Jan 27

Customer Journey – zu Deutsch „die Reise des Kunden“ – gilt als einer der Trends für das laufende Jahr. Im Online-Bereich ist damit der Weg des Kunden von der ersten „Begegnung“ mit dem Online-Anbieter bis zur Conversion – also dem Kauf oder der Kontaktaufnahme – gemeint.

Beispiel eines Customer Journey

Die Analyse der Kundenreise – auch 360° oder Kunden- und Kaufprozess-Analyse genannt – erfolgt mittels spezieller Tools. Google Analytics ist eines davon. Ich habe bereits im November in meinem zweiteiligen Blog-Post über Multi-Channel-Trichter die Möglichkeiten aufgezeigt, wie man das Zusammenspiel mehrerer Werbemassnahmen für eine Erhöhung der Conversion nutzen kann.

In solchen Analysen dreht sich vieles um die Berührungspunkte, auch „Touchpoints“ genannt, die der Kunde durchläuft. Die Online-Bewertung u.a. über Suchmaschinen, Google AdWords, Social Media oder Mobile-Apps kann man effizient – auch technisch betrachtet – realisieren.

Anspruchsvoller wird es, wenn man auch Offline-Berührungspunkte auswerten will. Inserate in Print-Medien, Plakate, TV, Kino oder Ladenlokale und Ausstellungen sind deutlich komplexer in der ganzheitlichen Beurteilung der Customer Journey. Aber zum Glück für die Marketingfachleute findet immer mehr eine Verschmelzung von Online und Offline statt. Fernsehen wird immer häufiger an Online-Geräten geschaut, QR-Codes helfen in Inseraten oder auf Produkten und Bilderkennungssoftware liefert auch nützliche Daten zurück. Durch gezielte Aktionen in Ladenlokalen oder Ausstellungen, verrät der Kunde seine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer und schon ist wieder ein Touchpoint vorhanden, der analysiert und ausgewertet werden kann.

Letztendlich kann damit der Werbeeinsatz optimiert und die Effizienz der Conversion beurteilt werden. Damit wird die Customer Journey ein nützliches Instrument für die Marketinganalyse.

Wohin geht die Zukunft?

Oft enden beim Kauf oder bei der Kontaktaufnahme die Analysen und Auswertungen. Meiner Meinung nach ist die Reise des Kunden hier aber nicht zu Ende. Auch der ganze Kundenservice danach, die Sendungsverfolgung (Track & Trace der Post), Retouren, Reparaturen oder Garantiefälle sind meiner Meinung nach genau so wichtige Berührungspunkte. Mit diesen Erkenntnissen lässt sich die Customer Journey auch mit quantitativen, qualitativen und subjektiven Erkenntnissen ergänzen. Diese übergreifende Analyse kann als Customer Journey Map visualisiert werden. Wird es im richtigen Umfang genutzt, sind Unternehmen in der Lage das eigene Portfolio an die Bedürfnisse des Kunden anzupassen und die Kundenzufriedenheit damit zu steigern.

Es gibt eine Vielzahl von Geschäftsprozessen – nicht nur im E-Commerce – die so ausgewertet werden können. Auch bei E-Procurement, E-Government oder E-Learning (die Liste ist natürlich nicht abschliessend) ist Customer Journey wichtig.

Analysierst Du die Customer Journey? Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht? Verwendest Du Google Analytics oder ein anderes Tool?

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Jan 13

In Analyse-Tools, wie beispielsweise Google Analytics, Webtrends oder etracker wird durch umfangreiche Reports und Trackingvarianten die Conversion aufgezeigt und optimiert. Das ist sinnvoll und wichtig und sollte auch möglichst exakt durchgeführt werden.

Man darf aber dabei nicht vergessen, was mit all den Besuchern passiert, die das gewünschte Ziel – zum Beispiel ein Kaufabschluss – nicht tätigen. Da liegt ein enormes Verbesserungspotenzial, denn oft sind das mehr als 90% aller Besucher. Nur mit weiteren Optimierungen, verbesserter Benutzerfreundlichkeit und noch besserem Nutzererlebnis alleine kann man die Conversion nicht endlos steigern. Modernes Internetmarketing hilft einem, die verpasste Verkaufschance doch noch zu nützen.

