwendet ja Lotus die Faceless People für weiter Werbeaktionen?

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Jun 24

Bei YouTube sorgt wieder einmal ein Video für Aufsehen. Bei einem Baseballmatch fängt eine Ballfängerin den Ball auf unglaubliche Art und Weise. Das Video macht nun seine Kreise und die Views bei YouTube schnellen in die Höhe. Der Viral nimmt seinen Lauf.

Ist bei diesem Video alles echt und konnte die Frau den Ball wirklich mit einer solchen Einlage fangen? Wohl kaum. Mit Hilfe von einem Seil wurde die Frau in die Höhe gezogen, damit die Aktion spektakulär aussieht. Doch wer soll nun einen Nutzen an diesem Werbeeffekt haben? Am Schluss vom Video sitzt die Frau auf einem Stuhl und daneben steht eine Flasche Gatorade.

Steckt da wirklich virales Marketing von Gatorade dahinter oder hat das Video einen anderen Hintergrund?

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