Jun 03

Tolle Sprüche, Alter!

Twitter | Autor: Christina Schmid 1 Kommentar »

Es liest sich fast wie ein Märchen – oder ist sogar eines. Justin Halpern, knapp 30, wollte Drehbuchautor in Los Angeles werden. Er konnte aber nur ein ganz kleines Skript verkaufen, welches dann nicht mal verfilmt wurde. Schlussendlich musste er wieder zu seinen Eltern nach San Diego ziehen. Was fatale Folgen hatte.

Justins Vater heisst Sam und ist 74 Jahre alt. Früher hat er an der Universität in Kalifornien in der Forschung gearbeitet und war Arzt im Vietnamkrieg.

Ein Diplomat war er also nie und liess Sprüche los wie: “Weisst du, manchmal ist es schön, dich hier zu haben. Aber jetzt gerade nicht. Und nun gib mir die Fernbedienung, wir gucken diesen Bullshit nicht.” Und so hiess er dann seinen Sohn willkommen: “Ich will nur meine Ruhe. Das heisst nicht, dass ich dich nicht mag. Das heisst nur, dass ich jetzt im Moment meine Ruhe mehr mag.”

Ein Kumpel von Justin überredete ihn schliesslich, die Bonmots seines Vaters Sam bei Twitter zu veröffentlichen. Das war Anfang August 2009. Im September hatte er schon 200’000 Follower.

Die ersten Verlage erkannten das Potenzial, welches in den Sprüchen von Sam steckte. Justin hätte schon ein Buch über seinen Vater schreiben können, als er erst 30 Sprüche getwittert hatte. Mittlerweile steht er bei 120, seine Followerzahl ist auf 1.3 Millionen gestiegen und das Buch ist letztes Wochenende auf Platz 8 der Bestsellerliste der New York Times gelandet.

Justins Vater scheint nicht sehr beeindruckt: “Du – ein Autor? Internet zählt nicht. Jedes A**** kann da seinen Sch**** rauslassen.”

Dem Sohnemann ist das aber recht egal. Er hüpft jetzt nämlich von US-Show zu US-Show und ist endlich ein gefragter Drehbuchautor. Der Sender CBS will Justins Vater ab Herbst zu einer Fernsehfigur machen und ihm eine Sitcom widmen. Die Hauptrolle übernimmt William Shatner.

Wieder einmal mehr ein schönes Beispiel, dass Social Media jemanden dort hinbringen kann, wo er gerne sein möchte. Die Basis ist gelegt. Jetzt bin ich gespannt, was Justin Halpern damit anfangen wird. Wird es bei dieser einen Show bleiben oder werden wir auch noch in ein paar Jahren wissen, wer Justin Halpern ist?

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Apr 12

Filmorakel Hollywood

Twitter | Autor: Christina Schmid 1 Kommentar »

Wer hätte das gedacht: Mit Twitter lässt sich das Einspielergebnis von Kinofilmen am marketingtechnisch wichtigen Startwochenende exakt voraussagen. Zu diesem Schluss kommen zwei Wissenschaftler aus den HP Labors in Palo Alto. Mithilfe von Algorithmen und einem speziellen Trackingsystem, das Tweets zu neu startenden Kinofilmen auswertete, konnten die Forscher laut eigenen Aussagen den Kassenerfolg einiger Filme mit fast 100% Genauigkeit voraussagen.

Im Verlauf des Experiments hat das HP Lab fast 3 Millionen Tweets zu den 24 grössten Filmstarts der letzten drei Monate untersucht. Aus den Erkenntnissen, die über Filme wie “Avatar”, “Alice im Wunderland” und “Twilight New Moon” gewonnen wurden, konnte das Einspielergebnis von “Dear John” und “The Crazies” genau vorausgesagt werden.

“Dear John” spielte 30.71 Mio. Dollar ein – das Analysetool hatte 30.46 berechnet. Auch bei “The Crazies” lag man mit vorhergesagten 16.8 Mio. Dollar – tatsächlich 16.07 Mio. Dollar – nur knapp daneben.

Hollywood ist schon lange auf der Suche nach solchen Tools, da aufwändige Methoden wie Test-Screenings und Telefon-/Onlineumfragen nicht sehr viele Früchte tragen. Dass die automatisierte Analyse von Web 2.0-Communitys hier einen zukunftsträchtigen Weg aufzeigt, ist allerdings nicht erst seit dieser neuen Twitterstudie bekannt.

Bei der erfolgreichen Vermarktung eines Produkts geht es immer mehr darum, die richtigen Trendsetter innerhalb der sozialen Netzwerke herauszufiltern und diese für sich zu gewinnen.

Und ich bin wieder einmal sehr gespannt: Ob sich das auch auf Fernsehsendungen, Musik etc übertragen lässt? Was meinst du?

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Okt 21

twitterverbotTwitter eroberte den Promihimmel im Nu. Jetzt soll das Twittern und Facebooken vom Set aber schon bald Geschichte sein. Hollywood hat einen speziellen Social Media-Verbotsvertrag aufgesetzt.

Die ersten beiden, die ihn unterschrieben haben, sind Cameron Diaz und Mike Myers. Die beiden Schauspieler haben vom Set zu „Shrek 4“ den einen oder anderen Tweet zu viel rausgelassen. Hollywood hat reagiert und den Vogel abgeschossen. Mit dieser konsequenten Massnahme will die Filmindustrie verhindern, dass die Schauspieler verfrüht Geheimnisse über Filmprojekte ausplaudern.

Cameron Diaz und Mike Myers

Dass Filmstudios ihren Schäfchen auf die Finger schauen und sie einschränken ist ja eine alte Geschichte. Aber ob Disney und DreamWorks damit eine gute Falle machen, ist sehr fragwürdig.

Der Angriff der Filmindustrie auf die sozialen Medien lässt uns jetzt nicht vom Stuhl fallen. Vor zwei Monaten gab es schon mal eine ähnliche Geschichte im Sport.  Die Debatte ist nun eröffnet:

Habt ihr die Schnauze voll von Promis und seid froh über das Verbot?

Wird dies Twitter in seinen Nutzerzahlen merken, da die Schauspieler die Profile mit den meisten Followers haben?

Sind viele Nutzer nur wegen der Promis auf Twitter?

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