Feb 12

hörsaalIhr Wachstum ist rasant. Ihre Bedeutung nimmt ständig zu. Und ihre Nutzer verbreiten sich wahrscheinlich schneller als die Schweinegrippe. Soziale Netzwerke boomen. Und: in England können sich seit vergangenem Herbst Studierende gar einen Master für soziale Medien holen.

Facebook. Twitter. StudiVZ. Soziale Netzwerke sind beliebt. Und der Vernetzungswahn nimmt kein Ende. Denn: innerhalb des letzten Jahres hat sich beispielsweise die Zahl der Facebook-Mitglieder verzehnfacht. Und so sind die sozialen Netzwerke längst integrativer Bestandteil der individuellen Kommunikationswelt eines jeden geworden. Zumindest von denjenigen, die regelmässig online sind.
Auf diesen exorbitanten Boom hat nun auch die Wissenschaft reagiert. Als eine der ersten bietet die Universität von Birmingham nun einen Studiengang für Soziale Netzwerke an. Ausgezeichnet werden die Studis nach erfolgreichem Abschluss mit einem «Master of Arts in Social Media».

Am Anfang nur belächelt
Ganz einfach hatten es die Initianten des zukunftsweisenden Studiengangs zu Beginn aber nicht. Bereits vor der Lancierung meldeten sich viele kritische Stimmen zu Wort – vor allem von Studierenden anderer Fachgebiete. Sie klassifizierten das Studium gar als «Verschwendung von akademischen Ressourcen». Denn schliesslich könnten die meisten User das Facebook auch ohne Studium bedienen. Zwischenzeitlich sind wohl auch diese Kritiker verstummt. Denn die grosse Nachfrage nach dieser Ausbildung gibt den Machern Recht.

Wissenschaftliche Fragen zur virtuellen Welt im realen Alltag
Denn natürlich geht es in Birmingham künftig nicht in erster Linie um eine adäquate Bedienung sozialer Medien. Das wäre wohl zu einfach. Viel mehr geht es darum, Social Media und deren Entwicklung wissenschaftlich zu begleiten und zu hinterfragen: «Ist das Netz demokratischer als andere Medienformen»? «Haben Power-User mehr soziales Kapital als andere»? «Führt dies zu einer Hierarchie unter den Nutzern»? «Wie können diese neuen Vernetzungen auch ökonomisch genutzt werden»?
Ein weiteres Argument, warum es diese Ausbildung sicherlich braucht: Das Phänomen der Social Media wird die Kommunikation in Unternehmen vollkommen revolutionieren. Findet ein Unternehmen die richtige Vernetzung zu einer Zielgruppe, ist der Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert. Denn der sozial vernetzte Verbraucher wird sich bei seinen Konsumentscheidungen künftig stärker auf seine Freunde im Netz verlassen als auf die konventionelle Werbung. Und an genau diesem Punkt kommen die Absolventen des neuen Studienganges in ihrem späteren Arbeitsfeld zum Einsatz. Alles andere als überflüssig also – diese künftigen MA of Social Media.

Und was glaubt ihr? Macht ein solcher Studiengang überhaupt Sinn oder ist er total überflüssig? Und wie werden die sozialen Medien künftig unsere Zukunft prägen?

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Feb 04

Seit Amazon.com damit begonnen hat, ihre Kunden die gekauften Bücher rezensieren zu lassen, wird diese Art des Erfahrungsmarketings zunehmend in Online Shops eingesetzt. Sind diese Bewertungen für einen potentiellen Käufer wirklich wichtig? Wo sind die Haken an diesem System?

Gerade gestern habe ich mich über einen geplanten Hardwarekauf informiert, in dem ich mich auf der Produkteseite eines Onlineshops über die technischen Daten und den Preis schlau gemacht habe. Da mir noch einige Angaben fehlten, habe ich kurz die “Twittergemeinde” befragt, ob jemand das Gerät im Einsatz hat und ob er damit zufrieden ist. Als Antwort darauf bekam ich den Hinweis, ich solle doch mal die Bewertungen bei ebendiesem Online-Shop anschauen.

