Jun 09

Gestern war es wieder so weit, ein neues Mobiltelefon wurde vorgestellt und gleich gab es tausende von Artikeln mit Begründungen warum man es kaufen wird. Interessanterweise kommen diese Begründungen im Normalfall erst nach dem Kauf. Warum das so ist, warum Marken uns zu Fans und Advokaten machen und wieso dieses Marketing funktioniert ist eine spannende Reise durch die Psyche.

Am meisten begründet, verteidigt und besser gemacht als es wirklich ist, werden nämlich Dinge wir nicht brauchen und für die wir einen Haufen Geld bezahlen. Gadgets sind das beste Beispiel. Denn in der Fülle der Angebote unterscheiden sich die Produkte nur in winzige Details, die eine Entscheidung auf Basis von Fakten rational überfordern und am Ende in Kapitulation enden.

Dieses Problem beschrieb schon David Ogilvy in den 50ern in seinem Buch Geständnisse eine Werbemannes. Den Werbern war es schon damals ein Graus, dass die Produkte im Überfluss zu haben sind und sich nicht unterscheiden. Also geht es nur über die emotionale Bindung und das Bild das der Konsument gerne von sich selbst hat. Sag mir wie Du dich sehen willst und ich habe die richtige Markenwelt für Dich.

Aus völlig irrationalen Gründen, auf rein emotionaler Basis verteidigt man seine Entscheidung, weil man im Unterbewusstsein oder sogar ganz bewusst meint, man sei der Typ Mensch der dieses Produkt kauft und eben nicht das andere. Und findet schnell ebenso irrationale Gründe warum es viel besser ist als das Produkt, dass man nicht gekauft hat. Tausend fadenscheinige Gründe, die Entscheidung bar aller Fakten zu rechtfertigen.

Diese Befangenheit ist mehrfach erwiesen. Zum einen können Menschen, die einen Gehirndefekt im Areal der Emotionsverabeitung haben nicht mal mehr die Entscheidung treffen welche Frühstücksflocken sie im Supermarkt kaufen sollen. Zu gross die Auswahl, zu klein die Unterschiede, rational ist keine Lösung zu finden. Weil ihnen die emotionale Unterstützung für oder gegen eine Marke fehlt, bleiben sie Stundenlang im Gang stehen und vergleichen jedes noch kleine Detail auf der Packung.
Zum anderen zeigen die Marktforschungstests immer wieder, dass eingefleischte Fans eines Produktes den Blindtest nicht bestehen. Ohne Label kann der Zigarrenraucher seine Lieblingsmarke nicht mehr indentifizieren, der favorisierte Whiskey nicht herausgeschmeckt werden. Und der berühmte Coke / Pepsi Test zeigte in Hirnstrommessungen, dass beim Coke Konsumenten die Pepsi mehr positive emotionale Aktivität auslöste als die seit Jahrzehnten bevorzugte Brause. Trotzdem behaupteten die Probanden, Coke schmecke besser. Gegen die Beweise aus dem eigenen Gehirn. Gegen jede Vernunft.

Wer also das neue Telefon von Apple kauft, der sollte sich keine Illusion machen. Man kann sich all die schönen Begründungen schenken. Legitim und richtig sind nur diese: Man will es haben, weil man sich wie ein Typ für dieses Produkt fühlt, sich selbst in dieser Markenwelt sieht, meint das passt einfach zu mir. Alles andere ist Unsinn.

Ich habe mittlerweile mein drittes 3GS. Weil ich es haben wollte. Weil ich die Marke gut finde. Weil es gut aussieht in meiner Hand. Nur darum. Beweis: Ich habe nicht mal irgendwas verglichen. Es war auf dem Markt und ich wollte es einfach haben. Emotional und völlig irrational.

Und warum kauft ihr Euch Gadgets, genau diesen Flatscreen oder diese Telefon? Ich bin gespannt auf die Erklärungen!

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Jan 28

Wie in der “Business Week“, unter Berufung auf zwei mit der Sache vertrauten Personen, zu lesen ist, schmieden die beiden Erzrivalen Microsoft und Apple einen Pakt gegen den führenden Suchmaschinenanbieter Google. Wo liegen wohl die Gründe dafür, dass sich die beiden Big Player des Computermarktes auf einmal so lieb haben?

