Sep 16

In diesem letzten Teil der Reihe geht es um die Beantwortung der Frage, die ich im vorigen Post gestellt hatte. Was bleibt unangetastet wenn meine Arbeit und digitalen Produkte kaum schützbar sind. Sollte man sich resigniert zurückziehen aus der digitalen Bereitstellung und wieder “physikalisch” produzieren? Von mir ein eindeutiges Nein! Denn auch wenn das Endresultat dupliziert, illegal verbreitet und weiterverwendet werden kann, auch im Internetbusiness gibt es Dinge die nur schwerlichst gestolen werden können, mit denen man dauerhaft sein Geld verdienen kann.

Wie seht ihr das? Sind das Eurer Meinung nach Dinge und Werte die bleiben, trotz allen Fortschritts? Stimmt ihr mir zu, dass man damit auch im sich rasant entwickelnden Web 2.0 Markt weiterhin erfolgreiches Business betreiben kann? Die Diskussionsrunde ist eröffnet.

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Sep 09
MannGoldhelm

Der Mann mit dem Goldhelm - zu bestaunen in den Staatlichen Museen Berlin

Wer einen Rembrandt sein Eigen nennt, der hat heutzutage ein ganz besonderes Kunstwerk. Nicht nur weil es der Holländer ein aussergewöhnlicher Maler war und seine Werke –wenn überhaupt- zu astronomischen Summen die Besitzer wechseln. Viel mehr ist es die Tatsache das man mit genug Sachkenntnis ein Original von einer Kopie oder Fälschung unterscheiden kann. Bei digitalen Daten geht das nicht mehr.

Ich brauche nur eine email schreiben oder einen tweet absetzen und schon existieren in sekundenschnelle hunderte von Kopien dieser Datei auf Servern, quer durch alle Länder zwischen Sender und Empfänger. Wobei das Wort „Kopie“ nicht den Kern der Sache trifft, denn es sind Duplikate, weitere Originale. Im Zeitalter digital erstellter Inhalte ist jede Vervielfältigung ein vollkommenes Abbild der Quelldatei.

Dies ist natürlich in vielen Fällen gewünscht. Damit Software die in Collaboration genutzt wird auf gleiche Ressourcen zurückgreift muss per Versionsüberprüfung sichergestellt werden, dass alle auf dem exakt gleichen Stand sind. Würde es immer Abweichungen geben, wie durch die Kopie eines Gemäldes von Hand, gäbe es unentwegt Fehler.

Doch der Januskopf zeigt auch sehr schnell sein weinendes Gesicht. So verlieren Beispielsweise digitale Fotos an Beweiskraft, weil nicht mehr nachvollziehbar ist, ob es sich um die ursprüngliche Aufnahme handelt, oder ob die Datei verändert wurde. Man kann auch keinen mehr mit Fotos um Geld erpressen, mit dem Argument er bekommt die Abzüge und Negative dafür (wobei ich solcherlei Dinge generell nicht unterstütze). Das Firmen sagen, man soll bitte nur Originalsoftware benutzen und keine gestohlenen Raubkopien, bezieht sich rein auf Urheberechtsfragen. Denn woher das File stammt ist egal, die Software von Pirate Bay ist exakt die gleiche wie die auf der gelieferten CD. Hier muss es zusätzlich eine Erweiterung geben, die den legalen Erwerb z.B. per Registrierungsschlüssel überprüft, welche für die Funktion der Software unerheblich ist.

Nun bedeutet dies, das Wort Original verliert bezogen auf die Files selbst völlig an Bedeutung. Wenn alles Original ist, also ein exaktes Duplikat, dann erübrigt sich die Notierung „Original“. Was heisst das für einen jeden von uns, auch wenn er keine Software herstellt, die er aufwändig schützen lässt. Wie geht man mit der Tatsache um, dass es immer schwieriger wird zu beweisen, dass man der erste war der die Idee hatte, Urheber oder Rechteinhaber ist. Plus der Tatsache, dass Raubkopieren oder besser gesagt Raubduplizieren wohl nie aus dem Netz verschwinden wird?

Wie eingangs erwähnt, alles was wir ins Netz stellen, ob es belanglos, wertvoll oder wichtig ist, ist als massenhaftes Duplikat vorhanden. Jeder Internetnutzer mit minimalen technischen Kenntnissen kann diese Daten finden, sichern und weiterbenutzen. Sollte also jeder der digitale Inhalte produziert, oder sein Wissen per Internet teilt um Geld zu verdienen, die Flinte ins Korn werfen? Da stellt sich mancher die Frage ob er seinen Job im oder für das Internet nicht hinschmeisst und lieber Kunstmaler wird, 1.0 mit Öl und Leinwand.

Nicht so schnell, kein Grund zu resignieren! Es gibt nach wie vor Dinge, die zu einem erfolgreichen Business -auch in der digitalen Welt- gehören, die man nur extrem schwer oder gar nicht kopieren, duplizieren oder stehlen kann. Darüber spreche ich im letzten Artikel dieser Reihe.

