Dez 11

social-networking-failureTwitter wächst kaum mehr, China zensuriert weiterhin grosse Teile des Web, und Google Wave war auch nicht innovativ genug, um dem darum entstandenen Hype gerecht zu werden. Kein gutes Jahr für die IT also.

Neigt sich ein Jahr dem Ende zu, schiessen Listen wie Pilze aus dem Boden. Die besten Feuerwehrautos, die besten Energydrinks oder die besten Handys. ReadWriteWeb hat auch so eine Sammlung ins Web gestellt.

Bei dieser Liste geht es aber nicht um das Beste von irgendwas, sondern darum, was 2009 nicht optimal lief. Einige spannende Dinge sind drauf, die im Stress des zu Ende gehenden Jahres schon fast wieder drohen vergessen zu gehen.

Beispielsweise gibt es immer noch kein ordentliches TouchPad. Twitter ist zwar im 2009 ordentlich gewachsen, aber eine wirkliche Innovation haben die EntwicklerInnen nicht zu Stande gebracht.

In China wird “The Great Firewall” immer dicker und höher. Eine Lockerung der Internetzensur liegt in weiter Ferne. Ob Twitter , Youtube oder Facebook – alles was mit Social Networks zu tun hat, wird weiterhin stark zensuriert oder gleich ganz geblockt.

Google Wave hat sich zu einer grossen Enttäuschung  entwickelt. Erst war der Hype gross, doch die Innovation ist gering. Der neue Dienst scheint noch lange nicht am Ziel seiner Möglichkeiten angelangt zu sein.

Weiter zählt ReadWriteWeb zu den schwärzesten Momenten des Jahres, dass Microsoft und Don Dodge getrennte Wege gingen und der Launch von Spotify in den USA verschoben werden musste.

Der grösste Fail überhaupt sei aber der Werbespot von LeapFish – der sei einfach nur unerträglich und dämlich.

Naja. Hoffentlich wird das IT-Jahr 2010 wieder besser.

Was wünscht ihr euch? Wo kann noch mehr Hirnschmalz investiert werden? Wo lauern die nächsten Fallen?

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Aug 05

Google Wave Federation ProtocolGestern 12.00 Uhr, ein Raum voller Internet Geeks und ein Testlauf mit zwei der -bis dato- seltenen Google Wave Accounts. Und bei all den anwesenden, ausgewiesenen Webprofis: grosse, imaginäre Fragezeichen über den Köpfen. Und das lag nicht an der äusserst dünnen Dokumentation von Wave.

Mit einem grossen Paukenschlag auf der letzten Google I/O Konferenz wurde Wave vorgestellt. Ein eineinhalb Stundenvortrag, der vor Begeisterung sprühte und versprach, Wave würde unsere Art der Kommunikation im Web völlig revolutionieren. Auf der Konferenz wurden die heiss begehrten ersten Test-Accounts für Entwickler vergeben, mittlerweile soll Google weitere 100.000 Tickets verteilt haben. Doch wo Google Wave heute steht hat es nur eines revolutioniert. Die Ansicht über Google`s Entwickler- und Produktstrategie.

Zu früh, zu langsam, nicht mal halbfertig und hungrig
Normalerweise kennt man Google als sehr verschwiegen, Produkte werden plötzlich und ohne Ankündigung auf den Markt gebracht, in einem Stadium das zur Veröffentlichung taugt. Bei Wave geht man einen anderen Weg. Was ich gestern erleben durfte, war ein System, dass äusserst Schwerfällig daher kam. Funktionen die angekündigt sind, findet man nicht. Andere sind als Buttons in der App zu finden, mit dem ALT Tag: noch nicht implementiert. Extrem langsam ist es, wohl auf Grund des immensen Ressourcen Hungers. Milliarden von älteren Enduser Computern werden Wave nicht einmal zum laufen bringen. In diesem Stadium gibt es natürlich auch noch keine Widgets und Apps von anderen Entwicklern, die den Spass an Google Wave so gross machen sollen. Durch die Kombination mit dem halb fertigen Wave, wurde auch den Webprofis gestern nicht klar, was mit dem System anfangen. Es verwirrt, es macht noch keinen Sinn und Spass erst recht nicht. Google Bug?

