Jul 07

Facebook open graph einfach erklärtDer open graph von Facebook ist schon eine Weile im Gerede und auch in Gebrauch. Allerdings höre ich oft Fragen was die open graph Schnittstelle denn nun wirklich sei. All die schönen “in a nut shell” Artikel sind auch nicht gerade einfach geschrieben. Deshalb hier der Facebook open graph ganz untechnisch erklärt.

Worum geht’s grundsätzlich?
Darum, die Möglichkeit zu bieten, externe Inhalte mit dem Facebook Netzwerk zu verbinden. Jeder Inhaltsanbieter soll in der Lage sein, die Vernetzungen innerhalb Facebooks zu nutzen.

Wie funktioniert es?
Wieder einmal über die Basis RDFa (in abgespeckter Form) die man als System für das Semantic Web entwickelt hat. Einfach gesagt, ich kann nun auch für externe Inhalte Metadaten hinzufügen, welche von Facebook gelesen und ausgewertet werden. Somit kann ich spezifizieren, was für ein Inhalt es ist und nicht nur wo er ist.

Wie geht es in der Praxis?
Zunächst sollte man sich für unser Beispiel mal das eigene Profil anschauen. Dort findet sich im Bereich “Gefällt mir und Interessen” eine Auflistung von Dingen wie Aktivitäten, Musik, Filme, usw.

Klickt man in diesem Beispiel auf  einen der Links, kommt man zur Facebook Seite des jeweiligen Inhaltes. Der Clou mit dem open graph ist nun, dass hinter diesen Links auch externe Inhalte verborgen sein können.
Das bedeutet ich kann einen Inhalt auf meiner Webseite mit Metatags versehen und einen Like Button hinzufügen. Dazu muss ich dem Inhalt einen Objekttyp und einen Wert zuordnen, sowie URL und Bild.

Objekttyp: “Entertainment” + Wert: “Movie” + URL des Inhaltes + Bild.

Klickt nun jemand auf den Like Button auf meiner Website, dann erscheint es innerhalb seiner Kategorie “Gefällt mir” / “Filme”.  Hinter dem Naked Lunch Link verbirgt sich dann nicht die  Facebook Seite, sondern mein externer Inhalt.

Was bringt es dem Inhaltsanbieter?
Neben der Tatsache das Inhalte über die Social Networks gestreut werden von Usern, sehe ich als anbieter auch wem meine Inhalte gefallen. Und jeder Besucher sieht, wie vielen FB Nutzern dieser Inhalt schon gefallen hat. Ausserdem schaffe ich mir damit SEO relevante Backlinks von einer enorm starken Seite (hier macht es natürlich die Menge der “likes” aus).

Was bringt es Facebook?
Genau wie Google, lechzt Facebook nach Nutzerinformationen. Über den open graph kann nun Facebook diese Informationen auch aus den externen, teilnehmenden Quellen sammeln. Bevor nun aber wieder alle Privatspäre schreien, bitte mal eins im Sinn behalten: Für uns als Nutzer gibt es keine Personalierung der Informationen, ohne dass wir einem System oder Anbieter etwas über uns erzählen. Wie gerne würde ich im Fernsehen nur Werbung zu Sportwagen und Südseereisen bekommen, da Personalisierung aber hier nicht möglich ist, bekomme ich Waschmittel und Monatshygiene angepriesen.

Habt ihr schon Erfahrungen mit den open graph Funktionalitäten gemacht, als Nutzer oder Anbieter? Oder seht ihr das System auch so kritisch wie verängstigte Datenschutzfanatiker?

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Mai 19

Wann kommt die denkende Mensch-Maschine?

Wann kommt die denkende Mensch-Maschine, die für mich im WWW sucht?

In Teil 1 sprach ich darüber, was die grosse Erwartung an Web 3.0 im Bereich Auffindbarkeit von Informationen und deren Neusortierung ist. Doch neben dem berschriebenen Konzept des semantischen Web, gibt es noch einen grossen Hoffnungsträger. Die künstliche Intelligenz und ihre Nutzung für technologische Entwicklung und die Sortierung unserer Datenflut.

Künstliche Intelligenz (KI oder englisch AI für artificial intelligence) ist kein Modewort – dafür ist es schon viel zu lange ein Traum der Wissenschaftler – genauso, wie ein Albtraum vieler Science Fiction Geschichten. Oftmals werden in diesem Zusammenhang Stimmen laut, die Ängste über die Kontrolle der Menschen durch Maschinen äussern, wenn sie denn eines Tages über Intelligenz verfügen. Andere sehen darin die grosse Chance, auch für das Thema Informationsverarbeitung im WWW. Auch in diesem Artikel versuche ich möglichst fachbegriffsfrei zu schreiben. Weiterlesen »

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Mai 12

Tim Berners Lee - Erfinder des Internets

Tim Berners Lee - Erfinder des WWW

Das Schlagwort Web 3.0 kommt dem geneigten Internetsurfer täglich vor Augen und mit diesem Wort erleben Begriffe wie Semantik, Ontologie und AI (artificial intelligence = künstliche Intelligenz) einen massive Aufschwung. Doch die wenigsten wissen worum es wirklich geht, und warum sie dauernd mit diesen wissenschaftlichen Themen, die so gar nicht ins angenehm soziale Netzleben passen wollen bombardiert werden.

Teil 1 von 2

Wie so oft, wenn viel über etwas geredet wird, dann muss es etwas ganz grosses sein. Was genau wissen dann die wenigsten. String Theorie ist so ein Beispiel, irgendwas mit Weltformel die sie jetzt gefunden haben, so kleine zappelnde Fäden aus denen alles besteht. So in etwa – und das es eine unbeweisbare Theorie ist, vergessen die Leute auch schnell.

