Der Bernina-Express der Rhätischen Bahn gehört zu den spektakulärsten und populärsten Bahnlinien der Welt. Erstmals ist dieses Naturspektakel, seit 2008 offizieller Bestandteil des UNESCO Welterbes, nun nicht nur auf Bahnschienen, sondern auch im Internet zu bewundern
55 Tunnels, 196 Brücken und Steigungen von bis zu 70 Promille gehören zu den Merkmalen des Aushängeschildes der Rhätischen Bahn. Entsprechend begeistert dürften die Google-Mitarbeiter gewesen sein, welche den Auftrag erhielten die spektakuläre Fahrt von Thusis bis Tirano mittels einer Trike-Spezialkonstruktion für Google Street View aufzunehmen. In Zusammenarbeit mit der Rhätischen wurde die atemberaubende Szenerie bei schönstem Wetter aufgenommen und wird in Kürze im Internet zu bestaunen sein. Mit 9 Aufnahmerichtungen und zusätzliche Photos wurde das Material produziert, welches in einer 360-Grad- Rundumsicht zu bewundern sein wird.
Wird es bald absolet die Wohnung zu verlassen um die schönsten Plätze der Welt zu erkunden oder wird dank dem Internet die Lust gefördert, die Monumente und Naturschauspiele live zu erleben?
In den vergangenen Jahren sind parallel zur Entwicklung im Internet sowie dessen Zunahme an Bedeutung für Marketing & Kommunikation verschiedene neue Berufsbilder entstanden, unter anderem das des Social Media Managers. Aber was genau macht ein Social Media Manager eigentlich? Und was sollte ein Kandidat für eine solche Funktion mitbringen?
Den ganzen Tag auf Facebook am chatten, Youtube-Videos anschauen, Blogposts schreiben und Tweets verschicken. Kann man so Geld verdienen? Mittlerweile ist nach dem ersten Hype rund um Social Media Marketing eine gewisse Ernüchterung spürbar bei den Auftraggebern, aber auch Knowhow und Kompentez nehmen zu. Gefordert sind heute auch bei Social Media-Spezialisten ganzheitliches Denken und ein vernetztes Verständnis von Kommunikation. Einfach nur zu wissen wie man Social Network-Accounts aufsetzt und bewirtschaftet reicht nicht, obwohl ein kompetenter Social Media Manager hier ein vertieftes Fachwissen haben muss bezüglich Technik, Funktionen und (Inhalts-) Gestaltung. Und bereits bewegen wir uns in Richtung der vielzitierten “eierlegenden Wollmilchsau”.
Die Erfahrung zeigt dass es einfacher ist sich fachliches/technisches Know-How anzueignen als Verständnis für Kundenbedürfnisse und zielorientierte Lösungen zu entwickeln, ergo ist eine Basis in Marketing- und Kommunikation notwendig für eine erfolgreiche Tätigkeit. Je mehr Erfahrung und technisches Wissen über Social Media Marketing, der Portale, Möglichkeiten und technischen Funktionen vorhanden sind natürlich umso besser. Das wichtigste Merkmal jedoch ist die absolute Leidenschaft für die digitale Kommunikation, die Gier nach Trends, Entwicklungen und neuen Möglichkeiten und vor allem auch Kreativität in Idee und Umsetzung.
Da diese Funktion stark durch die Dynamik der Zielgruppe bestimmt wird, und die ist immer online, ist 8-5-Denken betreffend der Arbeitszeit ein Hindernis. Gefordert sind ein hohes Mass an Flexibilität. Teamplay und Integrationsfähigkeit, u.a. für Abstimmung mit anderen Abteilungen wie PR-Office etc.(Hey, es gibt immer noch etliche Firmen welche z.B. PR-Abteilung und Digital Departement ohne Schnittstelle zueinander unterhalten, das kann ja nicht funktionieren) machen den Social Media Manager erst zum vollwertigen Member einer Kommunikationsabteilung. Stefan Keuchel von Google beschreibt in einem Video diese Aufgabe wie folgt:
Nicht jedes Unternehmen braucht in der Regel das gleiche Profil eines Social Media Managers, aber der Kern sollte sich hier vergleichen lassen. Wurde etwas vergessen? Dann bitte unbedingt hier den Input platzieren, vielen Dank.
