Mrz 05

Eher kurz und bündig wurde letzte Woche der Wechsel von den alten Seiten-Profilen auf die Timeline für Facebook-Seiten angekündigt, was einige Seitenbesitzer ins Rotieren brachte. Auf den ersten Blick scheinen alte Strategien und Konzepte auf dem neuen Design komplett zu versagen. Nun heisst es also “think outside the box” oder “think outside of Facebook”. Die kreativen Ideen haben in den Anfangsphasen grosses Potential. Und so sieht das ganze aus:

Was ist neu? Am offensichtlichsten ist wohl das Cover-Bild. Eine Marke hat dort die Möglichkeit, sich in voller Breite grafisch zu präsentieren (851 x 315 Pixel). Wie zu erwarten war, gibt es jedoch auch für das Cover-Foto strenge Richtlinien. Nicht erlaubt sind Preise und Kaufinformationen, Kontaktinformationen, Referenzen zu Facebook-Funktionen wie “Gefällt mir” oder “Teilen” und jegliche Handlungsaufrufe wie “Jetzt kaufen” usw. Zudem dürfen auch dort keine geistigen Eigentumsrechte Dritter verletzt werden. Trotz der Einschränkungen kann das Cover-Foto kreativ genutzt werden um die eigene Marke zu präsentieren und mehr Fans zu generieren.

Das Profilbild wurde dafür drastisch reduziert und besteht nur noch aus einem Quadrat mit einer Grösse zwischen 180 x 180 bis 32 x 32 Pixeln. Lange Profilbanner an der Seite sind somit nicht mehr möglich. Spezielle Grafiken müssen somit zwingend ins Cover-Foto eingebaut werden. Wie wir jedoch bereits bei der Timeline von Privatprofilen gesehen haben, können diese zwei Bilder in Kombination sehr kreativ eingesetzt werden.

Eine weitere zentrale Veränderung betrifft die Apps und somit alle Features die damit verbunden sind. Nicht mehr  möglich ist es ein Welcome-Tab einzurichten und somit mit Fan-Gating und co. die Fanzahl zu steigern. Ein Fan-Gating ist zwar grundsätzlich noch einbaubar, funktioniert zurzeit jedoch nicht einwandfrei und ist auch nicht allzu sinnvoll, wenn die Application nicht auf der ersten Seite angezeigt wird.

Die Apps stehen neu oben unter dem Cover-Foto und nicht mehr an der Seite. Es können maximal 4 angezeigt werden, die restlichen werden durch ein aufklappbares Fenster angezeigt. Die Apps können durch eine grössere Grafik beschildert werden, was wiederum grössere Gestaltungsfreiheiten bietet.

Als eines der wichtigsten Funktionen scheint mir die Möglichkeit, Posts hervorzuheben und in ganzer Breite anzuzeigen, sowie diese oben zu fixieren. Hiermit kann trotz fehlendem Welcome-Tab darauf Einfluss genommen werden, was der User als erstes sieht.

Nun, klingt alles spannend. Doch was passiert mit den alten Designs? Am 30. März werden alle Seiten definitiv auf das Timeline-Format umgestellt, inklusive ihrer Apps. Grundsätzlich kann mit den alten Designs weitergearbeitet werden. Diese werden als schmales Fenster zentriert angezeigt. Eine längerfristige Anpassung ist jedoch auf jeden Fall zu empfehlen.

Wir werden wohl in den nächsten Wochen einige Erfahrungen machen, wie die Timeline einerseits von den Usern angenommen wird, andererseits wie sich das neue Design auf das Nutzungsverhalten auswirken werden. We will keep you posted…

Welche Erfahrungen hast du mit dem Chronik-Design gemacht? Hast du spannende Designs entdeckt? Bist du auf Probleme gestossen? Denkst du, das Design wird von Facebook nochmals angepasst?

