Feb 24

social media - alles zu schnell?Das wir in einer Zeit der Reizüberflutung und immer schneller werdenden Informationskanälen stehen ist wohl für niemanden eine Überraschung. Wer allerdings wie wir Online Marketer ständig den Finger am Puls der Zeit haben muss, der fragt sich schon ob das Tempo noch zu halten ist, in dem neue Ideen und Kanäle aus dem Boden schiessen – und oft genauso schnell wieder verschwinden. Zwei Beispiele:

Zunächst jedoch sei gesagt, es besteht kein Grund zur Panik. Nur weil viele Unternehmer und Marketingleiter nicht so richtig wissen wie sie mit dem Thema Social Media in der Unternehmenskommunikation umgehen sollen, muss man sich keine Sorgen machen, dass das Thema eine reine Blase ist und wieder verschwunden, sobald man grosse Summen des Werbe Etats dort versenkt hat. Kanäle wie Facebook, Youtube, Twitter laufen schon seit Jahren stabil. Und sie werden auch nicht über Nacht abgelöst. Doch bei neuen Ideen sollte man Unterscheidungsvermögen an den Tag legen.


gowalla

Kaum ein halbes ist es her, da sorgte die iPhone App Gowalla für Furore in der Szene. Mittels GPS Signal kann die Applikation den persönlichen Standort ermitteln und zeigt entweder von anderen Nutzern erstellte Ortsmarkierungen an oder man hat die Möglichkeit selber einen Landmarke zu erstellen. Markiert wird so ziemlich alles. Von Sehenswürdigkeiten über Bahnhöfe, Firmenadressen und der eigenen Wohnung. Ist ein Ort erstellt, kann man immer wieder einchecken, sobald man in direkter Nähe ist. Und in kürzester Zeit waren alle Geeks dabei, zu Stosszeiten bekam ich im Minutentakt Nachrichten wer gerade wo eingechekt hat. Doch so schnell wie es kam, wurden die Nutzer auch schon wieder gelangweilt. Ein klassisches Beispiel dafür wie schnell dieser Prozess ablaufen kann, bevor die grosse Masse der normalen Internetnutzer überhaupt bemerkt hat, dass es Gowalla überhaupt gibt. R.I.P.

google_wave
Dieses Schicksal ereilt nicht nur kleine Start Ups, denen es an ausreichend Budget für langem Atem und grosse Werbekampagnen fehlt. Google Wave, das so verstandene Cockpit für alle etablierte Kommunikation im Web (Chat, Mail, Datenaustausch, in die sich alle einklinken können), wurde von Google in einem Stundenvortrag vor dem Launch lauthals beworben. Das an sich ist schon erstaunlich, denn Google entwickelt normalerweise im dunklen Kämmerlein und stellt neue Anwendungen ohne Mitteilungen einfach bereit. Wird schon einer finden.
Zunächst verteilte Google nur einige tausend Zugangscodes zur Betaversion – und wer über Twitter ein Ticket in die Welle anbot wurde heiss umworben. Alle wollte endlich sehen was Google hier versprochen hatte. Jedoch kämpfte das System – ebenfalls ungewöhnlich für Google – mit vielen Systemfehler, war extrem langsam, viele Features waren nur als funktionslose Buttons integriert und ein paar tausend User reichten nicht aus um eine Welle zu erzeugen. Es blieb bei ein paar Wasserring als hätte man einen kleinen Kiesel in einem trüben Tümpel geworfen. Wer heute twitter, er hätte noch einen Zugang für die Wave, der erntet nur noch gähnen. R.I.P.

Ob Wave nun tatsächlich den Grabstein von Google auf den Kopf gestellt bekommt, oder sich nochmals wie Phoenix aus der Asche erhebt bleibt abzuwarten. Denn der Grundgedanke ist gut, aber es braucht noch viel Nachbesserung.
Auch wenn wir uns täglich mit der Materia beschäftigen, es bleibt eine echte Herausforderung zu entscheiden, in welchen neuen Hype man seine Zeit und Energie investiert, in Zeiten in denen Top und Flop so eng beieinanderliegen.

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Aug 05

Google Wave Federation ProtocolGestern 12.00 Uhr, ein Raum voller Internet Geeks und ein Testlauf mit zwei der -bis dato- seltenen Google Wave Accounts. Und bei all den anwesenden, ausgewiesenen Webprofis: grosse, imaginäre Fragezeichen über den Köpfen. Und das lag nicht an der äusserst dünnen Dokumentation von Wave.

Mit einem grossen Paukenschlag auf der letzten Google I/O Konferenz wurde Wave vorgestellt. Ein eineinhalb Stundenvortrag, der vor Begeisterung sprühte und versprach, Wave würde unsere Art der Kommunikation im Web völlig revolutionieren. Auf der Konferenz wurden die heiss begehrten ersten Test-Accounts für Entwickler vergeben, mittlerweile soll Google weitere 100.000 Tickets verteilt haben. Doch wo Google Wave heute steht hat es nur eines revolutioniert. Die Ansicht über Google`s Entwickler- und Produktstrategie.

Zu früh, zu langsam, nicht mal halbfertig und hungrig
Normalerweise kennt man Google als sehr verschwiegen, Produkte werden plötzlich und ohne Ankündigung auf den Markt gebracht, in einem Stadium das zur Veröffentlichung taugt. Bei Wave geht man einen anderen Weg. Was ich gestern erleben durfte, war ein System, dass äusserst Schwerfällig daher kam. Funktionen die angekündigt sind, findet man nicht. Andere sind als Buttons in der App zu finden, mit dem ALT Tag: noch nicht implementiert. Extrem langsam ist es, wohl auf Grund des immensen Ressourcen Hungers. Milliarden von älteren Enduser Computern werden Wave nicht einmal zum laufen bringen. In diesem Stadium gibt es natürlich auch noch keine Widgets und Apps von anderen Entwicklern, die den Spass an Google Wave so gross machen sollen. Durch die Kombination mit dem halb fertigen Wave, wurde auch den Webprofis gestern nicht klar, was mit dem System anfangen. Es verwirrt, es macht noch keinen Sinn und Spass erst recht nicht. Google Bug?

Grösstes Manko: völlig geschlossen.
Bis dato gibt es keinerlei Integration für all die anderen Kanäle die wir nutzen. Twitter, Facebook, email – Fehlanzeige. Dass es nicht mal eine Integration für Googles gmail gibt ist wohl die grösste Enttäuschung gewesen. Vielleicht will man das auch gar nicht auf Google´s Seite. E-mail ist tot und Wave soll es begraben? Aber durch diese Geschlossenheit ist es eben sehr schwer den Nutzen zu erkennen. Was will Wave von uns und mit uns? Nach einer ganzen Weile meldete sich dann ein Robot bei uns, genannt Tweety Bot. Er versprach die erste Schnittstelle zu sein zu Twitter und forderte uns in einem kleinen Formular auf unsere Twitter Accountdaten einzugeben. Aber da wollte keiner so recht dran mit seinem Passwort. Zu gross die Gefahr, dass es doch noch keine Schnittstelle ist, sondern nur ein kluger Hacker, der sich ergaunerte Passwörter an den Kühlschrank klebt und ins Fäustchen lacht.

Hat jemand von Euch schon Google Wave live erleben oder testen können? Habt ihr es verstanden? Und hattet ihr ganz neuen “Kommunikationsspass” auf einem höheren Level?

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