Mrz 10

Opel Action Star - Social MediaOpel steckt tief in der Krise, viele Fehlentscheidungen kippen die ehemals profitable deutsche Marke. Da macht das Marketing keine Ausnahme und liefert einen tragikomischen Versuch im Social Media Marketing. Doch die Marke Opel hat noch ein viel grösseres Problem.

Und Action
Die Fanfoto Nummer, schielend auf den viralen Effekt der Freunde Einladerei hat auch die Agentur für Opel hier wieder aufgegriffen. Im Vergleich zu dem Rohrkrepierer Bacardi haben sie wenigstens die Einstiegshürde so tief wie möglich gehalten. Foto hoch und allen Bescheid sagen zum Voten. Allerdings stapeln sie auch bei den Preisen extrem tief. Platz 1 darf mit allen Freunden einen Kinoabend allein im Saal verbringen, Platz 2 – 50 bekommt 2 Kinogutscheine im Lichtspielhaus seiner Wahl.  Je nun, Opel hat kein Geld – wer kann es ihnen verübeln. Allerdings rückt doch hier der Produktnutzen komplett aus dem Focus – sofern es denn einen gibt…

Daher scheint auch die Community das Thema nicht besonders ernst zu nehmen, wie man an den Fotos der Beteiligten sieht.

Man darf gespannt sein, welches Dolly Buster Double mit ihrer Freizügigkeit vor der Linse das grosse Rennen macht. Aber auch hier hat die betreuende Agentur die Reissleine in der Hand: Der Platz 1 wir nämlich nicht von der Community, sondern von einer Jury bestimmt. Muss ja vermarktbar sein, der Gewinner. Das Action Star Gesicht für den neuen Opel Astra. Denn immerhin können “Die Daten des Teilnehmers können von GM Suisse für eigene Werbezwecke verwendet werden.” wie es in den AGB heisst.

Fan Potential vergammelt ungenutzt
Erstaunlich, dass man solche Kampagnen nicht um die echten Opel Fans baut und versucht, die vom neuen Astra zu überzeugen.  Auch wenn es unglaublich klingt, es gibt sie wie die Facebook Seiten beweisen:


Wie viel Erfolg versprechender wäre es, da anzusetzen, wo die Marke Opel noch geschätzt wird. Lasst die Gewinner ne Woche Probefahrt machen und konzentriert Euch auf die Zielgruppe die Eure Marke noch gut findet. Denn hier liegt ein viel grösseres Problem begraben.

Markenbekanntheit ist nicht gleich Markenwert
Das  erklärt auch Markus Voeth, Marketing Professor an der Uni Hohenheim. Jeder kennt Opel, aber keiner will einen kaufen. Die Marke sei so sehr mit Schwächen aufgeladen, dass sie nicht mehr zu retten sei. “Vergesst Opel!” – hier kann nur noch ein Neuanfang helfen. Man kann hier gar nicht mehr unter gleichem Namen glaubwürdig verkaufen, dass sich etwas grandios zum besseren geändert hat. Die verzweifelte Rettung einer Marke die nicht zu retten ist, zeigt sich auch in Aktionen wie der o.a. Kampagne. Einfach noch mehr Geld sinnlos verpuffen lassen.

Ist ein Kinogutschein eine echte Verlockung sich als Aushängeschild einer verrufenen Marke zu präsentieren? Und wer von Euch würde sich einen Opel kaufen?

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Mrz 03

zopa_logoEs erscheint auf den ersten Blick als wolle man Pferde zum eierlegen verdonnern, wenn man ein ultrakonservatives Business mit dem Medium der jungen Wilden zusammenführen möchte. Dennoch verzeichnen die Pioniere der Branche im Social Media erstaunliche Erfolge.

Wells Fargo & Co ist die erste Bank, die die ganze Palette des neuen Dialogs zum Einsatz brachte. 2006 waren sie die erste Bank mit einem Blog. Danach folgte der Studenten Kredit und Business Banking Blog, die erste Bank in Second Life, erste Bank auf MySpace – aber am beeindruckendsten: Die erste Bank die die Position des Vice President Social Media besetzte.