Seit einigen Wochen führen Apple und Microsoft Verhandlungen in denen es darum geht, dass Apple Microsofts Suchmaschine Bing zum Standard auf dem iPhone macht. Auch über die Integration von Bing in Apples Browser (Safari) für Desktop-Computer und Laptops soll verhandelt werden. Das würde dazu führen, dass der iPhone-Nutzer oder Mac User nur über eine Änderung der Einstellungen auf die Google Suche wechseln könnte. Erfahrungsgemäss nutzt der durchschnittliche User die Suchmaschine, die ihm von der Software vorgegeben wird. Das verhält sich gleich wie die Wahl des Browsers. Wenn ein Internet Explorer vorinstalliert ist, wir dieser in der Regel auch verwendet.

Im Moment nutzen die mobilen User auf ihren Handys zu 86% Google und nur zu 11% Bing für ihre Recherchen.

Wo liegen die Ziele dieser Koalition?

Ganz klar verfolgen beide Partner dieses Pakts verschiedene Ziele. Bei Microsoft (MS) liegt der Grund ganz klar in der Stärkung ihrer neuen Suchmaschine Bing. MS hat in den letzten Monaten ziemlich in die Suchmaschine investiert und zahlreiche Neuerungen implementiert. Dennoch führt Bing ein ziemliches Schattendasein neben Google. Mit der Nutzung der jeweiligen Suchmaschine sind natürlich auch immer die Werbeeinahmen direkt damit verbunden, um die es schlussendlich bei Microsoft geht.

Obwohl Apple keine eigene Suchmaschine anbietet, stehen die Werbeeinahmen bei Apple sicherlich auch nicht gerade im Hintergrund. Bloomberg hatte sich auch schon dahingehend geäussert, dass Apple nach Mitteln und Wegen sucht, auf den iPhones Werbung plazieren zu können. Obwohl Googles Smartphone “Nexus One” das iPhone direkt konkurrenziert, denke ich nicht, dass dies der Grund ist, dass sich Apple mit MS verbündet. Immerhin ist MS auf dem Handymarkt mit Windows Mobile auch sehr aktiv.

Ich persönlich glaube noch nicht so richtig daran, dass sich die beiden Konzerne, jetzt auf einmal, ganz fest lieb haben. Es würde mich auch nicht wundern, wenn Apple plötzlich mit Google eine Koalition eingeht. Immerhin würden sie von der Philosophie her besser harmonieren und letztlich entscheidet auch immer das liebe Geld. Wie seht ihr die Sache? Freue mich auf eine spannende Diskussion.

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Jan 27

iPad, iSlate, iTablet - Apple stellt das Tablet vorDas Wichtigste, das ich jemals getan habe” – so zitiert TechCrunch den Apple Chef Steve Jobs zum Thema des neuesten Apple Rechners, das heute in San Francisco vorgestellt wird. Zu den Details hüllte sich Jobs im Vorfeld wie immer in Schweigen.

Das fängt schon beim Design an. Tausende Bilder kursieren im Netz, wie es denn wohl aussehen wird und über die Ausstattung gibt es ebenso zahlreiche Gerüchte. Was davon Hand und Fuss hat werden wir heute Abend erfahren. Und danach heisst es wieder warten.

Heute gezeigt, ab März verfügbar, harte Konkurrenz
Der Grund für die ungewohnt frühe Vorstellung eines neuen Produktes ist sehr simpel: Die CES in Las Vegas – das grosse Event der Unterhaltselektronik – war schon am 7. – 10. Januar. Dort zeigte auch die Konkurrenz ihre Muskeln. Der lang erwartete QUE proReader von Plastic Logic wurde schon gezeigt: “Designed for the way you do business” prahlt man stolz. Auch der Skiff, entwickelt von Hearst wurde schon enthüllt und beeindruckt mit 11,5 Zoll Display. Doch der Clou am Gerät ist jedoch nicht die Grösse, sondern die Display Technologie: Ein flexibles, biegsames TFT auf Edelstahl Folie – Glasbruch ausgeschlossen.

