Mrz 12

Die meisten Menschen in Europa sind online. Die meisten. Aber eben nicht alle. Die englische Stadt Birmingham will das nun ändern – zumindest bei den eigenen Bewohnern.

Schon immer stand Birmingham technischen Neuerungen offen gegenüber. Und seit langem schon setzt die Stadt auf die Vernetzung ihrer Mitbürger. Die Regierung ist nun noch einen Schritt weiter gegangen: Das Projekt «Digital Birmingham» soll alle Bewohner Birminghams ins Netz bringen. Und zwar bald.

Einmal pro Woche digitale Sprechstunde
Bis Ende 2010 sollen mehr oder weniger alle Mitbürger der Stadt online sein. Wer bis anhin noch keinen Internetzugang hat, kann über die digitalen Kanäle seines Fernsehers zugreifen.
Doch nicht alle Menschen sind mit dem Internet und seiner Anwendung vertraut. Kein Problem in Birmingham. Denn: einmal pro Woche gibt es bei der Stadtverwaltung eine Sprechstunde für digitale Notfälle – den «digital surgery». Wer online Probleme hat, bekommt hier Rat. Und zwar von Studierenden des Studiengangs für soziale Netzwerke. Eine gute Einrichtung von der beide Seiten gleichermassen profitieren: den einen wird geholfen – für die angehenden Social Media Berater ist es eine sinnvolle Praxisübung.

«Virtual Birmingham» in Second Life
Alle Bewohner ins Netz zu bringen ist aber nur eines der ehrgeizigen Ziele des Projektes. Die Website www.digitalbirmingham.co.uk liefert eine Übersicht, wie, in welchem Ausmass und mit welchen weiteren Projekten die Macher dem Slogan «creating the digital city of the future» gerecht werden wollen. Beispielsweise lotet die englische Stadt die Möglichkeit virtueller Welten aus. So wurde jüngst das Projekt «Virtual Birmingham» lanciert. Hierbei wird Birmingham in Second Life nachgebildet – und zwar mit Google Maps.
Auch wenn die virtuelle Präsenz in Second Life wohl eher als «netter Versuch» gewertet werden muss. Eines ist klar: Oberstes Ziel Birminghams ist und bleibt die Verbreitung digitaler Technik in der gesamten Stadt. Also in der richtigen. So können beispielsweise bereits jetzt mit WLAN-fähigen Endgeräten in der Innenstadt kostenlos Informationen und Services der Stadtverwaltung abgerufen werden. Ebenfalls abrufbar: Reiseinformationen, Veranstaltungshinweise, Nachrichten oder Standorte von Ärzten.

Wenn auch noch nicht ganz ausgereift und die Vision einer voll vernetzten Stadt wohl nur teilrealisierbar, so sind die innovativen Ansätze Birminghams sicherlich mehr als löblich. Zumal digitale Entwicklungen und sonstige technische Neuerungen von staatlichen Behörden vielerorts oft noch konsequent ignoriert werden. Der Fall Birmingham lässt also hoffen – auf Beamtenstuben ohne Schreibmaschinen und Tipp-Ex. Vielleicht bald auch in der Schweiz.

Und was denkt ihr, ist es möglich, eine ganze Stadt zu vernetzen und ins Internet zu bringen? Und machen solche Massnahmen überhaupt Sinn? 

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Mrz 05

Das Internet ist eines der beliebtesten Kommunikationsmittel. So viel steht fest.  Dementsprechend dürfte es die Sprache und deren Entwicklung gehörig beeinflussen. Teil 2 zum Erklärungsversuch. 

Im ersten Teil des Blogposts «Weblish oder lieber Techno-Babble» von letzter Woche wurde klar: Die Sprache im Internet weicht von konventionellen aus der Sprachwendung bekannten Regeln ab – vor allem in Chats und sozialen Netzwerken. Abkürzungen, Inflektive und konzeptionelle Mündlichkeit gehören zum Internetalltag. Und beeinflussen somit direkt den Wandel einer Sprache.

Komplexes Zeichensystem
Nebst dem eigenen, neuen Sprachverhalten sieht sich der User im Internet aber auch mit einer vollkommen neuen Organisation von Sprache konfrontiert: Hypertextualität, Bilder. Logos, grafische Elemente – kombiniert mit einer gut durchorganisierten Mischung und Anordnung von Sätzen. Ein komplexes Zeichensystem also. Dem Benutzer bleibt folglich nichts anderes übrig, als das – unter Lektüregesichtspunkten – semiotische Konstrukt zu entziffern. Und: der Internet-Nutzer spricht und handelt zugleich, in dem er seinen Rechner, seinerseits eine Kommunikationsmaschine, bedient.