Während allerdings MySpace, Facebook & Co auf den Massenmarkt setzen und alle Interressengebiete unter einem Dach vereinen, haben Banken die Nischenportale für sich entdeckt. Sie agieren auf Seiten wie Finextra oder OpenForum – und das aus gleich zwei guten Gründen.

1. Die Soziale Komponente des Geldverleihens
Portale wie Zopa, Prosper und Smava bieten auf eine internationale Plattform, auf denen von Privat zu PrivatGeld geliehen und verliehen werden, mit natürlich ganz anderen Konditionen zugunsten der Kreditnehmer. Unbürokratisch, schnell und vor allem menschlich gehts hier zu – fernab des Bankengehabes. Da entstand schnell ein Business, dass den Finanzdienstleistern durchs Netz ging.

2. Überraschende Ergebnisse in der Kundenbindung
Die folgenden Zahlen trugen Joe Cothrel, VP Marktforschung bei Participate und Community Guru Bill Johnston zusammen (aus eine Reihe von offiziellen Studien):

> Community users remain customers 50% longer than non-community users. (AT&T, 2002)
> 43% of support forums visits are in lieu of opening up a support case. (Cisco, 2004)
> Community users spend 54% more than non-community users. (EBay, 2006)
> In customer support, live interaction costs 87% more per transaction on average than forums and
other Web self-service options. (ASP, 2002)
> Cost per interaction in customer support averages $12 via the contact center versus $0.25 via
self-service options. (Forrester, 2006)
> Community users visit nine times more often than non-community users. (McKInsey, 2000)
> Community users have four times as many page views as non-community users. (McKinsey, 2000)
> 56% percent of online community members log in once a day or more. (Annenberg, 2007)
> Customers report good experiences in forums more than twice as often as they do via calls or mail.
(Jupiter, 2006)

> Community user bleiben 50% länger Kunden als nicht-community user
> 43% von Besuchen in Support Foren stehen in direktem Zusammenhang mit der Eröffnung einer  Supportanfragen
> Community Users geben 54% Geld beim Anbieter aus als nicht-community user
> Live Interaktionen zwischen Berater und Kunde kosten 12 USD,  webbasierte self-service Dienste pro Anfrage 0,25 USD
> Community user besuchen die Anbieterseite 9-mal öfter als nicht-community user
> Community user verursachen 4-mal mehr Pageviews
> 56%  der Community user loggen sich einmal oder mehr auf den Seiten ein

> Kunden geben doppelt so viel Lob und gutes Feedback online von sich als am Telefon oder schriftlich (Post oder email)

Auch wenn es hier um den Bankensektor geht, die Zahlen sprechen Bände. So langsam zeigen die Studien endlich, dass man den ROI Faktor vom Community Management bis zum harten Franken nachvollziehen kann. In jeder Branche.

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Feb 17

fischamhakenDas der Wurm dem Fisch schmecken muss und nicht dem Angler ist ein alter Bart im Marketing. Heutzutage ist die Fische fragen dank Social Media Portalen einfacher denn je. Und man kann auch gleich die Fische die Entscheidungen treffen lassen, welchen Wurm man an den Haken hängen soll.

So macht es zum Beispiel ganz vorbildlich das Schweizer Start-up Unternehmen myswisschocolate. Bis dato gibt es nur den Blog, denn das Unternehmen ist noch gar nicht operativ tätig. Was es anbieten wird, ist personalisierte Schokolade aus selbst zusammengestellten Zutaten.
Nun sind derlei personalisierte, individuell zusammengestellte Produkte natürlich nicht die Neuerfindung des Rades. Weithin bekannt ist beispielsweise der Shop NikeID für solche Services. Doch myswisschocolate setzt noch viel früher an.