E-Mail-Benachrichtigung

Hat der Besucher sich schon registriert, also seine E-Mail-Adresse angegeben, sollte man dies nützen. Es ist wichtig, dass man den Besucher anregt, den Kaufvorgang doch noch zu beenden. Dies muss schnell geschehen, denn über 50% aller erfolgreichen Warenkorb-Rückgewinne finden innerhalb der ersten paar Stunden statt. Falls nicht, sollte man später nochmals darauf hinweisen, denn weitere 10% werden innerhalb der nächsten 48 Stunden verzeichnet. Dabei sollte man es aber belassen, nicht dass das E-Mails als Belästigung – oder sogar als Spam – wahrgenommen wird. Tipp: In der letzten Benachrichtigung darauf hinweisen, dass der Warenkorb bald verfallen wird, was zum Handeln auffordert. Unbedingt den gespeicherten Warenkorb verwenden und nicht einfach auf die Startseite linken.

Mit Partner verbinden

Aber was, wenn der Besucher – und das ist vermutlich die Mehrheit – sich noch nicht registriert hat? Sind die Besucher für immer verloren? Nein, es gibt immer noch gute Chancen, den Besucher zu seinem Glück zu zwingen. Durch übergreifende Partnernetzwerke, Affiliate-Systeme und Keyword-Advertising kann man den Besucher auch zu einem späteren Zeitpunkt – oft sogar über mehrere Wochen – „verfolgen“. Dies geht in aller Regel über Cookies oder IP-Adressen. So können bei Suchmaschinen, News-Anbietern und diversen anderen Seiten nun genau passende Text-, Bild- und Videoanzeigen platziert werden. Diese Werbemöglichkeit können fast uneingeschränkt ausgebaut und optimiert werden. So sollte man sich merken, wo der ursprüngliche Abbruch des Kaufprozesses – z.B. bei der Auswahl der Lieferart – stattgefunden hat oder welche Artikel im Warenkorb waren. Mit diesen Informationen schaltet man nun für genau den Besucher passende Werbeanzeigen mit Gratislieferung oder mit verlockenden Angeboten zu den präferierten Produkten. Dabei holt man wieder den gespeicherten Warenkorb, zeigt die richtigen Produkte auf der Startseite und benutzt das Empfehlungsmarketing zum Erfolg.

Und nicht vergessen in allen Links und Anzeigen die speziellen Kampagnen Tags benutzen, um die wiederkehrenden Kunden exakt über Google Analytics auswerten zu können.

Ich finde dieses Marketingpotenzial einfach gewaltig. Und Du? Hast Du auch schon Erfahrungen dazu gemacht? Man muss doch die 90% der Besucher zu ihrem (Kauf-)Glück zwingen! 

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Nov 25

Vor einer Woche schrieb ich den ersten Artikel über den Google Analytics Multi-Channel-Trichter und habe dabei erklärt, weshalb das Zusammenspiel mehrerer Massnahmen entscheidend für den Erfolg ist.

Nun kommen die Torschützen und Assistgeber zum Zuge und so gibt es in Google Analytics eine Art Scorerliste, also die Liste in der die besten Torschützen und Assistgeber aufgeführt werden. In Google Analytics werden diese im Bericht Vorbereitete Conversions ehrenvoll ausgewiesen.

Vorbereitete Conversions

Das ist aber noch nicht alles, es ist sogar möglich zu analysieren wie viele Spielzüge - zwei oder mehr Besuche auf der Website – nötig waren, bis der Erfolg eintrifft.

Im Eishockey wird in Linien, Reihen oder Blöcken gespielt, das bedeutet, dass Stürmer und Verteidiger möglichst immer mit den gleichen Partnern spielen. Im Online-Marketing macht es durchaus auch Sinn, wenn man verschiedene erfolgreiche Werbevarianten zusammen in Aktion setzt. Um die beste Linie zu finden, gibt es in Google Analytics den Bericht Top-Conversion-Pfade. Er zeigt wunderbar, wie das Zusammenspiel am effektivsten und erfolgreichsten ist.