Paratexte im Vordergrund
Wie bereits im letzten Blogpost festgestellt, sind nach alten Normen geschriebene Texte in sich geschlossen und linear. Nicht so im Internet. Oft handelt es sich hier nämlich um so genannte Paratexte. Also Satzfragmente, Textelemente oder Worte, die den eigentlichen Haupttext begleiten. Ein Paratext im bis anhin klassischen Sinn ist beispielsweise das Titelblatt oder das Vorwort eines Buches. Im Internet ist es nun so, dass sich das Verhältnis von Text und Paratext stetig verändert und sich letzterer immer mehr in der Vordergrund drängt. Und auch dies nur als ein Element neben anderen komplexen Zeichengebilden.
Was weiter zur Abweichung sprachlicher Normen führt: eine typische Internetseite ist meist nicht kohärent. Das bedeutet, sie kann nicht aus sicher heraus verstanden werden und verweist auf anderes. Hier wollen also ganz immer wieder ganz neue Lektüreregeln gelernt werden.

Die Grenzen verschwimmen
Auch wenn zum heutigen Zeitpunkt noch unklar ist, in welche Richtung sich die Sprache entwickeln wird. Eines steht fest: das Internet mit all seinen Ausprägungen wird sicherlich seinen Teil an Einfluss dazu tun. Die Grenze zwischen der Fixierung schriftlicher Sprache und gesprochener Sprache – verstärkt durch visuelle und orale Aspekte – könnte künftig immer mehr verwischen. Warten wir also mal ab.

 Und was denkt Ihr, wie wird das Internet in Zukunft die Entwicklung der Sprache prägen und verändern?

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Feb 26

SpracheViele Studien belegen: die Kommunikation via E-Mail, SMS oder über soziale Netzwerke ist beliebter als das persönliche Gespräch – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Doch wie beeinflusst das Internet die Sprache, deren Wandel und Gebrauch tatsächlich? Ein Erklärungsversuch.

«Das Internet lässt die Sprache verkümmern». Diese These würden wohl viele Linguisten ohne zu zögern unterschreiben. Ihre Argumente: per SMS wird bestenfalls noch in Satzfragmenten kommuniziert. In Chats trifft der Leser mehr auf so genannte «Inflektive» – *knuddel*, *dich liebhab* – als auf vollständige Satzkonstruktionen. Ganz zu schweigen von den Emoticons.

Es gibt jedoch auch Sprachwissenschaftler, die die sprachlichen Entwicklungen unter dem Einfluss des Internets mit weniger Argwohn betrachten. Denn eines ist klar: Sprachwandel gehört zum Wesen einer lebendigen Sprache.

Internet: Konventionelle Regeln ohne Bedeutung

In unserem Alltag sind Gespräche auf eine bestimmte Art und Weise organisiert. Es existieren Regeln, die die meisten Menschen mehr oder weniger intuitiv beherrschen: Wer eröffnet ein Gespräch, wie verläuft dieses, wer hat das Rederecht, wann erfolgt ein Sprecherwechsel.

Auch geschriebene Texte folgen – meistens jedenfalls – klaren Regeln. Sie bestehen aus ganzen Sätzen. Sind in sich geschlossen. Wohlgeordnet. Linear. Meist mit einem Anfang, einem Hauptteil und einem Schluss.

Und nun das Internet: Alle aus der Sprachwendung bekannten Regeln verlieren hier ihre Geltung. Und zwar uneingeschränkt. Die Frage ist nun: entsteht hier gar eine eigene Sprachform? Und wie soll diese heissen? Wie so oft im Netz zu lesen: Weblish, Netspeak oder Techno-Babble?

Neue Sprachelemente

Natürlich ist das Internet auch voll von höchst konventionellen und klassischen Textformen. Aber eben nicht in sozialen Netzwerken, Chats oder Newsgroups. Hier kommen absolut neue Sprach-Elemente hinzu. Dominiert wird diese Art der Kommunikation vor allem von der so genannten konzeptionellen Mündlichkeit. Der Schreiber mimt die gesprochene Sprache. «Hoi du, lass’ uns ins Kino gehn’». Hier wird «hallo» durch «hoi», «in das» durch «ins» oder «gehen» durch «gehn‘» ersetzt. Und genau hier findet der Sprachwandel statt.

