Jan 19

Social Media ist immer dabei – vor allem wenn es zu Katastrophen kommt. Was bei 9/11 noch den Handyverkehr lahmlegte, erfolgt heute über Twitter und Facebook: Nachrichtenfluten berichten über Details und Hintergründe. So sah man es zum Beispiel bei der Notlandung  im Hudson River oder beim DC Erdbeben, wo Twitter-User vom Beben hörten, bevor es bei ihnen ankam. Beim neusten Unglück könnte Social Media sogar Teil der Ursache gewesen sein. Wie The Telegraph schreibt, könnte ein Facebook-Post den Kapitän zu einem ungewöhnlichen Manöver verführt haben.

Wie entwickelt sich eine Welt, in welcher Social Media nicht mehr abbildet, was passiert, sondern Situationen bewusst für Social Media generiert werden? Was für Folgen könnte eine solche Entwicklung haben? Die Concordia ist hierfür wohl kein Paradebeispiel: Angeblich soll Antonello Tievolli über Facebook seiner Schwester mitgeteilt haben, dass sie bald an seiner Heimatinsel vorbeifahren, was den Kapitän der Concordia dazu bewegte, näher an die Insel heranzuschippern. Der kleine “Social Media-Stunt” hatte daraufhin die Kollision mit den Unterwasserfelsen und den Schiffsuntergang zur Folge.

Publicity Events gehören in Bezug auf Print und TV zum Alltag, doch auch Social Media zieht hierbei nach. Mit Aktionen wie Topping und Planking werden gezielt Aktionen gestartet, um diese später auf den Plattformen zu verbreiten, was auch je länger je mehr zu Werbezwecken genutzt wird. Gerade hier ist wichtig, dass Firmen ihre Chancen wahrnehmen. Durch gezielte Aktionen können nicht nur im Online-Bereich, sondern auch in den traditionellen Medien grosse Schlagzeilen und somit Publicity ohne grossen Aufwand erzielt werden.  Jedoch – wie gerade das Beispiel der Concordia zeigt – ist auch hier mit Vorsicht und gesundem Menschenverstand  zu walten, denn schon die Titanic sank 1912, weil Mr. Ismay sein Werk in den New Yorker Schlagzeilen sehen wollte.

Welche Gefahren siehst du in Bezug auf gestagete Events für Social Media? Welche Chancen? Wer hat seine Möglichkeiten am effektivsten genutzt?

 

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Jul 30

briefeVor ein Paar Monaten kündete die Post an, dass sie einen ziemlichen Rückgang in der Briefpost verspürt. Vor ein paar Tagen nun gab sie bekannt, dass der Rückgang mit rund 5% sie zu einem Stellenabbau, vor allem beim Zustellpersonal, zwingt.

Die Post hatte in den letzten Jahren ständig mit einem Rückgang bei der Briefpost gekämpft. Dieser war aber mit ca. 1.5% vergleichsweise gering. Für den massiven Anstieg des Rückgangs macht die Post vor allem die Wirtschaftskrise verantwortlich. Vor allem sehen sie das Problem, dass im Zuge der Wirtschaftskrise aus Kostengründen vermehrt auf elektronische Newsletter gesetzt wird und diese nicht mehr per Post verschickt werden.

Sind die Kosten bei elektronischen Newsletters der einzige Grund?

Das sehe ich nicht so. Sicherlich haben unzählige Firmen ihre Werbestrategie überdacht und sind zum Schluss gekommen, dass Newsletters eine tolle Sache sind. Abgesehen von der Kostenersparnis bieten sie ja auch sonst genügend Vorteile. Sie müssen nicht verpackt werden, man kann sie besser terminieren, man ist nicht von einem Drucker abhängig etc. Viele Vorteile haben nichts mit der Post zu tun und wenn jemand seine Newsletter mal elektronisch versendet hat, wird er schwerlich wieder zur Post zurück kehren, selbst wenn die Beförderung gratis wäre.

Was macht der Post sonst noch zu schaffen?

Da gibts so einiges, das früher die Post transportierte und heute den elektronischen Weg nimmt. Ich denk da zum Beispiel mal an die ganzen Bankauszüge, die man heute nicht mehr braucht, Rechnungen, die man sich direkt ins Onlinebanking speisen lassen kann, irgendwelche Formulare, die online ausgefüllt werden, Flugtickets, die auch nicht mehr physisch vorhanden sind etc. etc.
Nicht zuletzt sägt die Post auch am eigenen Ast. Unter der Marke Swiss Post Box bietet die Post einen Dienst an, der den Briefträger auch so ziemlich überflüssig macht und DirectPoint versendet auch gerne elektronische Newsletter im Auftrag.

Immerhin hat die Post erkannt, dass sie den Schwund bei der Briefzustellung irgendwo auffangen muss. Das sich diese Veränderungen nicht so einfach aufhalten lassen, hätte aber der Post schon lange vorher in den Sinn kommen können. Mich wundert es, dass sie nicht schon viel früher auf den elektronischen Zug aufgesprungen sind.
Nutzt ihr die Swiss Post Box schon? Habt ihr kreative Ideen, wie die Post ihre Verluste kompensieren könnte?

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