Aug 05

Google Wave Federation ProtocolGestern 12.00 Uhr, ein Raum voller Internet Geeks und ein Testlauf mit zwei der -bis dato- seltenen Google Wave Accounts. Und bei all den anwesenden, ausgewiesenen Webprofis: grosse, imaginäre Fragezeichen über den Köpfen. Und das lag nicht an der äusserst dünnen Dokumentation von Wave.

Mit einem grossen Paukenschlag auf der letzten Google I/O Konferenz wurde Wave vorgestellt. Ein eineinhalb Stundenvortrag, der vor Begeisterung sprühte und versprach, Wave würde unsere Art der Kommunikation im Web völlig revolutionieren. Auf der Konferenz wurden die heiss begehrten ersten Test-Accounts für Entwickler vergeben, mittlerweile soll Google weitere 100.000 Tickets verteilt haben. Doch wo Google Wave heute steht hat es nur eines revolutioniert. Die Ansicht über Google`s Entwickler- und Produktstrategie.

Zu früh, zu langsam, nicht mal halbfertig und hungrig
Normalerweise kennt man Google als sehr verschwiegen, Produkte werden plötzlich und ohne Ankündigung auf den Markt gebracht, in einem Stadium das zur Veröffentlichung taugt. Bei Wave geht man einen anderen Weg. Was ich gestern erleben durfte, war ein System, dass äusserst Schwerfällig daher kam. Funktionen die angekündigt sind, findet man nicht. Andere sind als Buttons in der App zu finden, mit dem ALT Tag: noch nicht implementiert. Extrem langsam ist es, wohl auf Grund des immensen Ressourcen Hungers. Milliarden von älteren Enduser Computern werden Wave nicht einmal zum laufen bringen. In diesem Stadium gibt es natürlich auch noch keine Widgets und Apps von anderen Entwicklern, die den Spass an Google Wave so gross machen sollen. Durch die Kombination mit dem halb fertigen Wave, wurde auch den Webprofis gestern nicht klar, was mit dem System anfangen. Es verwirrt, es macht noch keinen Sinn und Spass erst recht nicht. Google Bug?

Grösstes Manko: völlig geschlossen.
Bis dato gibt es keinerlei Integration für all die anderen Kanäle die wir nutzen. Twitter, Facebook, email – Fehlanzeige. Dass es nicht mal eine Integration für Googles gmail gibt ist wohl die grösste Enttäuschung gewesen. Vielleicht will man das auch gar nicht auf Google´s Seite. E-mail ist tot und Wave soll es begraben? Aber durch diese Geschlossenheit ist es eben sehr schwer den Nutzen zu erkennen. Was will Wave von uns und mit uns? Nach einer ganzen Weile meldete sich dann ein Robot bei uns, genannt Tweety Bot. Er versprach die erste Schnittstelle zu sein zu Twitter und forderte uns in einem kleinen Formular auf unsere Twitter Accountdaten einzugeben. Aber da wollte keiner so recht dran mit seinem Passwort. Zu gross die Gefahr, dass es doch noch keine Schnittstelle ist, sondern nur ein kluger Hacker, der sich ergaunerte Passwörter an den Kühlschrank klebt und ins Fäustchen lacht.

Hat jemand von Euch schon Google Wave live erleben oder testen können? Habt ihr es verstanden? Und hattet ihr ganz neuen “Kommunikationsspass” auf einem höheren Level?

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