Mrz 11

Kaum klingelt der Wecker, werfe ich einen kurzen Blick auf Facebook. Es könnte über Nacht ja etwas Spannendes passiert sein. Auf dem Weg zur Arbeit checke ich alle zwei Minuten meine Mails, ohne die Augen von Twitter zu lassen. So zieht sich das den ganzen Tag durch, bis abends spät kurz vor dem Einschlafen noch ein letzter Tweet in die Nacht hinausgeht.

Kommt dir das bekannt vor? Fakt ist: Wir konsumieren zu viele Informationen aus zu vielen verschiedenen Medien. Überall sind sie, diese bösen Informationen – und wollen verarbeitet werden. Kann man von zu viel Medienkonsum geistig dick werden?

Erst wenn einem alles über den Kopf wächst oder die Waage zu viel anzeigt, unternimmt man etwas. Meist radikal. Doch die Abstinenz für einen bestimmten Zeitraum bringt auf die Dauer nichts. Zu schnell ist man wieder drin und kommt nicht mehr weg.

Mal kurz bei Twitter reinschauen – ist fast wie ein Riegel Schokolade zwischendurch. Beides dehnt sich nämlich aus. Noch viel schlimmer wird es dann, wenn man sagt: “So, ich surfe jetzt mal ein bisschen”. Denn wir wissen ganz genau, ein bisschen geht nicht. Meist hängt man dann eine Stunde fest. Ist wie mit einer Tüte Chips. Einmal angefangen, muss sie geleert werden.

Wer beruflich viel mit dem Web zu tun hat, muss sich in beiden Welten, der digitalen und der realen, behaupten. Der Tag hat nur 24 Stunden. Verbringt man einen grossen Teil dieser Stunden online, bleibt am Ende keine Zeit mehr für einen selbst.

Wenn man zu schwer wird, sollte man weniger essen und sich sportlich betätigen – doch wenn die Zeit für das reale Leben aufgrund von Online-Aktivitäten zu knapp wird, muss man dafür sorgen, den Social Media Konsum zu optimieren.

Ich behaupte: Mit einem Diätplan kann man sein Essverhalten kontrollieren – mit einem Nutzungsplan kann man den Social Media Überkonsum in den Griff bekommen.

Doch wie könnte so ein Social Media Diät-Plan aussehen?

Ist es zwischendurch nicht einmal schön zu wissen, dass iPhone und Computer ausgeschaltet sind und man sich einfach den schönen Dingen in der echten Welt widmen kann?

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Mrz 01

conan2Der amerikanische Fernseh-Star Conan O’Brien darf bis im September 2010 weder Interviews geben noch im Fernsehen auftreten. Das hatte er – natürlich gegen eine Abfindung in Millionenhöhe – mit seiner Arbeitgeberin NBC vereinbart, als seine Late-Night-Sendung eingestellt wurde. Aber von Social Networks war dabei offenbar nicht die Rede. Und so hat O’Brien Twitter für sich entdeckt.

Auch wenn in den letzten Monaten immer wieder berichtet wurde, dass die Zahl der Twitter-Nutzer stagniert: Zumindest bei der Aktivität rund um den Microblogging-Service ist von einer Abflachung des Booms nichts zu bemerken. Den neuesten Statistiken zufolge werde derzeit bereits mehr als 50 Millionen Tweets pro Tag verschickt.

In der Twitter-Bio von O’Brien steht: „I had a show. Then I had a different show. Now I have a Twitter account“. In seinem ersten Tweet teilte er letzten Mittwoch mit, dass er ein Eichhörnchen interviewt habe. Das fanden mehr als 350′000 Menschen auf Anhieb so aufregend, dass sie seine Follower wurden. Mittlerweile hat er auch schon einen zweiten Tweet rausgelassen und beschrieben, dass er am TV schauen sei, Smacks futtere und nackt sei.

