Jan 25

Access on MegauploadNachdem letzte Woche der File-Sharing-Anbieter Megaupload vom FBI vom Netz genommen wurde, kocht die Gerüchteküche weltweit. Niemand weiss so genau, welche Dienste eigentlich legal arbeiten und wer vielleicht sogar als nächstes vom Netz fliegen könnte. Auch der Schweizer Anbieter RapidShare wird in diesem Zusammenhang häufig genannt. Doch wer arbeitet legal und was genau ist überhaupt erlaubt in der Schweiz?

Die rigorose Abschaltung von Megaupload kam für viele Nutzer überraschend. Nicht nur der Service wurde vom Netz genommen, auch User, welche über den Service private Dateien speicherten und teilten, haben keinen Zugang zu ihren Files mehr. Über Twitter beschwerten sich tausende darüber und viele sehen den Akt des FBI als ersten Schritt in Richtung SOPA und PIPA, wonach File Sharing in den USA offiziell geahndet werden könnte (mehr Informationen dazu hier). Doch was genau darf man eigentlich in der Schweiz?

Megaupload hatte einen Server in Virginia, was dem FBI den Eingriff ermöglichte. International gesehen hat jedoch jedes Rechtssystem immer nur nationale Gültigkeit, das heisst was in den USA verboten ist, muss in der Schweiz nicht zwangsläufig auch illegal sein. File Sharing an sich ist in der Schweiz nicht verboten. Es werden jedoch im Gesetz klare Grenzen gesetzt:

Bisher erlaubt ist das Herunterladen von geschütztem Material zum persönlichen Gebrauch, auch wenn der Upload illegal erfolgt ist. Zudem darf man geschützte Dateien mit Personen teilen, mit welchen man eng verbunden ist. Weiter dürfen geschützte Dateien in einen Passwort-geschützten Bereich geladen werden. Vor allem hier bewegen sich Plattformen wie RapidShare und co. auf dünnem Eis.

Die laufende Diskussion veranlasste RapidShare zu einem Statement, wonach sie versicherten, dass ihr Service zu 100% legal sei. Nach RapidShare führt die Problematik von Megaupload vor allem auf ein Downloadvergütungssystem zurück, welches eine hohe Anzahl Downloads belohnt, was das aktive File Sharing zusätzlich anheizen kann. Zudem versicherte RapidShare, dass sie einen völlig legalen Service anbieten würden, welcher rigide gegen Urheberrechtsverletzungen vorginge. Trotzdem besteht auch bei RapidShare die Gefahr, dass Dateien über Google öffentlich zugänglich werden, auch wenn dies nicht im Sinne des Anbieters ist.

Wie sinnvoll Aktionen wie die Schliessung von Megaupload sind, lässt sich hier unter ein grosses Fragezeichen stellen. Sollten SOPA und PIPA abgesegnet werden, werden wir uns noch vielen solchen Situationen gegenüber gestellt sehen, auch hier in der Schweiz. Ob dies das richtige Handling der Problematik ist, ist fragwürdig. Fest steht, dass bei diesem Thema seit Jahren Klärungs- und Regelungsbedarf besteht.

Wie stehst du zu File Sharing? Wie sollte die Situation am besten gehandelt werden? Wie managed man im Internet ständig androhende Copyright Issues am sinnvollsten?

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Apr 23

PB Gründer Warg & Sunde ©EPA/BERTIL ERICSON

TPB Gründer Warg & Sunde ©EPA/BERTIL ERICSON

Am 17.04.2009 wurden die Betreiber des Torrent Tracker Portals “The Pirate Bay” zu einjährigen Haftstrafen und einer Geldstrafe von 2,8 Mio Eur vom Stockholmer Bezirksgericht verurteilt. Der Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) begrüsste den Entscheid als ein positives Signal in die richtige Richtung im Kampf gegen illegale Downloads. Von Annäherung und Know-how Austausch keine Spur.

Angefangen hatte das Thema Filesharing für eine grosse Gemeinde im Jahr 1999 mit Napster. Das Portal erlaubte es den Usern mp3 Files leicht mit anderen zu tauschen. Nur ein Jahr später wurden die Betreiber von Musikkonzernen und Musikern verklagt und mussten den Betrieb 2001 einstellen. Gelernt von dem erfolgreichen Konzept für die kommerzielle digitale Vermarktung hatte dabei aber keiner was auf Industrieseite.

Erst der Visionär Steve Jobs präsentierte 2003 mit dem iTunes Store ein erfolgreiches und funktionales System zur digitalen Musik und Video Distribution, doch auch da gab es Tücken. Das verwendete Schutzsystem DRM (Digital Rights Management) beschränkte die Verwendung der gekauften Dateien auf den eigenen Account und auf die Übertragung des Apple iPod. Erst im Januar 2009 kündigte Apple an, dass das DRM von 80% der Dateien entfernt würde.

Schleierhaft ist, warum es keinerlei Bemühungen seitens der Industrie gibt, mit den klugen Köpfen auf “Piratenseite” in den Dialog zu treten und gemeinsam Konzepte für legale Lösungen zu schaffen. Würde man beispielsweise ein ähnliches System wie Suisa, GEMA oder GEZ mit solchen Portalen aufsetzen und damit gegen eine Gebühr die anteilsmässig an die Rechteinhaber verteilt würde, hätte man die Plattform, die Technologie – und vor allem eine riesen Nutzergemeinde. Denn auch wenn nur ein Drittel der 22 Mio Pirate Bay Nutzer für sagen wir schlappe 30 USD im Jahr mitmachen würden, könnte man 220 Mio USD vom Milliardenschaden abziehen. Ein sinnvoller und lukrativer Anfang.

Je mehr Antipathien die Industrie bei den Usern durch Ihre Rechtsstreitereien auf sich zieht, statt Geld und Zeit in komfortable, legale Angebote zu inverstieren, desto weniger Akzeptanz wird es geben. Auch wenn “The Pirate Bay” morgen offline geht (trotz Urteil ist sie immer noch online), wird die Karawane einfach weiterziehen, zum nächsten illegalen Portal. Wie ist Eure Meinung? Kennt Ihr positive Beispiele neben iTunes?

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