Oft dominieren die neuen Elemente die hergebrachten sprachlichen Regeln. Oder sie ersetzen, durchdringen oder entwerten sie gar. Auch Abkürzungen wie «lol» (laughing out loud) oder «btw» (by the way) gehören zum täglich Sprachgebrauch der User. Insgesamt geht es bei der konzeptionellen Mündlichkeit oder beim Gebrauch der bereits erwähnten Inflektive darum, Nähe zwischen den beiden «Gesprächspartner» zu schaffen. Und die fehlt im Netz bekanntlich ganz und gar.

Sprache als Zeichensystem

Doch der Sprachwandel wird natürlich nicht nur durch die Sprache und deren Gebrauch in sozialen Netzwerken statt. Denn die Sprache und deren Nutzung wird ebenso durch die Hypertextualität sowie durch eine gut durchorganisierte Mischung und Anordnung von Sätzen, Bildern, Logos und weiteren grafischen Elementen des Internets geprägt. Daher ist es wohl dringend nötig, die Sprache künftig nicht mehr nur als Schrift, sondern eben als komplexes Zeichensystem zu verstehen. Doch davon mehr im nächsten Blogpost von kommendem Freitag, 4. März 2010.

Und was denkt ihr? Führt das Internet und seine Sprache zum Verderbnis derselben? Oder ist es viel eher eine Bereicherung für die Sprache und ihre Entwicklung?

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Jan 27

iPad, iSlate, iTablet - Apple stellt das Tablet vorDas Wichtigste, das ich jemals getan habe” – so zitiert TechCrunch den Apple Chef Steve Jobs zum Thema des neuesten Apple Rechners, das heute in San Francisco vorgestellt wird. Zu den Details hüllte sich Jobs im Vorfeld wie immer in Schweigen.

Das fängt schon beim Design an. Tausende Bilder kursieren im Netz, wie es denn wohl aussehen wird und über die Ausstattung gibt es ebenso zahlreiche Gerüchte. Was davon Hand und Fuss hat werden wir heute Abend erfahren. Und danach heisst es wieder warten.

Heute gezeigt, ab März verfügbar, harte Konkurrenz
Der Grund für die ungewohnt frühe Vorstellung eines neuen Produktes ist sehr simpel: Die CES in Las Vegas – das grosse Event der Unterhaltselektronik – war schon am 7. – 10. Januar. Dort zeigte auch die Konkurrenz ihre Muskeln. Der lang erwartete QUE proReader von Plastic Logic wurde schon gezeigt: “Designed for the way you do business” prahlt man stolz. Auch der Skiff, entwickelt von Hearst wurde schon enthüllt und beeindruckt mit 11,5 Zoll Display. Doch der Clou am Gerät ist jedoch nicht die Grösse, sondern die Display Technologie: Ein flexibles, biegsames TFT auf Edelstahl Folie – Glasbruch ausgeschlossen.

Was könnte Apple dagegen setzen?
Was es genau kann weiss noch keiner, aber hier ein paar Vermutungen: Bluetooth und WLAN sind so gut wie sicher, es wird ein echtes Mobilgerät sein. Das OLED Display hingegen ist unwahrscheinlich, denn in der zu erwartenden Grösse von 10 – 11 Zoll würde dieses alleine 400 US Dollar verschlingen. USB wird es wohl auch geben, um Foto- / Videokameras und Speichersticks anzuschliessen. Festplatte oder SSD (Solid State Drive), Intel oder ARM Prozessor, alles noch völlig spekulativ.

Denkbar ist auch eine G3 Anbindung, um das Tablet über Mobilfunkanbieter zu vertreiben und durch die Handyverträge sponsern zu lassen – ein naheliegendes Konzept bei einem Preis von wohl über 1000 US Dollar.

Spannend auch das Betriebssystem
Statt Apples OSX ist eine modifizierte Version des iPhone Betriebssystems zu erwarten, schon aus dem Grund der besseren Unterstützung von Fingergesten und Multitouch Funktionalität – Bedienung mit zwei oder mehr Fingern gleichzeitig.