Wie seht Ihr die Frage von Original, Duplikat und Kopie? Endet es damit, dass alles im Netz Allgemeingut wird? Gehört irgendwann allen alles, oder wird die share-it Generation ganz anders Geld verdienen?

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Aug 24

abzockeWenn ich heute über Abzocke im Internet spreche, so ist dies nur ein kleiner Auszug. Eine komplette Liste betrügerischer und zweifelhafter Methoden, wäre sicherlich so umfangreich wie das Schweizer Strafgesetzbuch. Deshalb im folgenden nur zwei interessante Beispiele.

Die milde Variante: Lernen Sie, wie ich Millionär im Internet wurde. Ganz nebenbei.
“Ich habe mit Twitter schon 1,2 Millionen Dollar verdient. Ohne viel Aufwand. Auch Sie können das! Und ich freue mich dieses Wissen mit Ihnen zu teilen!” Dann folgt oft ein tolles, auf der heimischen Couch gedrehtes Video (das nicht nach Millionär aussieht), ein erstes Kapitel ohne verwertbaren Inhalt. Und dann kann ich das Buch kaufen in dem alles erklärt wird. Nur frag ich mich, wer ein super Modell entwickelt hat, nebenbei Millionen zu verdienen, warum nimmt er sich, statt noch mehr Geld zu verdienen, lieber die Zeit ein Buch zu schreiben in dem er sofort sein Coca-Cola Geheimrezept verrät?

Was in solchen Büchern, die man für 17,99 runterladen kann steht, ist ein schlechter Lacher. Erstens findet man den Inhalt auch ohne Geld ausgeben im Web, man muss nur suchen. Und zum anderen sind die Inhalte i.d.R. veraltet, die angeblichen Erfolgskonzepte zu SEO, Börsenspekulationen oder Twittermillionen längst von Google, Twitter oder Finanzaufsicht geächtet und geblockt. Das wirklich Geheimnis hier ist nämlich ein anderes. Wenn man leicht eine Millionen verdienen will, schreibt man am besten ein Buch, in dem man dem Leser empfiehlt, ein Buch zu schreiben, dass seinen Lesern empfiehlt ein Buch zu schreiben wie man Millionär wird. Mit dem Prinzip Hoffnung spielen und der Sehnsucht nach Reichtum, funktioniert leider immer noch.

Die harte Variante: Versteckte AGB, Kosten, Nepp mit freien Inhalten
Seit geraumer Zeit grassieren dubiose Webseiten im Netz, die kostenlose Services anbieten. Lieschen Müller las in der Computerzeitung, dass Open Office von SUN eine tolle kostenlose Alternative sei. Im Netz findet sie dann eine Seite die verlüffend ähnlich klingt wie die echte Site. open-office-de.com statt openoffice.org. Dort wir angepriesen nach Registrierung kann man alles mögliche an nützlichen kostenlosen Programmen herunterladen. Frei und ohne Bezahlung. Diese Aussage ist so gesehen sogar richtig, in den AGB steht allerdings ein böser Hinweis. Downloads sind kostenlos, allerdings kostet die Registrierung 8,- EUR im Monat. Und kurz danach kommt eine Abmahnung vom Anwalt, man hätte nicht bezahlt und nun nochmal Gelegenheit dies zu tun. Inklusive der Anwaltsgebühren. Sonst werden gerichtliche Schritte eingeleitet. Seiten mit kostenlosen Services, die Verlangen dass man vollständigen Namen, Adresse, Telefonummern und Geburtsdaten angeben muss, riechen gleich fischig.

Was tun mit solchen Briefen?
Die klare Empfehlung der Verbraucherschutzorganisationen lautet: ingnorieren. Denn durch die versteckten Hinweise sind die geschlossenen “Verträge” anfechtbar, die Abzocke klar. Weil die Beträge recht niedrig sind und vor allem rechtlich äusserst wackelig, hofft man mit Einschüchterung Gelder einzutreiben. Vor Gericht zieht damit niemand. Sollte tatsächlich ein gerichtlicher Manhbescheid ins Haus kommen, kann man einfach innerhalb 2 Wochen grundlos widersprechen. Spätestens dann wird es still, weil es sich nicht mehr lohnt für die Abzocker. Hilfe und Informationen findet man bei den Verbraucherschutz Verbänden.

Fazit
Geld verdienen funktioniert im Internet genauso wie in jedem anderen Zweig der Marktwirtschaft. Gute Produkte, gute Services und vor allem harte Arbeit und ehrliche Geschäfte. Wäre das Leben so einfach wie oben beschrieben, wären wir doch alle schon Millionäre. Anders mag es bei Geschäften aussehen, auf die in den meisten Ländern hohe Gefängnisstrafen stehen. Aber ein paar Jahre absitzen soll auch kein Zuckerschlecken sein hörte ich.

Seit ihr schon mal von Anwälten bedrängt worden, die internetbekannt als Abzocker sind und Aktenkundig bei Verbraucherschützern und Staatsanwälten? Oder habt ihr mal ein Buch über ein totsicheres Konzept runtergeladen und Euch dann schwarz geärgert?