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Mrz 02

Die Funktionen von “Google Search Plus your World” werden angeblich bald auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz lanciert. Nach dem Launch in den USA spalteten sich die Meinungen. Andere Anbieter wie Twitter veröffentlichten im Januar 2012 starke Proteste und sprachen sogar vom “schwarzen Tag des Internets”. Nun bietet Google jedoch neu die Möglichkeit an, der drohenden “Bubble” zu entfliehen, und dies mit einer einfachen Einstellung. 

Die Idee hinter Google Search Plus scheint mir einerseits Sinn zu machen, andererseits stellt sich durch die Funktion vermehrt die Frage, ob wir auf dem besten Weg zur Informationsisolation sind. In Kürze: die Suchresultate, welche mir von Google gezeigt werden, basieren grösstenteils auf den +1 Angaben und Google+ Profilen meiner Kontakte und sind somit auf meine Person und Interessen zugeschnitten. Ich finde also was ich hören will – und eventuell sowieso schon weiss. Dies bedeutet nicht nur eine Herausforderung für jeden SEO-Spezialisten, sondern bietet mir auch ein eventuell stark verzerrtes Weltbild.

Sogar Fotoergebnisse werden in den USA neu so gestaltet, dass Bilder, welche von einem meiner Kontakte auf Google+ geteilt worden sind, prominent auf der ersten Seite erscheinen. Gekennzeichnet werden diese Bilder lediglich durch ein “Limited” am rechten unteren Bildrand.

Das Feature konnte bisher nicht viele Fans gewinnen. Daher gab es bis heute zahlreiche Anfragen, wie Google Search Plus your World deaktiviert werden könne,  um wieder weltweit relevante Suchergebnisse zu erhalten.

Und neuerdings ist die Einstellung einfach, dank einem neuen Feature, welches von Google eingeführt wurde: Neben der Anzeige der personalisierten Resultate befindet sich ein Button, welcher, ähnlich wie bei den Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook oder Google+, die Möglichkeit der Auswahl des Figürchen und der Weltkugel bietet:

Auf diese Weise erhofft sich Google, mehr Akzeptanz für das Feature zu erhalten. Und ich muss ehrlich sagen, auch wenn mir die Sache anfangs unheimlich war, mit der neuen Filterfunktion bringt Google Search Plus your world erhebliche Vorteile. Und die Gefahr der “Social Bubble” wird zumindest minimiert.

Wie sich das Projekt vor allem auch in Europa entwickelt? – wir bleiben gespannt und warten auf den Launch in der Schweiz.

Was denkst du über Google Search Plus your world? Wo siehst du Potential und wo die Gefahren? In welche Richtung sollten sich Suchmaschinen deiner Meinung nach entwickeln? 

 

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Feb 24

Analytics ProEigentlich sind Web Analytics-Daten wie Börsendaten, ein tägliches Auf und Ab. Der Trend ist entscheidend, deshalb sollte man auch nicht unbedingt jeden Tag in die Statistik von Google Analytics schauen. 

Aber auch ich ertappe mich immer wieder, dass ich mehrmals täglich in die Web Statistik schaue. Wie viele Zugriffe haben wir heute, verläuft das A/B-Testing wie erwartet, ist die Conversion am steigen und stimmen die E-Commerce-Umsätze.

Vielleicht schaue ich gerade jetzt, wie viele Besucher unser Blog hat. Ich will aber auch informiert sein, wenn ich unterwegs bin und keinen Zugriff aufs klassische Google Analytics habe. Deshalb musste eine App für das Apple iPhone und die Android Geräte her. Die Besten stelle ich Euch hier vor:

Analytics Pro
Richtig gut und mein persönlicher Favorit – aber leider nicht kostenlos – ist die App „Analytics Pro“. Nicht nur eigene Accounts, auch Kundenaccounts kann man damit auf dem iPhone betrachten. Die App hat eine Vielzahl an Reports und Statistiken, die man sogar via AirPrint ausdrucken kann. Leider gibt es die App bis jetzt nur für die Apple Geräte. Die CHF 6.- sind für „Analytics-Junkies“ gut investiertes Geld.