Ah ja, als ich den Antworttweet gelesen hatte, war es mir auch wieder klar. Genau diese Bewertungen sind etwas, an das ich gar nie denke. In diesem Fall waren sie auch nicht besonders hilfreich, aber hätte ja sein können. Mich würde mal interessieren, ob diese Bewertungen im allgemeinen von den Usern übersehen werden oder ob das an mir liegt. Irgendwie suche ich auf einer Site eines Händlers gar nicht nach Erfahrungen von den Kunden oder mein Unterbewusstsein vertraut meinen “Freunden” aus den Social Networks oder dem realen Freundeskreis mehr, als den Bewertungen auf der Händlersite.

Das gleiche gilt für das Thema Bewertungen abgeben. Wenn ich von einem Bekannten gefragt werde, wie mir denn dieses oder jenes Produkt gefällt, gebe ich gerne meine Meinung preis. Wenn ich z. B. ein Buch bei Amazon gekauft und gelesen habe, komme ich Wochen nach dem Kauf aber nicht mehr auf die Idee, ich könnte ja noch eine Rezension darüber schreiben. Es würde vielleicht anders sein, wenn ich vom Verkäufer eine Erinnerung bekommen würde.

Wie handhabt ihr diese Sache? Habt ihr schon mal eine Bewertung geschrieben? Macht ihr das regelmässig, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt? Beachtet ihr Bewertungen? Mich würde Interessieren, ob ich da ein Einzelfall bin.

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Dez 09

twitter110909_726fotDen privaten Twitter-Account in bare Münze verwandeln – das machen nicht nur Promis und Blogger, sondern immer mehr Menschen wie du und ich. Sie lassen Webagenturen den direkten Draht zu ihren Freunden nutzen und werden dafür bezahlt: Je mehr Follower, desto mehr Kohle.

In den USA bieten Start-Up-Unternehmen wie Ad.ly, Izea, oder Peer2 diese zusätzliche Verdienstmöglichkeit an. Werbetreibenden öffnet sich damit ein völlig neuer Weg, Menschen zu erreichen. Empfehlungen von Freunden sind ungleich wirksamer als wenn ein Unternehmen selbst über ein neues Produkt twittert. Immer mehr Internet-Unternehmen springen auf diesen Zug auf. So hat Amazon angekündigt, Provisionen an User auszuzahlen, die Kunden via Twitter auf die Amazon-Seite bringen.

Die grössten Chancen für ein Unternehmen, Werbung an den User zu bringen, liegen jedoch in den „Influencers“. Influencers, also Beeinflusser, sind bekannte Twitter-User, die in der Regel auch besonders vielen Follower haben. Promis haben für die Aussendung eines Tweets schon bis zu 10′000 Dollar bekommen.

Bringen solchen Tweets wirklich etwas? Würden die Unternehmen diese Geld nicht gescheiter in eine tolle Social Media Kampagne stecken, als die Promis (die eh schon in Geld schwimmen), dafür einzuspannen?

Ich denke, dass diese Tweets unter all den anderen doch untergehen. Die Conversion Rate dürfte bedenklich tief sein. Und wer ist als User – und ganz besonders als Influencer – schon bereit, seine Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit mit Werbetweets aufs Spiel zu setzen. Du etwa?

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Okt 19

travelagencytravelEin Freund von mir hat vor ca 20 Jahren Schreibmaschinen-Mechaniker gelernt. Den Job gibt’s heute nicht mehr! Nun zeichnen sich auch bei anderen Berufsgattungen ähnliche Szenarien ab, so z.B. in der Reisebranche, der klassische Reisebüroangestellte.

Google zeigt auf Basis von Statistikdaten und mit Hilfe einer Graphik, wie sich die Branche in den nächsten Jahren entwickeln könnte. Mehr dazu im Video.

Direktlink auf Youtube für iPhone-Leser etc.

Gibt’s noch andere Berufen, die der Digitalisierung und dem Internet zum Opfer fallen?

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Okt 13

Die Zeiten, zu denen Online-Nutzer im Internet surfen, sind von Land zu Land unterschiedlich. Dabei zeigen sich grössere Unterschiede, als man gemeinhin annehmen würde. Klar ist: Die Schweizer sind wahre Internet-Frühaufsteher.

Kulturelle Unterschiede, die sich auch im Lebens- und Arbeitsrhythmus zeigen, wirken sich stark auf das Online-Verhalten aus, wie eine Studie des französischen Web-Analytics-Unternehmen AT Internet zeigt. So sind Schweizer Nutzer schon sehr früh am Morgen im Internet aktiv, während sich die Portugiesen eher den Ruf von Nachtsurfern einhandeln.

