Jul 30

Seit einigen Tagen macht Flipboard – eine neue Gratis-App für das iPad – von sich reden. Das „Social Magazine“ könnte beachtliche Veränderungen der Nutzungsmuster von Usern zur Folge haben. Und: es ist kostenlos.

Mit Flipboard werden Social Media-Inhalte aus Facebook und Twitter in Form eines personalisierten Print-Magazins aufbereitet. Und Flipboard ist somit der erste soziale Newsreader, der den Usern ein komplett neuartiges Leseerlebnis bescheren soll. Die Applikation wurde eigens für das iPad entwickelt. Optisch aufbereitet wie in einem attraktiven Printprodukt, werden Geschichten, News und Bilder, die auf Facebook und Twitter miteinander geteilt werden, dementsprechend dargestellt. Zudem importiert die Anwendung durch Freunde bei Facebook und Twitter empfohlene Artikel und stellt diese in Form eines aus 3×3 Quadraten bestehenden Raster dar – zusammen mit einer personalisierten Auswahl von Inhalten von Partnerseiten.

Im Moment nur für iPad
Aufgrund seiner äusserst attraktiven Aufmachung und der Benutzerfreundlichkeit wird Flipboard wohl eine breite Masse ansprechen. Im Moment können aber nur die Besitzer eines iPads auf Flipboard zugreifen. Unter den iPad-Besitzern dürfte sich Flipboard allerdings sehr schnell verbreiten. Denn: die Anwendung ist  in ihrer Funktionalität bis anhin einzigartig, enthält zudem keine Werbung und ist erst noch kostenlos. Runtergeladen werden kann die neue App in Apples App Store. Eine detailliertere Beschreibung zur Funktionsweise von Flipboard gibt es in diesem Video:


Und was haltet ihr von dieser neuen Applikation? Hat jemand bereits Erfahrungen damit gemacht?

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Mai 07

Im Web brodelt es: Selten war es so einfach, Texte, Audiobeiträge oder Bilder zu verbreiten. Darauf wird auch der Online-Journalismus reagieren müssen.

Bereits im letzten Blogpost zum Thema Social Media Newsroom wurde klar: Unternehmungen müssen ihre Kommunikation an die Realität 2.0 anpassen. Denn: die neue Medienwelt ist interaktiv und kollaborativ. Die Informationen fliessen nicht mehr nur unilateral vom Journalisten zum Rezipienten. Der Journi verliert nach und nach seine Gatekeeper-Funktion. Und die User erschliessen sich Wissen über nutzergenerierte Inhalte.
Doch genauso, wie sich Firmen an diese Entwicklungen anpassen müssen, werden sich auch die Journalisten und Medienunternehmen neu erfinden müssen – als Anpassung ans Web 2.0.

Die Nachricht wird mich finden
«Wenn die Nachricht wichtig ist, dann wird sie mich finden», zitierte die New York Times im März 2008 einen Studenten zum Thema Journalismus im Web 2.0. Diese Aussage bringt die Entwicklungen, auf die es zu reagieren gilt, auf den Punkt. Doch was müssen die Medien leisten, um den neuen Erwartungen der User gerecht zu werden?

Die neue Form der Partizipationskultur im Internet verlangt von den Medienunternehmen grundlegende Änderungen des traditionellen Einbahnstrassen-Status. Sicherlich tun die Medienunternehmen grundsätzlich gut daran, „Share-Funktionen“ einzubauen – egal ob bei Videoclips oder Zeitungsartikel. Des Weiteren sollten sie sich in bestehende soziale Netzwerke einbringen oder idealerweise selber zu sozialen Netzwerken werden.
Auch sollte der Tatsache Rechnung getragen werden, dass User vor allem den Empfehlungen aus ihren persönlichen Netzwerken vertrauen und folgen. In den USA führen mittlerweile mehr Links von Facebook als von Google auf Nachrichten-Websites. Zudem weckt das Echtzeitnetz Erwartungen beim Nutzer, die dann auf klassische Medien übertragen werden.

