Jul 28

Yahoo's neue Startpage - bald mit Bing Logo?

Yahoo's neue Startpage - bald mit Bing Logo?

Die Gerüchteküche brodelt mal wieder wie schon seit langem nicht mehr. Es wird gemunkelt, dass Microsoft und Yahoo kurz vor Abschluss des Such- maschinendeals schlechthin stehen. Aber noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, denn bei Geld hört ja bekanntlich der Spass auf.

Und Geld ist ein Thema, da können beide Unternhemen mit grossen Zahlen um sich werfen. So soll laut Informationen, die Ad Age aus Insiderkreisen haben will, Yahoo von einer Einmalzahlung im 9-Stelligen Bereich geträumt haben. Microsoft sieht den Deal eher als attraktiv an, wenn Yahoo an den Werbeeinnahmen in den Suchmaschinenergebnissen beteiligt wird. Was auf die geplanten Laufzeiten des Vetrages schon Beträge in Milliardenhöhe ausmacht.

Warum ist Yahoo so gesprächsbereit?
Auch wenn Google sich nicht wirklich sorgen machen muss, dass Bing Sie vom Thron zerrt, so hat Microsoft doch im ersten Monat nach launch seinen Marktanteil im Gesamtsuchbereich um 0,4% steigern können. Und abgezwackt wird das nicht etwa bei Google, sonder bei den kleineren Mitstreitern. Yahoo’s Anteil sank in der gleichen Zeit um 0,5% Marktanteil. Ausserdem ist das Suchgeschäft teuer. Man braucht für die Ausweitung Partner um z.B. im mobilen Bereich Markanteile auszubauen, Yahoo’s AdWords Pendant “Panama” hat schon lange Zeit keine Weiterentwicklung erfahren.
Obendrein liess Steve Balmer verlauten, er sei bereit 5-10% des operativen Einkommens von Microsoft in das Suchmaschinenbusiness zu investieren – in Zahlen, 5,5 – 11 Milliarden Dollar – für bis zu fünf Jahre. Das ist eine Menge Geld, da kann selbst ein Riese wie Yahoo mitziehen.

Noch markiert Yahoo dicke Muskeln
Man sei in Verhandlungen, so Frau Bartz, aber es müsse ein Deal sein, dem sie vertrauen könne, …, und der Geld bringt. Es sei sehr komplex, in etwa so als würde Yahoo die Office Suite von Microsoft kaufen wollen. In Anbetracht der Zahlen, der Tatsache, dass Microsoft Prognosen von bis zu 30% Marktanteil vorausgesagt werden und der wachsenden Bedrohung für Yahoo vom Suchmaschinen Markt weiter verdrängt zu werden, erscheinen solche Worte allerdings etwas dünn.

Nachdem die Twitter Gerüchte tot waren und der Start von Bing zwar gut lief, aber selbst zusammen mit Live Search lächerliche Marktanteile hatte, war ich sehr gespannt, wie Microsoft das in den Griff bekommen will. Was denkt Ihr zu dem Thema? Denkt Ihr Yahoo hat das nötige Standing doch noch den Deal platzen zu lassen?

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Mai 12

Tim Berners Lee - Erfinder des Internets

Tim Berners Lee - Erfinder des WWW

Das Schlagwort Web 3.0 kommt dem geneigten Internetsurfer täglich vor Augen und mit diesem Wort erleben Begriffe wie Semantik, Ontologie und AI (artificial intelligence = künstliche Intelligenz) einen massive Aufschwung. Doch die wenigsten wissen worum es wirklich geht, und warum sie dauernd mit diesen wissenschaftlichen Themen, die so gar nicht ins angenehm soziale Netzleben passen wollen bombardiert werden.

Teil 1 von 2

Wie so oft, wenn viel über etwas geredet wird, dann muss es etwas ganz grosses sein. Was genau wissen dann die wenigsten. String Theorie ist so ein Beispiel, irgendwas mit Weltformel die sie jetzt gefunden haben, so kleine zappelnde Fäden aus denen alles besteht. So in etwa – und das es eine unbeweisbare Theorie ist, vergessen die Leute auch schnell.