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Aug 19

LawbooksDas Internet ist ein wundervoller Ort, doch durch sein schnelles Wachstum hatte es bei Zeiten den Hauch vom gesetzlosen Wilden Westen. Vor allem Privatleute und kleine Unternehmen ohne fundierte Erfahrung in Fragen des Copyrights und Nutzung von Inhalten auf der eigenen Webseite, tappen in die Rechtefalle – und  zweifelhafte Anwälte freuen sich.

In diesem mehrteiligen Artikel werde ich über die Grundlagen von Rechten, typische Abzocke, sowie das Phänomen von “Original ohne Fälschung” in der Zeit des digitalen Schaffens reden.
(Das Bild stamm von umjanedoan)

Der Grundsatz des Urheberrechtes
Ganz pauschal muss man sagen, das grundsätzlich alles was jemand selbst erstellt und veröffentlicht rechtlicht geschützt ist. Dies ist festgelegt durch das sogenannte Urheberrecht. Was schlicht bedeutet, wenn Sie einen Text verfassen, ein Foto machen, ein Video drehen oder einen neue Melodie ersinnen, sind Sie der Urheber und besitzen ein zunächst uneingeschränktes Recht auf dieses Material. Dabei ist es unabhängig von welcher Qualität, künstlerischem oder monetärem Wert das “Werk” ist. Auch das Foto von Ihrer Katze ist geschützt. Sie allein bestimmen ob, wer und in welcher Form andere diese von Ihnen geschaffenen Inhalte verwenden dürfen. Begrenzt ist das Urheberrecht auf 70 Jahre nach Ableben des Erschaffers, bei Software beträgt die Spanne 50 Jahre. Danach kann jeder das Material verwenden, nach seinem Gusto (So sind zum Beispiel die gesamte Musik von Bach und Wagner Allgemeingut).

Typische Fehler und Fallen
Was sicherlich am häufigsten passiert, ist das Kopieren und Verwenden -aus Unwissenheit oder Ignoranz- von Texten und Bildern auf der eigenen Website, die man “irgendwo” gefunden hat. Eben weil es so leicht ist Inhalte zu finden, zu kopieren und weiterzuverwenden, machen sich viele Webseitenbetreiber keine Gedanken über die Rechtslage.

Zum anderen gibt es oft verwirrende Angaben. Auf Seiten von Foto Anbietern findet man Rights Managed und Royalty Free Fotos. Free klingt immer gut und kostenlos. Doch in diesem Beispiel bedeutet es nicht rechtefrei. Rights Managed bedeutet, dass man eine Lizenz erwirbt mit genau definierter und begrenzter Verwendung (welches Medium, welche Auflage / Verbreitung, für welchen Zeitraum), wohingegen Royalty Free eine Lizenz ist, welche es dem Lizenznehmer erlaubt das Material in jedem Medium, in jeder Auflage und zeitlich unbegrenzt zu Nutzen.

Was ist denn wirklich frei zur Nutzung?
In den letzten Jahren haben sich immer mehr Urheber entschieden, ihre Werke einfach frei zur Verfügung zu stellen. Dabei bleibt das Urheberrecht trotzdem beim Erschaffer, auch wenn er jedem erlaubt es zu nutzen. Dies bedeutet wiederum noch nicht, dass sie die Werke verändern dürfen, in ihre eigenen Werke einbauen, ohne Nennung des Urhebers verwenden dürfen, oder kommerziell einsetzen. Die Organisation Creative Commons hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Urhebern ein einfaches System zur Lizensierung zu geben. Diese Lizenz hat einfachverständliche Regelungen:

Attribution 1. Die Zuschreibung: Das Werk darf in jeder Form genutzt werden, verändert, in eigene Werke integriert, zusammengemixt und kommerziell genutzt werden. Nur der Urheber muss genannt werden.

CC Attribution Sharealike2. Zuschreibung und gleiche Lizensierung: Wie oben, nur verpflichte sich der Nutzer das Werk und/oder seine neue Kreation daraus unter den gleichen Bedingungen weiterzugeben wie der Urheber, der genannt werden muss.

CC no derivates3. Nutzung ohne Veränderung: Das Werk kann uneingeschränkt (auch kommerziell) genutzt werden, darf aber nicht verändert werden (auch Ausschnitte sind nicht erlaubt), der Urheber muss genannt werden.

Zu diesen drei Lizenzbedingungen gibt es jeweils noch die Variante, dass die Werke nicht kommerziell genutzt werden dürfen.

Wie findet man solch lieznsierte Werke?
Creative Commons hat auf der eigenen Seite ein Suchmaschine zu Auffinden von Werken die unter der CC Lizenz veröffentlicht wurden. Und für Firefox Nutzer gibt es auch ein Plug In mit dem nach solchen Inhalten gesucht werden kann.

Wie sieht es bei Euch aus? Seit Ihr Euch im klaren über die Rechtslage, wurdet Ihr schon Opfer von “Werkeklau” oder habt anwaltliche Abmahnungen bekommen? Und was haltet Ihr von Creative Commons?

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