Jul 23

Es ist Sommer. Viele zieht es mit dem Flugzeug in die Ferien. Und bald wird man sich auch über den Wolken mit seinen Online-Freunden vernetzen können. Da macht die Reisezeit gleich doppelt Spass.

Was bei vielen amerikanischen Airlines schon beinahe zum Standard gehört, wird nun auch sukzessive in Europa realisiert – vorerst jedoch nur bei der Lufthansa. Die Rede ist von WLAN-Internetzugängen in Flugzeugen.
Die stetig steigende Nachfrage der Fluggäste nach sozialen Internetdiensten hat diese Entwicklung voran getrieben. Denn der anspruchsvolle Fluggast will auch in luftigen Höhen nicht auf seine Social Media-Aktivitäten verzichten müssen. Und eine gute Möglichkeit, die Zeit an Bord zu überbrücken, ist es ohnehin.

Online noch in diesem Sommer
Auf dieses dringliche Bedürfnis der Fluggäste hat beispielsweise die Lufthansa bereits reagiert: Die Airline hat ihre Flugzeuge mit Breitbandinternet-Zugängen ausgestattet – wenn auch erst einige wenige Exemplare. Im Moment. Doch noch in diesem Sommer soll die offizielle Einführung des Online-Services an Bord aller Flugzeuge erfolgen. Da bleibt nur zu hoffen, dass bald auch die übrigen europäischen Airlines diesen Trend erkennen und ihre Flugzeugflotten aufrüsten.

Und was denkt Ihr? Macht es Sinn, Flugzeuge mit diesem Online-Service auszustatten und würdet ihr davon Gebrauch machen?

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Jul 02

Ein Experiment zeigt, dass Interaktionen im Web für das Hirn den gleichen Effekt haben wie ganz persönliche Beziehungen. Es spielt keine Rolle, wie weit weg von seinen Freunden man sitzt.

Der Neuroökonom Paul Zak hat entdeckt, dass die Nutzung von Social Media die Ausschüttung von Oxytocin begünstigt. Das Hormon Oxytocin wird unter anderem bei der Geburt freigesetzt und beeinflusst unsere sozialen Interaktionen.

In einem nicht repräsentativen Experiment wurde festgestellt, dass die Oxytocin-Konzentration im Blut einer Testperson um 13.2 Prozent stieg, während sie twitterte. Gleichzeitig wurden Stresshormone abgebaut. Doch diese Ergebnisse sind vorest noch mit Vorsicht zu geniessen.

Ein australisches Experiment zeigt zudem auf, dass Leute mit einem grossen Freundeskreis länger leben als solche mit einem sehr kleinen. Noch eine andere Studie wiederum kam zum Schluss, dass Menschen, die viele Freunde haben, weniger oft krank sind. Auch hier spielt die Entfernung gar keine Rolle. Wissenschafter Zak weiss, dass das Hirn keinen Unterschied macht, ob die Interaktion persönlich oder elektronisch abläuft. Die Wirkung ist dieselbe.

Sollte sich das Experiment von Zak in einer repräsentativen Studie bestätigen, könnte das eine wichtige Erklärung dafür sein, warum Menschen so rasch in Facebook reinfallen und sogar süchtig danach werden. Verlieren sie den Zugang zum Internet, kommt das für sie dem Verlust von Freunden und Familien gleich.

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Mai 27

Du bist der BOSS!

Facebook | Autor: Christina Schmid 1 Kommentar »

Erst war es DSDS, wo man mitbestimmen konnte, wer die Charts erstürmen soll – heute ist es Social Media. Die Facebook-Gruppe “Du bist der Boss!” ist die weltweit erste Social Media Plattenfirma und macht alle Mitglieder zum Plattenboss – heisst es. Alle gemeinsam sollen abstimmen, welcher Newcomer einen Plattenvertrag erhält.

Initiator des 1. Social Media Music Labels ist der Grammy Juror “Al Walser“. Die zigtausend Facebook-Mitglieder sind allesamt Plattenboss und stimmen gemeinsam über Künstler, Songs, Coverdesigns und Musikvideos ab. Der mit den meisten Stimmen gewinnt und bekommt einen Plattenvertrag.