Ich bin jedenfalls äusserst gespannt was da kommt. Denn Erfolg wird es bei dem Preis nur haben, wenn es wirklich anders ist als die anderen – und zwar nicht nur im Design. Denn auf dem heiss umkämpften Markt der kleinen Netbooks und Handhelds werden die Apple Jünger, die Steve einfach alles abkaufen, nicht reichen.

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Jan 20

kasse Die Gerüchteküche heizt sich bei diesem Thema immer wieder an. Müssen sich Facebook User darauf einstellen bald ihr Scherflein zu entrichten um den Service zu nutzen?

Kurz vorweg, gemäss den Pressesprechern von Facebook gibt es nach wie vor keinen Plan die 350 Millionen angemeldeten Nutzer zur Kasse zu bitten. Sicherlich nervt es die Betreiber mittlerweile auch enorm, diese Gerüchte immer wieder dementieren zu müssen.

Doch zwei andere Dinge sind sehr interessant. Ein Bezahlsystem das die wenigstens bisher wahrgenommen haben und ein übler Betrugsversuch.

Pay with facebook

Bereits im Mai vergangenen Jahres gab es die ersten Livetests mit dem Facebook Bezahlsystem. Neben den Möglichkeiten kostenpflichtige Services auf Facebook per Kreditkarte zu bezahlen, kann man auch Credits erwerben und diese dann beim Kauf einlösen. 10 Credits = 1 US Dollar. Verfügbar ist der Service auch nur in Amerika. Klar ist, Facebook hat immense Kosten und muss langsam mal Anfangen richtig Geld in Kasse zu spülen. Mit Werbung wird es sicher nicht funktionieren – das leuchtet jedem ein, der sich die Click Through Rates anschaut.

Wird also Facebook als grösstes Social Network nun noch zur Nr1 der virtuellen Geldbörsen? Oder -noch weiter gedacht- zur offiziellen Online Währung? Nun, erstmal müssten sie den Service global anbieten, denn die US-Nutzer machen nur 30% der Gemeinschaft aus. Und dann das Problem der Wechselkurse. Bleibt es beim Wert des US-Dollars könnten Kurswechsel Facebook schmerzliche Erfahrungen auf dem Konto bescheren.

Auf der anderen Seite hat es wohl noch nie ein derart grosses Potential an Mitgliedern und Vertriebsgebiet gegeben wie hier. Oder hat von euch noch jemand etwa “Geld” auf der Second Life Bank gehortet? Es wird noch ein spannendes Kapitel, das sich hier entwickelt. Oder aber heimlich still und leise wieder verabschiedet, weil ein virtuelles “Weltwirtschaftssystem” dann doch die kühnen Ideen von Herrn Zuckerberg übersteigt.

Der böse Nepp
So richtig laut wurde das Gerücht über bezahlte Mitgliedschaften bei Facebook zuletzt durch eine Gruppe auf dem Netzwerk, welche sich als Protest gegen die 4,99 USD darstellte und versuchte Mitglieder zu werben – mit dem Vorwand Facebook in die Knie zu zwingen. Die Seite zierten jede Menge Statements und Vermutungen, warum es auf der Hand läge, dass es eine Zahlungsaufforderung geben werde. Geschmückt mit vielen bunten Bildern die zum Beitritt der Gruppe aufriefen.

Allerdings installierte ein Klick durch Sicherheitslücken hindurch Malware auf den Rechnern der bedauernswerten und geneppten Mitdemonstranten. Ein perfektes Beispiel wie kriminelle Elementen Hypes und Meinungsmache ausnutzen um Leute übers Ohr zu hauen.


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Dez 17

Wie bringt man Bücherwürmer ins Internet? Wie bringt man Internet-User dazu, sich wieder mal ein richtiges Buch zu Gemüte zu führen? Mit dem Psycho-Thriller “Level 26″ hat sich der Lübbe-Verlag nun aufgemacht, diese beiden Probleme aus der Welt zu schaffen.