Die politischen Aufstände und Revolutionen in Tunesien, Ägypten oder Lybien gehörten 2011 zu den prägenden Geschehnissen des Jahres. Nun gewinnt eine weitere, vorerst friedliche Protestbewegung in den USA an Masse: OccupyWallStreet. Erneut eine massgebende Rolle spielen dabei wieder das Web und Social Networks wie Facebook, Twitter und Youtube.
#OccupyWallStreet
Firmen, Organisationen und Medien sehen sich seit einigen Jahren einer neuen Ausgangslage gegenüber. Schwache Leistungen, falsche Infos oder Mängel werden nicht mehr nur mit dem kalkulierbar-überschaubaren Faktor x15 multipliziert bezüglich negativer Viralwirkung. Social Media hat die Potenzierung verein- und vervielfacht. Politisch haben das in den vergangenen Monaten einige Regimes und Diktatoren zu spüren bekommen. Ausgelöst durch die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit fokussiert sich nun in den USA ein Wiederstand gegen die Finanzindustrie, getrieben durch die immer grösser Schere bei der Verteilung des Wohlstandes, betitelt mit dem Motto: “Wir sind die 99 Prozent”. Unter dem gleichen Titel findet sich auch ein Tumblr-Blog. Der Ärger über die soziale Ungerechtigkeit und die Wut über Gier und Misswirtschaft zeigt sich auch in diversen Facebook-Pages oder auf Youtube.
Die Protestbewegung wird dabei auch sofort von Politikern für Wahlzwecke verfolgt, wie hier am Beispiel vom Kongressabgeordneten Dennis Kucinich. Gut vorstellbar dass die Protestbewegung, welche sich in den USA mittlerweile von New York auf weitere Städte ausweitet, u.a. auch auf das regierende Washington, über die US-Grenzen hinaus verbreiten wird. Erste Beispiele im kleinen Rahmen konnte man ja bereits in London oder Madrid wahrnehmen.
Für wie realistisch haltet ihr die Möglichkeit dass eine solche Bewegung auch in der Schweiz Basis hat und Nahrung findet? Sind die USA wirklich so weit weg von uns oder wird die aktuelle Diskussion sozial-politisch und wirtschaftlich, auch hierzulande stark fokussiert auf die Bankensituation, zu einer Protestbewegung führen?
Ausdauersport und Social Media passen gemäss gängigem Cliché nicht direkt zusammen. In Tat und Wahrheit spielen aber die Möglichkeiten des Webs, vor allem verbunden mit mobilen Anwendungen und Applikationen, eine immer grössere Rolle auch bei der Organisation und Durchführung von Events wie dem Swiss Olympic Gigathlon.