Dementsprechend werden sich natürlich auch die journalistischen Darstellungsformen anpassen. Will heissen, die klassische Berichterstattung in Form von Artikeln wird durch Blogs, Videoplattformen, Audio-Slideshows, Augmented Reality, Datenvisualisierung oder Geotagging ergänzt. Da wird es der traditionelle Print-Journalismus über kurz oder lang schwer haben, sich gegen diese Art von News-Konkurrenz zu behaupten.

Und was glaubt ihr, wird sich der Online Journalismus den Print Journalismus irgendwann vollkommen ersetzen?

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Apr 30

Noch haben die wenigsten Unternehmungen in der Schweiz einen. Noch. Denn bald wird der Social Media Newsroom den klassischen News- und Pressebereich auf den Firmen-Websites ablösen. Hoffentlich.

Journalisten filtern und selektionieren täglich aus einem schier endlosen Fluss an Informationen. Ihre ureigenste Aufgabe: für die Rezipienten die Infos aufzubereiten und nach deren Relevanz zu gewichten. Bis anhin hat der Journi entschieden, welche Kriterien ein Ereignis erfüllen muss, damit es zur Nachricht wird. Der Distributionsweg war klar: Die Informationen fliessen unilateral oft vom PR-Verantwortlichen einer Unternehmung zum Journalisten, der sie dann im Idealfall weiter verbreitet. So war es bis anhin.

Und auch so gut wie alle Medienbereiche auf den Websites von renommierten Unternehmen präsentieren sich meist noch immer klassisch: Pressemitteilung-Archiv. Bilddatenbank. Vielleicht noch ein paar Image-Filmchen. So war es bis anhin.

Realität 2.0
Die Zeiten, in denen sich die Medienkonsumenten nur noch über klassische Medienkanäle informieren, sind vorbei. Aber so richtig. Und: der sich in der Realität 2.0 bewegende Rezipient akzeptiert kaum noch das Rollenselbstverständnis des Journalisten in seiner „Gatekeeper-Funktion“. Die neue Medienwelt ist interaktiv und kollaborativ. Der Informationsfluss wird multilateral. Die User erschliessen sich die Informationen heutzutage selbständig beispielsweise über Suchmaschinen. Die so genannten nutzergenerierten Inhalte von Bloggern, Fotografen und Co. haben extrem an Gewicht dazu gewonnen. Zudem sorgen diese vernetzten Inhalte für eine rapide Verbreitung ausserhalb der journalistischen Mainstream-Medien. Dementsprechend ist es nun dringend an der Zeit, auf diese Entwicklungen zu reagieren. Der Social Media Newsroom ist das Wort der Stunde.

Multi Media und Social Media
Erfunden wurde der Social Media Newsroom vom Amerikaner Todd Defren. Er ist PR-Berater bei Shift-Communications. Defren beschreibt die aktuellen Veränderungen wie folgt:
„Bevor es das Internet gab, hatten PR-Verantwortliche 50 Medienkontakte, die sie regelmässig mit journalistisch aufbereiteten Informationen versorgten. Seit Social Media und Web 2.0 müssen PR-Verantwortliche zusätzlich eine direkte Beziehung zu den Medienkonsumenten aufbauen und sie mit Informationen ansprechen, weil diese jetzt selbst mediale Inhalte herstellen und publizieren“.

Wie wahr. Wie wahr. Doch welche Faktoren kennzeichnen denn nun einen Social Media Newsroom?
Also: Ein Social Media Newsroom richtet sich nicht nur an Journalisten. Er ist offen für alle. Die Informationen stehen folglich allen Multiplikatoren zur freien Verfügung. Sperrfristen von internen Meldungen gehören der Vergangenheit an. Die Ansprechpartner der Unternehmung sind leicht und jederzeit unkompliziert erreichbar. Will heissen: per E-Mail, Facebook, Twitter, Telefon oder Skype. Als Plattformen werden im Social Media Newsroom grundsätzlich Weblogs, Podcasts, Twitter, Facebook, LinkedIn, Xing, Flickr, Youtube, Scribd oder Slideshare benutzt.