Gemäss der Studie erreichen die schweizerischen Webseiten zwischen 7 und 12 Uhr mit 30,1 Prozent der Tages-Visits ihre höchste Besucherdichte, dicht gefolgt von schwedischen Sites mit 26,9 Prozent. Im Süden von Europa geht man den Tag, wie könnte es auch anders sein, eher gemütlich an. So erreichen etwa spanische Webseiten im selben Zeitraum nur 21 Prozent, portugiesische Seiten sogar nur 18,9 Prozent der Tages-Visits.

Zeitliche Verteilung der Web-Visits - AT Internet

Erstaunlich ist, dass während der Mittagszeit etwa in Norwegen, Polen, Deutschland und Grossbritannien keinerlei Traffic-Einbruch zu beobachten ist. Die Niederländer, Schweden, Franzosen und Schweizer sorgen zwischen 12 und 13 Uhr jedoch für einen mittagsbedingten Einbruch der Zahlen. Kein Wunder. Etwas essen hat noch keinem geschadet…

Abends allerdings hinken wir Rest-Europa wieder hoffnungslos hinterher. Im Zeitabschnitt zwischen 22 und 2 Uhr machen sich dann die Portugiesen wieder bemerkbar, die während dieser Zeit 18,6 Prozent des Tages-Traffics generieren, gefolgt von Norwegen (16,5%) und Deutschland (11,4 %). In der Schweiz ist zu nachtschlafener Zeit allerdings nicht mehr viel los: Nur noch 9,2 Prozent des gesamten Tages-Verkehrs fällt auf diesen Zeitrahmen.

Erkennt ihr euch in diesem Zeitschema wieder? Warum wird morgens mehr gesurft als nachmittags?

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Okt 01

Das Cross Media Projekt Adobe Dance With Me startete im Frühjahr 2009 worüber wir hier und auf Youtube bereits berichtet haben. Für die INM AG war das ein Projekt mit viel Neuland und Technologien, welche selbst die Adobe Evangelisten an die Grenzen Ihrer Möglichkeiten gebracht hat.

Nun haben wir die ersten Fakten auf dem Tisch und dazu hat mich Dirk Worring interviewt.

Alles in allem also ein gute Bilanz wobei natürlich noch einiges verbessert werden kann. Wir haben also wie erwähnt unsere Learnings aus dem Projekt gezogen und diese in aktuelle, neue Kampagnen einfliessen lassen können.

Decken sich unsere Erfahrungen im Cross Media und Social Media Bereich mit Euren? Welche Fakten zu dem Projekt würden Euch noch interessieren?

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Sep 21

Das Thema B2B, Online Marketing und Social Media beschäftigt mich schon seit einiger Zeit. Einige Post habe ich dazu in den vergangenen Wochen verfasst.
Anhand einer Studie von marketingsherpa.com erkläre ich nun, weshalb B2B Firmen im Online Marketing einen Vorteil haben.

Eines der eindeutigsten Phänome ist, dass man sich immer weniger trifft oder Messen besucht. Die Kommunikation führt über den Online-Weg, was Zeit und Geld spart. Der persönliche Aspekt bleibt hier leider etwas auf der Strecke. Und vor allem werden Informationen im B2B Bereich immer öffter über’s Web beschaft.

Direktlink auf Youtube

Was ist Eure Erfahrung? Trifft man sich auch hier in Europa immer weniger Face-to-Face?

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Sep 07

Lässt sich mit Social Media auch im B2B-Bereich erfolgreich Marketing betreiben?
Nachdem sehr interessanten Modell von Jordan Julien habe ich mir überlegt, wie sich die Social Media Instrumente und Plattformen wohl im 2. Welt Land Europa (was Social Media betrifft) auf B2B und B2C aufteilen lassen.
Zudem heisst meine neue Beziehung B2C2B -- also quasi indirektes B2B, was eine Möglichkeit ist, die über Social Media Marketing abgedeckt werden kann und ein ungeheures Potential birgt!

Wie die Kanal-Verteilung meiner Ansicht nacht aussieht und was hier B2C2B für eine Rolle spielt, erfahrt Ihr im nachstehend, kurzen Video.


Link zum Video für iPhone-User etc

Gibt’s schon Beispiele von guten B2B Kampagnen, die Social Media nutzen? Und wie beurteilt Ihr meine Analyse?

