Feb 16

Letzten Samstag wurde ich vom Erdbeben aufgeweckt. Mein erster Gedanke galt Twitter – denn wo sonst erhalte ich real-time News von Personen in der Gegend? Den gleichen Gedanken hatte ich gestern früh, als ich aus meinem Fenster blickte und ca. 20cm Neuschnee mit Wachstumspotential entdeckte. “Mal sehen ob die Buse, Trams und Züge heute fahren…”

…und ich wurde auch prompt fündig. Twitter ist zwar in erster Linie praktisch für den Austausch von Erfahrungen unter Usern, bietet jedoch Unternehmen u.a. im Bereich des öffentlichen Verkehrs die Möglichkeit, real-time mit ihren Passagieren zu kommunizieren. Ein gutes Beispiel dafür ist @railservice der SBB. Unermüdlich twitterten sie gestern Morgen allen frustrierten Gestrandeten zurück und halfen ihnen, den Weg ins Büro doch noch zu finden. Und dieser Service wird geschätzt. Auch @sbbnews kann hier weiterhelfen mit den neusten Updates zu Verspätungen und Unterbrüchen.

Auch die Swiss war unter @SwissAirLines aktiv, nachdem ZRH mit Verspätungen und Annullierungen kämpfte. Da ich heute nach London fliege, habe ich Twitter gleich getestet und erhielt prompt eine Antwort mit Informationen zu meinem Flug. Da habe ich bestimmt 10 Minuten Hotline gespart.

Spannend wurde es erst, als ich dann mal ZVV und VBZ suchte. Tatsächlich, eine Twitter-Präsenz ist vorhanden, jedoch mit der netten Aufschrift “@zvvfahrplan hasn’t tweeted yet”. Gut, sie haben es mindestens ins Auge gefasst. Zu ihrer Verteidigung, über Facebook hielten sie ihre Kundschaft bei Laune mit Fotos vom Schneepflug. Hilfe ist auf dem Weg (vgl. oben)!

Fazit? Social Media ist nicht mehr länger “nice to have” sondern ein wertvolles Informationstool für Sondersituationen wie Erdbeben und Schneechaos, wo immer 20Minuten, Hotlines und co. nicht nachkommen. Und by the way, am Freitag zeigte Twitter auf der TwitterMap eindrücklich, in welchen Regionen das Erdbeben zu spüren war. Ich sag nur #TwitterPower! (Thanks to @mikeschwede)

UPDATE: @zvvfahrplan ist kein offizieller Account der ZVV, News direkt von der Quelle gibt’s unter @zvvnews. Für Fragen steht @zvv_contact zur Verfügung.

Verwendest du Twitter in Sondersituationen? Hat dir ein Twitter-Account schon einmal aus der Patsche geholfen? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

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Jan 25

Access on MegauploadNachdem letzte Woche der File-Sharing-Anbieter Megaupload vom FBI vom Netz genommen wurde, kocht die Gerüchteküche weltweit. Niemand weiss so genau, welche Dienste eigentlich legal arbeiten und wer vielleicht sogar als nächstes vom Netz fliegen könnte. Auch der Schweizer Anbieter RapidShare wird in diesem Zusammenhang häufig genannt. Doch wer arbeitet legal und was genau ist überhaupt erlaubt in der Schweiz?

Die rigorose Abschaltung von Megaupload kam für viele Nutzer überraschend. Nicht nur der Service wurde vom Netz genommen, auch User, welche über den Service private Dateien speicherten und teilten, haben keinen Zugang zu ihren Files mehr. Über Twitter beschwerten sich tausende darüber und viele sehen den Akt des FBI als ersten Schritt in Richtung SOPA und PIPA, wonach File Sharing in den USA offiziell geahndet werden könnte (mehr Informationen dazu hier). Doch was genau darf man eigentlich in der Schweiz?

Megaupload hatte einen Server in Virginia, was dem FBI den Eingriff ermöglichte. International gesehen hat jedoch jedes Rechtssystem immer nur nationale Gültigkeit, das heisst was in den USA verboten ist, muss in der Schweiz nicht zwangsläufig auch illegal sein. File Sharing an sich ist in der Schweiz nicht verboten. Es werden jedoch im Gesetz klare Grenzen gesetzt:

Bisher erlaubt ist das Herunterladen von geschütztem Material zum persönlichen Gebrauch, auch wenn der Upload illegal erfolgt ist. Zudem darf man geschützte Dateien mit Personen teilen, mit welchen man eng verbunden ist. Weiter dürfen geschützte Dateien in einen Passwort-geschützten Bereich geladen werden. Vor allem hier bewegen sich Plattformen wie RapidShare und co. auf dünnem Eis.