Auch die Medienmitteilung 2.0 ist nicht mehr nach journalistischen Kriterien verfasst. Zwar bleiben Merkmale wie Titel oder Lead bestehen. Der Text aber setzt sich aus reduzierten und knappen Fakten zusammen. Analog dazu werden dem User Bilder, Audio-Dateien, Videos, PowerPoint-Präsis oder Info-Grafiken zur Verfügung gestellt. Zudem sollte eine so genannte Tag-Cloud die Stickwortsuche im Social Media Newsroom vereinfachen. Trotzdem sollte an dieser Stelle unbedingt festgehalten werden, dass die Pressemitteilung 2.0 die Pressemitteilung 1.0 keinesfalls ersetzen, sondern künftig lediglich ergänzen sollte. (vgl: www.krusenstern.ch)

Ein musterhaftes und nachahmungswürdiges Beispiel ist zudem der Media News Room der Website www.maiak.info. Noch sind die Social Media Newsrooms von Schweizer Unternehmungen an einer Hand abzählbar. Noch. Wie viel Zeit effektiv ins Land streichen wird, bis die Kommunikationsabteilungen hierzulande von 1.0 auf 2.0 umgedacht haben, wird sich zeigen.

Und was glaubt ihr, wird sich der Social Media Newsroom auch in der Schweiz durchsetzen? Und macht er aus Eurer Sicht auch Sinn?

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Mrz 19

Bei Journalisten längst bekannt und von Regierungen meist gehasst: Wikileaks. Auf der Whistleblower-Website können geheime Dokumente brisanten Inhalts veröffentlicht werden. Anonym. Da lassen Rechtsstreitigkeiten nicht lange auf sich warten.

Früher, ja früher wurde er noch in vielen Redaktionen gelebt. Der investigative Journalismus. Bei demselben handelt es sich um eine Journalismus-Konzeption – also eine besondere Form des Journalismus. Er bezeichnet eine intensive, aktive Form der Recherche, die sich als hart an der Grenze des Erlaubten verfahrende, gegen den Geheimhaltungswillen Beteiligter gerichtete aufdeckende Recherche zuweilen kriminalistischer Methoden bedient. Es geht darum, Missstände in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die Verstösse gegen die öffentliche Moral oder Ausdruck von illegalem Handeln sein können, aufzudecken (vgl Lorenz 2002: 90).

So weit so gut. Doch: investigativer Journalismus braucht Zeit. Und Zeit ist Geld. Und davon haben die Medienhäuser ja bekanntlich wenig. Ergo: der investigative Journalismus verschwindet immer mehr von der Bildfläche. Und an genau dieser Stelle kommt nun die noch relativ junge Internetseite Wikileaks ins Spiel.

Geheimhaltungspflichten nicht verletzt
Auf der 2006 gegründeten Internetplattform Wikileaks kann jeder und jede anonym Dokumente veröffentlichen. Idealerweise brisante, geheime Dokumente von grossem öffentlichen Interesse. Das können interne Unterlagen aus Unternehmen sein, die Korruption oder Schikanen belegen. Oder unter Verschluss gehaltene Strategiepapiere aus der Politik, Militärhandbücher, Polizeiberichte, Regierungsberichte oder gar private E-Mails. Sortiert wird bei Wikileaks nicht. Was angeliefert wird, geht auch online. Verifiziert und geprüft wird lediglich, ob es sich um ein echtes Dokument handelt.

Immer mehr bedienen sich nun eben Journalisten dieses Materials. Auf diese Art und Weise können oft Schwächen nationaler Pressegesetze umgangen werden. Denn wenn etwas im Netz bereits publiziert ist, kann ein Bericht darüber nicht mehr als Verstoss gegen Geheimhaltungspflichten gelten. Mit Wikileaks formiert sich der investigative Journalismus also neu. Der Journi muss die bereits online publizierten Informationen nur noch richtig gewichten und vor der Publikation im eigenen Medium über deren Relevanz und das öffentliche Interesse der Dokumente entscheiden.

