Feb 26

SpracheViele Studien belegen: die Kommunikation via E-Mail, SMS oder über soziale Netzwerke ist beliebter als das persönliche Gespräch – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Doch wie beeinflusst das Internet die Sprache, deren Wandel und Gebrauch tatsächlich? Ein Erklärungsversuch.

«Das Internet lässt die Sprache verkümmern». Diese These würden wohl viele Linguisten ohne zu zögern unterschreiben. Ihre Argumente: per SMS wird bestenfalls noch in Satzfragmenten kommuniziert. In Chats trifft der Leser mehr auf so genannte «Inflektive» – *knuddel*, *dich liebhab* – als auf vollständige Satzkonstruktionen. Ganz zu schweigen von den Emoticons.

Es gibt jedoch auch Sprachwissenschaftler, die die sprachlichen Entwicklungen unter dem Einfluss des Internets mit weniger Argwohn betrachten. Denn eines ist klar: Sprachwandel gehört zum Wesen einer lebendigen Sprache.

Internet: Konventionelle Regeln ohne Bedeutung

In unserem Alltag sind Gespräche auf eine bestimmte Art und Weise organisiert. Es existieren Regeln, die die meisten Menschen mehr oder weniger intuitiv beherrschen: Wer eröffnet ein Gespräch, wie verläuft dieses, wer hat das Rederecht, wann erfolgt ein Sprecherwechsel.

Auch geschriebene Texte folgen – meistens jedenfalls – klaren Regeln. Sie bestehen aus ganzen Sätzen. Sind in sich geschlossen. Wohlgeordnet. Linear. Meist mit einem Anfang, einem Hauptteil und einem Schluss.

Und nun das Internet: Alle aus der Sprachwendung bekannten Regeln verlieren hier ihre Geltung. Und zwar uneingeschränkt. Die Frage ist nun: entsteht hier gar eine eigene Sprachform? Und wie soll diese heissen? Wie so oft im Netz zu lesen: Weblish, Netspeak oder Techno-Babble?

Neue Sprachelemente

Natürlich ist das Internet auch voll von höchst konventionellen und klassischen Textformen. Aber eben nicht in sozialen Netzwerken, Chats oder Newsgroups. Hier kommen absolut neue Sprach-Elemente hinzu. Dominiert wird diese Art der Kommunikation vor allem von der so genannten konzeptionellen Mündlichkeit. Der Schreiber mimt die gesprochene Sprache. «Hoi du, lass’ uns ins Kino gehn’». Hier wird «hallo» durch «hoi», «in das» durch «ins» oder «gehen» durch «gehn‘» ersetzt. Und genau hier findet der Sprachwandel statt.

Oft dominieren die neuen Elemente die hergebrachten sprachlichen Regeln. Oder sie ersetzen, durchdringen oder entwerten sie gar. Auch Abkürzungen wie «lol» (laughing out loud) oder «btw» (by the way) gehören zum täglich Sprachgebrauch der User. Insgesamt geht es bei der konzeptionellen Mündlichkeit oder beim Gebrauch der bereits erwähnten Inflektive darum, Nähe zwischen den beiden «Gesprächspartner» zu schaffen. Und die fehlt im Netz bekanntlich ganz und gar.

Sprache als Zeichensystem

Doch der Sprachwandel wird natürlich nicht nur durch die Sprache und deren Gebrauch in sozialen Netzwerken statt. Denn die Sprache und deren Nutzung wird ebenso durch die Hypertextualität sowie durch eine gut durchorganisierte Mischung und Anordnung von Sätzen, Bildern, Logos und weiteren grafischen Elementen des Internets geprägt. Daher ist es wohl dringend nötig, die Sprache künftig nicht mehr nur als Schrift, sondern eben als komplexes Zeichensystem zu verstehen. Doch davon mehr im nächsten Blogpost von kommendem Freitag, 4. März 2010.

Und was denkt ihr? Führt das Internet und seine Sprache zum Verderbnis derselben? Oder ist es viel eher eine Bereicherung für die Sprache und ihre Entwicklung?

\\ tags: , ,
5 Kommentare »

Aug 10

yammerE-Mails sind aus der heutigen Business-Welt nicht mehr wegzudenken. Mails checken gehört zu unserem Alltag und regiert ihn auch ein Stück weit. Vor allem wir das Kommunikationsmittel immer öfter missbraucht, woraus die bedrohliche E-Mail Flut entsteht, die wohl jeder kennt.