Welchen Logoentwurf sollen wir nehmen, fragt man die Zielgruppe und lässt diese entscheiden. Verpackungsdesign?Sagt ihr uns doch wie ihr es am schönsten findet. Welche Toppings wünscht ihr euch auf der Schokolade – damit wir beim ersten Einkauf gleich keine Fehlbestellungen machen, die dann im Regal vergammeln.

Erinnert mal wieder sehr an das schon übererfolgreiche Modell der Superstar Shows: Sagt uns doch bitte vorab was ihr morgen als CD und bei iTunes kaufen wollt, damit wir keine Flops mehr produzieren und Geld in den Sand setzen.

Schlau ist das Konzept und die Resonanz ist schon vor Produktionsstart riesig. Weiter so Jungs von swisschocolate, ihr werdet so das Unternehmen zum Erfolg bringen. Und die Zielgruppe freut sich auch, weil man auf ihre Wünsche gleich von vornherein eingeht.

Natürlich ist es für ein Start-up viel leichter den Fisch zu fragen als für ein bestehendes Unternehmen mit eingeführter Produktpalette. Aber es ist ja auch immer Zeit für neue Produktlancierungen – und da hat man dann wieder die grosse Chance.

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Feb 03

farmvilleImmer wieder bekomme ich Anfragen von Freunden doch endlich bei Farmville, Mafia Wars und anderen Games auf Facebook mitzumachen. “Du brauchst gar nicht spielen, aber ich krieg Punkte wenn Du die Einladung annimmst”. Und dann nimmt das Unheil für viele seinen Lauf.

Denn oft werden die User, welche ob der vielen Bettelei weich werden, schnell mit dem Virus infiziert. Nur mal gucken was das denn für ein Game ist. Schon ist es um sie geschehen. So unverständlich es für die einen ist, so unverzichtbar ist es für die Aktiven.

Auf Farmville gibt es rund 65 Millionen Landwirte, ca. 26 Millionen davon füttern täglich bis zu 2 Stunden Kühe, zupfen Unkraut und killen die Maulwurfplage, die die Ernte zu vernichten droht. Doch woher kommt diese Begeisterung für das virtuelle Landleben oder den Aufstieg in die Elite der Mafia?

Die Freunde als Konkurrenz und der belohnte Fleiss
Allen Spielen gemein, ist der einfache Einstieg. Die ersten Aufgaben kann man schnell in der Kaffepause im Büro erledigen, doch das ist ebenso schnell vorbei. Immer schwieriger wird es das nächste Level zu erreichen und besser als der Nachbarsbauer unter seinen Freunden zu sein, so werden Stunden in zweistelliger Millionenhöhe online verbraten. Wer seine Games vernachlässigt kommt kein Stück weiter und durch die ständige Beschallung in den Statusmeldungen, dauernde Geschenke und Anfragen zur Aushilfe halten die Spieler gegenseitig bei der Stange. Eine moderne Version der alten Drückerkolonne, die der Oma immer wieder Abos angedreht hat. Der Umut bei den Genervten macht sich in Antigruppen bereits breit: “Schick mir noch eine Farmville Einladung und ich fackel deine Farm ab!!”

Viel schneller gehts mit Geld – echtem von der Kreditkarte
Natürlich kann man theoretisch die ganzen Spiele einfach mit Fleiss durchspielen, die Chance zum weltklasse Bauern oder Don Corleone zu werden ist aber ebenso gering wie zeitintensiv. Und die anderen ziehen davon, weil sie mit harter Währung dauernd tolle Sachen dazukaufen, wie Traktoren oder Maschinengewehre.
Farmville Cash pay for Credits with real money
So bekommt das Wort Cash Cow beim Hof bewirtschaften eine ganz neue Bedeutung. Auch wenn für viele unverständlich, das Konzept geht auf. Im Monat bezahlen mehr als eine Millionen Nutzer nur bei Farmville durchschnittlich 5 USD um sich tolle neue Sachen zu kaufen.  Das heisst für den Hersteller Zynga stattliche 60 Millionen USD – und Farmville ist nur eines von momentan 19 Spielen auf Facebook. Ausserdem lässt Zynga sich die Spiele noch per Werbung finanzieren und bietet Spiele ebenfalls auf Myspace, Yahoo, Friendster, Bebo, Tagged und dem iPhone an.