Denunzianten werden geschützt
Bisher sorgen die Wikileaks-Betreiber effektiv dafür, Denunzianten zu schützen. So garantiert die Seite jedem Informationen-Zuträger Anonymität. Dies, indem sie unter anderem den Kommunikationsverkehr mit kryprografischen Werzeuge wie OpenSSL, FreeNet, TOR und PGP schützen. Die Konsequenz: Wikileaks bleiben Rechtsstreitigkeiten nicht erspart. Und so sehen sich die Betreiber immer wieder mit juristischen Schritten und Androhungen konfrontiert. Verloren hat Wikileaks bis anhin aber noch kein einziges Verfahren. Die sogenannten Whistleblower – also «Geheimnisverräter» – müssen sich also keine Sorgen machen.

Bei jeder Publikation von Wikileaks bleibt die Frage offen, ob diese jemandem schadet oder gerechtfertigt ist. Letztlich ist es dem Ethik-Empfinden jedes einzelnen Journalisten überlassen, was er mit den zur publizierenden Informationen auf Wikileaks anstellt.
Doch was ist Ethik im Journalismus? Nun ist Ethik nicht die Moral selbst, sondern die Reflexion über die Moral, die Moral im Journalismus also. Und es ist die Selbstbindung des journalistischen Berufes und damit eine Steuerungsressource – neben dem Markt und dem Recht. Es bleibt also zu hoffen, dass Journalisten aus dem beruflichen Selbstverständnis heraus, eine Plattform wie Wikileaks auch künftig nicht missbrauchen und ihren Beruf mit der adäquaten Verantwortung ausüben – eben ganz im Interesse der Öffentlichkeit.

Und was glaubt ihr, Journis und Nicht-Journis dieser Erde? Braucht es eine Online-Plattform wie Wikileaks, um Missstände welcher Art auch immer, aufzudecken und in die Öffentlichkeit zu bringen? Oder sind die Privatsphäre und der Datenschutz höher zu gewichten?

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Mrz 17



Zum ersten mal in der Geschichte wird ein Film vor der öffentlichen Ausstrahlung im Fernsehen den Usern auf Facebook gezeigt. Das der Produzent sich dafür entschied, liegt nicht etwa am Hype von Facebook, sondern an den Möglichkeiten der Interaktion die ihm die Plattform bietet.

Denn für Mark Samels ist das Fernsehen ein sehr distanziertes Medium. “Die ganze Arbeit verschwindet in einem schwarzen Loch”. Ihm ist das alte Model von one-to-many, ohne die Möglichkeit direkten Feedbacks nicht mehr zeitgemäss genug.
Deshalb entschied er sich den Film auf seiner Facebook Seite 8 Tage bevor er im Fernsehen on air geht auszustrahlen.
“Es ist eine Möglichkeit, sich um ein neues Publikum zu bemühen, dass wir sonst an einem Montagabend nicht erreichen könnten” sagte er gegenüber der New York Times. Doch es geht nicht nur um das Buhlen um Zuschauerzahlen.  
Über die Funktionen auf der Facebook Seite können die Zuschauer Echtzeitfeedback abgeben, miteinander chatten und natürlich auch sehr einfach und direkt ihre Freunde einladen und damit die Bekanntheit schnell steigern.



Meines Erachtens nach eine sehr gute Idee. Mal abgesehen davon, dass ich mich nicht im Online Angebot damit rumschlagen muss, dass aufgrund fehlender Rechte “der Inhalt in meinem Land nicht verfügbar ist” (wie es mir oft passiert, auch wenn ich für Inhalte bezahlen möchte), ist es auch ein richtiger Schritt, die Möglichkeiten der Interaktion in Echtzeit zu nutzen, statt Inhalte einfach nur online bereitzustellen und damit nur die Medien Kanäle zu erweitern.

Ich würde mich sehr freuen, bald mehr von solchen Angeboten online zu sehen.


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Mrz 12

Die meisten Menschen in Europa sind online. Die meisten. Aber eben nicht alle. Die englische Stadt Birmingham will das nun ändern – zumindest bei den eigenen Bewohnern.