Zeitintervall

Im Spiel muss man immer mal einen Spieler austauschen, weil er seine Leistungsgrenze überschritten hat oder vielleicht auch einfach zu uneffektiv ist. In Google Analytics kann man mit den beiden Berichten Zeitintervall und Pfadlänge herausfinden, ob eine Interaktion einfach nicht mehr erfolgreich ist, weil es zu lange dauert bis der Erfolg da ist oder ob einfach sonst erfolglos auf eine Werbung geklickt wird.

Pfadlänge

Fazit:
Ich finde die neuen Möglichkeiten richtig cool und nicht nur, weil ich mich für Sport interessiere. Ich bekomme mit dem Multi-Channel-Trichter endlich gute Conversion-Auswertungen und kann diese auch schön und übersichtlich darstellen lassen.

Hier noch zwei Videos zum Thema. Anschaulich präsentiert und richtig verständlich ;-)
Multi-Channel Funnels in Google Analytics
Walkthrough of Multi-Channel Funnels in Google Analytics

Welche Erfahrungen hast Du mit dem neuen Report gemacht? Hast Du Deine Kampagnen entsprechend optimiert? Ich freue mich auf Deinen Kommentar! 

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Nov 18

Es gibt Sportarten, da zählt der Assist fast soviel wie der eigentliche Treffer.  So ist im Basketball und im Eishockey ein Assist ein wichtiger statistischer Wert für die Beurteilung von Spielern und dessen Mannschaftsdienlichkeit.

Auch im Online-Business ist das Zusammenspiel mehrerer Massnahmen entscheidend für den Erfolg. Nur wurde dieses Zusammenwirken bisher kaum statistisch ausgewertet. Bis im letzten Sommer war das weitverbreitete  Analyse-Tool Google Analytics nicht einmal in der Lage, einen entsprechenden Bericht zu generieren. Bis jetzt wurde die Conversion nur anhand des letzten Cookies (last Cookie wins) berechnet, also nur die letzte Quelle war massgebend, wie gut oder wie schlecht eine Conversion war.

Diese Berechnung ist aber nicht ganz praxisgerecht und beinhaltet Ungenauigkeiten und Nachteile, da ein Besucher in aller Regel nicht bei seinem ersten Besuch das Ziel – zum Beispiel eine Bestellung – generiert, sondern meistens einige Anläufe über womöglich verschiedene Quellen benötigt.

Nun aber gibt es in Google Analytics den Multi-Channel-Trichter. Es ist nun also möglich zu sehen, wie ein Erfolg bezüglich der Effektivität zu Stande kommt.

Multi-Channel-Conversion-Visualisierung

Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis zu Hilfe:
Ein User kommt  beim ersten Besuch über eine AdWords-Werbung in einen Online-Shop und schaut sich ein wenig um, kauft aber noch nichts. Der zweite Besuch erfolgt dann über einen Banner und der dritte Besuch über die klassische Google Suche. Nun beim dritten Besuch kauft der Kunde ein und erstellt so eine Conversion. Bisher stellte sich nun die Frage, wem gehört die Conversion? Der AdWords-Werbung, dem Banner oder der Google Suche? Im bisherigen Tracking bekam die Google Suche die Lorbeeren und die beiden anderen „Mitspieler“ gingen leer aus. Neu bekommen sie einen Assist gutgeschrieben und dürfen auch Stolz auf ihren Beitrag sein. Zumindest werden sie im Spielbericht – der Multi-Channel-Conversion-Visualisierung – hervorgehoben.

Im zweiten Teil zeige ich Euch, warum es in Google Analytics eine Scorerliste gibt und warum Eishockey ein gutes Vorbild für Online Marketing sein kann.

Wie findest Du den neuen Report? Ist es endlich das, was Du schon lange analysieren wolltest? Bist Du daran, Deine Kampagnen entsprechend zu optimieren? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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