Aug 25

Es ist wohl der Traum eines jeden Unternehmers: Das Geld kommt schon bevor man überhaupt angefangen hat und die Arbeit eines Jahres ist schon verkauft. Dann hat man noch Business Angels, die zwar bezahlen, aber keine Anteile am Unternehmen damit erwerben. Und um Marketing, Akquise, Logistik und Rechnungswesen kümmert sich auch noch jemand anderes. Klingt wie ein Traum, ist aber wahr. Und funktioniert auch in diesem Beispiel.

Naked Wines ist die Geschichte von sieben Freunden, die alle ihre Jobs geschmissen haben und all ihre Erspanisse, Zeit und Herzblut in eine Idee investierten. Naked Wines. Es sollte etwas ganz anderes werden als einfach grosse Labels zu verkaufen und die reichen noch reicher zu machen. Die Idee war viel mehr, kleine Winzer das machen zu lassen was sie am besten können: Wein!

Also haben die Jungs von Naked Wines kleinere Winzer gesucht. Wer bisher guten Wein gemacht hat und ins Programm aufgenommen wurde hat ein feines Leben. Die gesamte Produktion wird abgekauft und sofort komplett bezahlt. Damit haben die Winzer den Kopf und den Terminkalender frei um die nächste tolle Ernte einzufahren und sich in den Kellern um die Eichenfässer zu kümmern.

Bei Naked Wines kann jeder Mitglied werden als Käufer und diese auserlesenen Weine bestellen. Ein weiterer interessanter Punkt ist das Business Angel Modell. Wir alle können Business Angels werden und einen kleinen Betrag im Jahr bezahlen. Damit kauft man aber keine Anteile (man will vermeiden, dass irgendwer den Winzern ins Tagesgeschäft reinredet), sondern bekommt dafür Vergünstigungen beim Weinkauf. Das Geld steckt sich aber nicht Naked Wines in die Tasche, sonderm wird an die Winzer ausgeschüttet.

Warum “nackte Weine” als Namen? Weil Dafür gesorgt wird, dass man soviel wie möglich über die Winzer erfährt. Ihr Geschichte, Ihre Leidenschaften und Ideen. Als Business Angel kann man jederzeit die Winzer besuchen und sich vor Ort ein Bild machen. Alles soll ganz transparent sein und man will die Menschen, die hinter dem Wein stecken in den Vordergrund stellen.

Das klingt natürlich alles sehr ritterlich und nach einem sehr gewagten Business Modell. Doch es funktioniert. Nach 18 Monaten hat Naked Wines 80.000 registrierte User, 25.000 sind Business Angels geworden und spenden im Durchschnitt 20 Pfund im Jahr. Nach nur 1,5 Jahren verschickt Naked Wines 35.000 Flaschen pro Woche.

Ich muss sagen, meine Verbeugung und mein Kompliment! Was haltet Ihr von dem Modell und dem Erfolg?

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Jul 14

Die Aufregung beim Online Einkauf, die früher ebay verursachte erlebt ihren zweiten Frühling beim Group Buying. Als sei der gemeinsame Einkauf die neue Entsprechung des gemeinsamen Shopping Trip mit der besten Freundin. Portale schiessen aus dem Boden und die Erfolge sind Schwindelerregend. Dieses Geschäft wollen sich Facebook und Twitter auch nicht entgehen lassen.

Seiten wie Groupon und Vente Privee haben es vorgemacht und erfreuen sich nicht nur grosser Beliebheit, sondern auch an prall gefüllten Bankkonten. Start Ups gibt es zu genüge und auch diese scheinen sich noch dicke Scheiben vom neuen Kuchen abschneiden zu können.

Das Schweizer Startup deindeal bietet einen ganz ähnlichen Service wie Goupon. Man macht Partnerschaften mit Anbietern in den grossen Städten der Schweiz und bietet ein Produkt oder einen Service zu massiv reduzierten Preisen an. Gestern waren es Kontaktlinsen und Pflegemittel zu 50% des Ladenpreises. Kaufen genügend User (Mindestanzahl ist vordefiniert) kommt der Deal zustande. Kommt die Mindestkäuferanzahl nicht zusammen, platzt der Deal und keiner muss irgendetwas bezahlen.

Auch das vor 18 Monaten gegründete Portal Naked Wines legte gerade Zahlen vor die beeindruckend sind. Man verkauft im ähnlichen Prinzip Wein online. Nach diesen 1,5 Jahren zählt man 80.000 Mitglieder, 25.000 davon bezahlen 20 £ im Jahr als Unterstützung für derzeit 22 kleine Winzer ihr Business aufzubauen. Aktuell versendet man 35.000 Flaschen Wein in der Woche – das ist eine Flasche alle 17,5 Sekunden.

Facebook und Twitter springen auf den Zug
Auch die momentanen Giganten der Social Media Welt wollen mitspielen (=mitverdienen) und haben jüngst die Türen und APIs für das Gruppen Shopping Erlebnis geöffnet.

So stellte Twitter gerade @earlybird vor, bei ausgewählte Partner (wer ist bis dato noch nicht klar) leckere Angebote durchs Web zwitschern kann. Im gleichen Strickmuster soll es auch hier danach gehen, dass möglichst viele “Freunde” zusammenkaufen und damit der virale Mitmacheffekt gleich eingebaut ist. Ausserdem ist dies das erste sinnvolle Modell das ich gesehen habe, um für Twitter Geld zu verdienen, ohne alle bisherigen Nutzer zu vergraulen.

Facebook hat sich nichtmal selbst den Kopf zerbrochen und die Entwicklung der ersten vollintegrierten App Wildfire überlassen. Das System arbeitet derzeit mit PayPal, ich bin gespannt wann die Facebook eigenen virtuelle Währung hinzukommt. Wie genau Facebook mitverdient war zum “Redaktinsschluss” noch nicht bekannt.

Wie findet Ihr das Thema Group Shopping? Überraschen Euch die Erfolge oder seit Ihr selbst so gebannt vom Thema, dass Ihr den Erfolg gleich mitbegründet?

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