Schon immer stand Birmingham technischen Neuerungen offen gegenüber. Und seit langem schon setzt die Stadt auf die Vernetzung ihrer Mitbürger. Die Regierung ist nun noch einen Schritt weiter gegangen: Das Projekt «Digital Birmingham» soll alle Bewohner Birminghams ins Netz bringen. Und zwar bald.

Einmal pro Woche digitale Sprechstunde
Bis Ende 2010 sollen mehr oder weniger alle Mitbürger der Stadt online sein. Wer bis anhin noch keinen Internetzugang hat, kann über die digitalen Kanäle seines Fernsehers zugreifen.
Doch nicht alle Menschen sind mit dem Internet und seiner Anwendung vertraut. Kein Problem in Birmingham. Denn: einmal pro Woche gibt es bei der Stadtverwaltung eine Sprechstunde für digitale Notfälle – den «digital surgery». Wer online Probleme hat, bekommt hier Rat. Und zwar von Studierenden des Studiengangs für soziale Netzwerke. Eine gute Einrichtung von der beide Seiten gleichermassen profitieren: den einen wird geholfen – für die angehenden Social Media Berater ist es eine sinnvolle Praxisübung.

«Virtual Birmingham» in Second Life
Alle Bewohner ins Netz zu bringen ist aber nur eines der ehrgeizigen Ziele des Projektes. Die Website www.digitalbirmingham.co.uk liefert eine Übersicht, wie, in welchem Ausmass und mit welchen weiteren Projekten die Macher dem Slogan «creating the digital city of the future» gerecht werden wollen. Beispielsweise lotet die englische Stadt die Möglichkeit virtueller Welten aus. So wurde jüngst das Projekt «Virtual Birmingham» lanciert. Hierbei wird Birmingham in Second Life nachgebildet – und zwar mit Google Maps.
Auch wenn die virtuelle Präsenz in Second Life wohl eher als «netter Versuch» gewertet werden muss. Eines ist klar: Oberstes Ziel Birminghams ist und bleibt die Verbreitung digitaler Technik in der gesamten Stadt. Also in der richtigen. So können beispielsweise bereits jetzt mit WLAN-fähigen Endgeräten in der Innenstadt kostenlos Informationen und Services der Stadtverwaltung abgerufen werden. Ebenfalls abrufbar: Reiseinformationen, Veranstaltungshinweise, Nachrichten oder Standorte von Ärzten.

Wenn auch noch nicht ganz ausgereift und die Vision einer voll vernetzten Stadt wohl nur teilrealisierbar, so sind die innovativen Ansätze Birminghams sicherlich mehr als löblich. Zumal digitale Entwicklungen und sonstige technische Neuerungen von staatlichen Behörden vielerorts oft noch konsequent ignoriert werden. Der Fall Birmingham lässt also hoffen – auf Beamtenstuben ohne Schreibmaschinen und Tipp-Ex. Vielleicht bald auch in der Schweiz.

Und was denkt ihr, ist es möglich, eine ganze Stadt zu vernetzen und ins Internet zu bringen? Und machen solche Massnahmen überhaupt Sinn? 

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Mrz 05

Das Internet ist eines der beliebtesten Kommunikationsmittel. So viel steht fest.  Dementsprechend dürfte es die Sprache und deren Entwicklung gehörig beeinflussen. Teil 2 zum Erklärungsversuch. 

Im ersten Teil des Blogposts «Weblish oder lieber Techno-Babble» von letzter Woche wurde klar: Die Sprache im Internet weicht von konventionellen aus der Sprachwendung bekannten Regeln ab – vor allem in Chats und sozialen Netzwerken. Abkürzungen, Inflektive und konzeptionelle Mündlichkeit gehören zum Internetalltag. Und beeinflussen somit direkt den Wandel einer Sprache.

Komplexes Zeichensystem
Nebst dem eigenen, neuen Sprachverhalten sieht sich der User im Internet aber auch mit einer vollkommen neuen Organisation von Sprache konfrontiert: Hypertextualität, Bilder. Logos, grafische Elemente – kombiniert mit einer gut durchorganisierten Mischung und Anordnung von Sätzen. Ein komplexes Zeichensystem also. Dem Benutzer bleibt folglich nichts anderes übrig, als das – unter Lektüregesichtspunkten – semiotische Konstrukt zu entziffern. Und: der Internet-Nutzer spricht und handelt zugleich, in dem er seinen Rechner, seinerseits eine Kommunikationsmaschine, bedient.

