Jun 02

Wie interne und Pressequellen verlauten liessen ist das Ende von Windows basierten Computern bei Google eingeläutet. Neben vielen Produkten die direkt auf das Angebot des Software Giganten zielen, sollen nun auch alle Mitarbeiter nicht mehr mit dem umstrittenen Betriebssystem arbeiten dürfen – ausser mit Sondergenehmigung.

Anfang des Jahres gab es eine denkwürdige Hackerattacke in China auf Google, bei der es laut eigenen Aussagen darum ging “Staatsfeinde” des kommunistischen Systems auszuspionieren. Diese Aktion führte sogar dazu, dass Google sich vom chinesischen Markt zurückzog.

Eine weitere Konsequenz sei nun, wie auch die Financial Times verlauten liess, dass man sich von Windows verabschiedet, da das Betriebssystem viel zu viele Sicherheitslücken aufweise und Aufgrund der grossen Verbreitung das Hauptziel von Hackern ist.

Neue Mitarbeiter sollen nun nur noch mit Mac OSX oder Linux Rechnern ausgerüstet werden, Windows gibt es nur noch zu Testzwecken. Weiter heisst es, wer einen Windows Rechner haben will, braucht sogar eine Genehmigung die bis zum Chief Information Officer hochgehen kann.

Windows schon lange in der Google Schusslinie
Der Abschied von Windows scheint sich nahtlos in das Konzept von Google einzufügen. Die kostenlosen Google Apps zielen auf die Office Suite, Gmail auf Livemail, Chrome gräbt dem IE Kunden ab. Android stinkt gegen Windows Mobile an und das Betriebssystem Chrome OS soll endgültig das verstaubte Modell von lokaler Software ins Grab stossen. Alles passiert im Browser und liegt irgendwo in der Cloud.

Ich persönlich habe vollstes Verständnis für diesen Schachzug, habe ich mich doch schon lange von Windows verabschiedet. Das die Begründung in der grossen Unsichertheit gegen Hackangriffe und Viren liegt, dürfte wohl auch ein schmerzhafter PR Coup gegen Microsoft sein. Ob das der einzig wahre Grund ist bleibt mal dahin gestellt.

Wie steht ihr zu Windows? Hier noch ein schöner Background für alle Fans des OS.



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Jun 02

Der ignorierte Pinguin - wahrzeichen der öffentlichen Vergabepraxis

Der ignorierte Pinguin - Wappentier der öffentlichen Vergabepraxis?

Gleich zwei grosse Aufträge aus dem Verwaltungsbereich beschäftigen die Open Source Gemeinde, Presse und Gerichte. Neben dem Auftrag des Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL)  in Höhe von 42 Millionen Franken, schob auch die Berner Kantonalsverwaltung einen 80 Millionen Franken Auftrag an Microsoft. Begründung sei, das fehlen von valablen Alternativen.

Gegen die Vergabepraxis des BBL gingen umgehend 18 Klägerparteien vor Gericht, einige zusammengeschlossen im Verein Swiss Open Systems. Blossgestellt sind die Ausreden der Vergabeverantwortlichen schnell, immerhin betreiben der Kanton Solothurn, die Stadt Zürich, das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT), das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum und andere Bundesämter Open-Source-Lösungen von Red Hat Linux.

Im Fall Bern hat EVP-Grossrat Marc Jost mit der parlamentarischen Gruppe digitale Nachhaltigkeit dringliche Interpellation eingereicht, um Klarheit darüber zu schaffen, warum zwar ausgeschrieben, aber ohne Zögern der Auftrag direkt an Microsoft vergeben wurde. Möglicherweise lag es schlicht an der “haben wir immer so gemacht” Gewohnheitsproblematik, dass sich niemand vorstellen mochte, dass es auch mit anderen Systemen funktionieren kann. Vielleicht lag die Entscheidungsgrundlage auch ganz anders.

Steuergelder durch den Schornstein

Ob hierbei Villen am Genfer See den Besitzer gewechselt haben oder die Vergabeverantwortlichen mit den falschen (richtigen) Leuten Golf spielen bleibt sicher spekulativ – unzweifelhaft ist, dass Millionen von Steuergeldern eingespart werden könnten, wenn man statt teurer Monopolisten Lizenzen auf Open Source Lösungen zugreifen würde. Hier beschränken sich die Kosten auf Implementierung und Support. Als Teil der Klageschrift hätte man gleich aufnehmen sollen, dass die Bürger der entsprechenden Kantone aufgerufen werden, einen Monat Steuerzahlung auszusetzen, sollte man trotz valabler Alternativen dem Megakonzern Microsoft das Geld hinterher werfen.

Wie steht Ihr zu Open Source Lösungen im Enterprise Bereich? Und zur Vergabepraxis im Bereich Software durch die öffentliche Hand?

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