Apr 26

Facebook und ein ungeschickt agierender Konzern führen den ersten Krieg, der in die Geschichte des Web 2.0 eingehen wird. Alles begann mit diesem Video von Greenpeace – Dirk hat hier schon darüber geschrieben. Doch was lief genau ab?

Innerhalb weniger Tage verbreitete sich das Greenpeace-Video tausendfach. Greenpeace hat die Botschaft, dass Nestlé nicht ganz tierfreundliches Palmöl für KitKat verwendet wird, auf dem Youtube-Kanal und den eigenen Seiten verbreitet. Auf Facebook wurde es frech auf der offiziellen Fanseite von KitKat gepostet. Nach dem Nestlé reklamiert hatte, nahm YouTube den Spot vom Web. Der Konzern monierte “Urheberrechtsverletzungen”, setzte damit aber einen Sturm der Entrüstung in Gang. Aus KitKat wurde “Killer”. Auch die KitKat-Fanseite auf Facebook war vorübergehend nicht mehr erreichbar, damit all die bösen Kommentare der User gelöscht werden konnten. Das war wohl genau der Auslöser, der für die noch raschere Verbreitung des Spots gesorgt hat.

Ohoh. Das sind ein paar der grössten Fehler, die man im Social Media-Bereich machen kann. Ein Video auf YouTube sollte man nicht löschen lassen. Damit springt man schon ein erstes mal von der Brücke. Der zweite Sprung folgte dann mit der Zensur auf Facebook. Nestlé selber hat dann noch auf ihrer eigenen Facebook-Page folgenden Satz gepostet: “Thanks for the lesson in manners. Consider yourself embraced. But it’s OUR page, we set the rules, it was ever thus.” Und der dritte Sprung: Nestle hat die Diskussion auf ihre Corporate Webseite umgeleitet – anstatt sie dort zu führen, wo sie stattfindet.

Dass nach dem ersten Krieg ein zweiter folgen wird, wissen wir alle ganz genau. Dass dabei auch wieder die sozialen Plattformen eine tragende Rolle spielen werden, ist auch klar. Letzte Woche haben sich Greenpeace-Aktivisten vor der deutschen Nestlé-Zentrale in Frankfurt positioniert. Auf einer Leinwand sind alle Tweets, die über den Greenpeace-Kanal eingehen, zu sehen.

Der Clou: Mittlerweile werden auch Stimmen laut, die sagen, Greenpeace missbrauche das Web 2.0, indem die Organisation Propaganda ohne Rücksicht auf Verluste mache. Greenpeace nimmt diese Kritik ernst. Schliesslich wollen sie nicht vom Jäger zum Gejagten werden.

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Apr 21

Wie schafft man es mit kleinem Budget Millionen von Menschen zu erreichen um auf ein unangenehmens Thema aufmerksam zu machen? Ja ja, das Internet. Einfach mal was auch Youtube stellen und schon gehts ab.

Das man genauso gut sagen könnte ich schütte ein Glas Rotwein in den Atlantik und alle Fische werden betrunken trifft den Kern der Sache. Es gibt sie aber doch, die herzerwärmenden Geschichten, in denen es doch funktioniert, ohne dass man Agenturen dafür bezahlt künstlichen Hype zu erzeugen und so alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen auf Youtube & Co. Nämlich durch eine gute Idee, einen Hintergrund über den die Presse schreibt und ein Thema das emotional bewegt.

So geschehen beim Providence St. Vincent Medical Center in Portland, Oregon. Die wollten nämlich die Aktion unterstützen die von einem Hersteller pinker Untersuchungshandschuhe für den medizinischen Bereich herstellt. Ein Teil der erlöse wird gespendet für Mammographien zur Erkennung von Brustkrebs – für Frauen, die sich die Untersuchung nicht leisten können. Also produzierte das Klinikum ein Video, in dem wirklich alle Angestellten mittanzen, vom Chefarzt bis zur Reinigungskraft. Und alle tragen die signalfarbenen pinken Handschuhe.

EinErfolg? Schaut man sich die Views an auf Youtube, verschlägt es dem abgebrühtesten Viral Marketer die Sprache: in 5 Monaten wurde das Video 9.157.000 mal geschaut. Und somit ein riesen Erfolg für alle. Für den Handschuh Hersteller, das Klinikum und natürlich auch für die Frauen, die sich die Untersuchung nicht hätten leiten können.

Da kann ich nur noch zwei Dinge sagen. Hut ab und viel Spass beim anschauen, es ist wirklich gelungen:

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Apr 14

Sie schiessen wie giftige Pilze aus dem Boden: Selbstgedrehte Videoclips. Doch was muss so ein Clip beinhalten, um es bis ganz nach oben zu schaffen? Die drei Jungs von “Y-Titty” haben einiges richtig gemacht. Sie sind inzwischen mit ihren Youtube-Videos so erfolgreich, dass sie möglicherweise den Sprung von Youtube auf den Fernsehbildschirm schaffen könnnen.

Aus purem Spass an der Freude haben sie eine Parodie auf die Vampirsaga “Twilight” gedreht und wurden so auf YouTube quasi über Nacht einen riesigen Publikum bekannt. Jetzt planen sie eine Comedy-Serie über ihr eigenes Leben. Bereits ist eine Produktionsfirma auf sie aufmerksam geworden.

Die Jungs haben YouTube ausgesucht, weil sie dort genau das machen können, was sie wollen. Niemand redet ihnen drein. Und dabei können sie sogar Geld verdienen: Wenn die drei Jugendlichen mit ihren kurzen Webclips für genug Aufrufe sorgen, beteiligt YouTube sie an den auf den mit ihren Clips generierten Werbeeinnahmen.