Der Schöpfer und Produzent der äusserst erfolgreichen CSI Fernsehserien hat mit Level 26 seinen ersten Thriller geschrieben. Es geht um eine geheime Spezialeinheit, die einen äusserst brutalen Serienkiller verfolgt. An und für sich ist dies noch kein Post in diesem Blog wert und ich will auch nicht näher auf die Handlung eingehen.
Was dieses Buch spannend macht, ist der Umstand, dass das Buch eng an das Internet anknüpft. In jedem Kapitel hat der User / Leser die Möglichkeit, nach Anmeldung auf Level26.com, einen Code einzugeben, der ihn dann zu ergänzenden Audio- oder Videodateien führt. So kann eine Telefonkonferenz zwischen den Ermittlern mitgehört, oder zugeschaut werden, wie die Frau eines Ermittlers ihren Mann verführt.
Die Leser des Buches können sich in einem Forum auch untereinander austauschen. Desweiteren sollen die beiden Autoren des Buches von Zeit zu Zeit im Forum mitdiskutieren. Da die ganze Geschichte ein Dreiteiler werden soll, kann der Leser so vielleicht sogar die weitere Geschichte und die Entwicklung der Charaktere mitbeeinflussen. Web 2.0 in Buchform also.

Diese Digi-Novel setzt vom Stoff her für den Leser vielleicht eine sehr dicke Haut voraus. Ich stelle mir aber vor, dass dies noch ein interessanter Weg ist, Bücher wieder populärer zu machen. Mich wundert eigentlich, dass diesen Weg bis jetzt noch niemand eingeschlagen hat.

Was haltet ihr von diesem Konzept? Braucht ihr das, als Leser von Büchern? Bringt euch das dazu, wieder mal einen Roman zu lesen? Bin gespannt auf eure Meinung.

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Dez 11

social-networking-failureTwitter wächst kaum mehr, China zensuriert weiterhin grosse Teile des Web, und Google Wave war auch nicht innovativ genug, um dem darum entstandenen Hype gerecht zu werden. Kein gutes Jahr für die IT also.

Neigt sich ein Jahr dem Ende zu, schiessen Listen wie Pilze aus dem Boden. Die besten Feuerwehrautos, die besten Energydrinks oder die besten Handys. ReadWriteWeb hat auch so eine Sammlung ins Web gestellt.

Bei dieser Liste geht es aber nicht um das Beste von irgendwas, sondern darum, was 2009 nicht optimal lief. Einige spannende Dinge sind drauf, die im Stress des zu Ende gehenden Jahres schon fast wieder drohen vergessen zu gehen.

Beispielsweise gibt es immer noch kein ordentliches TouchPad. Twitter ist zwar im 2009 ordentlich gewachsen, aber eine wirkliche Innovation haben die EntwicklerInnen nicht zu Stande gebracht.

In China wird “The Great Firewall” immer dicker und höher. Eine Lockerung der Internetzensur liegt in weiter Ferne. Ob Twitter , Youtube oder Facebook – alles was mit Social Networks zu tun hat, wird weiterhin stark zensuriert oder gleich ganz geblockt.

Google Wave hat sich zu einer grossen Enttäuschung  entwickelt. Erst war der Hype gross, doch die Innovation ist gering. Der neue Dienst scheint noch lange nicht am Ziel seiner Möglichkeiten angelangt zu sein.

Weiter zählt ReadWriteWeb zu den schwärzesten Momenten des Jahres, dass Microsoft und Don Dodge getrennte Wege gingen und der Launch von Spotify in den USA verschoben werden musste.

Der grösste Fail überhaupt sei aber der Werbespot von LeapFish – der sei einfach nur unerträglich und dämlich.

Naja. Hoffentlich wird das IT-Jahr 2010 wieder besser.

Was wünscht ihr euch? Wo kann noch mehr Hirnschmalz investiert werden? Wo lauern die nächsten Fallen?

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Nov 17
Dank an Martin Felder fürs Bild

Dank an Martin Felder fürs Bild

Ich sitze daheim, weil ich ne Grippe habe. Und es gibt neben den lieben Besserungswünschen nur noch eine Frage. Die Frage nach dem bösen “S” Wort. Für mich ist das ganze ein reines Kommunikationsdisaster. Ein perfektes Beispiel dafür, wie in der vernetzten Welt ein Thema aus den Fugen geraten kann, und so mehr Schaden anrichtet als der Grund für die Hysterie selbst.