Das Web 2.0 hat ein paar Tools hervorgebracht, die helfen dem E-Mail den Gar aus zu machen oder wenigstens die Flut reduzieren. Wie lange es noch geht, bis E-Mails aus dem Business-Alltag verschwinden und wir den Morgen mit einer neuen Routine starten können, lässt sich wohl schwer abschätzen.

Yammer jedenfalls hat uns bei der INM geholfen, die internen Mails zu reduzieren und das ist für mich ein grosser Schritt in die richtige Richtung.
Der Video erklärt warum.

Sind E-Mails tatsächlich eine solche Plage und können Tools wie Yammer helfen unseren Busniess-Alltag von der E-Mail-Flut zu befreien, damit wir morgens als erstes wieder einen guten Kaffee geniessen können?

\\ tags: , ,
4 Kommentare »

Mai 18

e-mail1Es gibt nichts, das mehr Web 1.0er ist als E-Mail und doch hat das Informationsmedium so einige anderen Innovationen überlebt. Zum einen ist es eines der mächtigsten Online-Marketinginstrumente, nämlich wenn es um’s Permission Marketing geht, und zum andern nervt’s, bedenkt man die E-Mail Flut, mit der man’s täglich zu tun hat.

Nun, welche Typen von E-Mail-Schreibenden haben die Jahre hervorgebracht? Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht und die in einem Video zusammengefasst:

E-Mail-Typen, der…

  1. Leermacher
  2. To jedermann
  3. CC an möglichst viele
  4. BCC-ler für Hasenfüsse
  5. Hypergraphen
  6. Chatter
  7. Senden/Empfangen-Drücker
  8. Ignorant
  9. Kleinschreiber
  10. Anredelose
  11. Aus-Versehen-zu-Früh-auf-Senden-Klicker by Simon07
  12. Attachment-Vergesser by Simon07
  13. save-your-ass by Oliver
  14. E-Mail Avoider by Sam
  15. alle empfänger sichtbar lasser by Alexandra
  16. Minimalist by Dirk
  17. fun mailer by Dirk
  18. “mailbox full” by Dirk
  19. 133 email Adressen by Dirk
  20. Betreff losen by Gustavo
  21. Attachement-Erwähner by Marcel Widmer
  22. Forwarder by Ralph

Was für Typen seid Ihr? Und welche Typen kennt Ihr noch?

\\ tags: , ,
16 Kommentare »

Dez 04

Schon seit Beginn ist Kommunikation über E-Mail die beliebteste Anwendung des Internets. Es ist nun, seit dem Versenden und Empfangen der ersten E-Mail, 37 Jahre vergangen. Wo stehen wir heute? Wie lange werden wir noch E-Mails schreiben und lesen?

Der E-Mailverkehr hat im Webzeitalter schon fast monströse Ausmasse angenommen. Viele Leute, ob privat oder im geschäftlichen Bereich beklagen sich schon heute über die Maillawine, die täglich über sie hereinbricht. E-Mail hat sich bis heute zu einem Zeitfresser par excellance entwickelt. Grund genug um mal ein paar Überlegungen zur Zukunft dieses Mediums anzustellen.

Im Zeitalter des Web2.0 hat sich die Art der elektronischen Kommunikation so ziemlich gewandelt. Während zu Beginn des Web noch einzig über E-Mail elektronisch kommuniziert werden konnte, stehen heute vielerlei Wege offen. Vor ein paar Jahren wurde ein Teil, vor allem des privaten, E-Mail Verkehrs auf die Instant Messenger verlagert. Dieser Weg hat sich bis heute nicht so richtig durchgesetzt, da die meisten Instant Messenger Dienste nicht kompatibel zueinander sind.

Seit dem Hype auf Social Networks wie Facebook, Xing und StudiVZ verlagert sich ein Teil der E-Mail Kommunikation auf diese Plattformen. Obwohl Twitter und andere Microblogging Dienste heute noch mehrheitlich von den Geeks eingesetzt wird, ist abzusehen, dass auch solche Dienste ihren Beitrag zur Entlastung von E-Mail leisten werden. Yammer, das Twitter für den Unternehmensbereich, ist so ein Beispiel, wie solche Plattformen sich ihren Weg auch in die Businesswelt suchen.

Persönlich habe ich festgestellt, dass sich bei mir die private E-Mailflut deutlich reduziert hat, seit ich vermehrt Web2.0 Plattformen einsetze.

Wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie habt ihr die E-Mails im Griff? Wird diese Kommunikationsform schon bald zu Grabe getragen?

\\ tags: ,
21 Kommentare »