Paratexte im Vordergrund
Wie bereits im letzten Blogpost festgestellt, sind nach alten Normen geschriebene Texte in sich geschlossen und linear. Nicht so im Internet. Oft handelt es sich hier nämlich um so genannte Paratexte. Also Satzfragmente, Textelemente oder Worte, die den eigentlichen Haupttext begleiten. Ein Paratext im bis anhin klassischen Sinn ist beispielsweise das Titelblatt oder das Vorwort eines Buches. Im Internet ist es nun so, dass sich das Verhältnis von Text und Paratext stetig verändert und sich letzterer immer mehr in der Vordergrund drängt. Und auch dies nur als ein Element neben anderen komplexen Zeichengebilden.
Was weiter zur Abweichung sprachlicher Normen führt: eine typische Internetseite ist meist nicht kohärent. Das bedeutet, sie kann nicht aus sicher heraus verstanden werden und verweist auf anderes. Hier wollen also ganz immer wieder ganz neue Lektüreregeln gelernt werden.

Die Grenzen verschwimmen
Auch wenn zum heutigen Zeitpunkt noch unklar ist, in welche Richtung sich die Sprache entwickeln wird. Eines steht fest: das Internet mit all seinen Ausprägungen wird sicherlich seinen Teil an Einfluss dazu tun. Die Grenze zwischen der Fixierung schriftlicher Sprache und gesprochener Sprache – verstärkt durch visuelle und orale Aspekte – könnte künftig immer mehr verwischen. Warten wir also mal ab.

 Und was denkt Ihr, wie wird das Internet in Zukunft die Entwicklung der Sprache prägen und verändern?

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Feb 26

SpracheViele Studien belegen: die Kommunikation via E-Mail, SMS oder über soziale Netzwerke ist beliebter als das persönliche Gespräch – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Doch wie beeinflusst das Internet die Sprache, deren Wandel und Gebrauch tatsächlich? Ein Erklärungsversuch.

«Das Internet lässt die Sprache verkümmern». Diese These würden wohl viele Linguisten ohne zu zögern unterschreiben. Ihre Argumente: per SMS wird bestenfalls noch in Satzfragmenten kommuniziert. In Chats trifft der Leser mehr auf so genannte «Inflektive» – *knuddel*, *dich liebhab* – als auf vollständige Satzkonstruktionen. Ganz zu schweigen von den Emoticons.

Es gibt jedoch auch Sprachwissenschaftler, die die sprachlichen Entwicklungen unter dem Einfluss des Internets mit weniger Argwohn betrachten. Denn eines ist klar: Sprachwandel gehört zum Wesen einer lebendigen Sprache.

Internet: Konventionelle Regeln ohne Bedeutung

In unserem Alltag sind Gespräche auf eine bestimmte Art und Weise organisiert. Es existieren Regeln, die die meisten Menschen mehr oder weniger intuitiv beherrschen: Wer eröffnet ein Gespräch, wie verläuft dieses, wer hat das Rederecht, wann erfolgt ein Sprecherwechsel.

Auch geschriebene Texte folgen – meistens jedenfalls – klaren Regeln. Sie bestehen aus ganzen Sätzen. Sind in sich geschlossen. Wohlgeordnet. Linear. Meist mit einem Anfang, einem Hauptteil und einem Schluss.

Und nun das Internet: Alle aus der Sprachwendung bekannten Regeln verlieren hier ihre Geltung. Und zwar uneingeschränkt. Die Frage ist nun: entsteht hier gar eine eigene Sprachform? Und wie soll diese heissen? Wie so oft im Netz zu lesen: Weblish, Netspeak oder Techno-Babble?

