Mrz 11

Kaum klingelt der Wecker, werfe ich einen kurzen Blick auf Facebook. Es könnte über Nacht ja etwas Spannendes passiert sein. Auf dem Weg zur Arbeit checke ich alle zwei Minuten meine Mails, ohne die Augen von Twitter zu lassen. So zieht sich das den ganzen Tag durch, bis abends spät kurz vor dem Einschlafen noch ein letzter Tweet in die Nacht hinausgeht.

Kommt dir das bekannt vor? Fakt ist: Wir konsumieren zu viele Informationen aus zu vielen verschiedenen Medien. Überall sind sie, diese bösen Informationen – und wollen verarbeitet werden. Kann man von zu viel Medienkonsum geistig dick werden?

Erst wenn einem alles über den Kopf wächst oder die Waage zu viel anzeigt, unternimmt man etwas. Meist radikal. Doch die Abstinenz für einen bestimmten Zeitraum bringt auf die Dauer nichts. Zu schnell ist man wieder drin und kommt nicht mehr weg.

Mal kurz bei Twitter reinschauen – ist fast wie ein Riegel Schokolade zwischendurch. Beides dehnt sich nämlich aus. Noch viel schlimmer wird es dann, wenn man sagt: “So, ich surfe jetzt mal ein bisschen”. Denn wir wissen ganz genau, ein bisschen geht nicht. Meist hängt man dann eine Stunde fest. Ist wie mit einer Tüte Chips. Einmal angefangen, muss sie geleert werden.

Wer beruflich viel mit dem Web zu tun hat, muss sich in beiden Welten, der digitalen und der realen, behaupten. Der Tag hat nur 24 Stunden. Verbringt man einen grossen Teil dieser Stunden online, bleibt am Ende keine Zeit mehr für einen selbst.

Wenn man zu schwer wird, sollte man weniger essen und sich sportlich betätigen – doch wenn die Zeit für das reale Leben aufgrund von Online-Aktivitäten zu knapp wird, muss man dafür sorgen, den Social Media Konsum zu optimieren.

Ich behaupte: Mit einem Diätplan kann man sein Essverhalten kontrollieren – mit einem Nutzungsplan kann man den Social Media Überkonsum in den Griff bekommen.

Doch wie könnte so ein Social Media Diät-Plan aussehen?

Ist es zwischendurch nicht einmal schön zu wissen, dass iPhone und Computer ausgeschaltet sind und man sich einfach den schönen Dingen in der echten Welt widmen kann?

\\ tags: , , ,
5 Kommentare »

Mrz 03

zopa_logoEs erscheint auf den ersten Blick als wolle man Pferde zum eierlegen verdonnern, wenn man ein ultrakonservatives Business mit dem Medium der jungen Wilden zusammenführen möchte. Dennoch verzeichnen die Pioniere der Branche im Social Media erstaunliche Erfolge.

Wells Fargo & Co ist die erste Bank, die die ganze Palette des neuen Dialogs zum Einsatz brachte. 2006 waren sie die erste Bank mit einem Blog. Danach folgte der Studenten Kredit und Business Banking Blog, die erste Bank in Second Life, erste Bank auf MySpace – aber am beeindruckendsten: Die erste Bank die die Position des Vice President Social Media besetzte.

Während allerdings MySpace, Facebook & Co auf den Massenmarkt setzen und alle Interressengebiete unter einem Dach vereinen, haben Banken die Nischenportale für sich entdeckt. Sie agieren auf Seiten wie Finextra oder OpenForum – und das aus gleich zwei guten Gründen.

1. Die Soziale Komponente des Geldverleihens
Portale wie Zopa, Prosper und Smava bieten auf eine internationale Plattform, auf denen von Privat zu PrivatGeld geliehen und verliehen werden, mit natürlich ganz anderen Konditionen zugunsten der Kreditnehmer. Unbürokratisch, schnell und vor allem menschlich gehts hier zu – fernab des Bankengehabes. Da entstand schnell ein Business, dass den Finanzdienstleistern durchs Netz ging.