Manchmal ist es ja schon spannend, dass man, nur weil man als prominent zählt, gleich so viele Follower sammeln kann. Denn was gibt der Gute eigentlich von sich? Höchstens so viel wie wir alle. Und trotzdem interessiert’s die Menschen.

Euch frage ich heute ganz plump: Was bringt Follower?

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Feb 22

Dieb1Wer unterwegs ist und seinen aktuellen Aufenthaltsort via Web bekannt gibt, verrät damit gleichzeitig, dass er gerade nicht zu Hause ist. PleaseRobMe auf ungewöhnliche Art und Weise davor, das zu tun. Twitter findet das aber gar nicht lustig – und sperrt kurzerhand den Twitter-Account von PleaseRobMe.

PleaseRobMe zeigt einfach an, wer momentan nicht zu Hause ist. Standortmitteilungen werden so zu Einladungen für Einbrecher, die nach verwaisten Bleiben suchen.

Natürlich steckt dahinter auch eine pädagogische Absicht: Zeigen, wie gefährlich es sein kann, zu viele Informationen in die Social Networks zu stellen.

Natürlich würde niemand seinen PleaseRobMe direkt seinen Standort verraten, aber das ist auch gar nicht nötig: Die Information wird über einen Feed vom Geo-Social-Network Foursquare abgezogen. Pleaserobme sendet automatisch via Twitter eine Warnmeldung an den betroffenen Nutzer zurück. Die Warnung ist als kleiner Denkanstoss für den Sender gedacht, damit dieser über seine Informationsfreigabe nachdenkt.

Twitter selbst hat den Feed mittlerweile gesperrt. Foursquare reagiert in einem Blogposting ebenfalls ein bisschen gekränkt, da man den Datenschutz ja sehr ernst nehme.

PleaseRobMe basiert in erster Linie auf Twitter. Dort werden die Mitteilungen der Nutzer ausgelesen und mit einem neuen Wortinhalt versehen, der besagt, dass der Nutzer nicht daheim sei. Steigt nun wegen Foursquare die Zahl der Einbrüche? Wohl kaum. Dasselbe würde prinzipiell auch funktionieren, wenn Foursquare dabei gar nicht genutzt würde. Es genügt, bei Twitter nach “Unterwegs nach” zu suchen.

Wie wahr, wie wahr. Wenn jemand bei Facebook eingibt, dass er jetzt für zwei Wochen im Urlaub sei, dann ist das schliesslich auch ein Freipass für Diebe. Darum sollte man das jetzt nicht gleich auf diese beiden Dienste reduzieren. Ob es einfacher ist jemanden auszurauben, wenn er seinen Aufenthaltsort online kommuniziert, sei mal dahingestellt. Den Tätern kommt man auf die Schliche. So oder so.

Was denkt ihr darüber? Sollte man bei Gowalla oder Foursquare aufpassen?

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Feb 12

hörsaalIhr Wachstum ist rasant. Ihre Bedeutung nimmt ständig zu. Und ihre Nutzer verbreiten sich wahrscheinlich schneller als die Schweinegrippe. Soziale Netzwerke boomen. Und: in England können sich seit vergangenem Herbst Studierende gar einen Master für soziale Medien holen.

Facebook. Twitter. StudiVZ. Soziale Netzwerke sind beliebt. Und der Vernetzungswahn nimmt kein Ende. Denn: innerhalb des letzten Jahres hat sich beispielsweise die Zahl der Facebook-Mitglieder verzehnfacht. Und so sind die sozialen Netzwerke längst integrativer Bestandteil der individuellen Kommunikationswelt eines jeden geworden. Zumindest von denjenigen, die regelmässig online sind.
Auf diesen exorbitanten Boom hat nun auch die Wissenschaft reagiert. Als eine der ersten bietet die Universität von Birmingham nun einen Studiengang für Soziale Netzwerke an. Ausgezeichnet werden die Studis nach erfolgreichem Abschluss mit einem «Master of Arts in Social Media».