Das liegt daran, dass Wissenschaftler oft grosse Probleme haben uns Normalen zu erklären, was sie tun und denken (vgl. den verzweifelten Versuch “Schroedingers Katze”). Da ich kein Wissenschaftler bin, versuche ich es hier mal auf eine verständlichere Weise zu erklären.

Grundlage und Ist-Zustand des WWW, Web 1.0 und Web 2.0
Tim Berners Lee sagte, das WWW aufzusetzen sei einfach gewesen, denn die Technologien wie TCP/IP waren alle schon da, es brauchte noch die Seitenbeschreibungssprache HTML und damit auch die Möglichkeit der Verlinkung zwischen Seiten. Damit das WWW ein Ort würde, an dem sich Menschen treffen, austauschen und Wissen weitergeben können. Wenn man das Web heute betrachtet, kann man sagen, seine Vision hat sich verwirklicht. Ein Problem, dass Berners Lee schon sehr früh erkannte, ist aber geblieben – und gewinnt mit jedem Tag wachsenden Inhalts an immenser Bedeutung.

Suchen und Finden
Da ein einfacher Link keinerlei Informationen enthält, was sich für ein Inhalt dahinter vebirgt, kam man auf die Idee der Metatags. Schlüsselbegriffe, die einer Suchmaschine ermöglichten zu vergleichen, ob der Link mit dem Tag “fischen” auch auf der Inhaltsseite einen Text enthielt, in dem der Begriff vorkam. Wenn dem so war, dann wurde dieser Link bei der Suche nach dem Begriff fischen angezeigt. Was jedem Kind klar ist: fischen ist eine Tätigkeit am Wasser, im Zürichsee “angelt” der Opa den leckeren Egli und im Urlaub schaut es gern den Fischern beim Netze flicken zu. Die Suchmaschine hat von all diesen Zusammenhängen keine Ahnung. Sollte die verlinkte Seite nur über Angelsport sprechen, so wird die Suchmaschine den Link mit “fischen” nicht auflisten.

Was wir uns wünschen und Wissenschaftler versuchen
Wenn Sie einen Freund in Los Angeles fragen: “War Paris Hilton mal in Johnny Depp´s Bar Viper Room in Los Angeles?”, dann gibt es drei Antworten: Ja, Nein oder weiss ich nicht.  Geben Sie die o.a. Frage mal spasseshalber bei Google ein, auch wenn Sie sich nicht für schlüpferlose B-Promis interessieren. Sie bekommen tausende von Antworten, über LA, Johnny Depp, Viper Room, Bars, Paris, das Hilton in Paris – nur die einfache Antwort auf Ihre Frage bekommen sie nicht. Weil Computer dumm sind und Suchmaschinen im Herstellen von Sinnzusammenhängen von einem Zweijährigen im Schlaf geschlagen werden.

Nun ist es an der Zeit dies zu ändern, und dazu braucht es mehr als die Ingenieure und Softwareentwickler die bisher am WWW gearbeitet haben. Um Suchmaschinen zu vernünftigen Antworten zu bewegen, wie wir sie natürlicherweise Erwarten, gibt es drei Grundpfeiler, auf denen sich das semantische Web 3.0 aufbaut.

1. Logik: Ein System von Regeln, auf deren Basis Computer Rückschlüsse ziehen können
2. Ontologie: bedeutet einfach gesagt die Beschreibung von Objekten die in einem Umfeld existieren (Angeln und Fische existieren im selben Umfeld)
3. Berechenbarkeit: Damit Logik und Ontologie für einen Computer in Kontext gesetzt werden können, müssen sie berechbar sein, was sie von menschlich möglichen Ideen, wie die der Philosophie, abgrenzt. Es muss einen nachvollziehbaren Sinn ergeben. (Agnostik, vielleicht gibts Gott, vielleicht nicht, und wenn dann machts keinen Unterschied für uns – wäre z.B. eine logisch nicht berechenbare Aussage.)