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Aug 21

Niemand wird abstreiten, dass neue Plattformen wie Facebook und Twitter die Möglichkeiten für Firmen, via Internet mit potentiellen Kunden zu kommunizieren massiv erweitert haben. Diese Möglichkeiten sind aber nicht einfacher geworden. Im Gegenteil.

Die Bannerwerbung-Overkill-Zeiten sind vorbei
Wir sind bannerblind geworden. Banner werden durch AdBlocker-Tools komplett ausgeblendet oder spätestens durch unsere soweit evolvierten Sehzentren. Es interessiert uns einfach nicht mehr, in einem für den Werber positiven Sinn, wer zurzeit gerade unsere Lieblings-News-Website mit Werbung verunstaltet. Es nervt eher.

Die Möglichkeiten im Internet sind enorm
Die Unwirksamkeit von klassischen Werbeformen wie Bannerwerbung unterstreicht aber genau die Möglichkeiten in der neuen, interaktiven Internet-Gesellschaft. Klassische Werbung – ob Banners im Internet oder TV-Spots – kommt nie so nah an die Leute ran, wie interaktives oder sogar “soziales” Marketing. Ich kaufe viel eher ein Produkt, das mir von anderen empfohlen wurde.

Marketing muss neu gelernt werden
Ich nehme hier grosse Worte in den Mund aber diese Beobachtung mache ich immer wieder bei klassischen Marketeers: sie versuchen, ihre alten Methoden im Internet anzuwenden und rennen dabei gegen Wände. Social Marketing ist viel mehr als eine Facebook-Page zu starten, möglichst viele “Fans” zum Registrieren zu bringen und sie nachher mit Werbetexten zu überfluten. Es geht nicht gut, wenn man einen Twitter-Account startet und darin nur Werbebotschaften verbreitet.

Das Erlernen dieser neuen Dynamiken ist interessant – man muss aber bereit sein, selbst einzutauchen und Dinge durch eigenes Erleben zu lernen. Die wenigsten Marketing-Lehrer werden heute schon erfahrene Social-Media-Profis sein. Meine Empfehlung ist nicht neu: Schweizerische Firmen sollten bereit werden für die neue Web-Generation, indem ihre Marketing-Leute diese neuen Plattformen jetzt anfangen einzusetzen.

An dieser Stelle hätte ich gerne 10 grössere schweizerische Firmen als Digitec und Brack aufgelistet, die sich auf geschickte Weise an die neuen Gegebenheiten im Internet herantrauen. Die Liste braucht wohl noch eine Weile. Wenn eine Firma wie Local.ch Angst vor Social Media hat, wie sollen dann von den gestandenen Firmen erwartet werden, dass sie sich trauen, Social Media Funktionen einzusetzen? Oder liegt es am Unwissen der Web-Agenturen in der Schweiz?

Mich würden nun eure Ideen für CH-Firmen interessieren. Wie könnten eine Migros, eine Coop, die SBB oder eine kleine Dorf-Bäckerei die neue, interaktive Kundennähe auf sinnvolle, aufwandmässig bezahlbare Weise einsetzen? Bin auf Vorschläge in den Kommentaren gespannt!

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Jul 15

Ich will gar nicht hämisch rüberschauen, zu dem PR “Profi” der noch vor zwei Wochen schrieb, Social Media Kampagnen können nicht funktionieren. Gerade sind die Cannes Lions wieder vergeben worden und bei den Cyber Lions war so einiges dabei, dass ihn direkt Lügen strafte. Wie die Kampagne “Whopper Sacrifice” von Crispin, Porter + Bugosky für Burger King.

(Einige Teile dieses Videos stammen direkt von Crispin, Porter + Bogusky)

Wirklich grosses Kompliment nach Boulder, Colorado von mir. Den Spiess umzudrehen, es mit dem viralen Effekt statt  durch Freunde einladen, über Freunde “löschen” zu versuchen war gewagt, aber hat sich bezahlt gemacht -- und somit das ganze Facebook Konzept auf den Kopf gestellt. Und da sieht man liebe PR’ler: Wenn man die richtigen Leute an solche Sachen ran lässt, dann funktionierts auch. Denn eine Viertelmillionen gelöschte Freunde und millionenfache Erwähnung in wirklich allen Medienkanälen sprechen für sich (und das Gewicht der Mitmachenden jetzt wahrscheinlich auch).

Kanntet Ihr die Kampagne? Wie findet Ihr das Konzept? Und habt Ihr selbst den einen oder anderen Favoriten bei den Cannes Lions?

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