Milliardenmarkt und kein Ende abzusehen
Die ganze Branche zu denen auch Anbieter aus Europa gehören (z.B. Bigpoint in Deutschland)
machte 2009 einen geschätzten Umsatz von 1 Milliarde USD.

Warum bin ich eigentlich nicht auf die Idee gekommen?

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Jan 27

iPad, iSlate, iTablet - Apple stellt das Tablet vorDas Wichtigste, das ich jemals getan habe” – so zitiert TechCrunch den Apple Chef Steve Jobs zum Thema des neuesten Apple Rechners, das heute in San Francisco vorgestellt wird. Zu den Details hüllte sich Jobs im Vorfeld wie immer in Schweigen.

Das fängt schon beim Design an. Tausende Bilder kursieren im Netz, wie es denn wohl aussehen wird und über die Ausstattung gibt es ebenso zahlreiche Gerüchte. Was davon Hand und Fuss hat werden wir heute Abend erfahren. Und danach heisst es wieder warten.

Heute gezeigt, ab März verfügbar, harte Konkurrenz
Der Grund für die ungewohnt frühe Vorstellung eines neuen Produktes ist sehr simpel: Die CES in Las Vegas – das grosse Event der Unterhaltselektronik – war schon am 7. – 10. Januar. Dort zeigte auch die Konkurrenz ihre Muskeln. Der lang erwartete QUE proReader von Plastic Logic wurde schon gezeigt: “Designed for the way you do business” prahlt man stolz. Auch der Skiff, entwickelt von Hearst wurde schon enthüllt und beeindruckt mit 11,5 Zoll Display. Doch der Clou am Gerät ist jedoch nicht die Grösse, sondern die Display Technologie: Ein flexibles, biegsames TFT auf Edelstahl Folie – Glasbruch ausgeschlossen.

Was könnte Apple dagegen setzen?
Was es genau kann weiss noch keiner, aber hier ein paar Vermutungen: Bluetooth und WLAN sind so gut wie sicher, es wird ein echtes Mobilgerät sein. Das OLED Display hingegen ist unwahrscheinlich, denn in der zu erwartenden Grösse von 10 – 11 Zoll würde dieses alleine 400 US Dollar verschlingen. USB wird es wohl auch geben, um Foto- / Videokameras und Speichersticks anzuschliessen. Festplatte oder SSD (Solid State Drive), Intel oder ARM Prozessor, alles noch völlig spekulativ.

Denkbar ist auch eine G3 Anbindung, um das Tablet über Mobilfunkanbieter zu vertreiben und durch die Handyverträge sponsern zu lassen – ein naheliegendes Konzept bei einem Preis von wohl über 1000 US Dollar.

Spannend auch das Betriebssystem
Statt Apples OSX ist eine modifizierte Version des iPhone Betriebssystems zu erwarten, schon aus dem Grund der besseren Unterstützung von Fingergesten und Multitouch Funktionalität – Bedienung mit zwei oder mehr Fingern gleichzeitig.

Ich bin jedenfalls äusserst gespannt was da kommt. Denn Erfolg wird es bei dem Preis nur haben, wenn es wirklich anders ist als die anderen – und zwar nicht nur im Design. Denn auf dem heiss umkämpften Markt der kleinen Netbooks und Handhelds werden die Apple Jünger, die Steve einfach alles abkaufen, nicht reichen.

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Jan 20

kasse Die Gerüchteküche heizt sich bei diesem Thema immer wieder an. Müssen sich Facebook User darauf einstellen bald ihr Scherflein zu entrichten um den Service zu nutzen?