Die laufende Diskussion veranlasste RapidShare zu einem Statement, wonach sie versicherten, dass ihr Service zu 100% legal sei. Nach RapidShare führt die Problematik von Megaupload vor allem auf ein Downloadvergütungssystem zurück, welches eine hohe Anzahl Downloads belohnt, was das aktive File Sharing zusätzlich anheizen kann. Zudem versicherte RapidShare, dass sie einen völlig legalen Service anbieten würden, welcher rigide gegen Urheberrechtsverletzungen vorginge. Trotzdem besteht auch bei RapidShare die Gefahr, dass Dateien über Google öffentlich zugänglich werden, auch wenn dies nicht im Sinne des Anbieters ist.

Wie sinnvoll Aktionen wie die Schliessung von Megaupload sind, lässt sich hier unter ein grosses Fragezeichen stellen. Sollten SOPA und PIPA abgesegnet werden, werden wir uns noch vielen solchen Situationen gegenüber gestellt sehen, auch hier in der Schweiz. Ob dies das richtige Handling der Problematik ist, ist fragwürdig. Fest steht, dass bei diesem Thema seit Jahren Klärungs- und Regelungsbedarf besteht.

Wie stehst du zu File Sharing? Wie sollte die Situation am besten gehandelt werden? Wie managed man im Internet ständig androhende Copyright Issues am sinnvollsten?

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Jan 20

Der Erfolg einer Webseite ist sehr direkt von einer guten Usability und einer guten User Experience abhängig. Aber ist die gewünschte Seite auch Benutzerfreundlich und ist das Benutzererlebnis so wie es sein soll?

Zwar gibt es Erfahrungswerte und Statistiken, aber passt das auch zur Seite und zur Zielgruppe? Wie findet sich der Besucher zurecht? Was schaut er sich an und was nicht? Und ist die Handlungsaufforderung überhaupt zu sehen?

Um möglichst gute Erkenntnisse darüber zu bekommen, sollte man einem Besucher auf die Maus schauen und verfolgen, wie er sie auf der Website bewegt, wo er klickt, wohin er scrollt, ob er das Browserfenster anpasst und wie er durch Formulare navigiert.

So erhält man wertvolle Erkenntnisse über die Bedienbarkeit und die Nutzung und damit die Möglichkeit diese zu optimieren.

Mousetracking

Durch das Mousetracking kann man die Bewegung der Maus auf der Webseite erfassen. Weiterführende Tools können nicht nur die Bewegung aufzeichnen und als Video abspielen, sondern auch unterscheiden zwischen reinen Mausbewegungen, scrollen, klicken differenziert auf die linke oder rechte Maustaste.

Heatmap / Clickmap

Solche “Hitze-” oder “Klickkarten” sind Grafiken, die das Klickverhalten der Besucher darstellen. Zur Visualisierung wird über der Website ein virtueller Layer gelegt, auf der die Klicks der Besucher angezeigt werden.

Visibility Map

Die Visibility Map – in Google Analytics nennt man sie In-Page-Analyse – ist eine visuelle Beurteilung der Sichtbarkeit und des Scrollverhalten. Damit kann beurteilt werden, ob das Layout geeignet ist und was der Nutzer auf der Seite wirklich sieht. Äusserst wichtig für die Prüfung von Call-to-Actions.

Attention Map

Die Aufmerksamkeit der Besucher kann über die Attention Map angezeigt werden. Stellen mit starker Aufmerksamkeit sind transparent und gut erkennbar, im Vergleich dazu sind Stellen mit geringer Aufmerksamkeit dunkel gehalten.

Form Analyzer

Mit diesem Bericht erfährt man, wie sich die Besucher beim Ausfüllen eines Formulars verhalten, wie lange das Ausfüllen einzelner Felder geht oder ob sogar ganz abgebrochen wird. Auch technische Probleme lassen sich damit erkennen.

Schaust Du Deinen Besucher auch über die Schultern? Konntest Du den Erfolg Deiner Website damit steigern? Kennst Du Tools die dafür hilfreich sind?

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Jan 12

Google plus Your WorldGoogle hat mit dem Roll-Out des neuen Suchalgorithmus “Search plus Your World” begonnen, welcher verspricht, dass meine Suchresultate noch mehr auf meine Person zugeschnitten sind. Dies aufgrund meiner Informationen, welche ich bei Google+ eingegeben habe. Auf der einen Seite ist dies eine super Möglichkeit, G+ einen Boost zu verpassen, andererseits stellt sich die Frage nach der Relevanz der Ergebnisse. Ein zweischneidiges Schwert.