2. Überraschende Ergebnisse in der Kundenbindung
Die folgenden Zahlen trugen Joe Cothrel, VP Marktforschung bei Participate und Community Guru Bill Johnston zusammen (aus eine Reihe von offiziellen Studien):

> Community users remain customers 50% longer than non-community users. (AT&T, 2002)
> 43% of support forums visits are in lieu of opening up a support case. (Cisco, 2004)
> Community users spend 54% more than non-community users. (EBay, 2006)
> In customer support, live interaction costs 87% more per transaction on average than forums and
other Web self-service options. (ASP, 2002)
> Cost per interaction in customer support averages $12 via the contact center versus $0.25 via
self-service options. (Forrester, 2006)
> Community users visit nine times more often than non-community users. (McKInsey, 2000)
> Community users have four times as many page views as non-community users. (McKinsey, 2000)
> 56% percent of online community members log in once a day or more. (Annenberg, 2007)
> Customers report good experiences in forums more than twice as often as they do via calls or mail.
(Jupiter, 2006)

> Community user bleiben 50% länger Kunden als nicht-community user
> 43% von Besuchen in Support Foren stehen in direktem Zusammenhang mit der Eröffnung einer  Supportanfragen
> Community Users geben 54% Geld beim Anbieter aus als nicht-community user
> Live Interaktionen zwischen Berater und Kunde kosten 12 USD,  webbasierte self-service Dienste pro Anfrage 0,25 USD
> Community user besuchen die Anbieterseite 9-mal öfter als nicht-community user
> Community user verursachen 4-mal mehr Pageviews
> 56%  der Community user loggen sich einmal oder mehr auf den Seiten ein

> Kunden geben doppelt so viel Lob und gutes Feedback online von sich als am Telefon oder schriftlich (Post oder email)

Auch wenn es hier um den Bankensektor geht, die Zahlen sprechen Bände. So langsam zeigen die Studien endlich, dass man den ROI Faktor vom Community Management bis zum harten Franken nachvollziehen kann. In jeder Branche.

\\ tags: , , , ,
3 Kommentare »

Feb 24

social media - alles zu schnell?Das wir in einer Zeit der Reizüberflutung und immer schneller werdenden Informationskanälen stehen ist wohl für niemanden eine Überraschung. Wer allerdings wie wir Online Marketer ständig den Finger am Puls der Zeit haben muss, der fragt sich schon ob das Tempo noch zu halten ist, in dem neue Ideen und Kanäle aus dem Boden schiessen – und oft genauso schnell wieder verschwinden. Zwei Beispiele:

Zunächst jedoch sei gesagt, es besteht kein Grund zur Panik. Nur weil viele Unternehmer und Marketingleiter nicht so richtig wissen wie sie mit dem Thema Social Media in der Unternehmenskommunikation umgehen sollen, muss man sich keine Sorgen machen, dass das Thema eine reine Blase ist und wieder verschwunden, sobald man grosse Summen des Werbe Etats dort versenkt hat. Kanäle wie Facebook, Youtube, Twitter laufen schon seit Jahren stabil. Und sie werden auch nicht über Nacht abgelöst. Doch bei neuen Ideen sollte man Unterscheidungsvermögen an den Tag legen.


gowalla

Kaum ein halbes ist es her, da sorgte die iPhone App Gowalla für Furore in der Szene. Mittels GPS Signal kann die Applikation den persönlichen Standort ermitteln und zeigt entweder von anderen Nutzern erstellte Ortsmarkierungen an oder man hat die Möglichkeit selber einen Landmarke zu erstellen. Markiert wird so ziemlich alles. Von Sehenswürdigkeiten über Bahnhöfe, Firmenadressen und der eigenen Wohnung. Ist ein Ort erstellt, kann man immer wieder einchecken, sobald man in direkter Nähe ist. Und in kürzester Zeit waren alle Geeks dabei, zu Stosszeiten bekam ich im Minutentakt Nachrichten wer gerade wo eingechekt hat. Doch so schnell wie es kam, wurden die Nutzer auch schon wieder gelangweilt. Ein klassisches Beispiel dafür wie schnell dieser Prozess ablaufen kann, bevor die grosse Masse der normalen Internetnutzer überhaupt bemerkt hat, dass es Gowalla überhaupt gibt. R.I.P.