Grösstes Manko: völlig geschlossen.
Bis dato gibt es keinerlei Integration für all die anderen Kanäle die wir nutzen. Twitter, Facebook, email – Fehlanzeige. Dass es nicht mal eine Integration für Googles gmail gibt ist wohl die grösste Enttäuschung gewesen. Vielleicht will man das auch gar nicht auf Google´s Seite. E-mail ist tot und Wave soll es begraben? Aber durch diese Geschlossenheit ist es eben sehr schwer den Nutzen zu erkennen. Was will Wave von uns und mit uns? Nach einer ganzen Weile meldete sich dann ein Robot bei uns, genannt Tweety Bot. Er versprach die erste Schnittstelle zu sein zu Twitter und forderte uns in einem kleinen Formular auf unsere Twitter Accountdaten einzugeben. Aber da wollte keiner so recht dran mit seinem Passwort. Zu gross die Gefahr, dass es doch noch keine Schnittstelle ist, sondern nur ein kluger Hacker, der sich ergaunerte Passwörter an den Kühlschrank klebt und ins Fäustchen lacht.

Hat jemand von Euch schon Google Wave live erleben oder testen können? Habt ihr es verstanden? Und hattet ihr ganz neuen “Kommunikationsspass” auf einem höheren Level?

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Jun 23

Auch wenn die Erwartungen nicht besonders hoch waren, die Menge schaute auf den Tag des Release von Microsofts IE8. Um ihre geringen Erwartungen ein weiteres mal vernachlässigt zu sehen wie rothaarige Stiefkinder. Es scheint, Browser machen ist einfach nicht der richtige Sport in Redmond.

Schmeiss Deinen alten Browser weg oder verpiss Dich

Werbekampagne mit folgender Entschärfung
Für den Launch in Australien dachte sich die Marketing Abteilung was ganz tolles aus. 10,000 Australische Dollars irgendwo im Internet versteckt, man muss nur den Hinweisen auf twitter und der Seite www.tengrandisburriedhere.com folgen, um dann möglicherweise eine Seite mit einem “claim” Button zu finden und das Geld einzusacken. Einzige (und peinliche) Bedingung: Das alles geht nur mit dem IE8, (andere sind über eine Scriptabfrage ausgeschlossen). Das ist schon ein starkes Stück. Wer allerdings so unverfroren war, die Microsite mit  z.B. dem Firefox zu öffnen bekam die Meldung (hier übersetzt): “Schmeiss Deinen Firefox vom Rechner oder verpiss Dich”. Nicht übel für einen Laden aus dem puritanischen Amerika. Grundsätzlich ausgeschlossen waren  natürlich Mac und Linux User, denn für die gibt es den IE8 gar nicht.

Nach heftigen Reaktionen schwenkte Microsoft dann um und entschärfte die Kampagne. Nunmehr darf man gnädigerweise auch mit anderen Browsern suchen und finden, empfohlen wird dennoch der hinterherhinkende IE8 für vollen Spielspass.

Im Vergleich

Der Schuss ins eigene Knie

Der Schuss ins eigene Knie

vergleichMS_cssDa stellt sich Microsoft gleich wieder in Ecke der Polemiker, jubelt ihrem IE8 mit zum Teil wirklich lächerlichen Argumenten zu. Man schaue sich die Liste an die Sie als Vergleich auf der eigenen Seite veröffentlicht haben. Chrome und FF unterstützen zwar CSS3 und HTML5, aber der IE8 leiste volle Kompatibiltät für CSS2.1! Und das Private Browsing, dass Sie sich beim FF 3,5 abgeschaut haben, könne der Release 3 vom FF ja auch nicht (Wusstet Ihr, dass der IE7 das auch nicht konnte?). Geschwindigkeit sei ja auch nicht alles, denn die wahre Grösse des IE8 erkennt man, wenn man Slow-Motion-Videos anschauen würde. Verstehe, dass ist ja auch eine der Hauptbeschäftigungen der User im Web. Hier also ein Kompliment an Microsoft. Das Vergleiche mit Opera und Safari gänzlich fehlen, ist bezeichnend. So ist auch die Twittergemeinde ist nicht begeistert.

Im gängigen Sunspider-Test betrachtet, macht der IE8 eine gute Figur auf dem letzten Platz, der folgende Screenshot spricht Bände. Dem ich einfach nichts mehr hinzuzufügen habe.

Top Platzierung auf Position 5 von 5

Top Platzierung auf Position 5 von 5

Liebe Marketing Amateure von Microsoft, wärt Ihr nicht Microsoft, würde ich Euch glatt meine Unterstützung anbieten und zeigen wie es richtig geht. Aber trotz des enormen Budgets sage ich nein. So dringend muss ich nicht in den Billionaires Club.

Was haltet Ihr von diesem Geniestreich? Wart Ihr enttäuscht oder vorher darauf gefasst?

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