Dez 23
Mural in Kairo

Mural in Kairo, 2011

Twitter ist meiner Meinung nach das soziale Netzwerk der Gegenwart. Twitter ist unglaublich mächtig und Twitter ist unglaublich viral. Twitter widerspiegelt die Realität, und dies erst noch in “Real Time”. Twitter ist die Disussionsplattform im Internet. Meinungen werden auf Twitter gemacht. Diese werden erst via Twitter und danach über Blogs verbreitet. Irgendwann greifen die grossen online Tageszeitungen diese Texte auf und Tage später “verebben” diese Artikel im Print. Für mich steht Twitter ganz am Anfang der Informationsverbreitung. Twitter ist neben Google die zweitgrösste Suchmaschine. Zudem existieren über 50’000 Anwendungen die via Twitter API (Programmier-Schnittstelle) auf Twitterinhalte zugreifen. Wenn sie Twitter noch nie genutzt haben, dann empfehle ich: Eröffnen sie einfach mal einen Account und testen sie dieses Netzwerk aus. Als kleine Hilfe habe ich hier für sie eine kurze Einführung zusammengestellt:

Home Timeline
Eine Echtzeit-Liste der Tweets denen Sie folgen. Sie befindet sich auf Ihrer Twitter-Homepage.

Handle
Der Nutzername den jemand ausgewählt hat und die dazugehörige URL, zum Beispiel: http://twitter.com/username.

Suche (Integrierte Suche)
Eine Box auf Ihrer Twitter Startseite, mithilfe derer Sie nach allen öffentlichen Tweets, Stichworten, Nutzernamen, Hashtags oder Themen suchen können. Suchbegriffe können auch bei search.twitter.com eingegeben werden.

Geschützte/Private Accounts
Twitter-Accounts sind per Grundeinstellung zunächst öffentlich. Die Entscheidung, Ihren Account zu schützen bedeutet, dass Ihre Tweets nur von zugelassenen Followern gesehen werden, und nicht in der Suche auftauchen.

Interaktion:

Folgen
Jemandem auf Twitter zu folgen bedeutet, dessen Updates für die eigene Timeline zu abonnieren.

Entfolgen
Aufhören, einem anderen Twitter-Nutzer zu folgen. Die Tweets werden nicht mehr in der eignen Timeline angezeigt.

Follower
Ein Follower ist ein Twitter-Nutzer, der Ihnen folgt.

Gelistet
Sich in einer Liste eines anderen Nutzers befinden

Listen
Listen sind Gruppen von Twitter-Nutzern. Sie werden verwendet, um bestimmte Personen in einer Gruppe innerhalb des Twitter-Accounts zu verbinden. Die Funktion wird oft zum filtern von wichtigen und unwichtigen Followings verwendet bei grossen Accounts.

Favorisieren (Fave)
Einen Tweet zu favorisieren bedeutet, ihn als einen Ihrer Favoriten zu markieren, indem Sie auf den gelben Stern neben der Nachricht klicken.

Top Tweets
Tweets, die von einem Algorithmus bestimmt werden. Top Tweets sind die beliebtesten Tweets zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Kommunikationsmöglichkeiten

Tweet
Eine Nachricht, die auf Twitter gepostet wird und 140 Zeichen oder weniger lang ist.

Reply
Ein Tweet als Antwort auf einen Tweet eines anderen Nutzers, indem Sie auf “Antworten” neben dem Tweet in Ihrer Timeline klicken. Beginnt immer mit @Nutzername.

Retweet
Ein Tweet, der weitergeleitet wird. Er wird oft verwendet, um Nachrichten mit anderen zu teilen oder wertvolle Erkenntnisse zu verbreiten.

RT
Kurzform für Retweet (Antwort). Wird vor einen Text gestellt, wenn der Nutzer manuell eine Nachricht „retweetet“.

Direktnachricht
Wird auch DM (von Direct Message) oder einfach “Nachricht” genannt. Diese Tweets sind nur für Absender und Empfänger sichtbar.