google_wave
Dieses Schicksal ereilt nicht nur kleine Start Ups, denen es an ausreichend Budget für langem Atem und grosse Werbekampagnen fehlt. Google Wave, das so verstandene Cockpit für alle etablierte Kommunikation im Web (Chat, Mail, Datenaustausch, in die sich alle einklinken können), wurde von Google in einem Stundenvortrag vor dem Launch lauthals beworben. Das an sich ist schon erstaunlich, denn Google entwickelt normalerweise im dunklen Kämmerlein und stellt neue Anwendungen ohne Mitteilungen einfach bereit. Wird schon einer finden.
Zunächst verteilte Google nur einige tausend Zugangscodes zur Betaversion – und wer über Twitter ein Ticket in die Welle anbot wurde heiss umworben. Alle wollte endlich sehen was Google hier versprochen hatte. Jedoch kämpfte das System – ebenfalls ungewöhnlich für Google – mit vielen Systemfehler, war extrem langsam, viele Features waren nur als funktionslose Buttons integriert und ein paar tausend User reichten nicht aus um eine Welle zu erzeugen. Es blieb bei ein paar Wasserring als hätte man einen kleinen Kiesel in einem trüben Tümpel geworfen. Wer heute twitter, er hätte noch einen Zugang für die Wave, der erntet nur noch gähnen. R.I.P.

Ob Wave nun tatsächlich den Grabstein von Google auf den Kopf gestellt bekommt, oder sich nochmals wie Phoenix aus der Asche erhebt bleibt abzuwarten. Denn der Grundgedanke ist gut, aber es braucht noch viel Nachbesserung.
Auch wenn wir uns täglich mit der Materia beschäftigen, es bleibt eine echte Herausforderung zu entscheiden, in welchen neuen Hype man seine Zeit und Energie investiert, in Zeiten in denen Top und Flop so eng beieinanderliegen.

\\ tags: , , ,
5 Kommentare »

Feb 17

fischamhakenDas der Wurm dem Fisch schmecken muss und nicht dem Angler ist ein alter Bart im Marketing. Heutzutage ist die Fische fragen dank Social Media Portalen einfacher denn je. Und man kann auch gleich die Fische die Entscheidungen treffen lassen, welchen Wurm man an den Haken hängen soll.

So macht es zum Beispiel ganz vorbildlich das Schweizer Start-up Unternehmen myswisschocolate. Bis dato gibt es nur den Blog, denn das Unternehmen ist noch gar nicht operativ tätig. Was es anbieten wird, ist personalisierte Schokolade aus selbst zusammengestellten Zutaten.
Nun sind derlei personalisierte, individuell zusammengestellte Produkte natürlich nicht die Neuerfindung des Rades. Weithin bekannt ist beispielsweise der Shop NikeID für solche Services. Doch myswisschocolate setzt noch viel früher an.

Welchen Logoentwurf sollen wir nehmen, fragt man die Zielgruppe und lässt diese entscheiden. Verpackungsdesign?Sagt ihr uns doch wie ihr es am schönsten findet. Welche Toppings wünscht ihr euch auf der Schokolade – damit wir beim ersten Einkauf gleich keine Fehlbestellungen machen, die dann im Regal vergammeln.

Erinnert mal wieder sehr an das schon übererfolgreiche Modell der Superstar Shows: Sagt uns doch bitte vorab was ihr morgen als CD und bei iTunes kaufen wollt, damit wir keine Flops mehr produzieren und Geld in den Sand setzen.

Schlau ist das Konzept und die Resonanz ist schon vor Produktionsstart riesig. Weiter so Jungs von swisschocolate, ihr werdet so das Unternehmen zum Erfolg bringen. Und die Zielgruppe freut sich auch, weil man auf ihre Wünsche gleich von vornherein eingeht.

Natürlich ist es für ein Start-up viel leichter den Fisch zu fragen als für ein bestehendes Unternehmen mit eingeführter Produktpalette. Aber es ist ja auch immer Zeit für neue Produktlancierungen – und da hat man dann wieder die grosse Chance.

\\ tags: , ,
2 Kommentare »

Feb 15

tvnoirHeisse Tunes, Videos und Social Media: Die Mischung aus diesen drei Elementen hat die Web-TV Sendung “TV Noir” zum Erfolg gemacht. Aber bei TV Noir wird Social Media nicht nur zum Aufbau der Marke eingesetzt. Das Publikum soll via Facebook und Twitter selbst eine Konzert-Tour organisieren.

5000 Videos werden auf TV Noir täglich angeschaut – ein grosser Erfolg für eine monatliche Musik-Web-TV-Sendung. Im “Wohnzimmer der Künstler und Songwriter” erzählen bekannte und nocht nicht so bekannte Musiker von ihrem Sound und spielen live Songs ein.

Tex Drieschner ist Gastgeber, Moderator, Gründer und Anchorman von TV Noir. Sein Konzept gründet auf drei Pfeilern: Liveshow, Blog und Web-Fernsehen. TV Noir findet jeden ersten Sonntag im Monat live in Berlin-Neukölln statt. Nach jeder Show werden Mitschnitte von Songs und Talk-Segmente auf Youtube veröffentlicht. Die komplette Show gibt es jeweils auf Vimeo.