Social Media-Richtung am Gigathlon etwas unklar
Dass man sich im Sportumfeld den Möglichkeiten der Social Networks genau so bedient wie andere Anbieter, Brands und Marketing-Organisationen ist nichts Neues. Auch der populärste Multisport-Anlass der Schweiz präsentiert sich auf Facebook, Twitter, XING oder YouTube. Leider sind hier noch Schwachstellen erkennbar. Zum Beispiel der Youtube-Channel des Gigathlons: der aktuellste Beitrag ist der Streckenbeschrieb der letzten Durchführung im Juli 2011. Trotz einer Unmenge an möglichen Beiträgen, Reportagen und in Bewegtbild festgehaltenen Erlebnissen und Eindrücken ist leider sehr wenig Content vorhanden, deshalb abonniert man diesen Kanal auch nicht. Kontinuität ist das Stichwort, ein Thema oder eine Interessengebiet muss laufend gepflegt und am Leben erhalten werden. Hier verpasst man die Chance die Community näher an sich zu binden und zu vergrössern. Man hat zwar alle passenden Social Networks berücksichtigt, nun fehlt aber die kontinuierliche Bewirtschaftung und die optimale Verbindung/Vernetzung. Mit einer Verbesserung diesbezüglich könnten zum Beispiel auch die Partner und Sponsoren ganzjährig verstärkt integriert und dabei auch näher an den Event gebunden werden. Hoffnung macht der Kommunikationsstart für die Austragung 2012. Die heiss erwartete Bekanntgabe der Strecke erfolgt via Livestream am 5. Oktober. Auf Facebook können während der Informationsveranstaltung direkt Fragen gestellt werden. Sofern die Gigathlon-Organisation nun auch die anderen Channels abgestimmt einbindet und laufend mit spannendem, weiterführendem Content befruchtet kann sich die Sportler-Gemeinschaft freuen. Dann nähmlich beginnt die spektakulärste Reise durch die Schweiz bereits Monate vor dem eigentlichen Start erfolgreich im Internet.
Viele Firmen und Organisationen absolvieren Lehrjahre im Social Media-Zeitalter, warum also nicht auch nicht die Gigathlon-Organisation. Kennt ihr Beispiele aus dem Sport-Event-Umfeld, welche wirklich als “Best Practise” bezeichnet werden könnten und von welchen die Gigathlon-Organisation noch etwas lernen könnte?
Kritik der Kunden resp. User auf Facebook, via Twitter oder auch als Blogkommentar ist das eine, darauf sind wir im letzten Beitrag eingegangen. Eine andere Form von Krisenkommunikation kann entstehen wenn die Konkurrenz versucht Torpedos abzuschiessen.
Social Media-Krisenkommunikation: Wenn der Konkurrent scharf schiesst!
Zuerst darf ich nochmals betonen: nur wer auf bestimmte Kommunikations-Aspekte keine Acht gibt gerät erst in eine Krise! Nur weil ein Konkurrent plötzlich negative Botschaften platziert oder die Produkte schlecht macht befindet man sich noch lange nicht in einer Krise, ganz im Gegenteil. Eine solche Chance muss man zum eigenen Vorteil nutzen. Erstens hat ein Grundsatz auch bei Social Media seine Berechtigung: Stelle nie deinen Konkurrenten schlecht dar, sondern deine eigenen Vorzüge und Stärken. Zweitens: Mitbewerberkritik von Firmen oder Anbietern sind für die User vergleichbar wie Werbebotschaften, sie verlassen sich mehr auf das Urteil Ihrer eigenen Freunde oder anderer User als auf die Aussagen von Unternehmen. Das heisst jetzt aber nicht dass man das locker ignorieren soll, ganz im Gegenteil. Geht auf die Kritik ein, in den meisten Fällen entsteht diese ohnehin aus einer Verzweiflungstat heraus. Wenn der Konkurrent eigene Stärken und Vorteile in den Vordergrund stellen könnte würde das tun. Man sollte den öffentlichen Dialog anbieten, fragen worauf die Kritik sich begründet, Argumente und Informationen liefern. Meist zieht sich der Angreifer rasch frustriert zurück und hat jetzt selber ein Problem: er steht eher schwach da. Nun, natürlich könnte die Kritik auch begründet sein. Dann gilt es den Aspekt ernsthaft aufzunehmen, sich für den Input zu bedanken und eine Antwort, noch besser eine Lösung zu liefern. Und wieder hat man aus einem Risiko eine Chance gemacht. Selbstverständlich ist das nicht so einfach wie es tönt, es gehört Kompetenz, Vertrauen in die eigene Leistung und vor allem eines dazu: Zuhören! Aber darauf gehen wir im nächsten Beitrag zu diesem Thema ein.
Wurde euer Unternehmen schon mal von der Konkurrenz an den Social Media-Pranger gestellt? Wie wurde bei euch reagiert? Oder habt ihr selber schon versucht den Konkurrenten im Web blosszustellen?
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