Neue Sprachelemente

Natürlich ist das Internet auch voll von höchst konventionellen und klassischen Textformen. Aber eben nicht in sozialen Netzwerken, Chats oder Newsgroups. Hier kommen absolut neue Sprach-Elemente hinzu. Dominiert wird diese Art der Kommunikation vor allem von der so genannten konzeptionellen Mündlichkeit. Der Schreiber mimt die gesprochene Sprache. «Hoi du, lass’ uns ins Kino gehn’». Hier wird «hallo» durch «hoi», «in das» durch «ins» oder «gehen» durch «gehn‘» ersetzt. Und genau hier findet der Sprachwandel statt.

Oft dominieren die neuen Elemente die hergebrachten sprachlichen Regeln. Oder sie ersetzen, durchdringen oder entwerten sie gar. Auch Abkürzungen wie «lol» (laughing out loud) oder «btw» (by the way) gehören zum täglich Sprachgebrauch der User. Insgesamt geht es bei der konzeptionellen Mündlichkeit oder beim Gebrauch der bereits erwähnten Inflektive darum, Nähe zwischen den beiden «Gesprächspartner» zu schaffen. Und die fehlt im Netz bekanntlich ganz und gar.

Sprache als Zeichensystem

Doch der Sprachwandel wird natürlich nicht nur durch die Sprache und deren Gebrauch in sozialen Netzwerken statt. Denn die Sprache und deren Nutzung wird ebenso durch die Hypertextualität sowie durch eine gut durchorganisierte Mischung und Anordnung von Sätzen, Bildern, Logos und weiteren grafischen Elementen des Internets geprägt. Daher ist es wohl dringend nötig, die Sprache künftig nicht mehr nur als Schrift, sondern eben als komplexes Zeichensystem zu verstehen. Doch davon mehr im nächsten Blogpost von kommendem Freitag, 4. März 2010.

Und was denkt ihr? Führt das Internet und seine Sprache zum Verderbnis derselben? Oder ist es viel eher eine Bereicherung für die Sprache und ihre Entwicklung?

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Jan 27

iPad, iSlate, iTablet - Apple stellt das Tablet vorDas Wichtigste, das ich jemals getan habe” – so zitiert TechCrunch den Apple Chef Steve Jobs zum Thema des neuesten Apple Rechners, das heute in San Francisco vorgestellt wird. Zu den Details hüllte sich Jobs im Vorfeld wie immer in Schweigen.

Das fängt schon beim Design an. Tausende Bilder kursieren im Netz, wie es denn wohl aussehen wird und über die Ausstattung gibt es ebenso zahlreiche Gerüchte. Was davon Hand und Fuss hat werden wir heute Abend erfahren. Und danach heisst es wieder warten.

Heute gezeigt, ab März verfügbar, harte Konkurrenz
Der Grund für die ungewohnt frühe Vorstellung eines neuen Produktes ist sehr simpel: Die CES in Las Vegas – das grosse Event der Unterhaltselektronik – war schon am 7. – 10. Januar. Dort zeigte auch die Konkurrenz ihre Muskeln. Der lang erwartete QUE proReader von Plastic Logic wurde schon gezeigt: “Designed for the way you do business” prahlt man stolz. Auch der Skiff, entwickelt von Hearst wurde schon enthüllt und beeindruckt mit 11,5 Zoll Display. Doch der Clou am Gerät ist jedoch nicht die Grösse, sondern die Display Technologie: Ein flexibles, biegsames TFT auf Edelstahl Folie – Glasbruch ausgeschlossen.

Was könnte Apple dagegen setzen?
Was es genau kann weiss noch keiner, aber hier ein paar Vermutungen: Bluetooth und WLAN sind so gut wie sicher, es wird ein echtes Mobilgerät sein. Das OLED Display hingegen ist unwahrscheinlich, denn in der zu erwartenden Grösse von 10 – 11 Zoll würde dieses alleine 400 US Dollar verschlingen. USB wird es wohl auch geben, um Foto- / Videokameras und Speichersticks anzuschliessen. Festplatte oder SSD (Solid State Drive), Intel oder ARM Prozessor, alles noch völlig spekulativ.