Die Newcomer sollen sich mittels Youtube-Video bewerben. Das Voting läuft danach wie bei den TV-Casting-Shows. Alle Mitglieder können über Klicks und Kommentare für ihren Favoriten abstimmen. Um einen Titel in die Chats zu bringen, braucht es binnen 48 Stunden mindestens 2000 Downloads. Jeder Download kostet höchstens 99 Cent. Die Erlöse werden für den ganzen Krimskrams wie Künstlerförderung, Produktion, Pressearbeit und dergleichen eingesetzt. Das Engagement der Label-Mitglieder bei Facebook wird wertgeschätzt: Sie werden im CD-Booklet namentlich erwähnt.

Schöne Idee im Grossen und Ganzen. Aber mich traf fast der Schlag, als ich auf ihrer Seite socialmedia-records.com vorbei surfte. Sieht nach einer Notlösung aus – was mir Al Walser auch bestätigt hat. “Es gehe darum, dass sie alle Mail-Adressen sammeln können”.

Meine Nase juckt wiedermal. Und dies ist nie ein gutes Zeichen für eine Aktion. Schauen wir ins zwei Monaten nochmals drauf und urteilen dann.

Was denkst du darüber?

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Mai 21

Bis anhin existieren soziale Netzwerke nebeneinander. Und die Nutzer haben getrennte Identitäten. Bis anhin. Bald aber werden User wahrscheinlich nur noch mit einer einzigen mobilen Identität in den Social Media unterwegs sein.

„Sie haben Post“. So hiess es früher. Früher – das heisst vor gerademal ein bisschen mehr als zehn Jahren. Es ist also lediglich etwas mehr als eine Dekade her, dass erste direkte soziale Kontakte zwischen Internetnutzern möglich waren.
Zwischenzeitlich haben sich soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, LinkedIn oder Xing als ernstzunehmende Kommunikationsmittel im Internet längst etabliert. Doch wohin geht diese Entwicklung weiter? Nun: schon bald soll sie beginnen, die „Ära des sozialen Kontextes“.

Soziale Erfahrungen ohne Zusammenhang
Soziale Netzwerke werden in der Lage sein, die Vorlieben ihrer Mitglieder zu identifizieren. Schon bald. Und: die Internet-Nutzer werden eine Online-Identität besitzen, die sie von Netzwerk zu Netzwerk mitnehmen können. Dies alles geht aus der vor bereits einem Jahr realisierten Forrester-Studie „The Future oft the Social Web“ hervor.
Bis anhin verlaufen die sozialen Erfahrungen der User mehr oder minder unzusammenhängend. Die Netzwerke tummeln sich in friedlicher Koexistenz. In Zukunft soll sich dies gemäss den Forschern der Forrester-Studie ändern: Identitäten in unterschiedlichen Netzwerken würden zu einer einzigen mobilen Identität verschmelzen. Und einfache Technologien würden es ermöglichen, dass Verbraucher ihre digitale Identität quasi mit sich herumtragen können. So könnte sich das Web von separaten sozialen Seiten hin zu geteilter sozialer Erfahrung entwickeln.

Die Macht des Konsumenten
Logische Konsequenz aus diesen Entwicklungen: Sie verleihen den Internet-Nutzern und seinen Communities Macht. Und schon finden sie Beachtung von Marketing und Industrie. Unternehmen stehen nun vor der Herausforderung, unterschiedliche Instrumente im Bereich Social Media zu identifizieren und idealerweise zum eigenen Vorteil einzusetzen. Unternehmen, die an der Seitenlinie erst einmal abwarten, könnten so einige Chancen bereits verpasst haben. Organisationen, die ohne Strategie einfach mal loslegen, riskieren Vertaruens- und Reputationsverlust. Es gilt also, das Einbinden von Social Media-Massnahmen in die eigene Marketing-Strategie immer sorgfältig zu planen und umzusetzen.

Und was denkt ihr? Wie wird die Zukunft von Social Media aussehen?

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Mrz 15

Das „soziale Web“ ist grad mal knapp 10 Jahre alt. Klar, dass es noch ein paar Kinderkrankheiten hat. Aber diesen drei Problemen sollte sich schleunigst mal jemand annehmen – Heilmittel sind nämlich noch nicht in Sicht.