Am Anfang nur belächelt
Ganz einfach hatten es die Initianten des zukunftsweisenden Studiengangs zu Beginn aber nicht. Bereits vor der Lancierung meldeten sich viele kritische Stimmen zu Wort – vor allem von Studierenden anderer Fachgebiete. Sie klassifizierten das Studium gar als «Verschwendung von akademischen Ressourcen». Denn schliesslich könnten die meisten User das Facebook auch ohne Studium bedienen. Zwischenzeitlich sind wohl auch diese Kritiker verstummt. Denn die grosse Nachfrage nach dieser Ausbildung gibt den Machern Recht.

Wissenschaftliche Fragen zur virtuellen Welt im realen Alltag
Denn natürlich geht es in Birmingham künftig nicht in erster Linie um eine adäquate Bedienung sozialer Medien. Das wäre wohl zu einfach. Viel mehr geht es darum, Social Media und deren Entwicklung wissenschaftlich zu begleiten und zu hinterfragen: «Ist das Netz demokratischer als andere Medienformen»? «Haben Power-User mehr soziales Kapital als andere»? «Führt dies zu einer Hierarchie unter den Nutzern»? «Wie können diese neuen Vernetzungen auch ökonomisch genutzt werden»?
Ein weiteres Argument, warum es diese Ausbildung sicherlich braucht: Das Phänomen der Social Media wird die Kommunikation in Unternehmen vollkommen revolutionieren. Findet ein Unternehmen die richtige Vernetzung zu einer Zielgruppe, ist der Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert. Denn der sozial vernetzte Verbraucher wird sich bei seinen Konsumentscheidungen künftig stärker auf seine Freunde im Netz verlassen als auf die konventionelle Werbung. Und an genau diesem Punkt kommen die Absolventen des neuen Studienganges in ihrem späteren Arbeitsfeld zum Einsatz. Alles andere als überflüssig also – diese künftigen MA of Social Media.

Und was glaubt ihr? Macht ein solcher Studiengang überhaupt Sinn oder ist er total überflüssig? Und wie werden die sozialen Medien künftig unsere Zukunft prägen?

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Jan 29

twitter-jobTwitter wird immer mehr zum besten Kumpel vieler Jobsuchender. Die immense potentielle Reichweite eines Tweets können E-Mail, Jobplattformen und selbst Facebook nie aufbringen. Es gibt praktisch keine Zielgruppe, die man auf Twitter nicht findet – ein Nutzen, den sowohl Personalvermittler wie auch Jobsuchende erkannt haben.

Im Dezember 2009 waren über 340′000 Jobs auf Twitter gelistet. Die intuitive Bedienbarkeit, die Verfügbarkeit, sowie der Umfang des Angebots spielen für den einzelnen User eine grosse Rolle. Klassische Jobportale sehen Twitter nicht als Konkurrenz, sondern einfach als Ergänzung zum eigenen Angebot.

Monster Worldwide integriert seinen neugestalteten Internetauftritt mit Facebook, Twitter und Youtube. So können auch Nutzer ausserhalb der eigenen Plattform erreicht und virale Verbreitungseffekte gezielt genutzt werden.

Auch im Job Monitoring tut sich was. TwitJobSearch hat zusammen mit JobDeck ein neues Tool herausgebracht. Dieses durchsucht Twitter nach Jobpostings und beachtet dabei den Kontext bestimmter Schlüsselbegriffe. Grosse Marken wie Adidas oder KFC nutzen Jobdeck zur Ausschreibung von offenen Stellen. Gegen Bezahlung erscheinen ihre Angebote in den Suchresultaten weiter oben.

WorkDigital, die Firma hinter TwitJobSearch, ist selbst überrascht, welch grossen Anklang die Jobsuche und –anwendung auf Twitter gefunden habe. Der Chef von Zillow.com hat schon drei neue Mitarbeiter via Twitter gefunden, darunter auch den aktuellen Marketingchef.

Übrigens: Unsere Jobs vertwittern wir hier.

