Jul 14

Green ITWas gibt es umweltfreundlicheres als das Herunterladen einer elektronischen Zeitung? Keine abgerodeten Wälder, keine Abgase, kein Abfall…
Doch der Schein trügt: Der Download eines E-Papers verbraucht in etwa gleich viel Strom, wie ein einzelner Waschmaschinen-
gang, eine einzige Suchanfrage bei Google ebenso viel wie eine 11-Watt-Energiesparlampe in einer einzigen Stunde. Ein kleiner Server entwickelt rund eine Tonne CO2 und das gesamte Internet soll gar so viel Kohlendioxid in die Luft puffen wie der weltweite Flugverkehr.

Ist unsere Lieblings-Technologie am Ende der schlimmere Umweltverschmutzer als alle Off-Roader zusammen?
Wie viel Energie das Internet tatsächlich schluckt, lässt sich nur schwer in Zahlen ausdrücken. So lässt sich zum einen der Stromverbrauch von privaten Computern kaum messen und die richtig grossen Betreiber stellen ihre Stromrechnungen nicht online. Zum andern, spart das Internet ja auch eine Menge Energie ein. Man stelle sich nur mal vor, wie Video-Konferenzen Reisen ersetzten, eine E-Mail die Herstellung von Papier und Tinte erübrigt oder die Informations-Fülle im Netz eine Autofahrt zur Quelle überflüssig macht.
Fest steht, dass der Energiebedarf ständig wächst. So hat sich zwischen 2000 und 2005 der Stromhunger des WWW verdoppelt.

Über 40% der europäischen Unternehmen sehen Verbesserungspotential im Grünen-Bereich
Der Speichernetz-Spezialist Brodcade hat kürzlich in einer Untersuchung aufgezeigt, dass über 40% der europäischen Unternehmen ihren Betrieb nicht wirklich als „Green” einstufen und trotzdem kaum bemüht sind, diesen Umstand zu verbessern. Und dies obwohl 60% der Befragten der Meinung sind, dass die Ausgaben für Energie viel zu hoch sind. Zwei Drittel der europäischen Unternehmen sind bereits auf der Suche nach Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu senken. Ein Drittel bleibt weiterhin inaktiv. Nur 38% aller Befragten gaben an, dass sie über den derzeitigen Energieverbrauch und die Umweltbelastung durch Kohlendioxid und weitere Treibhausgase besorgt sind. Und weniger als ein Fünftel denken aktiv über die Anschaffung von umweltfreundlicheren IT-Produkten nach. Immerhin mehr als 75% der Befragten gaben an, dass sie im Büro ebenso bemüht sind Energie einzusparen, wie Zuhause.

Mit gutem Beispiel voran
Schön vorbildlich präsentiert sich das neue Rechenzentrum des TV-Kabelanbieters GBI-Solution im zürcherischen Uitikon. Sämtliche Daten des Unternehmens lagern in einem ehemaligen Militärbunker, mehrere Meter unter der Erde. Die Abwärme der Server wird in das nahegelegene Hallenbad überführt und sorgt dort für angenehme Wasser- temperaturen.
Auch Chiphersteller entwickeln zunehmend stromsparende Prozessoren, Rechner werden intelligenter gekühlt und durch die Virtualisierung werden einzelne Server vermehrt durch einen Grossrechner ersetzt, der die Kapazität auf genau die virtuelle Maschine verteilt, die sie gerade braucht.

Wird das Internet also zunehmend grün? Und welchen Beitrag kann der Normalverbraucher leisten?

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