Denkbar ist auch eine G3 Anbindung, um das Tablet über Mobilfunkanbieter zu vertreiben und durch die Handyverträge sponsern zu lassen – ein naheliegendes Konzept bei einem Preis von wohl über 1000 US Dollar.

Spannend auch das Betriebssystem
Statt Apples OSX ist eine modifizierte Version des iPhone Betriebssystems zu erwarten, schon aus dem Grund der besseren Unterstützung von Fingergesten und Multitouch Funktionalität – Bedienung mit zwei oder mehr Fingern gleichzeitig.

Ich bin jedenfalls äusserst gespannt was da kommt. Denn Erfolg wird es bei dem Preis nur haben, wenn es wirklich anders ist als die anderen – und zwar nicht nur im Design. Denn auf dem heiss umkämpften Markt der kleinen Netbooks und Handhelds werden die Apple Jünger, die Steve einfach alles abkaufen, nicht reichen.

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Jan 20

kasse Die Gerüchteküche heizt sich bei diesem Thema immer wieder an. Müssen sich Facebook User darauf einstellen bald ihr Scherflein zu entrichten um den Service zu nutzen?

Kurz vorweg, gemäss den Pressesprechern von Facebook gibt es nach wie vor keinen Plan die 350 Millionen angemeldeten Nutzer zur Kasse zu bitten. Sicherlich nervt es die Betreiber mittlerweile auch enorm, diese Gerüchte immer wieder dementieren zu müssen.

Doch zwei andere Dinge sind sehr interessant. Ein Bezahlsystem das die wenigstens bisher wahrgenommen haben und ein übler Betrugsversuch.

Pay with facebook

Bereits im Mai vergangenen Jahres gab es die ersten Livetests mit dem Facebook Bezahlsystem. Neben den Möglichkeiten kostenpflichtige Services auf Facebook per Kreditkarte zu bezahlen, kann man auch Credits erwerben und diese dann beim Kauf einlösen. 10 Credits = 1 US Dollar. Verfügbar ist der Service auch nur in Amerika. Klar ist, Facebook hat immense Kosten und muss langsam mal Anfangen richtig Geld in Kasse zu spülen. Mit Werbung wird es sicher nicht funktionieren – das leuchtet jedem ein, der sich die Click Through Rates anschaut.

Wird also Facebook als grösstes Social Network nun noch zur Nr1 der virtuellen Geldbörsen? Oder -noch weiter gedacht- zur offiziellen Online Währung? Nun, erstmal müssten sie den Service global anbieten, denn die US-Nutzer machen nur 30% der Gemeinschaft aus. Und dann das Problem der Wechselkurse. Bleibt es beim Wert des US-Dollars könnten Kurswechsel Facebook schmerzliche Erfahrungen auf dem Konto bescheren.

Auf der anderen Seite hat es wohl noch nie ein derart grosses Potential an Mitgliedern und Vertriebsgebiet gegeben wie hier. Oder hat von euch noch jemand etwa “Geld” auf der Second Life Bank gehortet? Es wird noch ein spannendes Kapitel, das sich hier entwickelt. Oder aber heimlich still und leise wieder verabschiedet, weil ein virtuelles “Weltwirtschaftssystem” dann doch die kühnen Ideen von Herrn Zuckerberg übersteigt.

Der böse Nepp
So richtig laut wurde das Gerücht über bezahlte Mitgliedschaften bei Facebook zuletzt durch eine Gruppe auf dem Netzwerk, welche sich als Protest gegen die 4,99 USD darstellte und versuchte Mitglieder zu werben – mit dem Vorwand Facebook in die Knie zu zwingen. Die Seite zierten jede Menge Statements und Vermutungen, warum es auf der Hand läge, dass es eine Zahlungsaufforderung geben werde. Geschmückt mit vielen bunten Bildern die zum Beitritt der Gruppe aufriefen.

Allerdings installierte ein Klick durch Sicherheitslücken hindurch Malware auf den Rechnern der bedauernswerten und geneppten Mitdemonstranten. Ein perfektes Beispiel wie kriminelle Elementen Hypes und Meinungsmache ausnutzen um Leute übers Ohr zu hauen.


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