# (Hashtag)
Begriffe, denen ein Hashtag vorangeht werden mit Tweets zusammengebündelt, die das gleiche Hashtag tragen. Wenn Sie auf ein Wort mit Hashtag klicken, sehen Sie alle Tweets, die denselben Hashtag tragen in der Timeline. Hashtags können überall im Tweet erscheinen. Wörter mit Hashtags, die sehr beliebt werden, werden oft zu Twitter Trends.

@ (Mention)
Das @-Zeichen wird benutzt, um Nutzernamen in Tweets auszurufen, etwa so: Hallo @Twitter! Wenn einem Nutzernamen ein @-Zeichen vorangestellt ist, wird dieser zum Link zu einem Twitter-Profil.

#FF
#FF steht für “Follow Friday”, was soviel bedeutet wie Folge Freitag. Twitter-Nutzer verwenden es oft, um andere Nutzer vorzuschlagen, indem sie mit dem Hashtag #FF tweeten.

Was halten Sie von Twitter? Nutzen sie dieses Social Network?

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Dez 16

Wie besser Kunden zu binden als mit einem Onlinevoting, das die Community aktiviert und perfekt die Social Media Mechanismen nutzt? Aber Vorsicht ist geboten, denn schnell kann der Schuss nach hinten los gehen. Was da losgetreten werden kann und wie darauf reagiert wird lest ihr im folgenden Beitrag.

Ich nehme hierzu den Adventskalender von AXE. Die Sache ist einfach: Unter http://www.axe.de/excite/ kann ich irgendeinen Begriff vorschlagen, für das andere dann voten. Der Begriff, der am Ende des Tages die meisten Stimmen erhält, wird von der AXE Filmcrew mit der Schauspielerin Sarah Brandner (ihres Zeichens die Freundin des Deutschen Fußballspielers Bastian Schweinsteiger) umgesetzt und drei Tage später veröffentlicht.

Solche Online Votings rufen jedesmal Hacker und Online Communities auf den Plan und als Einzelner hat man jeweils null Chancen zu gewinnen. Besonders die Gamer Communities können innerhalb von wenigen Minuten Hunderte von Votes sammeln (“Votings riggen“), und deshalb stehen dann am Ende des Tages Namen wie “Creeper”, “Salazar” oder “Gronkh”, und Begriffe wie “Isomorphismus“, “DerGerät” (basierend auf dem Ausschnitt in TV Total) oder “Rüttelplatte” zuoberst. Dies sind Begriffe aus Online Games, Namen von in der Szene bekannten Zockern und unmögliche Wörter, die von diesen Communities vorgeschlagen wurden, um dann zu sehen, wer mehr Teilnehmer aktivieren konnte. Da einige dieser Jungs und Mädels natürlich auch technisch was auf dem Kasten haben, versuchen sie auch auf unerlaubten Wegen zu mehr Stimmen zu kommen. Dabei muss man einfach nur den Datenverkehr zwischen dem Flash Frontend und dem Server analysieren, die Antwort vom Server im JSON-Format auseinandernehmen, die Verschlüsselung aufgrund des Actionskripts in dekompilierten SWF-Datei knacken, das Flashteil als Script nachbauen und somit unendlich vielmal voten, da so auch das Captcha übergangen wird  (detailliert beschrieben in Online Foren).

Unilever hat auf diese Aktionen reagiert und auf ihrer Facebook Fanpage ein Statement platziert, das aber eher unbeholfen wirkt und mit ihrer Provokation wohl das Gegenteil bewirken wird (s. rechts). Komisch dabei ist nur, dass diese Aktion bereits letztes Jahr durchgeführt worden ist und es zu unglaublichen Kreationen wie Schokomettigel (plus Reverse Version), Tafflyer oder Kackeldackel geführt hat, die dann tatsächlich verfilmt worden sind.  Anscheinend kümmert es Unilever wenig, dass am Zielpublikum vorbei Werbung gemacht wird, ausser die Mitglieder dieser Communities sind tatsächlich ihr Zielpublikum. Und weiter: “Diese Community soll sowohl eine Plattform für eure Selbstdarstellung bieten als auch AXE Effekt’s Werte reflektieren.” Na wenn Kackeldackel AXE’s Werte reflektieren soll…

Wie geht ihr als Auftraggeber mit solchen Votings um? Was für Massnahmen trefft ihr als Programmierer um solche Missmanipulationen zu verhindern? Gibt es überhaupt ein allbewährtes Mittel gegen Spamming? Macht ihr noch bei Online Votings mit, oder denkt Ihr euch, dass eh alles nur Lug und Betrug ist?