Datensicherheit und Privatsphäre

Da wären zuerst mal die privaten Daten. Wie geht das Social Web mit diesen um? Das Internet ist global, ohne nationale Grenzen. Und es gibt keine internationale Regelung zu Datensicherheit und Privatsphäre. Viele Nutzer wissen zudem nicht, wie man wie die neuen Freiheiten und Versuchungen im Internet auf kontrollierte Weise nutzt. Facebook ist dafür ein prima Beispiel. Da gibt es Dutzende Einstellungen für die Privatsphäre. Doch wenn man sich nicht ein bisschen Zeit nimmt, um sich damit auseinanderzusetzen, versteht sie kein Mensch. So kann es dann rasch passieren, dass unerwünschte Fotos veröffentlicht werden bzw. für alle zugänglich sind. Der Facebook-Chef selber ist da ein gutes Beispiel.

Urheberrecht

Auch die Unterhaltungsindustrie denkt nicht für fünf Rappen mit. So ist es beinahe unmöglich, TV-Sendungen auf Hulu anzuschauen, da alles nur über einen amerikanischen Proxy läuft. Das Gleiche gilt für TV-Serien und Filme bei iTunes und ein paar Musikdienste wie z.B. Pandora.

Die Anbieter stossen in diesem Bereich immer wieder mit Verwertungsgesellschaften zusammen und landen regelmässig vor dem Richter.

Widerrechtliche Inhalte und Zensur

Heute kann jeder alles publizieren. Wie damit umzugehen ist, wird grad heftig diskutiert. Die EU liebäugelt mit Sperren für bestimmte Sites, die von Providern umgesetzt werden sollen. Dazu zählen Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten oder rechtsextreme Seiten. Kritiker fürchten eine weitreichende Zensur, da auf dieser Blacklist auch harmlose Inhalte landen könnten. Was das für Auswirkungen haben kann, sehen wir in China.

Was sind Eure Lösungsvorschläge? Wo muss sonst noch nachgeholfen werden?

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Mrz 11

Kaum klingelt der Wecker, werfe ich einen kurzen Blick auf Facebook. Es könnte über Nacht ja etwas Spannendes passiert sein. Auf dem Weg zur Arbeit checke ich alle zwei Minuten meine Mails, ohne die Augen von Twitter zu lassen. So zieht sich das den ganzen Tag durch, bis abends spät kurz vor dem Einschlafen noch ein letzter Tweet in die Nacht hinausgeht.

Kommt dir das bekannt vor? Fakt ist: Wir konsumieren zu viele Informationen aus zu vielen verschiedenen Medien. Überall sind sie, diese bösen Informationen – und wollen verarbeitet werden. Kann man von zu viel Medienkonsum geistig dick werden?

Erst wenn einem alles über den Kopf wächst oder die Waage zu viel anzeigt, unternimmt man etwas. Meist radikal. Doch die Abstinenz für einen bestimmten Zeitraum bringt auf die Dauer nichts. Zu schnell ist man wieder drin und kommt nicht mehr weg.

Mal kurz bei Twitter reinschauen – ist fast wie ein Riegel Schokolade zwischendurch. Beides dehnt sich nämlich aus. Noch viel schlimmer wird es dann, wenn man sagt: “So, ich surfe jetzt mal ein bisschen”. Denn wir wissen ganz genau, ein bisschen geht nicht. Meist hängt man dann eine Stunde fest. Ist wie mit einer Tüte Chips. Einmal angefangen, muss sie geleert werden.

Wer beruflich viel mit dem Web zu tun hat, muss sich in beiden Welten, der digitalen und der realen, behaupten. Der Tag hat nur 24 Stunden. Verbringt man einen grossen Teil dieser Stunden online, bleibt am Ende keine Zeit mehr für einen selbst.

Wenn man zu schwer wird, sollte man weniger essen und sich sportlich betätigen – doch wenn die Zeit für das reale Leben aufgrund von Online-Aktivitäten zu knapp wird, muss man dafür sorgen, den Social Media Konsum zu optimieren.

Ich behaupte: Mit einem Diätplan kann man sein Essverhalten kontrollieren – mit einem Nutzungsplan kann man den Social Media Überkonsum in den Griff bekommen.

Doch wie könnte so ein Social Media Diät-Plan aussehen?

