Mai 10

Meine Prognose, die ich vor kurzem abgegeben haben, hat sich jetzt bestätigt. Vor und nach dem grossen DSDS-Finale wurde von der Web-Gemeinde angekündigt: “Wir torpedieren den diesjährigen DSDS-Siegersong und verhelfen einem alten Hit zur Download-Chartposition.” Ebendieser Versuch ging jetzt wirklich voll in die Hose.

Die Protestierenden riefen dazu auf, anstelle des Songs von Mehrzad Marashi entweder “Stairway To Heaven” von “Led Zeppelin” oder “Boomerang” von “Blümchen” zu kaufen – je nach Geschmack halt. Blümchens Boomerang kam zurückgeflogen und landete auf Platz sieben. Der Led Zeppelin flog nicht so weit und schaffte es nur bis auf Platz 15.

Die Gegner streiten sich nun über die mangelnde Absprache zu der Aktion. Hätten beide Gruppen gemeinsame Sache gemacht, hätten sie vielleicht Erfolg gehabt. Aber nur vielleicht. Als ich damals darüber geschrieben habe, wollten sie noch einen Song der imaginären Band von Jack Black pushen.

Die Aktion ist auch deshalb misslungen, weil der Song von Dieter Bohlen für ganz wenig Geld auf diversen Download-Portalen verschleudert wurde. RTL wollte um jeden Preis verhindern, dass der Song nicht wie gewohnt die Charts anführt.

Nicht alles was in England oder in den USA funktioniert, funktioniert auch in Deutschland oder der Schweiz. Immerhin: Platz 15 und Platz 7 sind ja nicht schlecht für Songs, die schon etwas aus der Mode geraten sind. Und Deutschland ist auch nicht so ein Musikland wie England, wo der Kommerz verpönt ist und man vertrauensvoll am Alten festhält.

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Apr 08

Kurz vor Weihnachten habe ich über eine Aktion der Engländer gegen Castingshows berichtet. Dort war es nämlich seit jeher so, dass nach jedem X-Factor Finale der jeweilige Gewinner einen Nummer 1 Hit landete.

Da dies vielen Musikfans ein Dorn im Auge war, machten sie via Facebook Tausende von Leuten mobil. Weihnachten 2009 war es dann soweit: An der Spitze der Charts stand nicht der Hit von “Joe McElderry”, sondern ein Song von “Rage Against The Machine”. Mehr zu der Story gibts hier.

Angespornt von diesem Erfolg möchten nun auch die Deutschen so eine Kampagne durchziehen. Hinter der Kampagne stehen die Ringrocker, eine “Rock am Park”-Community. Am Ende der diesjährigen DSDS-Staffel soll kein DSDS-Song die Charts stürmen, sondern die fiktive Band von Jack Black namens “Tenacious D” mit ihrem Hit “Tribute”. In Social Networks wie studiVZ und Facebook haben sich bereits 60’000 Nutzer zusammengefunden, die die Aktion in zwei Wochen unterstützen werden. Vom 23. 4 bis 29.4 sollte man den Sprengkandidaten-Song von “Tenacious D” runterladen. Alle Infos dazu gibts es auf Facebook oder in diesem Video:

Ach meine Lieben. Nicht alles, was in England funktioniert, funktioniert auch in Deutschland. Kopieren bringt doch nichts. Warum nicht etwas ganz anderes und Kreativeres aushecken? Ausserdem soll es da ja noch ein Problem geben: Der Tenacious D Song wurde von der Plattenfirma Sony bisher nicht für die Singlecharts angemeldet und ist nur als Download in Onlineshops erhältlich.

Meine Prognose für diese Kampagne: Funktioniert nicht. Und was denkst du?

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Nov 25

tchiboideasDerer guten Ratschläge gibt es viele für Aktionen im Web und besonders im Social Media Bereich. Attention, Involvement, Fans, … Doch wie solche Lösungen handfest funktionieren, da ist oft Schweigen im Walde. Deshalb stelle ich hier ein Projekt vor, das nicht ur von A bis Z durchdacht und erfolgreich ist, sondern das Thema “in die Zielgruppe reinhören” zur Perfektion bringt.

Denn was der Tchibo Konzern mit “Ideas” aufgesetzt hat, ist nicht nur Mitmachweb par excellence, sondern auch ein Geniestreich mit grossem Vorbild.

Tchibo Ideas – ein Konzept wie aus einem neuen Lehrbuch
www.tchibo-ideas.de ist eine Seite die sich mit Alltagsproblemen und deren Lösungen beschäftigt. Nicht etwa als Angebot, sondern als Erfinder Plattform. Und das funktioniert so:
Jeder kann seine kleinen oder grossen Wehwehchen aus dem täglichen Leben als zu lösendes Problem einstellen. Meist sind es Umstände die uns allen bekannt sind und unsere Nerven strapazieren.
Alle diese Wünsche nach Lösungen für derartige Probleme werde gesammelt und auf der Seite vorgestellt. Und die User können entscheiden, wer in die Topliga der dringend zu lösenden Probleme kommt.

Shritt 2: Die Gewinnerprobleme
- werden nun ausgeschrieben, damit jeder Erfinder oder der, der sich zu einem solchen mit oder ohne Talent dazu berufen fühlt, im stillen Kämmerlein eine geniale Lösung dazu aushecken kann. Da werden Skizzen gezeichnet, Prototypen gebaut und stolz präsentiert auf der Website. Und wieder voted und entscheidet die Zielgruppe, wer das Rennen macht und die ihrer Meinung nach beste Lösung präsentiert.

Schritt 3: Wir verkaufen Dir was Du willst
Und dann kommt meines Erachtens nach der echte Clou an der Geschichte. Tchibo lässt die von den Usern als beste Lösung auf die Alltagsnerver gewählten Produkte herstellen und in die Regale stellen. Man leistet sich also einfach keine Flops mehr. Man lässt die Käufer über Probleme reden, Lösungen dafür finden und produziert nur noch auf Kundenwunsch. Sag mir was du kaufen willst und ich lass es für dich herstellen.

Kennt man das nicht irgendwoher?
dsds4_motto1_003Doch, kennt man. Vom Engländer Simon Fuller, dem Erfinder von Pop Idol, auch bekannt als lizensierte Version Deutschland sucht den Superstar oder Superstars von 3+ in der Schweiz. Alle Kids wollen Superstar werden, man kreiert einen riesen Hype, bekommt Unsummen an Werbeeinnahmen mit der Show und lässt den Konsumenten entscheiden was er denn morgen im CD Regal kaufen will. Und ich will weder Fuller noch Tchibo in ein schlechtes Licht stellen. Beide Konzepte bedeuten eine echte Win-Win Situation. Nämlich der Kunde bekommt was er will und der Produzent setzt kein Geld mehr mit Ladenhütern in den Sand. Nicht uneigennützig von den Herstellern, aber effektiv.

Seid Ihr mit mir einer Meinung? Oder denkt Ihr das ist trotzdem nur beschönigte Abzocke? Ist das System genial oder müsste man noch einige Schritte weiter gehen und wenn ja, welche fehlen Euch?

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