Geld verdient das 11-köpfige Team mit der Websendung allerdings noch nicht. Überlegungen dazu gibt es zwar, aber das Risiko, User durch Paid-Content zu verlieren, hindert sie daran. Bezahlinhalte können eben nur funktionieren, wenn sie das kostenlose Grundangebot sinnvoll ergänzen.

Dem Macher ist derzeit aber eh wichtiger, seine eigene Marke “TV Noir” weiter aufzubauen. Und dafür nutzt er Social Media. Drischner ist sich sicher: Soziale Netzwerke funktionieren wie Verlängerungen von normalen menschlichen Verhaltensweisen. “Du machst zunächst mit einem ganz kleinen Kreis von deinen Freunden das, was du auch machen würdest, wenn sie neben dir sässen”, meint er gegenüber Welt.de.

Social Media spielt auch bei Drieschners kommendem Projekt eine Rolle. Er will nämlich als als Songwriter auf Tour durch Städte gehen und dabei Acoustic-Konzerte im kleinen Rahmen spielen – begleitet von den TV-Noir-Kameras. Wo diese Konzerte stattfinden, wird das Publikum mitbestimmen – über Facebook und Twitter.

Ich bin kürzlich auf diese Web-TV-Sendung gestossen und muss sagen: Bravo, grossartiges Konzept! Gute Musik und Social Media sind zwei, die sich mögen. Auch sehr sympathisch finde ich, dass die Macher damit nicht sofort Geld verdienen wollen. Der Erfolg kommt nämlich von selbst, wenn man erst Herzblut investiert und daran glaubt. Und Anerkennung ist den Musikern eh wichtiger.

Kennt ihr weitere solch tolle Projekte?

\\ tags: , , ,
1 Kommentar »

Jan 13

sixdegrees Die Welt ist so klein geworden, jeder ist mit jedem vernetzt und über ein paar Ecken kann man eigentlich schnellstmöglich jeden Kontakt herstellen. Soweit die Theorie. Jedenfalls die Theorie der “kleinen Welt” oder die Six degrees of separation. Was ist wirklich dran an dieser Idee?

Das wir immer enger vernetzt werden, dass die Welt zusammenwächst ist kein Geheimnis. Das “Six degrees of separation” die grösste Social Media Gruppe (5,8 von über 350 Millionen Mitgliedern) der Welt werden will, scheint auch nicht verrückt. Aber man fragt sich, sind wir wirklich so eng zusammengerückt? Kann man innerhalb einer so kurzen Kette Verbindungen zwischen jedem Menschen auf der Erde herstellen?

Denn das ist der Gedanke hinter der “kleinen Welt” Theorie oder den Six degrees of separation. Innerhalb einer Kette von sechs Kontakten soll jeder Mensch mit jedem bekannt sein. Schaut man sich zum Beispiel mal auf dem Portal Xing um, scheint das wirklich zu funktionieren. Gebe ich dort testhalber “Springer & Jacobi” ein (ich kenne keinen der dort momentan arbeitet, keinen der Inhaber und niemand in meinem Freundeskreis kennt jemanden der momentan dort arbeitet) und klicke auf den ersten Namen der in der Suche erscheint, dann trennen mich nur 4 Kontakte von diesem Menschen. Der erste Kontakt ist eine ehemalige Auszubildende von mir, dann jemand den ich nicht kenne und dann der Herr den ich angeklickt hatte. Scheint also fast plausibel.

xing

Aber eigentlich ist das kleine Welt Phänomen ein alter Hut. Denn schon 1961 startete Michael Gurevich ein Experiment um diese kurze Kette zu erforschen und seine Idee der kleinen Welt zu untermauern. Er probierte es damals noch ganz 1.0 mit “snail mail” Post. Und das Ergebnis war bescheiden – er fand es toll, doch es wird bis heute stark in Frage gestellt. Auch in späteren Jahren wurde diese Idee immer wieder auf die Probe gestellt, die Ergebnisse variierten jedoch je nach der Anforderung des Expermientes. Die Skepsis bleibt.

Rein rechnerisch ist es ziemlich simpel. Gemessen an der Weltbevölkerung müsste jeder ganz einfach ungefähr 50 Menschen kennen – neben dem Ausgangskontakt. Kling gar nicht so viel. Und ist es auch nicht. Dennn 50 Menschen kennen tut jeder. Ausnahmen bestätigen die Regel. Doch es gibt ein grosses Problem, eine Falltür in die, die Theorie leider stürzt.