Ist es zwischendurch nicht einmal schön zu wissen, dass iPhone und Computer ausgeschaltet sind und man sich einfach den schönen Dingen in der echten Welt widmen kann?

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Mrz 03

zopa_logoEs erscheint auf den ersten Blick als wolle man Pferde zum eierlegen verdonnern, wenn man ein ultrakonservatives Business mit dem Medium der jungen Wilden zusammenführen möchte. Dennoch verzeichnen die Pioniere der Branche im Social Media erstaunliche Erfolge.

Wells Fargo & Co ist die erste Bank, die die ganze Palette des neuen Dialogs zum Einsatz brachte. 2006 waren sie die erste Bank mit einem Blog. Danach folgte der Studenten Kredit und Business Banking Blog, die erste Bank in Second Life, erste Bank auf MySpace – aber am beeindruckendsten: Die erste Bank die die Position des Vice President Social Media besetzte.

Während allerdings MySpace, Facebook & Co auf den Massenmarkt setzen und alle Interressengebiete unter einem Dach vereinen, haben Banken die Nischenportale für sich entdeckt. Sie agieren auf Seiten wie Finextra oder OpenForum – und das aus gleich zwei guten Gründen.

1. Die Soziale Komponente des Geldverleihens
Portale wie Zopa, Prosper und Smava bieten auf eine internationale Plattform, auf denen von Privat zu PrivatGeld geliehen und verliehen werden, mit natürlich ganz anderen Konditionen zugunsten der Kreditnehmer. Unbürokratisch, schnell und vor allem menschlich gehts hier zu – fernab des Bankengehabes. Da entstand schnell ein Business, dass den Finanzdienstleistern durchs Netz ging.

2. Überraschende Ergebnisse in der Kundenbindung
Die folgenden Zahlen trugen Joe Cothrel, VP Marktforschung bei Participate und Community Guru Bill Johnston zusammen (aus eine Reihe von offiziellen Studien):

> Community users remain customers 50% longer than non-community users. (AT&T, 2002)
> 43% of support forums visits are in lieu of opening up a support case. (Cisco, 2004)
> Community users spend 54% more than non-community users. (EBay, 2006)
> In customer support, live interaction costs 87% more per transaction on average than forums and
other Web self-service options. (ASP, 2002)
> Cost per interaction in customer support averages $12 via the contact center versus $0.25 via
self-service options. (Forrester, 2006)
> Community users visit nine times more often than non-community users. (McKInsey, 2000)
> Community users have four times as many page views as non-community users. (McKinsey, 2000)
> 56% percent of online community members log in once a day or more. (Annenberg, 2007)
> Customers report good experiences in forums more than twice as often as they do via calls or mail.
(Jupiter, 2006)

> Community user bleiben 50% länger Kunden als nicht-community user
> 43% von Besuchen in Support Foren stehen in direktem Zusammenhang mit der Eröffnung einer  Supportanfragen
> Community Users geben 54% Geld beim Anbieter aus als nicht-community user
> Live Interaktionen zwischen Berater und Kunde kosten 12 USD,  webbasierte self-service Dienste pro Anfrage 0,25 USD
> Community user besuchen die Anbieterseite 9-mal öfter als nicht-community user
> Community user verursachen 4-mal mehr Pageviews
> 56%  der Community user loggen sich einmal oder mehr auf den Seiten ein

> Kunden geben doppelt so viel Lob und gutes Feedback online von sich als am Telefon oder schriftlich (Post oder email)

Auch wenn es hier um den Bankensektor geht, die Zahlen sprechen Bände. So langsam zeigen die Studien endlich, dass man den ROI Faktor vom Community Management bis zum harten Franken nachvollziehen kann. In jeder Branche.