Wenn diese Grundpfeiler in allem Content entsprechend impementiert sind, dann werden wir endlich bekommen was wir wollen. Inhalte die in den richtigen Kontext gesetzt sind, in sinnvolle Umfelder, die relevantes Wissen von trivialem Blödsinn unterscheiden. Dann werden Suchmaschinen in der Lage sein, uns schnell die Antworten zu geben die wir suchen.

Folgendes Bild stellt dar, wie die Zukunft in der Verbindung zwischen Technologie, Inhalt und Inhaltserstellern aussehen könnte – und beschreibt wie sich sinnvolle Verbindungen mit Informationen mit den Verbindungen zwischen Inhalten und Erstellern entwickeln.

Entwicklung des WWW, Quelle: Radar Networks

Entwicklung des WWW, Quelle: Radar Networks

Da Wissenschaftler mit dem vorgenannten noch nicht zufrieden sind (und ich auch nicht), setzt man auf einen weiteren Hoffnungsträger – die Entwicklung der künstlichen Intelligenz und das Prinzip der Singularität. Darüber schreibe ich im zweitem Teil dieses Artikels.

Was haltet ihr von den ganzen Buzzwords – ein nicht zu bewältigender Versuch Ordnung ins Chaos zu bringen oder eine echte Chance? Kennt jemand von Euch schon wirklich gute Literatur zum Thema, die nicht den Zusatz “Dieser Artikel ist noch nicht erschienen” bei Amazon hat? Und was sind Eure Prognosen, wann wir mit “schlauen Rechnern” rechnen können?

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Sep 25

Gestern stellte Yahoo sein, mit Spannung erwartetes, neues Werbe-Programm “Apt from Yahoo” vor. Yahoo erhofft sich durch dieses Werbesystem endlich wieder mal ein wenig Boden gegen den grossen Konkurrenten Google zu gewinnen. Nach Schätzungen hält der von Jerry Yang geführte Suchmaschinenbetreiber rund 15 Prozent Marktanteil am Internet-Werbemarkt in den USA. Im Vergleich dazu hält Google seit der Übernahme von Doubleclick Inc. rund 30 Prozent des Werbemarktes.
Das neue “Apt from Yahoo” erlaubt es Yahoo, Werbung auf Websites effektiver und zielgerichteter auf die Websurfer abzustimmen. Das System kann Websurfer nach Alter, Geschlecht und Wohnort unterscheiden und dementsprechend gezielt verschiedene Werbung platzieren. Vorerst soll das Programm für ein Konsortium von Zeitungen in den USA zu Verfügung stehen. Dieses Konsortium arbeitet schon seit zwei Jahren mit Yahoo zusammen und erhofft sich mit der verbesserten Online-Werbung einen Ausgleich der Verluste in anderen Werbebereichen.

Ich wage zu bezweifeln, dass Yahoo mit “Apt from Yahoo” erfolgreich sein wird. Das ganze Programm riecht mir zu sehr nach einem Abklatsch von Google AdWords. Auch wenn Yahoo vor einem Jahr das Anzeigennetzwerk BlueLithium übernommen hat, werden Sie Mühe haben, wirklich relevante Benutzerprofile zu erstellen. BlueLithium war darauf spezialisiert, das Surfverhalten von Internetusern mit Hilfe von Cookies aufzuzeichnen.

Wenn es um Werbung geht, die auf den jeweiligen User zugeschnitten ist, sehe ich die Zukunft eher bei Socialnetworks wie zum Beispiel Facebook. Nur solche Plattformen kommen an genügend persönliche Daten über ihre Nutzer.

Wie seht ihr das? Wird “Apt from Yahoo” ein Erfolg? Wie wird sich die individualisierte Werbung weiterentwickeln? Hat sie überhaupt eine Zukunft?

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