Feb 25

Das weltweite Monitoring des Internets im Überblick Nach den Ereignissen von letzter Woche werden Social Media und nicht zuletzt das Internet in zahlreichen Ländern gross gefeiert. Jedoch hat dies auch zu Reaktionen auf Seiten von Regierungen geführt.

Wenige Tage nach den Aufständen in der arabischen Welt sind sich alle einig, dass Social Media viel zur Selbstbefreiung der Bürger beigetragen hat, da die Netzwerke kaum zu kontrollieren waren. Doch wie bei allem heisst es auch im Internet “andere Länder, andere Sitten”: Während China zensiert, Amerika die totale Überwachung anstrebt, lässt Afrika dem Internet freien Lauf. Dies zeigte sich in den Ergebnissen einer Studie der  OpenNet Initiative, welche letzte Woche eine “Weltkarte der Webzensur” veröffentlichte.

Als Extrembeispiel der Internetüberwachung gilt China. Im Jahr 2003 wurde dort die Web-Zensur in Form des “Great Firewall” eingeführt. Kontrolliert wird dieser durch Dr. Fang Binxing, dem 50-jährigen Präsidenten der “Peking University of Posts and Telecommunications”. Binxings Zensur-Apparat filtert das Internet nach Schlüsselwörtern. Wird ein Wort erkannt, wird die Website dahinter blockiert. Letztes Jahr hat sich aus diesem Grund Google aus China zurückgezogen.

Die USA gehen hier weniger restriktiv vor, doch bewegte sich auch dort in den letzten Tagen etwas: Das FBI hat eine Änderung des CALEA, dem Communications Assistance for Law Enforcement Act angefordert. Seit 1994 verpflichtet das CALEA Telekommunikations- und Internet-Infrastrukturunternehmen, Überwachungsschnittstellen für Behörden zur Verfügung zu stellen. Nun will das FBI diese Regelung auf Chatdienste, Mikroblogs und Social Networks ausweiten.

Was ist jedoch das erstrebenswerte Ziel bezüglich der Internetregulierung? In der Studie der OpenNet Initiative fielen unter den Begriff  “Zensur” zum Beispiel auch das Verbieten von illegalen Filesharing-Diensten und das Blockieren von Kinderpornographie.

Über ein allgemeines Rezept für die ideale Überwachung oder Regelung des Internets ist sich die Welt bisher noch nicht einig. Wir beobachten jedoch gespannt, wie die einzelnen Länder in nächster Zeit auf die aktuellen Ereignisse reagieren und welche Neuerungen auf uns zukommen werden.

Was hältst du von den unterschiedlichen Kontrollansätzen? Welche Regelung würdest du einführen? Was denkst du, in welche Richtung wird die Regulierung in Zukunft laufen? Volle Redefreiheit oder Sicherheitsgewährleistung?

Quellen:

20min.ch – Chinas Chef-Zensor rechtfertigt sich

20min.ch – Weltkarte der Web-Zensur

Spiegel.de – FBI will Abhör-Zugriff auf Social Networks

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Mrz 15

Das „soziale Web“ ist grad mal knapp 10 Jahre alt. Klar, dass es noch ein paar Kinderkrankheiten hat. Aber diesen drei Problemen sollte sich schleunigst mal jemand annehmen – Heilmittel sind nämlich noch nicht in Sicht.

Datensicherheit und Privatsphäre

Da wären zuerst mal die privaten Daten. Wie geht das Social Web mit diesen um? Das Internet ist global, ohne nationale Grenzen. Und es gibt keine internationale Regelung zu Datensicherheit und Privatsphäre. Viele Nutzer wissen zudem nicht, wie man wie die neuen Freiheiten und Versuchungen im Internet auf kontrollierte Weise nutzt. Facebook ist dafür ein prima Beispiel. Da gibt es Dutzende Einstellungen für die Privatsphäre. Doch wenn man sich nicht ein bisschen Zeit nimmt, um sich damit auseinanderzusetzen, versteht sie kein Mensch. So kann es dann rasch passieren, dass unerwünschte Fotos veröffentlicht werden bzw. für alle zugänglich sind. Der Facebook-Chef selber ist da ein gutes Beispiel.

Urheberrecht

Auch die Unterhaltungsindustrie denkt nicht für fünf Rappen mit. So ist es beinahe unmöglich, TV-Sendungen auf Hulu anzuschauen, da alles nur über einen amerikanischen Proxy läuft. Das Gleiche gilt für TV-Serien und Filme bei iTunes und ein paar Musikdienste wie z.B. Pandora.

Die Anbieter stossen in diesem Bereich immer wieder mit Verwertungsgesellschaften zusammen und landen regelmässig vor dem Richter.

Widerrechtliche Inhalte und Zensur

Heute kann jeder alles publizieren. Wie damit umzugehen ist, wird grad heftig diskutiert. Die EU liebäugelt mit Sperren für bestimmte Sites, die von Providern umgesetzt werden sollen. Dazu zählen Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten oder rechtsextreme Seiten. Kritiker fürchten eine weitreichende Zensur, da auf dieser Blacklist auch harmlose Inhalte landen könnten. Was das für Auswirkungen haben kann, sehen wir in China.

Was sind Eure Lösungsvorschläge? Wo muss sonst noch nachgeholfen werden?

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