Auch ich selbst bin mir noch nicht sicher, was ich von der neuen Entwicklung bei Google halten soll, denn ausprobieren konnte ich sie in der Schweiz bisher noch nicht. Allerdings habe ich eine Vorschau gesehen. Über den Suchergebnissen werden neu “personal results” angezeigt, welche über meinen Freundeskreis und die Informationen in meinem G+ Profil ermittelt werden. Dadurch finde ich schneller, was Google denkt dass ich suchen könnte…

Gleichzeitig erhöht Google die Sicherstellung der Privatsphäre, indem die Übertragung der Suchbegriffe, sowie der Transfer mit der SSL-Technologie verschlüsselt werden (https). Trotzdem werden alle meine Suchbegriffe mit meinem Konto bei Google gespeichert und sind später abrufbar, ausser ich schalte diese Funktion explizit aus.

Google denkt also mit. Dies jedoch auf Kosten der Relevanz. Für den User ist neu relevant, was in seinem Kreis passiert, statt das, was allgemein in der Welt geschieht. Da höre ich bereits die vielen “Social Bubble”-Theoristen aufschreien und von einer Isolation und Wissenskluft predigen. Jedoch ist es nicht auch im wirklichen Leben so, dass mein Informationsfluss von meiner Umgebung bestimmt wird?

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das Angebot entwickeln wird. Gerade Anbieter wie Facebook können bei einem solchen Service nicht mithalten, was G+ vielleicht endlich den Boost verleiht, welchen es dringend gebrauchen könnte.

Wie stehst du zu personalisierten Suchergebnissen basierend auf G+? Hast du Bedenken? Welchen Nutzen und welche Gefahren birgt die Personalisierung deiner Meinung nach mit sich?

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Jan 11

Evernote LogoSchon länger wird ja Evernote als DIE Clipping Lösung empfohlen und hochgejubelt. Bis ca. vor einem halben Jahr lag mir dieser Dienst irgendwie nicht so richtig. Kann nicht mal sagen, warum das so war. Nun bin ich total begeistert davon und könnte mir den digitalen Alltag nicht mehr ohne vorstellen.

Für die, die Evernote noch nicht kennen, hat mein Kollege Dirk schon vor längerer Zeit mal einen schönen Artikel darüber geschrieben. Ihr findet ihn hier.

Ich bin eigentlich wieder auf Evernote aufmerksam geworden, als ich eine Notizlösung suchte, die ich überall einsetzen kann. Will heissen im Geschäft auf Windows, Unterwegs auf dem Android Handy und Zuhause auf dem Linux-Rechner oder dem Android Tablett. Vielleicht konvertiere ich ja noch mal zu Mac, und da will ich ja nicht mein ganzes Gedankengut wieder verlieren.
Evernote erwies sich also für meine Zwecke als ideal. Für alle Betriebssysteme einen Client, sehr gute Browserversion mit allen Möglichkeiten, alle Funktionen die man braucht und ziemlich weit als Sharingdienst verbreitet.  Der letzte Punkt ist meist nicht so wichtig, wenn man aber den ganzen Tag durch das Web pflügt, ist das ganz nützlich.

Auch ein perfekter Dienst kann man für sich noch perfekter machen. Ich habe mir noch die Erweiterung Clearly für den Chromebrowser  installiert. Diese Erweiterung wandelt jede beliebige Webseite in eine bereinigte und einfach lesbare Form um und verfügt über einen Button, mit der der bereinigte Artikel direkt ins Evernote geschickt werden kann.

Persönlich mache ich mir noch sehr stark die Mailfunktion von Evernote zu nutzen. Diese wird gerne mal vergessen. Jeder Evernote Account verfügt über eine eigene Mailadresse und es lässt sich alles als Mail zu Evernote schicken. Praktisch, wenn sonst keine Sharing Möglichkeit besteht.
Im weiteren habe ich mir für Newsletter und andere Informationen, die in meinem Mailpostfach landen und keine Reaktion von mir benötigen, jeweils Filter installiert, die mir die Mails gleich weiter nach Evernote schicken. So belasten sie nicht meine Postfächer und ich lese sie, wenn ich Zeit dazu habe, zusammen mit den anderen Artikeln, aus Google Reader etc. die ich mir für später aufgehoben habe.

Ihr seht also, mit ein wenig Kreativität kann man sich so allerlei Dienst auf den Leib schneidern. Wie geht ihr so mit Evernote um? Kennt ihr vielleicht sogar noch was besseres? Freue mich auf euer Feedback, und wenn es nur ein +1 ist.

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