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Dez 13

Die Zeiten als solche Ankündigungen über wissenschaftliche Entdeckungen noch aus verstaubten Hörsälen ans Nachmittagsfernsehen weitergeleitet wurden sind vorbei. Auch die Wissenschaft schafft heute  Social Media Grossereignisse. Und ein solches wird für heute erwartet. Heute um 14.00 Uhr wird die Pressekonferenz zur Entdeckung (oder nicht-Entdeckung) des Higgs Bosons weltweit live übertragen.

Dem Twitter-Account des CERN folge ich nun schon seit die ersten Kollisionen gemeldet wurden. Rein die Vorstellung, dass ich bei einer weltbewegenden Entdeckung “live” dabei sein kann, löst bei mir eine gewisse Faszination aus. Und auch heute werde ich um 14.00 Uhr wohl den besten Link suchen, um die Pressekonferenz aus Genf mitzuverfolgen. Doch wo schaue ich am besten rein?

Die beste Quelle wird wohl der Webcast des CERN selbst sein. Sollte diese überlastet sein, bleibt die Facebook-Seite des CERN oder 20Minuten online für Updates. Als “Backup” bleibt der Blog Quantum Diaries, welcher uns Live-Updates vor Ort verspricht.

Die Vorstellung eines wissenschaftlichen Social Media Ereignisses scheint mir faszinierend und öffnet Tür und Tor für eine kreative Anwendung der Kanäle für weitere Bereiche aus Wissenschaft, Wirtschaft und co. Zudem zeigt sich auch hier, dass sich Quellen wie Twitter als Informationsmedium längst etabliert haben und sich auch in Zukunft weiter entwickeln werden. Ich werde mir den Social Media Event auf  keine Fall entgehen lassen.

Schaust du auch rein? Was hältst du von Social Media Events für wissenschaftliche Themen? Must-have oder nutzlos? Interessiert dich ein Account wie der CERN Twitter?

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Dez 07

FilterblaseIn den letzten Monaten kreuzte mich immer wieder der Begriff der Filterblase. Grund genug um sich mal ein wenig mit dem Begriff auseinander zu setzen. Ist dies ein modernes Phänomen an dem wir leiden? Oder mehr ein schon lange währender Normalzustand?

Der Begriff Filterblase wurde von Eli Pariser in seinem Buch „The Filter Bubble: What The Internet Is Hiding From You“ geprägt.  Es geht darum, dass wir zwar Zugang auf das ganze Spektrum des Wissens auf dem Internet haben, uns aber trotzdem nicht weiterentwickeln, weil uns zum Beispiel die Individualisierung der Suchmaschinenergebnisse oder unsere Freunde in den Social Networks daran hindern, andere Sichtweisen zu entwickeln.

Schauen wir das mal am Beispiel einer Recherche an. Ich möchte zu einem politischem Thema mehr wissen.  Ich gehe also auf die Suchmaschine meines Vertrauens,  gebe den wichtigsten Begriff ein und erhalte alle relevante Treffer auf meine Anfrage. So weit so gut. Vielleicht stehen dann sogar alle Informationen zu Verfügung.
Der Haken an der Sache ist aber der Umstand, wie die Suchergebnisse von den Suchmaschinen geordnet werden. Als Mensch zähle ich darauf, dass die ersten Treffer auch die für mich relevantesten Suchergebnisse enthalten. Weiter zähle ich drauf, dass die Wertung der Relevanz neutral ist. Genau hier setzt aber das Fehldenken ein. Mit zunehmender Wahrscheinlichkeit hat die Suchmaschine die Suchergebnisse auf meine Bedürfnisse zugeschnitten. D. h. sie hat meine Chronik durchwühlt, geschaut was meine Freunde (die Denken ja ähnlich wie ich) zu diesem Thema für Empfehlungen gegeben haben, meine Geo-Position gecheckt und vieles mehr. Anhand dieser Informationen bestimmt nun die Suchmaschine, was für mich am relevantesten ist.
Weiter ist für die Suchmaschine auch wichtig, wie die Informationen aufbereitet sind. Es kann nun also sein, dass die für mich wichtigen Informationen so tief im Web vergraben sind, dass sie mir die Suchmaschine erst auf der 126. Ergebnisseite bringt, einfach weil die Seite halt einen falschen Titel hat oder das Pech hatte, nie einen Backlink zu erhalten. Ich werde diese Seite also nie zu Gesicht bekommen, obwohl ich sie theoretisch zu Verfügung gehabt hätte.

