Birmingham: Eine Stadt digitalisiert sich
Die meisten Menschen in Europa sind online. Die meisten. Aber eben nicht alle. Die englische Stadt Birmingham will das nun ändern – zumindest bei den eigenen Bewohnern.
Schon immer stand Birmingham technischen Neuerungen offen gegenüber. Und seit langem schon setzt die Stadt auf die Vernetzung ihrer Mitbürger. Die Regierung ist nun noch einen Schritt weiter gegangen: Das Projekt «Digital Birmingham» soll alle Bewohner Birminghams ins Netz bringen. Und zwar bald.
Einmal pro Woche digitale Sprechstunde
Bis Ende 2010 sollen mehr oder weniger alle Mitbürger der Stadt online sein. Wer bis anhin noch keinen Internetzugang hat, kann über die digitalen Kanäle seines Fernsehers zugreifen.
Doch nicht alle Menschen sind mit dem Internet und seiner Anwendung vertraut. Kein Problem in Birmingham. Denn: einmal pro Woche gibt es bei der Stadtverwaltung eine Sprechstunde für digitale Notfälle – den «digital surgery». Wer online Probleme hat, bekommt hier Rat. Und zwar von Studierenden des Studiengangs für soziale Netzwerke. Eine gute Einrichtung von der beide Seiten gleichermassen profitieren: den einen wird geholfen – für die angehenden Social Media Berater ist es eine sinnvolle Praxisübung.
«Virtual Birmingham» in Second Life
Alle Bewohner ins Netz zu bringen ist aber nur eines der ehrgeizigen Ziele des Projektes. Die Website www.digitalbirmingham.co.uk liefert eine Übersicht, wie, in welchem Ausmass und mit welchen weiteren Projekten die Macher dem Slogan «creating the digital city of the future» gerecht werden wollen. Beispielsweise lotet die englische Stadt die Möglichkeit virtueller Welten aus. So wurde jüngst das Projekt «Virtual Birmingham» lanciert. Hierbei wird Birmingham in Second Life nachgebildet – und zwar mit Google Maps.
Auch wenn die virtuelle Präsenz in Second Life wohl eher als «netter Versuch» gewertet werden muss. Eines ist klar: Oberstes Ziel Birminghams ist und bleibt die Verbreitung digitaler Technik in der gesamten Stadt. Also in der richtigen. So können beispielsweise bereits jetzt mit WLAN-fähigen Endgeräten in der Innenstadt kostenlos Informationen und Services der Stadtverwaltung abgerufen werden. Ebenfalls abrufbar: Reiseinformationen, Veranstaltungshinweise, Nachrichten oder Standorte von Ärzten.
Wenn auch noch nicht ganz ausgereift und die Vision einer voll vernetzten Stadt wohl nur teilrealisierbar, so sind die innovativen Ansätze Birminghams sicherlich mehr als löblich. Zumal digitale Entwicklungen und sonstige technische Neuerungen von staatlichen Behörden vielerorts oft noch konsequent ignoriert werden. Der Fall Birmingham lässt also hoffen – auf Beamtenstuben ohne Schreibmaschinen und Tipp-Ex. Vielleicht bald auch in der Schweiz.
Und was denkt ihr, ist es möglich, eine ganze Stadt zu vernetzen und ins Internet zu bringen? Und machen solche Massnahmen überhaupt Sinn?










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