Kurz vorweg, gemäss den Pressesprechern von Facebook gibt es nach wie vor keinen Plan die 350 Millionen angemeldeten Nutzer zur Kasse zu bitten. Sicherlich nervt es die Betreiber mittlerweile auch enorm, diese Gerüchte immer wieder dementieren zu müssen.

Doch zwei andere Dinge sind sehr interessant. Ein Bezahlsystem das die wenigstens bisher wahrgenommen haben und ein übler Betrugsversuch.

Pay with facebook

Bereits im Mai vergangenen Jahres gab es die ersten Livetests mit dem Facebook Bezahlsystem. Neben den Möglichkeiten kostenpflichtige Services auf Facebook per Kreditkarte zu bezahlen, kann man auch Credits erwerben und diese dann beim Kauf einlösen. 10 Credits = 1 US Dollar. Verfügbar ist der Service auch nur in Amerika. Klar ist, Facebook hat immense Kosten und muss langsam mal Anfangen richtig Geld in Kasse zu spülen. Mit Werbung wird es sicher nicht funktionieren – das leuchtet jedem ein, der sich die Click Through Rates anschaut.

Wird also Facebook als grösstes Social Network nun noch zur Nr1 der virtuellen Geldbörsen? Oder -noch weiter gedacht- zur offiziellen Online Währung? Nun, erstmal müssten sie den Service global anbieten, denn die US-Nutzer machen nur 30% der Gemeinschaft aus. Und dann das Problem der Wechselkurse. Bleibt es beim Wert des US-Dollars könnten Kurswechsel Facebook schmerzliche Erfahrungen auf dem Konto bescheren.

Auf der anderen Seite hat es wohl noch nie ein derart grosses Potential an Mitgliedern und Vertriebsgebiet gegeben wie hier. Oder hat von euch noch jemand etwa “Geld” auf der Second Life Bank gehortet? Es wird noch ein spannendes Kapitel, das sich hier entwickelt. Oder aber heimlich still und leise wieder verabschiedet, weil ein virtuelles “Weltwirtschaftssystem” dann doch die kühnen Ideen von Herrn Zuckerberg übersteigt.

Der böse Nepp
So richtig laut wurde das Gerücht über bezahlte Mitgliedschaften bei Facebook zuletzt durch eine Gruppe auf dem Netzwerk, welche sich als Protest gegen die 4,99 USD darstellte und versuchte Mitglieder zu werben – mit dem Vorwand Facebook in die Knie zu zwingen. Die Seite zierten jede Menge Statements und Vermutungen, warum es auf der Hand läge, dass es eine Zahlungsaufforderung geben werde. Geschmückt mit vielen bunten Bildern die zum Beitritt der Gruppe aufriefen.

Allerdings installierte ein Klick durch Sicherheitslücken hindurch Malware auf den Rechnern der bedauernswerten und geneppten Mitdemonstranten. Ein perfektes Beispiel wie kriminelle Elementen Hypes und Meinungsmache ausnutzen um Leute übers Ohr zu hauen.


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Dez 16

ripDas Internet wächst schneller als Shanghai, bringt uns ungeahnte Fortschritte und zeigt auch immer wieder seine Tücken. Glücklicherweise schaffen diese mitunter auch neue Dienstleistungzweige und damit Arbeitsplätze – selbst in grössten Krisenzeiten. In diesem Beispiel sogar für Kunden die nicht mehr in den Genuss der Services kommen.

Oft wird gerätselt wieviel der bei Social Networks registrierten User auch aktiv sind. Mit diesen Zahlen gehen die Betreiber nicht gerne an die Öffentlichkeit, weil die Userzahlen Garanten für Werbebuchungen sind. Eine Frage die mittlerweile die Runde macht ist, wieviele der regisrierten Nutzer leben eigentlich noch? Denn im Falle des Ablebens kann man sein Profil nicht mehr löschen, es sei denn man hat seine Zugangsdaten für die Hinterbliebenen irgendwo zugänglich abgelegt.

