Sep 30

Der grösste Vorteil eines Content Management Systems ist es, dass der Entwickler dem Siteowner eine grösstmögliche Kontrolle über ihre Site geben kann. Dabei können aber zu viele Features verheerende Folgen für die Website haben.

Fehler #1: Überladener WYSIWYG-Editor

Mit diesen WYSIWYG-Editoren können Inhaltsersteller beliebige Seiten ohne HTML-Kenntnisse erstellen. Doch dies kann dazu führen, dass der Ersteller ungewollte Farben und Formatierungen in eine Seite einfügt, so dass das Design der Site komplett über den Haufen geworfen wird. Bei den meisten CMS kann aber sehr genau angegeben werden, welche Features einem normalen Seitenersteller zur Verfügung stehen. Unsere Empfehlung hierbei:

Textformatierung:
Überschriften (H1-H3), Blocksatz, geordnete und ungeordnete Listen, kursive und fette Schrifarten, und ein oder zwei CSS-Klassen für spezielle Auszeichnungen.

Inhaltselemente:
Links, Fileupload, Bilder und Tabellen.

unbedingt zu unterdrücken sind:
Unterstrichener Text, direkte Kontrolle über die Schrift wie Farbe oder Art und Emoticons.

Auf alle Fälle muss von Projekt zu Projekt die Anforderung bezüglich Kontrolle über den Text mit dem Kunden erstellt werden.

Fehler #2: direktes Editieren von CSS und HTML

Jeder kann HTML und CSS erlernen, aber dies gilt generell auch für alle Aspekte im Leben. Wie auch ein Fahrzeughersteller nicht von seinen Endkunden verlangen kann, dass sie die Funktionsweise eines Motors verstehen, sollten Entwickler nicht davon ausgehen, dass der Kunde eine Ahnung von HTML oder CSS hat. Keiner unserer Kunden wollte diese Funktionalität in seinem CMS aufgeschaltet haben, sie überlassen diese Arbeit lieber der AGentur.

Fehler #3: Verwechseln von “bevollmächtigt” mit “Experte”

Gemäss einer Studie der Harward Universität muss jemand, der sich als Experte bezeichnen will, mindestens 10’000 Stunden oder 10 Jahre sich mit der Materie befasst haben. Während wir Mitarbeiter haben, die schon zehn Jahre und mehr in der Branche arbeiten, haben unsere Kunden meist nur ein paar Stunden mit Programmieren oder CMS verbracht. Daher ist es wichtig, dass der Anbeiter, bzw. der Implementationspartner auch nach Abschluss des Projektes für den Kunden zur Verfügung steht.

Fehler #4: Über das Ziel hinausschiessen

Viele Frustrationen und Verwirrungen seitens der Kunden kommen daher, dass ihnen ein System vorgesetzt wird, mit dem sie schlichtweg überfordert sind. Anstatt sich auf das Wesentliche zu fokussieren, werden möglicht viele Features mit eingebaut, alle Usability-Aspekte über Bord geworfen und anstatt Workflows zu vereinfachen werden diese nur unnötig erschwert. Auch hier ist es wichtig, dass mit dem Kunden genau besprochen wird, was es wirklich braucht und somit auf das Maximum reduziert werden kann.

Fehler #5: Zu denken, dass die Standardeinstellungen des CMS gut sind

Mit den heutigen Top 5 Systemen sind wohl 99% der Kunden überfordert. Kunden brauchen ein CMS, mit denen sie ihren Job machen können, und der Implementator muss dafür sorgen, dass dieser Job möglichst einfach erledigt werden kann. Der Implementator muss den Inhaltsersteller in den Vordergrund setzen und dabei helfen, ihren USP hervorzuheben und mit dem richtigen Tool präsentieren zu können.

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Mai 15

twitter-tauchen

Wir haben schon Etliches über den Twitter-Boom geschrieben, der langsam die Schweiz anfängt zu erreichen. Neben allen Hypes ist es für mich sinnvoll, mich mit verschiedensten neuen Plattformen, die zurzeit die Web-Landschaft verändern, auseinanderzusetzen. Dazu gehört zurzeit Twitter.

Ohne mich auf eine bestimmte Plattform einschiessen zu wollen und in eher kritischer Stimmung habe ich den Sprung gewagt. Aus dem Schnupper-Tauchgang wurde mehr. Hier fünf mal ein E für Interessierte, die in diese neue Welt eintauchen wollen.

  1. Erkennen – Twitter ist ein komplexes Biotop
    Es entwickeln sich laufend neue “Lebensformen”, Tools und Trends innerhalb von Twitter – unterstützt von Applikationen für Smartphones, ergänzende Plattformen (zB Twitpic für Bilder), Mashups, Desktop-Applikationen und cleveren Aktionen wie #followfriday #chch (die ich gerne auf Anfrage direkt in Twitter erkläre).
  2. Eintauchen – in die Twitter-Welt
    Ich höre manchmal: “das ist doch Unnützes Zeugs”, “für Leute, die keine Freunde haben” oder “ist doch dasselbe wie Facebook-Statusmeldungen”. Das faszinierende Biotop lässt sich begreifen, wenn man richtig drin eintaucht. Rumplantschen zählt nicht. Taucher wissen, was ich meine.
  3. Erleben – sich an das neue Feeling gewöhnen
    Der Sprung ins Wasser ist schon mal ein Anfang. Eine neue Welt tut sich auf. Schwerelosigkeit und Stille. Damit muss man erst mal zurecht kommen. Lernen, wie man sich bewegt. In Twitter wären das Themen wie Followers, @replies, #Hashtags, Twitter-Search, sich kurz halten (max. 140 Zeichen), Link-verkürz-Dienste wie TinyURL.
  4. Entdecken – nass werden reicht nicht
    Bei Tauchgängen habe ich selten die schönsten Szenarien direkt unter dem Tauschschiff gesehen. Das gemütliche Bewegen ist Teil des Erlebnisses – man möchte aber auch was sehen. Gelbe Fische zwischen roten Korallenbäumen. In Twitter muss man hinschauen. Via Twitter-Suche einige Branchen-Leute followen. Vielleicht auch der INM, unseren Web-Tidbits. Als Basis, alle hier empfohlenen folgen.
  5. Engagement – ist erstmal ein Geben
    Wer als Erstes Instant-Gewinne sucht, muss umdenken. Dafür geht man in die Aqua-Abteilung des nächsten Zoos. Auch ist dieses Twitter-Biotop keine Abfallhalde für Werbespruch-Dumping – das System hat dagegen Mechanismen entwickelt. Werde Teil der Unterwasserwelt – nimm daran teil. Sei kreativ und originell. Bewirb keine eigenen Angebote, bis du sicher bist, dass die Zeit dafür da ist.

Ich empfehle, mal einen ernsthaften Tauchgang zu unternehmen. Über die Entdeckungen, die ich in Twitter gemacht habe, könnte ich Vieles schreiben. Beispielsweise Beziehungsweise darüber, wie mein neuer MacBook mich lieb gewonnen hat.

Eingetaucht in diese neue Tweetosphäre? Wie waren deine ersten Erlebnisse? Bin sehr an euren Geschichten rund um euren (ursprünglichen) Einstieg bei Twitter interessiert. Entweder hier in den Kommentaren oder als Antwort in Twitter.

Foto: Coral Garden, Jenny – Some rights reserved – Quelle: piqs.de

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