Denn es geht ja darum, dass über nur wenige Kontakte in einer Kette jeder Mensch mit jedem auf der ganzen Erde in Verbindung stehen soll. Das fuktioniert bei Menschen die gut vernetzt sind sogar sehr gut. Und bei Otto Normalverbraucher in der ersten Welt noch recht gut. Aber diese Theorie findet ihr Ende. Und zwar ganz einfach bei Menschen die Teil eines Stammes im Amazonas sind und abgeschieden Leben, bei Inuit in den unwirtlichsten Eiswüsten. Es gibt sie noch, die Bollwerke gegen den Spruch “No man is an Island”.

Tatsache ist aber, nicht nur die sogenannt erste Welt, sondern auch Drittweltstaaten und entlegene Orte dieser Welt wachsen schneller zusammen in der Kommunikation als die Hochhäuser in Shanghai oder Abu Dabi in die Höhe schnellen. Somit ist es zumindest im Ansatz wahr, die Kilometer werden “virtuell” kürzer die uns trennen.

Die Frage aber bleibt, ob es irgendwann so weit sein wird, dass wirklich jeder mit jedem über diese kurze Kette in Verbindung stehen wird. Mag sein, diese einsamen Inseln von Menschengruppen verschwinden, mag sein es geht in 50 Jahren wieder in die genau entgegengetzte Richtung. Was denkt ihr?

\\ tags: , , ,
3 Kommentare »

Jan 04

Web 2.0 war eines der grossen Hype-Wörter im Internet. Der Ausdruck schmückte jede Präsentation und doch wusste dazumal keiner wirklich für was er stand. Nun spricht jeder von Social Media, ein Begriff der das Internet erst vor kurzem zur erobern begonnen hat.

Doch sucht man überhaupt nach Social Media? Ist der “Soziale Web” für die User ein Thema wie es einmal Web 2.0 war?
Der Frage bin ich mit Hilfe von Google Trends nachgegangen.

Wie habt Ihr die 2.0 Welle erlebt und was denkt Ihr wie lange es dauern wird bis Social Media den selben Hype auslöst wie Web 2.0 vor ein paar Jahren noch? Oder verschwindet Social Media so schnell wie’s gekommen ist?

\\ tags: , ,
4 Kommentare »

Dez 29

Für Amplify hatte ich mich vor einigen Monaten mal angemeldet, kurz angeschaut und wieder zur Seite gelegt. Schade eigentlich. Es musste erst die flaue Weihnachtszeit kommen, um zu erkennen, dass da viel mehr drin steckt, als ich bei meinem kurzen Besuch realisiert hatte.

Auf den ersten Blick erscheint Amplify wie ein Abklatsch von Tumblr oder Posterous. Beides sind “kleine” Blogsysteme, die die Lücke zwischen Microblog, à la Twitter oder Facebook, und einem ausgewachsenen Blog füllen. Dahinter steckt aber mehr.

Amplify zeigt sich bei näherem Betrachten aber als geschickte Kombination zwischen Microblogging, Social Bookmarks und einem Blog. Der ursprüngliche Sinn eines Weblogs war ja ursprünglich das tagebuchartige festhalten seiner Surftouren. Genau diese Funktion scheint sich Amplify auf die Fahne geschrieben zu haben.

Wie funktioniert dies nun? Nach der Registrierung, die auch mit dem Twitter oder Facebook Login möglich ist, kann ich ein Bookmarklet in die Bookmarkleiste des Browsers ziehen. Wenn ich nun auf eine Site mit interessantem Inhalt stosse, kann ich nun auf das Bookmarklet klicken und danach auf der Seite die Inhalte markieren, die ich gerne auf Amplify mit anderen Webusern teilen möchte. Das sieht dann in etwa so aus:

amplify

Danach wählt man “Amplify my Selection” (nicht auf Bild) und schon ist der gewünschte Content in Amplify publiziert, natürlich mit Link zur Originalseite, damit sich ein Besucher auch den ganzen Content anschauen kann. Wie das aussieht, sieht man hier. Selbstverständlich kann auch nur der Link der ganzen Seite zu Amplify gepostet werden.

