Okt 06
digg – der Inbegriff des Social Bookmarking könnte schon bald Geschichte sein. Die Seite, die statt eines glamourösen Neustartes mit neuem Look & Feel und zusätzlichen Features eher eine Bruchlandung hinlegte, hat sich bei den Usern immer unbeliebter gemacht. Nachdem der CEO Stuhl mehrmals neu besetzt wurde, könnte es sein, dass der Gründer Kevon Rose das Projekt komplett abschreibt.
Ein Urgestein ist digg.com sicherlich, denn der Service wurde im Dezember 2004 gestartet, ein wahrhaft biblisches Alter im Web 2.0. Promoted hatte Rose es auch über seine WebTV Show digg Nation, in der die Hypes der Internetwoche zusammen mit seinem Co Host Alex Albrecht vorgestellt wurden. Auf der Höhe des Traffics und Popularität gab es ein Angebot von 80 Millionen Dollar, das vom Aufsichtsrat abgelehnt wurde. Die Gründe wurden nie offiziell kommentiert, man munkelt aber zur selben Zeit in 2008 hätte es einen “beinahe Deal” mit Google gegeben.
Seither ging es stetig bergab und mit dem Release 4 kam nicht die grosse Rettung sondern grosser Unmut. Das Wegfallen von beliebten Features und die Einführung von anderen populären brachte so manchen User auf die Palme. Denn alles hatte den Anschein, dass man sich mehr nach den Wünschen von Venture Capital Gebern richtet, statt sich selbst treu zu bleiben: Die Macht der Masse zu überlassen, was Top und was Flop ist im Web.
Auf der Techcrunch Disrupt Konferenz Ende September erklärte Rose dann öffentlich, er sei ausgebrannt und sehe sich nicht mehr als Teil von DIGG zum Ende des Jahres. Was DIGG bei all den vorhandenen Problemen noch sein wird ohne den Gründer ist schwer vorstellbar.
Damit wäre der Kevin Rose der nächste grosse Kopf der dieses Jahr die Sachen hinschmeisst. Im Sommer sorgte Alex Bogusky für einen riesen Wirbel, mit der Nachricht, er werde sich nicht nur von CP+B Group trennen, sondern sich ganz aus der Werbung zurückziehen – der Mann, der von der ganzen Fachpresse als der Elvis der Werbung gefeiert wurde, als das grosse Talent und die grosse Hoffnung im Marketing 2.0.
\\ tags: Alex Bogusky, CPB Group, digg, Kevin Rose
Jul 28
Damals – als Social Media noch keinen Namen hatte und alle rumrätselten, was Web 2.0 denn so alles beinhalten könnte – wurde Digg geboren. Damals war vor fünf Jahren. Und damals hatte Digg Grosses vor.
Das Prinzip von Digg war einfach: User schlagen Blogposts oder News vor, und je mehr User diese gut finden, desto höher landen die Artikel im Ranking. Die User fanden diesen Service nie besonders spannend und pushten ihre Links lieber über Twitter und Facebook, weil sie dort Feedback aus ihrem persönlichen Netzwerk bekommen. Bei Digg geht es viel unpersönlicher zu und her. Und wer ist heutzutage schon gerne anonym?
Das Umdenken der User hat auch den Gründer von Digg, Kevin Rose, inspiriert. So hat er seinen Dienst kurzerhand relaunched. In Zukunft kann man Artikel auf der Ebene von Freundesnetzwerken empfehlen. Doch wird das reichen?
Matthias Schwenk vermutet in seinem Blogpost:
Die Zukunft gehört vermutlich Clients, die wissen, wo ihre Besitzer gerade sind und was diese tun, so dass sie ihen in Abhängigkeit von solchen Rahmendaten Nachrichten teils direkt aus bestimmten Medien zuführen können, teils gefiltert aus den Empfehlungen in Social Networks.
Solche Dienste setzten aber nicht nur die Verbindung zu Social Networks und einem breiten Set an Inhalteanbietern voraus, sondern auch das Wissen um sehr persönliche Daten, so dass darauf bezogen dannn auch wirklich relevante Nachrichten bzw. Medieninhalte empfohlen werden können.
Was für mich fehlt, ist einfach die Dynamik. Was bringen 1000 Diggs, wenn man auch ehrliches Feedback von 3 Personen aus dem eigenen Netzwerk bekommen kann?
Was denkst du? Wird Digg nochmals aufleben oder irgendwann im Nirvana versinken, so wie es MySpace bald tun wird?
\\ tags: digg
Okt 30
Weihnachten 1992. Mein grosser Bruder bekam damals seinen ersten PC geschenkt. Klein-Christina (6) war natürlich sofort Feuer und Flamme für das technische Gerät. Als man sich dann später ohne komplizierte Umwege ins Internet einwählen konnte, war es sowieso um mich geschehen. Eine grosse Liebe, die jetzt schon 18 Jahre andauert.
Und die einzige Frau scheine ich nicht zu sein, wie Brian Solis in seiner Studie “Revealing the People Defining Social Networks” herausgefunden hat:

Siehe da: Es sind deutlich mehr Frauen auf den Social Networks als Männer. Nur im Digg-Teich dümpeln im Moment noch mehr Männer vor sich hin und warten auf weibliche Gesellschaft.
Warum das so ist? Für mich besteht kein Zweifel: Frauen sind halt einfach ein bisschen kommunikativer und multitaskingfähiger als Männer. Die technischen Barrieren sind längst überwunden.
Der Statistik glaube ich aber trotzdem nicht so recht. Wenn ich selbst von Welle zu Welle surfe, fühle ich mich eher wie die Henne im Korb. All die Frauen, die mir die Studie verspricht, begegnen mir auffallend selten.
Melden sich Frauen auf Social Networks einfach nur an und nutzen sie dann nicht? Eröffnen viele Männer ein Fake-Profil und geben sich als Frau aus? Oder wie erklärt ihr euch diese Statistik? Wo verstecken sich all meine Geschlechtsgenossinnen?
\\ tags: digg, frauen, social networks, social web, Statistik
Neuste Kommentare