In Social Networks verhält es sich ein wenig anders. Dort wird die Wissensvermittlung natürlich durch meine Freunde gesteuert. Da der Mensch dazu tendiert, sich mit gleich denkenden Artgenossen zu einer Herde zu formieren, ist es hier natürlich auch schwierig, sich ein wirklich neutrales Bild zu machen. Ausserdem lassen sich die meisten Menschen ja gerne die bestehende, eigene Meinung gerne von anderen bestätigen.

So ist es also! Sich eine neutrale Meinung unter der Berücksichtigung des ganzen Wissens des Internets zu bilden ist unmöglich. Jetzt frag ich euch? Ist das wirklich so schlimm? War das früher anders? Zeitungen, Bücher, TV, Stammtisch, Lagerfeuer? Sind dies Informationsquellen, die eine neutrale Sichtweise garantieren?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen. Schliesslich habt ihr es in der Hand, wie ich in dieser Sache weiterdenken werde. ;-)

 

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Nov 28

RSS Feed LogoImmer wieder werde ich von Unternehmen gefragt, ob es Sinn macht, einen Corporate Blog aufzusetzen, und was sie dabei beachten müssen. Hierzu habe ich 8 Punkte zusammengestellt, welche meines Erachtens wichtig sind.

 

Ein Corporate Blog kann aus vielen Gründen nützlich sein. Zum Beispiel als Verkaufsunterstützung: Ein Blog kann Leads generieren. Über einen Blog kann Kompetenz kommuniziert werden und ein Blog fördert den Dialog. Dank einem Coporate Blog bleibt ein Unternehmen im Gespräch. Employer Branding, aktive Kommunikation mit Zielgruppen, usw. Es gibt noch viele andere gute Gründe für ein Unternehmen, einen Corporate Blog zu betreiben.

Was soll beim Corporate Blogging beachtet werden?

1. Ressourcen: Die Ressourcen für einen Corporate Blog müssen im Unternehmen unbedingt vorhanden sein.

2. Lesernutzen: Der Nutzen für den Leser sollte immer im Vordergrund stehen.

3. Inhalt: Wie auch sonst überall im Internet gilt meiner Meinung nach der Grundsatz: Content ist King.

4. Dialog: Kommentare müssen überwacht und Fragen beantwortet werden. Nur so entsteht ein Dialog.

5. Multimedia: Ein Corporate Blog soll Multimedia-Inhalte enthalten. Bilder, Videos etc. machen den Blog lebendiger!

6. Schnittstellen zu Social Media: Die Inhalte des Blogs können auf verschiedene Social Communities verteilt werden: Twitter, Youtube, Facebook etc. Allerdings würde ich selber nicht alles automatisiert via RSS Feed auf Twitter & Facebook posten. Jedes Social Network hat seine eigene Tonalität. Daher macht es Sinn, die Blogposts jeweils von Hand in den Communities zu verlinken. Hier der Link zur G+-Page von Website-Marketing.ch.

7. Konzept: Redaktionsablauf und Verwantwortlichkeiten klar definieren.

8. Monitoring: Dafür gibt es ja mittlerweile viele Tools. Oft wird allerdings nicht daran gedacht, dass ein Blog auch ausserhalb der Bürozeiten kommentierbar ist. Ich empfehle, dass auch am Weekend ein Monitoring passiert. Entweder manuell oder mittels gut definierten Alerts.

Dies sind meine 8 Punkte. Wenn ich den Wichtigsten herauspicken müsste, dann würde ich wohl Punkt 2 wählen: Lesernutzen.  In erster Linie lese ich Blogs wegen deren Inhalt.

Corporate Blogging: Was macht einen erfolgreichen Corporate Blog aus?

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