Das liegt daran, dass Wissenschaftler oft grosse Probleme haben uns Normalen zu erklären, was sie tun und denken (vgl. den verzweifelten Versuch “Schroedingers Katze”). Da ich kein Wissenschaftler bin, versuche ich es hier mal auf eine verständlichere Weise zu erklären.

Grundlage und Ist-Zustand des WWW, Web 1.0 und Web 2.0
Tim Berners Lee sagte, das WWW aufzusetzen sei einfach gewesen, denn die Technologien wie TCP/IP waren alle schon da, es brauchte noch die Seitenbeschreibungssprache HTML und damit auch die Möglichkeit der Verlinkung zwischen Seiten. Damit das WWW ein Ort würde, an dem sich Menschen treffen, austauschen und Wissen weitergeben können. Wenn man das Web heute betrachtet, kann man sagen, seine Vision hat sich verwirklicht. Ein Problem, dass Berners Lee schon sehr früh erkannte, ist aber geblieben – und gewinnt mit jedem Tag wachsenden Inhalts an immenser Bedeutung.

Suchen und Finden
Da ein einfacher Link keinerlei Informationen enthält, was sich für ein Inhalt dahinter vebirgt, kam man auf die Idee der Metatags. Schlüsselbegriffe, die einer Suchmaschine ermöglichten zu vergleichen, ob der Link mit dem Tag “fischen” auch auf der Inhaltsseite einen Text enthielt, in dem der Begriff vorkam. Wenn dem so war, dann wurde dieser Link bei der Suche nach dem Begriff fischen angezeigt. Was jedem Kind klar ist: fischen ist eine Tätigkeit am Wasser, im Zürichsee “angelt” der Opa den leckeren Egli und im Urlaub schaut es gern den Fischern beim Netze flicken zu. Die Suchmaschine hat von all diesen Zusammenhängen keine Ahnung. Sollte die verlinkte Seite nur über Angelsport sprechen, so wird die Suchmaschine den Link mit “fischen” nicht auflisten.

Was wir uns wünschen und Wissenschaftler versuchen
Wenn Sie einen Freund in Los Angeles fragen: “War Paris Hilton mal in Johnny Depp´s Bar Viper Room in Los Angeles?”, dann gibt es drei Antworten: Ja, Nein oder weiss ich nicht.  Geben Sie die o.a. Frage mal spasseshalber bei Google ein, auch wenn Sie sich nicht für schlüpferlose B-Promis interessieren. Sie bekommen tausende von Antworten, über LA, Johnny Depp, Viper Room, Bars, Paris, das Hilton in Paris – nur die einfache Antwort auf Ihre Frage bekommen sie nicht. Weil Computer dumm sind und Suchmaschinen im Herstellen von Sinnzusammenhängen von einem Zweijährigen im Schlaf geschlagen werden.

Nun ist es an der Zeit dies zu ändern, und dazu braucht es mehr als die Ingenieure und Softwareentwickler die bisher am WWW gearbeitet haben. Um Suchmaschinen zu vernünftigen Antworten zu bewegen, wie wir sie natürlicherweise Erwarten, gibt es drei Grundpfeiler, auf denen sich das semantische Web 3.0 aufbaut.

1. Logik: Ein System von Regeln, auf deren Basis Computer Rückschlüsse ziehen können
2. Ontologie: bedeutet einfach gesagt die Beschreibung von Objekten die in einem Umfeld existieren (Angeln und Fische existieren im selben Umfeld)
3. Berechenbarkeit: Damit Logik und Ontologie für einen Computer in Kontext gesetzt werden können, müssen sie berechbar sein, was sie von menschlich möglichen Ideen, wie die der Philosophie, abgrenzt. Es muss einen nachvollziehbaren Sinn ergeben. (Agnostik, vielleicht gibts Gott, vielleicht nicht, und wenn dann machts keinen Unterschied für uns – wäre z.B. eine logisch nicht berechenbare Aussage.)

Wenn diese Grundpfeiler in allem Content entsprechend impementiert sind, dann werden wir endlich bekommen was wir wollen. Inhalte die in den richtigen Kontext gesetzt sind, in sinnvolle Umfelder, die relevantes Wissen von trivialem Blödsinn unterscheiden. Dann werden Suchmaschinen in der Lage sein, uns schnell die Antworten zu geben die wir suchen.

Folgendes Bild stellt dar, wie die Zukunft in der Verbindung zwischen Technologie, Inhalt und Inhaltserstellern aussehen könnte – und beschreibt wie sich sinnvolle Verbindungen mit Informationen mit den Verbindungen zwischen Inhalten und Erstellern entwickeln.

Entwicklung des WWW, Quelle: Radar Networks

Entwicklung des WWW, Quelle: Radar Networks

Da Wissenschaftler mit dem vorgenannten noch nicht zufrieden sind (und ich auch nicht), setzt man auf einen weiteren Hoffnungsträger – die Entwicklung der künstlichen Intelligenz und das Prinzip der Singularität. Darüber schreibe ich im zweitem Teil dieses Artikels.

Was haltet ihr von den ganzen Buzzwords – ein nicht zu bewältigender Versuch Ordnung ins Chaos zu bringen oder eine echte Chance? Kennt jemand von Euch schon wirklich gute Literatur zum Thema, die nicht den Zusatz “Dieser Artikel ist noch nicht erschienen” bei Amazon hat? Und was sind Eure Prognosen, wann wir mit “schlauen Rechnern” rechnen können?

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