Ich bin wer ich bin – auch online
Wer nur noch vor dem Computer sitzt, vereinsamt. Im Internet sind nur Masken unterwegs, die nichts mit den Menschen dahinter zu tun haben. Kritiker werden nicht müde, mit diesen Vorurteilen gegenüber sozialen Medien zu hausieren.
Dumm nur: Sie stimmen nicht. Alles erstunken und erlogen. Psychologen haben mal wieder richtig tief im Sand gewühlt und dabei folgenden Schatz gefunden: In Web-Profilen zeigen wir, wie wir tatsächlich sind – und nicht, wie wir gerne wären. Selbst die Forscher waren von Ergebnis einigermassen überrascht.
Sie liessen Online-Profile von Fachpersonen beurteilen. Bestimmte Eigenschaften kann man durch einen kurzen Einblick in ein fremdes Profil sofort erkennen: Wie kommunikativ jemand ist etwa, oder wie sehr er oder sie seine Online-Kontakte mag. Auch die musischen Begabungen und allgemeinen Interessen liegen mehr oder weniger offen. Ob die Webfreaks anfällig auf Sorgen, Nervosität und Stress sind, bleibt hingegen schon eher verborgen.
Dennoch: So wie die Profis eine Person rein aufgrund des Online-Profils einschätzten, war sie dann erstaunlicherweise meistens auch. Der Drang zur Person, die man ist, ist also stärker als der Wunsch, sich eine andere Maske aufzusetzen. Das tragen einer Maske ist im Internet ja sowieso nicht so einfach, da auf das Tun und Sein im Web oft eine Reaktion aus der Community oder dem Freundeskreis kommt. Und wer will schon seine Freunde für dumm verkaufen?
Auf Web-Profile ist, laut der Zeitschrift „Psychological Sience“, also Verlass. Sehe ich auch so. Aber so ganz eng dann irgendwie doch wieder nicht.
Ein bisschen darf auch bei Online-Profilen geflunkert werden. Und wenn es zu viel ist, dann berichtigt das die Community ganz von alleine.
Wie schaut es bei euch aus? Seid ihr im Web die Person, die ihr auch im realen Leben auslebt?


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