So kann es sein, dass man zwar im realen Leben “offline” gegangen ist, post mortem aber immer noch Energy Packs von Mafia Wars bekommt (die leider niemanden zurück bringen), anderen bei Farmville aushilft und neuen Usern als Freund vorgeschlagen wird. Und sollte man niemandem seine Zugansdaten gegeben haben, kann es durchaus ein Kampf mit dem Betreiber werden, bis die Hinterbliebenen das Profil des schmerzlich Vermissten löschen lassen können.
Um diesem Problem frühzeitig entgegen zu Wirken, haben ein paar findige Schweden die digitale Nachlassverwaltung mywebwill.com gestartet. Nach dem Ableben werden Emails an Freunde und Verwandte versendet, Profile gelöscht, Newsletter abbestellt und das digitale Leben in den offline Modus gestellt.

ableben

Ich warte schon gespannt darauf, wann die ersten Polemiker schreien, es sei abstruse Geldmacherei mit dem Leid der Menschen. Das halte ich allerdings für totalen Unsinn, denn der Notar, der einen “realen” Nachlass regelt wird ja auch nicht beschimpft für seine Arbeit. Einer muss den Job schliesslich machen.

Wie findet Ihr diesen Service des digitalen letzten Willens? Makaber oder einfach eine konsequente Zeiterscheinung unseres Lebens im Web 2.0?

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Dez 11

social-networking-failureTwitter wächst kaum mehr, China zensuriert weiterhin grosse Teile des Web, und Google Wave war auch nicht innovativ genug, um dem darum entstandenen Hype gerecht zu werden. Kein gutes Jahr für die IT also.

Neigt sich ein Jahr dem Ende zu, schiessen Listen wie Pilze aus dem Boden. Die besten Feuerwehrautos, die besten Energydrinks oder die besten Handys. ReadWriteWeb hat auch so eine Sammlung ins Web gestellt.

Bei dieser Liste geht es aber nicht um das Beste von irgendwas, sondern darum, was 2009 nicht optimal lief. Einige spannende Dinge sind drauf, die im Stress des zu Ende gehenden Jahres schon fast wieder drohen vergessen zu gehen.

Beispielsweise gibt es immer noch kein ordentliches TouchPad. Twitter ist zwar im 2009 ordentlich gewachsen, aber eine wirkliche Innovation haben die EntwicklerInnen nicht zu Stande gebracht.

In China wird “The Great Firewall” immer dicker und höher. Eine Lockerung der Internetzensur liegt in weiter Ferne. Ob Twitter , Youtube oder Facebook – alles was mit Social Networks zu tun hat, wird weiterhin stark zensuriert oder gleich ganz geblockt.

Google Wave hat sich zu einer grossen Enttäuschung  entwickelt. Erst war der Hype gross, doch die Innovation ist gering. Der neue Dienst scheint noch lange nicht am Ziel seiner Möglichkeiten angelangt zu sein.

Weiter zählt ReadWriteWeb zu den schwärzesten Momenten des Jahres, dass Microsoft und Don Dodge getrennte Wege gingen und der Launch von Spotify in den USA verschoben werden musste.

Der grösste Fail überhaupt sei aber der Werbespot von LeapFish – der sei einfach nur unerträglich und dämlich.

Naja. Hoffentlich wird das IT-Jahr 2010 wieder besser.

Was wünscht ihr euch? Wo kann noch mehr Hirnschmalz investiert werden? Wo lauern die nächsten Fallen?

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Dez 02

Am 1. Dezember hat es gestartet, das erste Social Media Projekt des Karibik- Fusel Giganten Bacardi. Die Idee ist nicht gerade neu, Videos machen, ab auf youtube und wer die meisten Views hat gewinnt. Die Voraussetzungen sind aber mehr als grenzwertig.