Nun bin ich aber gespannt. Habt ihr auch schon Jobs via Twitter ausgeschrieben? Wer von euch hat einen neuen Job via Twitter gefunden?

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Jan 22

Twitter-Tasting

Twitter | Autor: Christina Schmid 2 Kommentare »

weinbildWeinverkostungen fanden bisher meist in einem Weinkeller oder in der guten Stube statt. Nun gibt es eine Online-Variante davon: Seit einiger Zeit verabreden sich ein paar Nasen aus Deutschland reglmässig auf Twitter, um zur gleichen Zeit den gleichen Wein zu degustieren.

Unter dem Hashtag #twv liest sich das dann etwa so: „Schöne hellgelbe Farbe und eine erste Überraschung in der Nase“. Mit diesen Worten umschreibt ein Weinhändler einen Riesling aus dem Rheingau. Oder: „Schraub Schraub Schraub“ ganz zu Beginn – schliesslich sind immer weniger Weine mit einem Korken verschlossen. Von diesen Aktionen haben auch die Weinhändler etwas. Sie stellen für die Twitterer jeweils ein Probierpaket mit zwei Weinen zusammen und sorgen so dafür, dass alle Teilnehmer auch den gleichen Wein vor sich stehen haben. Die Idee dieser Weintastings ist nicht neu. Solche Aktionen fanden schon immer mal wieder statt, aber lange nicht so regelmässig wie heute.

In Deutschland ist die Twitter-Weinszene, gepusht durch führende Köpfe wie dem Fachjournalisten Mario Scheuermann, der bald jeden Winzer und Händler zu einem Twitteraccount überredet hat, ausgesprochen lebendig. Auch verschiedene Schweizer Online-Weinhändler haben das Potenzial von Twitter erkannt zu und tauschen sich sogar untereinander über Wein im Web 2.0 aus. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis es auch hierzulande Onlinedegustationen geben wird.

Wein, Internet und Twitter – eine Kombination, die etwas werden könnte. Findet ein Wein Anklang in der Onlinewelt, wirkt sich das schlussendlich auch positiv auf die Verkäufe aus.

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Jan 21

Nun ist es also soweit. Bill Gates, einer der Gründer und langjähriger CEO von Microsoft hat Twitter entdeckt. Nachdem sich schon mehrere Male Twitter-User als Bill Gates ausgegeben haben, ist es nun offenbar wirklich die Microsoft Ikone.

Das jetzige Twitterprofil @BillGates gehört offenbar dieses Mal wirklich dem Schöpfer von Windows und der sprechenden Büroklammer. Der Account wurde von Twitter verifiziert und ist auch so auf der Profilseite ausgewiesen.

Laut der Info auf dem Profil will er auf Twitter coole Dinge teilen und hat einiges durch seine Stiftung gelernt. Ich schätze mal, dass seine Stiftung auch der Grund für seine Twitteraktivitäten sein wird. Seine soziale Ader zeigt sich auch in den ersten vier Tweets seiner Twitterkarriere. Dass er kein aufdringlicher Twitter-Spammer ist, zeigt sich in den Following/Follower Zahlen. Während er 40 Twitterern folgt, folgen ihm nach noch nicht mal 2 Tagen, seit Eröffnung des Accounts, bereits über 260′000 User. Diese Zahl steigt jede Minute um Hunderte an.

Wenn man die Liste der Profile anschaut, denen Bill Gates followt, fällt auf, dass er eigentlich wenigen Prominenten folgt, dafür vielen Accounts von Newssites und wohltätigen Organisationen. Das macht mir den ehemaligen Microsoft Chef gleich wieder symphatisch. Auch nehme ich ihm voll ab, dass er wirklich selber in Twitter aktiv ist und dies nicht an PR-Leute delegiert hat.

Ich kann ja in der Regel nichts mit den “Promitwitterern” anfangen. Meist ist nicht besonders spannend, was sie zu sagen haben und es geht vor allem um die Selbstdarstellung. Bill Gates ist mir da ein wenig symphatischer. Mal schauen wie er sich in der Twitterspäre schlägt.