Was könnte Apple dagegen setzen?
Was es genau kann weiss noch keiner, aber hier ein paar Vermutungen: Bluetooth und WLAN sind so gut wie sicher, es wird ein echtes Mobilgerät sein. Das OLED Display hingegen ist unwahrscheinlich, denn in der zu erwartenden Grösse von 10 – 11 Zoll würde dieses alleine 400 US Dollar verschlingen. USB wird es wohl auch geben, um Foto- / Videokameras und Speichersticks anzuschliessen. Festplatte oder SSD (Solid State Drive), Intel oder ARM Prozessor, alles noch völlig spekulativ.

Denkbar ist auch eine G3 Anbindung, um das Tablet über Mobilfunkanbieter zu vertreiben und durch die Handyverträge sponsern zu lassen – ein naheliegendes Konzept bei einem Preis von wohl über 1000 US Dollar.

Spannend auch das Betriebssystem
Statt Apples OSX ist eine modifizierte Version des iPhone Betriebssystems zu erwarten, schon aus dem Grund der besseren Unterstützung von Fingergesten und Multitouch Funktionalität – Bedienung mit zwei oder mehr Fingern gleichzeitig.

Ich bin jedenfalls äusserst gespannt was da kommt. Denn Erfolg wird es bei dem Preis nur haben, wenn es wirklich anders ist als die anderen – und zwar nicht nur im Design. Denn auf dem heiss umkämpften Markt der kleinen Netbooks und Handhelds werden die Apple Jünger, die Steve einfach alles abkaufen, nicht reichen.

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Jan 05

kompassMobile Social Networks wie Gowalla und Foursquare boomen. Apple lässt Google Latitude nicht in den iTunes App Store – wohl mit Absicht. Location Based Services scheinen das nächste grosse Ding im Internet zu werden.

Seit Mitte 2009 beisst sich Google regelmässig am Aufnahmeverfahren für den iTunes App Store die Zähne aus. Weder die Telefonieanwendung Google Voice noch Google Latitude fanden Gnade vor den kritischen Augen der Prüfer.

Bei Google Voice ist das nachvollziehbar: iPhone-User müssen über ihren Netzanbieter telefonieren, sonst ist das Geschäftsmodell von Apple in Gefahr. Ziemlich an den Haaren herbeigezogen erscheint jedoch das Argument, der Positionierungsdienst Google Latitude sei der Standard-Kartenanwendung auf dem iPhone zu ähnlich und verwirre die User.

Und tatsächlich scheinen Hintergedanken im Spiel zu sein. Wie ein aktueller Patentantrag zeigt, werkelt Apple an einem eigenen Location Based Service, der Google Latitude sehr nahe kommt. “Apple Maps”, mit dem sich iPhone-User gegenseitig ihren Standort bekanntgeben können, soll Google Maps auf dem iPhone über kurz oder lang ablösen. In dieses Bild passt auch, dass Apple bereits vor ein paar Monaten PlaceBase übernommen hat – einen kleinen, aber feinen Konkurrenten von Google Maps.

Der Markt für Location Based Services ist also in Bewegung. Ob aus diesem Trend ein dauerhaftes und nachhaltiges Geschäft ensteht, wird sich aber dieses Jahr noch zeigen.

Wo liegt für dich der Nutzern von Location Based Services? Welche Dienste nutzst du? Welchem gibst du die besten Chancen?

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Sep 08

Apples Goldgrube: Der iPhone-App-StoreWas wäre das iPhone ohne die in Apples App Store erhältlichen Zusatzprogramme? Studien zeigen, dass der Durchschnittsnutzer ganze 65 Apps auf seinem iPhone installiert hat – und damit Apple Unmengen von Geld in die Taschen spült.

Mit einer Studie wollte die Firma AppsFire herausfinden, wie viel einzelne Kunden im App Store für Applikationen ausgeben – und hat dabei durchaus erstaunliches festgestellt. So gaben die 1200 befragten Nutzer des hauseigenen Dienstes an, durchschnittlich fast 80 Dollar für Applikationen auszugeben. Ganze 65 Zusatzprogramme sind auf den iPhones der Freaks durchschnittlich installiert, für die es im Durchschnitt rund 1,56 Dollar zu berappen gilt. Sieben Prozent der Nutzer gaben allerdings an, sie hätten keine kostenpflichtigen Zusatzprogamme installiert, sondern würden nur kostenlose Programme nutzen. Die “Gratis-Nutzer” haben dann aber auch deutlich weniger Programme auf ihrem iPhone. Typischerweise seien das weniger als 20 Apps, heisst es in der Studie.