Auf der Microsite kann fröhlich mitgespielt werden, zu gwinnen gibts eine lustige Reise mit 10 Leuten auf einer chicen Yacht durch die Karibik. Inklusive einer Party auf der hauseigenen Bacardi Insel mit Rum für alle. Irgendwie scheint mir aber, dass fischerAppelt aus Hamburg nichts verstanden haben, was seit Anbeginn aller Werbetage im Bereich Gewinnspielchen pflicht ist: Einfach, einfach und nochmal einfach muss es sein. Viel Spass beim zurücklehnen und schauen.

Meint Ihr ich lehn mich da mit meinen Prognosen zu weit aus dem Fenster? Denkt ihr die Anforderungen sind für die “Masse” machbar?

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Nov 25

tchiboideasDerer guten Ratschläge gibt es viele für Aktionen im Web und besonders im Social Media Bereich. Attention, Involvement, Fans, … Doch wie solche Lösungen handfest funktionieren, da ist oft Schweigen im Walde. Deshalb stelle ich hier ein Projekt vor, das nicht ur von A bis Z durchdacht und erfolgreich ist, sondern das Thema “in die Zielgruppe reinhören” zur Perfektion bringt.

Denn was der Tchibo Konzern mit “Ideas” aufgesetzt hat, ist nicht nur Mitmachweb par excellence, sondern auch ein Geniestreich mit grossem Vorbild.

Tchibo Ideas – ein Konzept wie aus einem neuen Lehrbuch
www.tchibo-ideas.de ist eine Seite die sich mit Alltagsproblemen und deren Lösungen beschäftigt. Nicht etwa als Angebot, sondern als Erfinder Plattform. Und das funktioniert so:
Jeder kann seine kleinen oder grossen Wehwehchen aus dem täglichen Leben als zu lösendes Problem einstellen. Meist sind es Umstände die uns allen bekannt sind und unsere Nerven strapazieren.
Alle diese Wünsche nach Lösungen für derartige Probleme werde gesammelt und auf der Seite vorgestellt. Und die User können entscheiden, wer in die Topliga der dringend zu lösenden Probleme kommt.

Shritt 2: Die Gewinnerprobleme
- werden nun ausgeschrieben, damit jeder Erfinder oder der, der sich zu einem solchen mit oder ohne Talent dazu berufen fühlt, im stillen Kämmerlein eine geniale Lösung dazu aushecken kann. Da werden Skizzen gezeichnet, Prototypen gebaut und stolz präsentiert auf der Website. Und wieder voted und entscheidet die Zielgruppe, wer das Rennen macht und die ihrer Meinung nach beste Lösung präsentiert.

Schritt 3: Wir verkaufen Dir was Du willst
Und dann kommt meines Erachtens nach der echte Clou an der Geschichte. Tchibo lässt die von den Usern als beste Lösung auf die Alltagsnerver gewählten Produkte herstellen und in die Regale stellen. Man leistet sich also einfach keine Flops mehr. Man lässt die Käufer über Probleme reden, Lösungen dafür finden und produziert nur noch auf Kundenwunsch. Sag mir was du kaufen willst und ich lass es für dich herstellen.

Kennt man das nicht irgendwoher?
dsds4_motto1_003Doch, kennt man. Vom Engländer Simon Fuller, dem Erfinder von Pop Idol, auch bekannt als lizensierte Version Deutschland sucht den Superstar oder Superstars von 3+ in der Schweiz. Alle Kids wollen Superstar werden, man kreiert einen riesen Hype, bekommt Unsummen an Werbeeinnahmen mit der Show und lässt den Konsumenten entscheiden was er denn morgen im CD Regal kaufen will. Und ich will weder Fuller noch Tchibo in ein schlechtes Licht stellen. Beide Konzepte bedeuten eine echte Win-Win Situation. Nämlich der Kunde bekommt was er will und der Produzent setzt kein Geld mehr mit Ladenhütern in den Sand. Nicht uneigennützig von den Herstellern, aber effektiv.

Seid Ihr mit mir einer Meinung? Oder denkt Ihr das ist trotzdem nur beschönigte Abzocke? Ist das System genial oder müsste man noch einige Schritte weiter gehen und wenn ja, welche fehlen Euch?

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