Was haltet ihr von Promis die Twittern? Finde nur ich das langweilig?

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Jan 18

fifaDen Spielen der Fussball-WM in Südafrika wird mehr als die halbe Weltbevölkerung zuschauen. Die offiziellen Sponsoren investieren riesige Summen in mobile Kampagnen und Social Media. Fans sollen ihre Teams sozusagen zum Sieg twittern.

Die Firmen wenden sich nämlich immer mehr vom Fernsehen ab und setzen auf Community-Seiten, um die Fans zu erreichen. Sony ist ein langjähriger Partner der Fifa und will seine Sponsorenfunktion dazu nutzen, mit der Marke Sony Ericsson eine eigene Community rund um die WM aufzubauen.

Die WM 2010 ist Sony Ericssons erstes Engagement im Fussball. Dazu hat der Handyhersteller den „Twitter World Cup“ gelauncht. Dabei handelt es sich um einen Online-Wettbewerb, der Fans dazu aufruft, ihre Teams in einem virtuellen Wettbewerb per Tweets zum Sieg zu führen. Parallel sollen Fans die Möglichkeit haben, ihre Lieblingsmomente direkt mit Freunden zu teilen. Dazu hat Sony Ercisson eigene Apps entwickelt, die auf den mobilen Geräten der Marke installiert sind.

Sony Ericsson hat da etwas richtig erkannt: Menschen sind bereits auf Facebook oder Twitter und reden dort über Fussball. Wenn Sony Ericsson das nutzen und intensivieren kann, werden die Leute noch eine bessere Wahrnehmung von der Marke haben.

Viele Sponsoring-Experten sind ebenfalls der Meinung, dass die Fussball-WM in Südafrika einen bedeutenden Wechsel hin zu konsumentenfokussierten, viralen Kampagnen bringen wird.

Grosse Brands müssen Social Media nutzen. Denn dort sitzt die grosse Masse von Konsumenten mittlerweile.

Freust du dich schon auf die WM?

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Jan 12

gowalla2008 war es Facebook. 2009 war es es Twitter. Und was kommt 2010? Dienste wie Gowalla sollen der Trend von morgen sein. Gowalla was?

Gowalla kombiniert ein soziales Netzwerk mit einem virtuellen Stadtführer. Beantworten wir beim Microblogging-Dienst Twitter in 140 Zeichen die Frage „Was passiert gerade?“, geht es bei Gowalla um „Wo bist du gerade?“. Es braucht lediglich einen Klick und schon ist der eigene Standort auf Gowalla – und auf Wunsch gleichzeitig auch automatisch auf Twitter und Facebook – bekanntgegeben.

Das funktioniert so: Ich bin in der Stadt unterwegs und suche nach Inspiration. Wo gehe ich heute Abend Essen? Wo gibt es guten Kaffee? Oder wo ist etwas grad Aktion? Plattformen wie Qype sind da schön und gut – aber dort weiss ich nicht, was meine Freunde gerade machen, wo sie hingehen! Was also tun, um an diese Infos zu kommen? Gowalla auf dem Smartphone installieren, registrieren und los geht’s.

Mein Handy zeigt mir fortan an, wo meine Freunde derzeit sind und welche Orte – auch Spots genannt – sich in meiner Umgebung befinden. Komme ich in ein Cafe oder Restaurant, “checke ich ein”, um meine Freunde zu benachrichtigen, dass ich gerade dort bin. So sind meine Freunde über meine Lieblingslocations informiert – und ich kann neue Leute kennenlernen.

Ein spielerisches Element kommt noch dazu: Gowalla-Mitglieder tragen virtuelle Gegenstände mit sich herum. Die Palette reicht vom Becher Kaffee über Küchengeräte bis zur Maske. Diese “Items” können am aktuellen Standort eingetauscht werden gegen solche, die jemand vorher dort deponiert hat. Interessant ist das besonders dann, wenn sich besonders wertvolle Gegenstände gelegentlich in reale Dinge umtauschen lassen – ein weit offenes Feld für virale Aktionen.