Die “Downloaderitis” der iPhone-User spült aber auch Unmengen von Geld in die Taschen von Apple. So soll das Unternehmen laut einem Bericht von ‘Apple Insider’ monatlich rund 200 Millionen US-Dollar mit seinem App Store einnehmen – pro Jahr stolze 2,4 Milliarden Dollar. Auch wenn die Zahlen von ‘Apple Insider’ auf einer anderen Studie beruhen, eines scheint klar: Apple hat mit dem App Store eine wahre Goldgrube erschaffen.

Wieviele Apps habt ihr auf eurem iPhone installiert? Wie viele davon sind kostenpflichtige Programme? Und: Wie viel Geld gebt ihr für eure Zusatzprogramme aus?

(Photo: CC/Steve Rhodes)

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Jun 09
Das neue iPhone 3G S

Das neue iPhone 3G S

Die Marketingstrategen des amerikanischen Computerherstellers Apple haben es einmal mehr geschafft. Geschickt gestreute Gerüchte über ein neues oder günstigeres iPhone, mögliche neue Funktionen, und keinerlei Bestätigungen oder Dementis seitens Apple haben die Erwartungen an die gestrige Keynote anlässlich der Worldwide Developers Conference (WWDC) in San Francisco fast ins Unermessliche steigen lassen. Auch Zeitungen, Online-Portale und Blogs machten sich zu (un-) freiwilligen Helfern und schrieben sich bereits im Vorfeld die Finger wund.

Und die Gerüchteküche sollte Recht behalten: Ganz am Ende seiner Keynote präsentierte Apple-Marketingchef Phil Schiller tatsächlich ein neues iPhone: Das iPhone 3G S. Mehr ‘S’ also Speed soll es dank der Unterstützung von HSDPA haben und so Surfgenuss mit maximalen 7,2 Megabit/Sekunde bieten. Die Kamera verfügt nun über drei Megapixel Auflösung, verfügt (endlich) über einen Autofokus und kann neu auch Videos aufnehmen. Auch die Laufzeit der Batterie wurde massiv verbessert. So soll es nun möglich sein, bis zu 9 Stunden via WLAN zu surfen (mit HSDPA rund 5 Stunden). Die Möglichkeit, das iPhone mit Sprachbefehlen zu steuern, ein digitaler Kompass und die Möglichkeit nun auch MMS-Nachrichten mit dem Kulthandy zu versenden, runden die augenfälligsten Neuerungen ab.

Das bisherige, “alte” iPhone 3G mit 8 GB Speicher bleibt ebenfalls auf dem Markt und mutiert zum Billighandy. Schlappe 99 Dollar soll das Modell – zumindest in den USA – kosten. Doch auch das neue iPhone 3G S, das in der Schweiz am 19. Juni auf den Markt kommen soll, hat das Zeug zum Preisbrecher. Amerikanische AT&T-Kunden sollen für das 16-Gbyte-Modell 199 Dollar, für das 32-Gbyte-Modell 299 Dollar zahlen müssen. Wieviel die Geräte in der Schweiz kosten sollen, bleibt offen, denn weder Orange noch Swisscom haben ihre Webseiten bisher aktualisiert. Und Apple macht wie immer auf Geheimniskrämerei: Die Preise will man erst am 19. Juni bekannt geben.

Eine Revolution ist das neue iPhone sicher nicht, es kann einfach alles ein bisschen besser. Nur: Reicht euch dieses „bisschen besser“ für einen Umstieg auf die „Speed“-Version? Oder genügt die Leistung des „alten“ 3G?

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Mai 25

microsoft-acquires-twitterTwitter ist in letzter Zeit wohl das heisseste Übernahme-Objekt aus dem Silicon Vally. Bisher hat sich der CEO Jack Dorsey erfolgreich gegen die Angebote wehren können.
Nur, an was liegt’s, dass Twitter noch nicht geschluckt wurde und auf was wartet Microsoft?

Egal, ob man Twitter nutz und liebt oder eben nicht, die Augen verschiedenster Investoren sind auf den Microblogging Service gerichtet.
Eine Akquisition von Twitter ist nur noch eine Frage der Zeit und des Käufers. Man spricht heute von bereits 30 Millionen User und die Zahl steigt rasant weiter (siehe techChrunch).