Analytics HD
Die „Analytics HD“ App ist einer der wenigen Apps, die es auch optimiert für Apple iPad gibt. Zwar wird im Apple iTunes die App nicht so ausführlich beschrieben, die Kosten von CHF 7.- lohnen sich aber trotzdem. Die App ist intuitiv zu bedienen und hat über 50 informative Reports. Gerade für User, die sich in der herkömmliche Google Analytics-Oberfläche nicht so zurecht finden, ist die Tablet-Version eine gute Alternative.

Dashboard für Google Analytics
Als kostenlose Variante empfehle ich die App „Dashboard für Google Analytics“. Sie ist zwar nicht so umfangreich wie die kostenpflichtigen, aber die wichtigsten Kennzahlen sind so immer griffbereit. So ist man gewappnet, wenn der Chef mal nach den neusten Statistik-Zahlen fragt. Das Dashboard gibt es auch für Android.

gAnalytics
Die beste Wahl für Android-Geräte ist die App „gAnalytics“. Es ist nicht unbedingt ein Desktop-Ersatz, aber die wichtigsten Werte sind schnell gefunden. Die Version ist aktuell noch im Beta-Status, gerade erst am 23. Februar 2012 aktualisiert und sogar kostenlos.

mAnalytics
Auch die zweite Empfehlung für Android ist kostenlos. Sie heisst auch fast gleich. „mAnalytics“ ist aber nicht vom gleichen Entwickler. Ein Erfahrungsbericht bringt es auf den Punkt: Tut was es soll, ist übersichtlich und kostenlos. Entscheide doch selbst, welche App besser ist.

Benutzt Du auch Google Analytics für unterwegs? Welche App ist Dein Favorit und gibt es noch andere, die Du empfehlen kannst?

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Jan 27

Customer Journey – zu Deutsch „die Reise des Kunden“ – gilt als einer der Trends für das laufende Jahr. Im Online-Bereich ist damit der Weg des Kunden von der ersten „Begegnung“ mit dem Online-Anbieter bis zur Conversion – also dem Kauf oder der Kontaktaufnahme – gemeint.

Beispiel eines Customer Journey

Die Analyse der Kundenreise – auch 360° oder Kunden- und Kaufprozess-Analyse genannt – erfolgt mittels spezieller Tools. Google Analytics ist eines davon. Ich habe bereits im November in meinem zweiteiligen Blog-Post über Multi-Channel-Trichter die Möglichkeiten aufgezeigt, wie man das Zusammenspiel mehrerer Werbemassnahmen für eine Erhöhung der Conversion nutzen kann.

In solchen Analysen dreht sich vieles um die Berührungspunkte, auch „Touchpoints“ genannt, die der Kunde durchläuft. Die Online-Bewertung u.a. über Suchmaschinen, Google AdWords, Social Media oder Mobile-Apps kann man effizient – auch technisch betrachtet – realisieren.

Anspruchsvoller wird es, wenn man auch Offline-Berührungspunkte auswerten will. Inserate in Print-Medien, Plakate, TV, Kino oder Ladenlokale und Ausstellungen sind deutlich komplexer in der ganzheitlichen Beurteilung der Customer Journey. Aber zum Glück für die Marketingfachleute findet immer mehr eine Verschmelzung von Online und Offline statt. Fernsehen wird immer häufiger an Online-Geräten geschaut, QR-Codes helfen in Inseraten oder auf Produkten und Bilderkennungssoftware liefert auch nützliche Daten zurück. Durch gezielte Aktionen in Ladenlokalen oder Ausstellungen, verrät der Kunde seine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer und schon ist wieder ein Touchpoint vorhanden, der analysiert und ausgewertet werden kann.

