Mrz 24

Wie schnell Hypes im Web entstehen verfolgen die meisten von uns täglich. Greenpeace erzeugte gerade einen Hype für Nestle – allerdings einen extrem negativen, mit grosser (web)öffentlicher Beteiligung. Doch statt web 2.0 und social media konform zu reagieren, schickte Nestle lieber Anwälte los.

Das ganze begann mit einem Videoclip der als eine Parodie auf die “Have a break, have a Kitkat” Werbung inszeniert wurde. Auftraggeber Greenpeace wollte damit anprangern, dass in den Schokoriegeln immer noch Palmöl verwendet wird. Was dazu führt, dass zur Gewinnung der natürliche Lebensraum der Orang Utans zerstört wird. Der Clip wurde zunächst in England lanciert und hat mittlerweile mindestens über eine halbe Millionen Views erreicht (soweit ich es nachvollziehen konnte) – ein Mann im Büro isst einen Orang-Utan Finger statt eines Schokoriegels.

Die öffentliche Empörung, bei der Greenpeace geschickt social networks wie facebook, youtube und vimeo nutzt, hat enorme Wellen geschlagen. Doch anstatt auf gutes Community Management zu setzen und den offenen Dialog zu suchen, schickte Nestle erstmal die Anwälte los und zwang Greenpeace das Video vom Netz zu nehmen – zu spät. Denn bis dahin war es längst auf hunderten anderer Profile und Seiten online und die negative PR mit dem Rechtsstreit hat das Feuer nur noch angefacht.

Wer am heutigen Tag den Suchbegriff Nestle eingibt, der erhält den Clip gleich als erstes Suchergebnis:


Was in der Online Welt passiert ist, zeigt auch sehr schön diese Heatmap der cleveren Jungs von Sysomos. Gefunden und bewertet haben sie insgesamt 887 blog posts, 261 news Artikel und 7,468 tweets. Der Buzzgraph zeigt schön in welchem Zusammenhang Nestle momentan am meisten erwähnt wird: Regenwald, Kitkat und Orang Utan.

Denkt ihr gezieltes Community Management hätte den gröbsten Schaden verhindern können? Oder sind solche Unternehmen sowieso unter dem Dauerfeuer der Öffentlichkeit und Anwälte die bessere Lösung?

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