Doch wieviel verdient man denn, wenn ein Video ein paar Millionen mal auf YouTube angeschaut wird? Das weiss niemand so genau, denn die Partner sind vertraglich dazu verpflichtet, es niemandem zu verraten. Weltweit hat YouTube mehrere tausend Partner. Viele von ihnen haben inzwischen ihren eigentlichen Beruf an den Nagel gehängt. Diese Nutzer haben nach Angaben der Firma die Videos gedreht, die mit am häufigsten angeklickt wurden.

Die ETH hat zum Thema Erfolg von YouTube-Videos geforscht. Mehr dazu gibts hier.

Meiner Meinung nach gibt es aber den Kit der ein erfolgreiches Video ausmacht nicht. Die Videos, die Erfolg haben, entstehen meist nicht aus kommerziellen Gründen, sondern aus Spass an der Sache.

Nun bleibt mir nur noch zu sagen: Warum bin ich nicht auf die Idee gekommen von Charlie, The Annoying Orange, David …. ?

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Nov 05

leve-toiGleichzeitig mit der Verleihung des Fischhof-Preises 2009, der dieses Jahr an Robert Huber und den Rapper Stress gingen, wurde von der GRA (Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus) eine Social Media Kampagne gestartet.

Die Kampagne mit dem Namen „LÈVE-TOI“ (Steh auf) hat zum Ziel einen Film zu produzieren, in dem sich Stress zusammen mit Social-Media-Usern gegen Rassismus erhebt.
Die Mitglieder von verschiedenen Social Communities haben die Möglichkeit, ihr kurzes Statement gegen Rassismus in Form eines Videos oder eines Portraits auf eine Microsite hinauf zu laden.
Laufend werden von den Produzenten die Videos bewertet und zu einem Film zusammengeschnitten, der neben den Beiträgen der Social Media Akteuren auch Statements von Stress beinhaltet.
Die ganze Aktion dauert 3 Wochen und die Initianten erhoffen sich durch den viralen Effekt eine möglichst grosse Breitenwirkung um ihre Botschaft zu den Leuten zu bringen.

Die Idee den viralen Effekt mit einem populären Rapper und den Social Communities viral zu verbreiten finde ich top. Da die Kampagne schon seit dem 29. Oktober läuft und im Moment erst 16 Beiträge aus den Communities eingegangen sind, vermute ich mal, dass die Kampagne zum Start zu wenig heftig gepusht wurde.

Seht ihr das auch so? Was läuft sonst so, wie es nicht sollte? Interessiert das Thema zu wenig? Oder sind gar die Schweizer Web-User noch nicht bereit für so etwas?

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Sep 03

„Eine richtig gute Marketingkampagne kostet richtig Geld!“ Diese Aussage hört man öfters. Dies mag vielleicht mal allgemein gültig gewesen sein, in der heutigen Zeit lässt sich aber sehr viel Geld durch Kreativität ersetzen.

Guerilla Marketing, Erfahrungsmarketing und Word of Mouth Marketing unterscheiden sich nur durch Nuancen voneinander.  Eines haben sie jedoch gemeinsam. Sie benutzen als Mechanismen zum Erfolg einen Träger, der bei geschicktem Vorgehen mit wenig Aufwand einen grossen Erfolg bringen kann. Das einzige das zählt, ist Kreativität. Schauen wir doch mal zwei Beispiele an:

Tribis Hundeschule

Als die Hundebesitzer in der Umgebung von Bubikon nach dem Einkauf zu ihren, vor dem Laden angebundenen Lieblingen zurückkehrten, traf sie ein ordentlicher Schrecken. Hatte doch der Hund einen Fetzen Stoff in der Schnauze, der einem Hosenbein ähnelte. Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass der Jeansstoff bedruckt war. „Glück gehabt, das ist nur ein Fetzen Werbung. Falls Sie aber ernsthaft an den Manieren Ihres Lieblings gezweifelt haben, wird es Zeit für einen Termin bei uns.“

Die Kurse an der Hundeschule waren in kürzester Zeit ausgebucht und die Aktion wurde vorzeitig abgebrochen. Das Ziel war bei kleinem Budget voll erreicht.

Edi Manseredimanser

Erst letzte Woche tauchte Edi Manser in der Welt des Internets auf. Seines Zeichens hat er kürzlich im Lotto gewonnen und verschenkt nun sein Hab und Gut um eine Südamerikareise zu unternehmen. Er hat eine herrlich, veraltete Webpage und ist zeigt sich seit ca. einer Woche sehr umtriebig im Netz, wenn auch noch mit eher mässigem Erfolg. Gestern hat er sich auch per Twitter am Twitterbier in Pfäffikon SZ angemeldet. Wie jedoch unser Korrespondent aus Pfäffikon berichtete, ist er dort nicht aufgetaucht.

edimanser_twitter

Hier noch eine kleine Auflistung, wo ich Edi Manser schon im Web getroffen habe:

Homepage
Facebook
Twitter
YouTube
Westsiders

Man darf also gespannt sein, wie sich die Sache entwickelt. Ich bin überzeugt, das Edi Manser die Figur einer Werbekampagne ist. Eine dunkle Ahnung habe ich auch schon, die werde ich aber noch mal für mich behalten.

Was haltet ihr von solchen Aktionen? Ist dies eine Alternative zu klassischer Werbung? Kennt ihr noch andere schöne Beispiele? Wird man Edi Manser mal im richtigen Leben treffen?

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