Ich finde Amplify auf den zweiten Blick ein sehr elegantes und spannendes Tool, mit dem ich gerne Social Bookmarks ersetze und gelesenes zur späteren Verwendung archiviere. Auch als Ersatz oder Ergänzung zu den Empfehlungen im Google Reader hat dieser Dienst durchaus Potential.
Wie seht ihr das? Brauchbar oder überflüssig? Bin auf eure Meinung in der Kommentarsektion gespannt.

\\ tags:
5 Kommentare »

Nov 26

Schon lange bevor das World Wide Web stand und populär wurde, begannen sich die Internetuser untereinander auch sozial zu vernetzen. Die Bulletin Board Systems wurden auf das Internet übertragen und hiessen nun Usenet.

usenet2Das Usenet wurde eigentlich schon 1979 aus der Taufe gehoben.  Ab Mitte 80er Jahre konnte dieses System auch über TCP/IP und somit über das Internet genutzt werden. Der grosse Unterschied zu den BBS bestand darin, dass die Rechner des Usenet von mehreren Benutzern zur gleichen Zeit genutzt werden konnte.

Das Prinzip bestand darin, dass verschiedene Newsserver auf dem Internet untereinander vernetzt waren und sich ständig gegenseitig spiegelten. Auf diesen Newsservern konnten, in vordefinierten, themenspezifischen Gruppen, Nachrichten deponiert werden.  Diese Nachrichten konnten wiederum von jedem Internetuser gelesen werden. Da die einzelnen News eigentlich nicht viel anderes als Emails waren, können sie auch heute noch mit fast jedem Mailclient abgerufen werden. Die einzelnen Groups lassen sich abonnieren.

Usenet1

Ein anderer Weg, über diese News noch zu lesen ist der Weg über Google. Unter der Rubrik Google Groups werden alle Newsgroups von Google indexiert und lassen sich so auch durchsuchen.

Für mich selber war das Usenet die erste „Social Media“ Erfahrung. Es konnten Meinungen, Dateien etc. in der Gruppe ausgetauscht werden. Eigentlich nichts anderes als heute in den Social Media gemacht wird.
Hattet ihr auch Erfahrungen mit Newsgroups gemacht? Gibt’s Twitterer die dieses System schon nutzten, als Twitter noch nicht zu Verfügung stand? Bin gespannt auf eure Erfahrungen.

\\ tags: ,
5 Kommentare »

Nov 20

spiegelshibbyWer nur noch vor dem Computer sitzt, vereinsamt. Im Internet sind nur Masken unterwegs, die nichts mit den Menschen dahinter zu tun haben. Kritiker werden nicht müde, mit diesen Vorurteilen gegenüber sozialen Medien zu hausieren.

Dumm nur: Sie stimmen nicht. Alles erstunken und erlogen. Psychologen haben mal wieder richtig tief im Sand gewühlt und dabei folgenden Schatz gefunden: In Web-Profilen zeigen wir, wie wir tatsächlich sind – und nicht, wie wir gerne wären. Selbst die Forscher waren von Ergebnis einigermassen überrascht.
Sie liessen Online-Profile von Fachpersonen beurteilen. Bestimmte Eigenschaften kann man durch einen kurzen Einblick in ein fremdes Profil sofort erkennen: Wie kommunikativ jemand ist etwa, oder wie sehr er oder sie seine Online-Kontakte mag. Auch die musischen Begabungen und allgemeinen Interessen liegen mehr oder weniger offen. Ob die Webfreaks anfällig auf Sorgen, Nervosität und Stress sind, bleibt hingegen schon eher verborgen.

Dennoch: So wie die Profis eine Person rein aufgrund des Online-Profils einschätzten, war sie dann erstaunlicherweise meistens auch. Der Drang zur Person, die man ist, ist also stärker als der Wunsch, sich eine andere Maske aufzusetzen.  Das tragen einer Maske ist im Internet ja sowieso nicht so einfach, da auf das Tun und Sein im Web oft eine Reaktion aus der Community oder dem Freundeskreis kommt. Und wer will schon seine Freunde für dumm verkaufen?

Auf Web-Profile ist, laut der Zeitschrift „Psychological Sience“, also Verlass. Sehe ich auch so. Aber so ganz eng dann irgendwie doch wieder nicht.

Ein bisschen darf auch bei Online-Profilen geflunkert werden. Und wenn es zu viel ist, dann berichtigt das die Community ganz von alleine.

Wie schaut es bei euch aus? Seid ihr im Web die Person, die ihr auch im realen Leben auslebt?

\\ tags: , , , ,
8 Kommentare »