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Feb 24

social media - alles zu schnell?Das wir in einer Zeit der Reizüberflutung und immer schneller werdenden Informationskanälen stehen ist wohl für niemanden eine Überraschung. Wer allerdings wie wir Online Marketer ständig den Finger am Puls der Zeit haben muss, der fragt sich schon ob das Tempo noch zu halten ist, in dem neue Ideen und Kanäle aus dem Boden schiessen – und oft genauso schnell wieder verschwinden. Zwei Beispiele:

Zunächst jedoch sei gesagt, es besteht kein Grund zur Panik. Nur weil viele Unternehmer und Marketingleiter nicht so richtig wissen wie sie mit dem Thema Social Media in der Unternehmenskommunikation umgehen sollen, muss man sich keine Sorgen machen, dass das Thema eine reine Blase ist und wieder verschwunden, sobald man grosse Summen des Werbe Etats dort versenkt hat. Kanäle wie Facebook, Youtube, Twitter laufen schon seit Jahren stabil. Und sie werden auch nicht über Nacht abgelöst. Doch bei neuen Ideen sollte man Unterscheidungsvermögen an den Tag legen.


gowalla

Kaum ein halbes ist es her, da sorgte die iPhone App Gowalla für Furore in der Szene. Mittels GPS Signal kann die Applikation den persönlichen Standort ermitteln und zeigt entweder von anderen Nutzern erstellte Ortsmarkierungen an oder man hat die Möglichkeit selber einen Landmarke zu erstellen. Markiert wird so ziemlich alles. Von Sehenswürdigkeiten über Bahnhöfe, Firmenadressen und der eigenen Wohnung. Ist ein Ort erstellt, kann man immer wieder einchecken, sobald man in direkter Nähe ist. Und in kürzester Zeit waren alle Geeks dabei, zu Stosszeiten bekam ich im Minutentakt Nachrichten wer gerade wo eingechekt hat. Doch so schnell wie es kam, wurden die Nutzer auch schon wieder gelangweilt. Ein klassisches Beispiel dafür wie schnell dieser Prozess ablaufen kann, bevor die grosse Masse der normalen Internetnutzer überhaupt bemerkt hat, dass es Gowalla überhaupt gibt. R.I.P.

google_wave
Dieses Schicksal ereilt nicht nur kleine Start Ups, denen es an ausreichend Budget für langem Atem und grosse Werbekampagnen fehlt. Google Wave, das so verstandene Cockpit für alle etablierte Kommunikation im Web (Chat, Mail, Datenaustausch, in die sich alle einklinken können), wurde von Google in einem Stundenvortrag vor dem Launch lauthals beworben. Das an sich ist schon erstaunlich, denn Google entwickelt normalerweise im dunklen Kämmerlein und stellt neue Anwendungen ohne Mitteilungen einfach bereit. Wird schon einer finden.
Zunächst verteilte Google nur einige tausend Zugangscodes zur Betaversion – und wer über Twitter ein Ticket in die Welle anbot wurde heiss umworben. Alle wollte endlich sehen was Google hier versprochen hatte. Jedoch kämpfte das System – ebenfalls ungewöhnlich für Google – mit vielen Systemfehler, war extrem langsam, viele Features waren nur als funktionslose Buttons integriert und ein paar tausend User reichten nicht aus um eine Welle zu erzeugen. Es blieb bei ein paar Wasserring als hätte man einen kleinen Kiesel in einem trüben Tümpel geworfen. Wer heute twitter, er hätte noch einen Zugang für die Wave, der erntet nur noch gähnen. R.I.P.

Ob Wave nun tatsächlich den Grabstein von Google auf den Kopf gestellt bekommt, oder sich nochmals wie Phoenix aus der Asche erhebt bleibt abzuwarten. Denn der Grundgedanke ist gut, aber es braucht noch viel Nachbesserung.
Auch wenn wir uns täglich mit der Materia beschäftigen, es bleibt eine echte Herausforderung zu entscheiden, in welchen neuen Hype man seine Zeit und Energie investiert, in Zeiten in denen Top und Flop so eng beieinanderliegen.

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Feb 17

fischamhakenDas der Wurm dem Fisch schmecken muss und nicht dem Angler ist ein alter Bart im Marketing. Heutzutage ist die Fische fragen dank Social Media Portalen einfacher denn je. Und man kann auch gleich die Fische die Entscheidungen treffen lassen, welchen Wurm man an den Haken hängen soll.

So macht es zum Beispiel ganz vorbildlich das Schweizer Start-up Unternehmen myswisschocolate. Bis dato gibt es nur den Blog, denn das Unternehmen ist noch gar nicht operativ tätig. Was es anbieten wird, ist personalisierte Schokolade aus selbst zusammengestellten Zutaten.
Nun sind derlei personalisierte, individuell zusammengestellte Produkte natürlich nicht die Neuerfindung des Rades. Weithin bekannt ist beispielsweise der Shop NikeID für solche Services. Doch myswisschocolate setzt noch viel früher an.