Weltweit sind zum 16. November 2009 genau 7051 Menschen an den Folgen der Infektion gestorben. Auch wenn jedes dieser Opfer zu bedauern ist, es sind 0,0001 % der Weltbevölkerung. Und doch ist jeder in Aufregung, Panikmache an allen Ecken und Enden. Soweit, dass der kleine niedergelassene Arzt vor lauter Telefonsupport nicht mehr in der Lage ist, seinen Praxisbetrieb aufrecht zu erhalten. Hier meine Gedanken:

Wie im Video bereits erwähnt: Es gab bis zum 16. November 2009 in der Schweiz 0 Todesfälle und 48 bestätigte Infektionen. Im Vergleich starben 357 Menschen auf schweizer Strassen in 2008. Ist die H1N1 Hysterie also einfach Wahnsinn, oder sollten wir eine unnatürliche Panik vor dem Strassenverkehr entwickeln, weil viel gefährlicher?
Die offiziellen Zahlen gibts übrigens tagesaktuell beim European Centre for Disease Prevention & Control

Wie ist Eure Meinung zur ganzen Kommunikation bei der Sache? Wie denkt ihr könnte man die Dynamik von Web 2.0 und Social Media nutzen, um die Leute richtig aufzuklären, statt die Angst noch weiter zu schüren?

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Nov 13

Mein lieber Chef, der Dirk, hat mich am Mittwoch gerügt, dass es auf meinen Blogpost so wenig Kommentare gegeben hat. So etwas lasse ich natürlich nicht einfach so auf mir sitzen. Mit diesem Blogpost hier hole ich mir 100 Kommentare und mehr ein. Sobald der hundertste (100) externe Kommentar eingeht, kann ich für den Rest des Tages blau machen.

Aber ich will ja, dass ihr auch etwas davon habt. Alles was mir heute passiert, sobald ich mein Büro verlasse, wird auf Video aufgenommen. Und ihr könnt dabei mitmachen. Wenn ihr in der Stadt Zürich oder in der Umgebung von Zürich unterwegs seid, können wir uns kurz treffen und ein kleines gemeinsames Freitagnachmittags-Video machen. Oder stellt mir eine spezielle Aufgabe. Je früher ich aus dem Büro kann, umso mehr Leute kann ich Besuchen. Eine Vorschau auf das Resultat gibt es am Freitagabend -- den ganzen Tag „Shibby rennt“ am kommenden Dienstag hier auf website-marketing.ch.

Kontaktiert mich ganz einfach via Twitter, Facebook oder schreibt mir eine E-Mail.

Mit diesem Experiment möchte ich euch zeige, was dank Social Media alles möglich ist!

Also haut in die Tasten! Ich brauche 100 Kommentare! Bei wem darf ich vorbeischauen?

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Nov 12

zei-tungDer Medienmogul Rupert Murdoch liess in den letzten Tagen verlauten, er wolle seine Nachrichtenseiten aus dem Google Index entfernen lassen. Zu seinem Imperium gehören zum Beispiel das „Wall Street Journal“, das Boulevardblatt „Sun“ sowie der Fernsehsender „Fox“.

Aktuell bekommen die Newsseiten ihre Besucher zu einem grossen Teil von Google zugeführt. In unseren Breitengraden macht dies zwischen 30 bis 50 Prozent aus. Im Beispiel des „Wall Street Journal“ sind es ca. ein Viertel der Besucher, die von Google vermittelt werden. Rupert Murdoch ist schon seit längerem der Meinung, dass Google seine Inhalte zu Unrecht im Internet verbreitet. In einem Interview auf dem eigenen Sender „Sky News“ verkündete er:  „Wir haben dann vielleicht weniger Leute, die auf unsere Seite kommen, die zahlen aber dafür.“

Murdochs Ideen versetzen die Webgemeinde natürlich nicht gerade in Jubelrufe. Im Zeitalter, wo News ihre Leser über Links in Blogs, auf Facebook oder über Twitter finden, stellt sich natürlich die Frage, ob sich da die Presselandschaft ihre eigene Grube gräbt. Klar ist es so, dass eine Zeitung, die ihre Inhalte auf dem Web frei verfügbar macht an Abonnenten verlieren wird. Aber könnte es auf der anderen Seite nicht auch sein, dass sich mit der freien Verfügbarkeit des Newsangebotes andere Einnahmequellen erschliessen lassen, die erst noch rentabler sind?

Die Zukunft wird zeigen, mit welchen Modellen die Medien Geld verdienen werden. Wie seht ihr die Zukunft? Schiesst sich Murdoch ins eigene Knie? In welche Richtung wird sich der Newsmarkt bewegen? Habt ihr noch andere, interessante Ideen?

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