The Wayback Machine – Alles Wissen dieser Welt per Mausklick
In Kalifornien entsteht ein Wissensarchiv der ganz neuen Dimension. In einem Internetarchiv sollen alle je auf Datenträger gebannten Informationen für die Menschen abrufbar werden. Der amerikanische Computerspezialist Brewster Kahle möchte der Menschheit mit seiner gigantischen Internet-Bibliothek einen grossen Dienst erweisen und sich nebenbei noch seinen Lebenstraum erfüllen. Nach dem Vorbild der berühmten Bibliothek von Alexandria (im Jahre 288 vor Christus gegründet, beherbergte sie die bedeutendsten Schriften der damaligen Zeit) versucht er, das gesamte Wissen der Menschheit im Internet zu archivieren. Jeder Ton, jedes Bild und jedes Wort in der Geschichte der Menschheit soll ganz einfach für jedermann abrufbar werden.
Per Mausklick durch die Galaxie des Wissens
Heute reicht ein Mausklick um sich im Internet in wenigen Sekunden über die Weltgeschehnisse zu informieren. Auch im Internet-Archiv von Kahle gestaltet sich die Suche nach historischem Wissen denkbar einfach. Nachdem man zum Beispiel eine gewünschte Domain im Suchfeld des Internetarchivs eingegeben hat, kann es losgehen. Der „Take Me Back”-Button ist die Eintrittskarte für eine Reise durch die Vergangenheit dieser Domain. In einer zeitlich geordneten Liste erscheinen sämtliche Website-Kopien seit 1996. Auf mehr als 500 Millionen gespeicherten Seiten, von Google bis Spiegel Online, werden so beispielsweise die Terroranschläge des 11. September thematisiert. Hinter diesem virtuellen Weltgedächtnis steckt die von Kahle erschaffene Wayback-Machine, eine Art Zeitmaschine zum Archivieren von Websites, bevor sie irgendwann im Netz verschwinden. Alle zwei Monate macht diese eine Momentaufnahme des Netzes und dies nun seit mittlerweile zwölf Jahren. Die virtuellen Schnappschüsse werden dann auf zahlreichen Grossrechnern mit einer Speicherkapazität von jeweils mehr als 300 Gigabyte gelagert. Das Projekt startete mit 30 Millionen Websites. Heute warten vier Milliarden Sites im Internetarchiv auf interessierte Leser. Das Volumen des Archivs beträgt derzeit drei Petabyte. Seit 2000 sammelt Brewster Kahle zusätzlich Filme, Texte und Bilder. Über 150’000 User stöbern jeden Tag in den archivierten Webseiten, Bildern, Texten und Audiodateien.
Ein Projekt mit Grenzen?
Die grösste Sorge von Kahle ist, dass er schon bald an die Grenzen der Speicherkapazitäten stossen wird. Wohl berechtigt, denn nur schon die durch das Hochladen von Videos entstehenden Datenmengen gefährden das Projekt Internetarchiv. Das Internet als Bibliothek – eine wunderbare Idee! Aber ist es überhaupt möglich das komplette Angebot aller je publizierten Werke zu erfassen? Wie seht Ihr die Zukunft dieses Wissensarchivs?





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