Aber: Erstmal ist Gowalla einfach wieder ein Dienst mehr. Und Geotagging hatten wir doch schon mal – erinnern wir uns an Plazes. Mitteilen, wo ich grad bin, kann ich mit der neuen Geo-Tagging-Funktion von Twitter auch, wenn mein Client diese Funktion unterstützt. Ob die gute Umsetzung von Gowalla und die Spielchen mit den Items für den ganz grossen Durchbruch reichen werden, muss sich wohl erst noch weisen.

Zur Zeit pusht Gowalla alle paar Minuten eine Standortmeldung auf mein iPhone. Ob es in ein paar Wochen immer noch so sein wird? Was haltet ihr von der Idee? Und wie lange seid ihr schon dabei?

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Jan 08

hatocafeJapans Ministerpräsident Yukio Hatoyama bloggt und twittert seit Anfang dieses Jahres. Er ist nicht der erste Politiker, der das tut. Das Besondere an Yukio Hatoyamas Auftritt ist eine Real-World-Komponente.

Der erste Tweet von Japans Premier klingt noch ein bisschen steif. Er wünscht einfach seinem Volk alles Gute zum neuen Jahr. Aber Hatoyama hat nicht nur seinen ersten Tweet abgesetzt, sondern auch schon gebloggt. Dabei geht er sogar noch einen Schritt weiter als sein Vorbild, US-Präsident Barack Obama: Er holt seinen Blog Hatocafe ins reale Leben.

Wem das Internet zu digital ist, der soll irgendwann in naher Zukunft ein regelmässig geöffnetes, reales Hatocafe im Kantei, dem Sitz des Ministerpräsidenten, besuchen können – Plausch mit dem Chef und Hatocafe-Tasse inklusive.

Im ersten Eintrag auf dem Hatocafe-Blog erklärt der Minister seine Motive. Er starte diesen Blog, um die Distanz zwischen Volk und Politik zu verringern und gemeinsam das Land zu verändern. Dabei stellt er sich folgende Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen Internet-Kanälen vor: Während seine Politik in einem Mail-Magazin dargestellt wird, will er im Blog Dinge aus seinem Umfeld berichten. Für Twitter sind Eilnachrichten mit Links, zum Beispiel zu seinen Reden, und persönliche Bemerkungen über sein Befinden bestimmt.

Aber wo experimentiert wird, wird auch kritisiert. Der Oppositionspolitiker Koichi Kato ist der Meinung, dass ein Ministerpräsident Bessere zu tun haben müsse als zu twittern und zu bloggen. Diese Kritik wird jedoch wohl verpuffen. Hatoyama hat richtig erkannt, dass er alle Informationskanäle nutzen sollte, um seine Botschaft möglichst weit zu verbreiten. Gerade viele junge Japaner lesen keine Zeitung mehr, sondern surfen nur noch im Web oder am Handy.

Zudem wir der Premier das Regieren schon nicht vergessen. Ohne konkrete politische Erfolge droht ihm nämlich das Schicksal vieler Vorgänger, die bis auf ein paar Ausnahmen bereits nach einem Jahr wieder abgelöst wurden. Er hat aber etwas erkannt, was noch in vielen Köpfen einen Platz finden muss: Social Media – da muss man mitmachen. Aber online präsent zu sein, reicht nicht aus. Man muss rausgehen und die Leute treffen. Web 2.0 ist vorbei und Web 3.0 findet wieder am Holztisch statt. Mit echten Menschen.

Der Premier wird also sicher nicht websüchtig. Er will nämlich nur einmal täglich twittern und einmal die Woche bloggen. Ausserdem nimmt er das mit den Ruhezeiten sehr genau. Schon letzten Sonntag hat er eine Twitterpause eingelegt.

Ob das genügt? Oder macht er es so gerade richtig?

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