Nun, was mich wundert ist, weshalb Microsoft den Sack nicht zumacht und sich Twitter unter den Nagel reisst?
Warum? Mal abgesehen von der User-Schaft die man sich mit-kauft, der grösste Wert stellt Twitter als Suchmaschine dar. search.twitter.com ist die wohl grösste, öffentlich zugängliche Datensammlung über Produkte, Dienstleistungen, Firmen, Reisedestinationen etc etc. Hier werden nicht wie bei Google Firmensites angezeigt, sondern Meinungen von Personen, meist ohne kommerziellen Hintergrund.

Für Microsoft eine einmalige Chance ihr Loch in dem Bereich zu stopfen. Bisher verfügt Microsoft über seinen dürftigen Suchdient Live Search, der gegenüber Google das Nachsehen hat.
Nur, auf was wartet man bei Microsoft? Auch Google hat bereits die ersten Gespräche geführt und wenn’s ums Akquirieren geht, ist der Suchmaschinenreise meist schnell unterwegs. Man spricht von einem Wert um die USD 250 Mio, ungefähr das, was Microsoft für 1,6% von Facebook bezahlt hat!

Auch Apple hat schon mit Twitter geliebäugelt aber auch der Deal kam vorerst nicht zu Stande.

Hat man bei Microsoft den Wert von Twitter noch nicht erkannt? Glaube ich nicht!
Ist der Preis zu hoch? Auch das kann ich mir nicht vorstellen!
Will Twitter nicht verkaufen? Jeder ist käuflich, wenn der Preis stimmt!
Nun, an was liegt’s dann?

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Mai 07

apple-twitterNach den Übernahmeversuchen durch Facebook und angeblichem Interesse von Google und Microsoft – nun ein spannendes Gerücht: Apple soll Twitter kaufen wollen. Für 700 Megadollars in bar. “Wozu denn das?” fragen sich nun vor allem Leute, die Twitter bisher nur von aussen kennen.

Quellen erwarten eine Veröffentlichung des Deals am 8. Juni im Rahmen des WDC durch Apple. Unabhängig davon, ob das eintrifft, machen wir uns mal ein paar Gedanken zum (Un)Sinn einer solchen Übernahme. Ideen und Meinungen dazu sind willkommen.

Microblogging als SMS-Ersatz
Tatsache: wir zahlen zu viel für SMS. Milliarden fliessen schon längst für kurze Mitteilungen. Ein Wechsel zu Twitter ist mit den aktuell sinkenden Datentarifen möglich (und für viele schon Realität). Die grösste Bremse dabei: die Verbreitung von Twitter bei Kollegen muss (und wird) steigen. Die grundsätzliche Bereitschaft, für einen solchen Dienst zu bezahlen – vorausgesetzt, Freunde sind mit dabei – scheint aber gegeben.

Kaffemaschinen-Strategie von Apple passt
Im Vergleich zu reinen Hardwarefirmen setzt Apple schon längst auf den Verkauf von zusätzlichen Services. Wie Nespresso an Kapseln und Druckerhersteller an Toner: verkauft Apple einen iPod, wird danach gehörig an Songs verdient. Verkauft Apple ein iPhone, so ist das innovativerweise an ein Abo gekoppelt, an dem Apple mitprofitiert. Nicht zu vergessen die iPhone-Applikationen, die bisher über 1’000’000’000 Mal installiert wurden oder die MobileMe-Abos. Apple will Dienstleister sein.

Twitter wächst rasant – kritische Masse erreichbar
Ein boomendes Tool wie Twitter passt gut zur Stärkung des “softeren” Teils der Konzerntätigkeiten. Twitter ist einfach und “hip”. Apple könnte damit auf iPhones den SMS-Dienst (an dem andere verdienen) mit einem selbst kontrollierten Dienst ersetzen. Die Kreativität, um später Dollars aus Twitter zu quetschen traue ich Apple durchaus zu.

Was hälst Du von dem Gerücht um eine Übernahme von Twitter durch Apple? Warme Luft? Gäbe es weitere Gründe für Apple, sich an Twitter heranzumachen oder machen die obengenannten Gründe überhaupt keinen Sinn? Die Kommentarsektion ist offen.

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