Welchen Logoentwurf sollen wir nehmen, fragt man die Zielgruppe und lässt diese entscheiden. Verpackungsdesign?Sagt ihr uns doch wie ihr es am schönsten findet. Welche Toppings wünscht ihr euch auf der Schokolade – damit wir beim ersten Einkauf gleich keine Fehlbestellungen machen, die dann im Regal vergammeln.

Erinnert mal wieder sehr an das schon übererfolgreiche Modell der Superstar Shows: Sagt uns doch bitte vorab was ihr morgen als CD und bei iTunes kaufen wollt, damit wir keine Flops mehr produzieren und Geld in den Sand setzen.

Schlau ist das Konzept und die Resonanz ist schon vor Produktionsstart riesig. Weiter so Jungs von swisschocolate, ihr werdet so das Unternehmen zum Erfolg bringen. Und die Zielgruppe freut sich auch, weil man auf ihre Wünsche gleich von vornherein eingeht.

Natürlich ist es für ein Start-up viel leichter den Fisch zu fragen als für ein bestehendes Unternehmen mit eingeführter Produktpalette. Aber es ist ja auch immer Zeit für neue Produktlancierungen – und da hat man dann wieder die grosse Chance.

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Feb 15

tvnoirHeisse Tunes, Videos und Social Media: Die Mischung aus diesen drei Elementen hat die Web-TV Sendung “TV Noir” zum Erfolg gemacht. Aber bei TV Noir wird Social Media nicht nur zum Aufbau der Marke eingesetzt. Das Publikum soll via Facebook und Twitter selbst eine Konzert-Tour organisieren.

5000 Videos werden auf TV Noir täglich angeschaut – ein grosser Erfolg für eine monatliche Musik-Web-TV-Sendung. Im “Wohnzimmer der Künstler und Songwriter” erzählen bekannte und nocht nicht so bekannte Musiker von ihrem Sound und spielen live Songs ein.

Tex Drieschner ist Gastgeber, Moderator, Gründer und Anchorman von TV Noir. Sein Konzept gründet auf drei Pfeilern: Liveshow, Blog und Web-Fernsehen. TV Noir findet jeden ersten Sonntag im Monat live in Berlin-Neukölln statt. Nach jeder Show werden Mitschnitte von Songs und Talk-Segmente auf Youtube veröffentlicht. Die komplette Show gibt es jeweils auf Vimeo.

Geld verdient das 11-köpfige Team mit der Websendung allerdings noch nicht. Überlegungen dazu gibt es zwar, aber das Risiko, User durch Paid-Content zu verlieren, hindert sie daran. Bezahlinhalte können eben nur funktionieren, wenn sie das kostenlose Grundangebot sinnvoll ergänzen.

Dem Macher ist derzeit aber eh wichtiger, seine eigene Marke “TV Noir” weiter aufzubauen. Und dafür nutzt er Social Media. Drischner ist sich sicher: Soziale Netzwerke funktionieren wie Verlängerungen von normalen menschlichen Verhaltensweisen. “Du machst zunächst mit einem ganz kleinen Kreis von deinen Freunden das, was du auch machen würdest, wenn sie neben dir sässen”, meint er gegenüber Welt.de.

Social Media spielt auch bei Drieschners kommendem Projekt eine Rolle. Er will nämlich als als Songwriter auf Tour durch Städte gehen und dabei Acoustic-Konzerte im kleinen Rahmen spielen – begleitet von den TV-Noir-Kameras. Wo diese Konzerte stattfinden, wird das Publikum mitbestimmen – über Facebook und Twitter.

Ich bin kürzlich auf diese Web-TV-Sendung gestossen und muss sagen: Bravo, grossartiges Konzept! Gute Musik und Social Media sind zwei, die sich mögen. Auch sehr sympathisch finde ich, dass die Macher damit nicht sofort Geld verdienen wollen. Der Erfolg kommt nämlich von selbst, wenn man erst Herzblut investiert und daran glaubt. Und Anerkennung ist den Musikern eh wichtiger.

Kennt ihr weitere solch tolle Projekte?

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