Letztendlich kann damit der Werbeeinsatz optimiert und die Effizienz der Conversion beurteilt werden. Damit wird die Customer Journey ein nützliches Instrument für die Marketinganalyse.

Wohin geht die Zukunft?

Oft enden beim Kauf oder bei der Kontaktaufnahme die Analysen und Auswertungen. Meiner Meinung nach ist die Reise des Kunden hier aber nicht zu Ende. Auch der ganze Kundenservice danach, die Sendungsverfolgung (Track & Trace der Post), Retouren, Reparaturen oder Garantiefälle sind meiner Meinung nach genau so wichtige Berührungspunkte. Mit diesen Erkenntnissen lässt sich die Customer Journey auch mit quantitativen, qualitativen und subjektiven Erkenntnissen ergänzen. Diese übergreifende Analyse kann als Customer Journey Map visualisiert werden. Wird es im richtigen Umfang genutzt, sind Unternehmen in der Lage das eigene Portfolio an die Bedürfnisse des Kunden anzupassen und die Kundenzufriedenheit damit zu steigern.

Es gibt eine Vielzahl von Geschäftsprozessen – nicht nur im E-Commerce – die so ausgewertet werden können. Auch bei E-Procurement, E-Government oder E-Learning (die Liste ist natürlich nicht abschliessend) ist Customer Journey wichtig.

Analysierst Du die Customer Journey? Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht? Verwendest Du Google Analytics oder ein anderes Tool?

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Jan 19

Social Media ist immer dabei – vor allem wenn es zu Katastrophen kommt. Was bei 9/11 noch den Handyverkehr lahmlegte, erfolgt heute über Twitter und Facebook: Nachrichtenfluten berichten über Details und Hintergründe. So sah man es zum Beispiel bei der Notlandung  im Hudson River oder beim DC Erdbeben, wo Twitter-User vom Beben hörten, bevor es bei ihnen ankam. Beim neusten Unglück könnte Social Media sogar Teil der Ursache gewesen sein. Wie The Telegraph schreibt, könnte ein Facebook-Post den Kapitän zu einem ungewöhnlichen Manöver verführt haben.

Wie entwickelt sich eine Welt, in welcher Social Media nicht mehr abbildet, was passiert, sondern Situationen bewusst für Social Media generiert werden? Was für Folgen könnte eine solche Entwicklung haben? Die Concordia ist hierfür wohl kein Paradebeispiel: Angeblich soll Antonello Tievolli über Facebook seiner Schwester mitgeteilt haben, dass sie bald an seiner Heimatinsel vorbeifahren, was den Kapitän der Concordia dazu bewegte, näher an die Insel heranzuschippern. Der kleine “Social Media-Stunt” hatte daraufhin die Kollision mit den Unterwasserfelsen und den Schiffsuntergang zur Folge.

Publicity Events gehören in Bezug auf Print und TV zum Alltag, doch auch Social Media zieht hierbei nach. Mit Aktionen wie Topping und Planking werden gezielt Aktionen gestartet, um diese später auf den Plattformen zu verbreiten, was auch je länger je mehr zu Werbezwecken genutzt wird. Gerade hier ist wichtig, dass Firmen ihre Chancen wahrnehmen. Durch gezielte Aktionen können nicht nur im Online-Bereich, sondern auch in den traditionellen Medien grosse Schlagzeilen und somit Publicity ohne grossen Aufwand erzielt werden.  Jedoch – wie gerade das Beispiel der Concordia zeigt – ist auch hier mit Vorsicht und gesundem Menschenverstand  zu walten, denn schon die Titanic sank 1912, weil Mr. Ismay sein Werk in den New Yorker Schlagzeilen sehen wollte.

Welche Gefahren siehst du in Bezug auf gestagete Events für Social Media? Welche Chancen? Wer hat seine Möglichkeiten am effektivsten genutzt?

 

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