Nov 02

The Web goes Babylon

Medien, Web 2.0 | Autor: Dirk Worring-Ramstoeck 1 Kommentar »
Verteilung der Schriftsysteme

Verteilung der Schriftsysteme

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), welche sich verantwortlich zeichnet für die Standarts von Top Level Domains hat ihren Sitz in den USA. Ein Land, das einem nicht als erstes in den Sinn kommt, wenn es um das “über den Tellerrand schauen” geht. Nun beweisen sie mal wieder, dass sie es doch tun hin und wieder. Das Web wird endlich und wirklich international.

Wenn man sich mal die grosse Version dieser Weltkarte anschaut, sieht man, wie viele Menschen dieses Planeten eine Sprache sprechen und schreiben, welche nicht das Lateinische Schriftsystem benutzen. Flächenmässig fifty fifty vielleicht, einwohnerbezogen sind es wohl weit über zwei Drittel der Weltbevölkerung die nichts mit Latein am Hut haben. Aktuell sind es ca. 50% aller Internetnutzer die andere Schriften benutzen – und der grosse Zuwachs wird wohl kaum aus dem Okzident kommen in den nächsten Jahren.

Dennoch sind diese Menschen bis dato gezwungen, mindestens alles nach dem letzten Punkt in einer Internetadresse in latenischer Schrift zu schreiben. Auch wenn Sie gar keine entsprechenden Tasten dafür haben. Die Top Level Domains gibts nur in Latein. Und damit ist wohl ab 2010 Schluss, dann können TLDs auch in den anderen Schriftsystemen registriert werden, die sogenannten Internationalized Domain Names (IDNs).

Nun vernahm ich schon Stimmen, die meinten, es sei ein viel zu grosser Aufwand, ob die Technik und Software da überhaupt mitmachen würde, oder das Internet durch die babylonische Sprachenverwirrung und die dann über 1000 möglichen Zeichen der Schriftsysteme nicht schlapp machen könnte. Weltende nicht wegen dem Mayakalender 2012 sondern durch Mongolische Domains? Nun, laut ICANN testet man schon seit Jahren um das hinzubekommen, es funktioniert. Nur das “http://” scheint zu bleiben wie es ist. Viel wichtiger ist doch die Frage, in anbetracht der Relation zwischen Lateinern und Nicht-Lateinern, ob wir uns schnell öffnen, oder in 10 Jahren eine verlassene Insellösung des Internets sind, die noch mit lateinischen Zeichen operiert, während das zukünftige Internet nur noch Mandarin und Sanskrit 3.0 verwendet. Urbi et Orbi hat ausgedient…

Ich denke es ist an der Zeit. Die Technik ist da. Übersetzungsprogramme werden besser und in einigen Jahren werden dadurch alle von den Informationen im Web profitieren. Sprachübergreifend. Oder?

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Nov 04
Im Juli dieses Jahres berichteten wir hier dass ab dem Jahr 2009 eigene Top-Level-Domains registriert werden können, sprich jeder kann sich seine eigene Domain-Endung registrieren lassen.

Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) ist für die Vergabe zuständig und tagt  Anfangs November in Ägypten. Nun sind die Preise für eine eigene Domain-Endung bekannt. Mindestens 185‘000 Dollar sind bei einer erfolgreichen Registration fällig. Im Verlauf der Registration können aber noch weiter Kosten hinzu kommen und die Gesamtkosten können schlussendlich über 350‘000 Dollar betragen. Entscheidend dafür ist die Komplexität des Genehmigungsverfahrens. Will eine Firma wie IBM die Endung .ibm registrieren lassen, dann geschieht dies relativ einfach. Will jedoch eine Firma die Endung .car registrieren, dann wird das Verfahren viel aufwendiger und kostspieliger, da man sich mit diversen Konkurrenten herumschlagen muss um schlussendlich den Zuschlag zu bekommen. Internationale Grosskonzerne können ihre Endung also relativ einfach registrieren, bei allgemeinen Begriffen wird das schon schwieriger.

Es bleibt abzuwarten, wie viele Unternehmen und Organisationen von einer eigenen Domainendung Gebrauch machen. Für Private und Kleinunternehmen wird sich eine solche Investition wohl kaum lohnen.

Sind diese hohen Preise überhaupt gerechtfertigt oder will man damit nur die Nachfrage tief halten?

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Jul 01

ICANNDie in den USA ansässige Internet-Aufsicht ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) wird ab 2009 Internet-Adressen mit beliebigen Domain-Endungen zulassen. So wurde vergangenen Donnerstag im Rahmen des jährlichen ICANN-Meetings in Paris die Liberalisierung des Namensschemas für Domain-Namen im Internet beschlossen. ICANN trägt die Policity-Hoheit über Top Level Domains (TLD) und bestimmt somit, wie die Domains genutzt werden, was sie kosten und welche Richtlinien gelten.

Bereits ab dem zweiten Quartal des kommenden Jahres kann also voraussichtlich statt der bestehenden 21 generischen TLDs sowie den länderspezifischen Domainendungen ein breites Spektrum an Wunschnamen von bis zu 64 Zeichen Umfang beantragt werden. Domains wie .liebe, .zuerich oder .meinname steht also grundsätzlich nichts mehr im Wege. Trotzdem dürfte ein Antrag auf eine neue Domain vorerst nur den wirklich etablierten Organisationen möglich sein. Auch die Preislage richtet sich wohl eher an Unternehmen mit einem soliden Geschäftsmodell. Erwartungen zufolge, werden sich die Kosten für Domains mit frei wählbaren Endungen nämlich eher im höheren Rahmen befinden. So rechnen Experten mit Preisen um die 50’000 Dollar für die Registrierung einer solchen Domain.

Das neue Namensschema soll unter anderem verhindern, dass sich der Vorrat an verfügbaren Internetadressen verknappt. Nach Schätzungen der ICANN wird der Vorrat an neuen Adressen mit den bestehenden TLDs nämlich schon im Verlaufe der nächsten 5 Jahre aufgebraucht sein.

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