Aug 06

Alle sind bei Facebook. Und trotzdem ist niemand so richtig zufrieden damit. Das zeigt eine Konsumentenbefragung aus den USA.

Bald sprengt Facebook die 500-Mio-User-Grenze. Das Netzwerk boomt. Der Vernetzungswahn nimmt kein Ende. Die meisten Nutzer loggen sich täglich mindestens einmal bei Facebook ein. Und trotzdem: Die meisten Facebook-Nutzer sind mit dem sozialen Netzwerk nicht so richtig zufrieden. Dies geht aus einer Konsumentenbefragung aus den USA hervor. Nur 64 von insgesamt 100 möglichen Punkten vergaben die befragten User im so genannten American Customer Satisfaction Index (ACSI). Ernüchternd: das ist eines der schlechtesten Ergebnisse aller befragten Unternehmen und Websites.

Zu wenig Datenschutz
Am meisten stossen sich die Befragten erwartungsgemäss an den in den vergangenen Monaten so oft thematisierten Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen bei Facebook. Ebenso sind die User von ständigen Änderungen auf der Seite – aber auch von Werbeanzeigen – genervt. Die Verärgerung der Facebook-Nutzer macht Sinn: denn bereits im vergangenen Sommer haben Verbraucherschützer Facebook vorgeworfen, wiederholt und wissentlich datenschutzrechtliche Bestimmungen zu missachten.

Trotz der Unzufriedenheit der Nutzer, werden diese Facebook wohl nicht davonlaufen. Denn durch die unglaublich grosse und stetig steigende Benutzerzahl hat sich Facebook eine eigene Art von Monopol in den sozialen Netzwerken aufgebaut und gesichert. Im Moment.

Und wie zufrieden seid ihr mit Facebook? Was stört Euch besonders – oder was findet ihr besonders toll an diesem sozialen Netzwerk?

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Jun 04

Gedankenlos bei Twitter & Co. drauflos zu zwitschern kann weitreichende rechtliche Konsequenzen haben. So wurde ein Twitterer erstmals wegen eines Tweets mit einer einstweiligen Verfügung bestraft.

Vor kurzem setzte ein Twitterer einen Link auf eine andere Website. So, wie das unzählige andere Twitterer tagtäglich auch tun. Nichts Aussergewöhnliches also. Sollte man meinen. Das hätte er aber besser mal gelassen. Denn: Das Landgericht Frankfurt am Main verpasste ihm für diesen Tweet kurzerhand eine einstweilige Verfügung.

Unternehmen wehrt sich
Hintergrund der Geschichte: Auf der vom Twitterer verlinkten Website befanden sich Falschaussagen über eine Unternehmung. Dieses betroffene Unternehmen wehrte sich und ging rechtlich gegen die besagte Website vor. Doch nicht nur das. Denn das Unternehmen wollte natürlich auch nicht, dass auf diese falschen Informationen verlinkt wird. Und so ging es im gleichen Zuge gegen den Twitterer vor, der den Link gesetzt hatte. Mit Erfolg. Wie bereits bekannt: Gegen ihn wurde eine einstweilige Verfügung erwirkt.

Rechtliche Grundlagen
Doch wie weit kann eine Linkhaftung gehen? Dass ein User für gesetzte Links verantwortlich gemacht werden kann, ist an und für sich nichts Neues. Wer also kein Risiko eingehen will, sollte auf keinen Fall auf Seiten mit rechtswidrigem Inhalt verlinken. Und ist sich der User über die Inhalte nicht im Klaren, lässt er es besser ganz bleiben.

Grundsätzlich macht es aber sicherlich Sinn, sich beim Vorgehen auf Twitter & Co. auch auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen. Um jedoch Konflikte mit dem Gesetz generell zu vermeiden, sollte vom User zusätzlich immer auf Folgendes geachtet werden: Die Wahl des Account-Namens darf keine Marken- und Namensrechte verletzen. Und in den Social Media eingesetztes Bildmaterial sollte in jedem Fall immer lizenziert sein.
Wer nun all diese Dinge beachtet, kann sich auch weiterhin unbeschwert in den Social Media tummeln – ohne dabei gleich verklagt zu werden.

Und wie handhabt ihr das in eurem digitalen Alltag, spielen rechtliche Vorlagen und das Gesetz darin für euch überhaupt eine Rolle?

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Mrz 19

Bei Journalisten längst bekannt und von Regierungen meist gehasst: Wikileaks. Auf der Whistleblower-Website können geheime Dokumente brisanten Inhalts veröffentlicht werden. Anonym. Da lassen Rechtsstreitigkeiten nicht lange auf sich warten.

Früher, ja früher wurde er noch in vielen Redaktionen gelebt. Der investigative Journalismus. Bei demselben handelt es sich um eine Journalismus-Konzeption – also eine besondere Form des Journalismus. Er bezeichnet eine intensive, aktive Form der Recherche, die sich als hart an der Grenze des Erlaubten verfahrende, gegen den Geheimhaltungswillen Beteiligter gerichtete aufdeckende Recherche zuweilen kriminalistischer Methoden bedient. Es geht darum, Missstände in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die Verstösse gegen die öffentliche Moral oder Ausdruck von illegalem Handeln sein können, aufzudecken (vgl Lorenz 2002: 90).

So weit so gut. Doch: investigativer Journalismus braucht Zeit. Und Zeit ist Geld. Und davon haben die Medienhäuser ja bekanntlich wenig. Ergo: der investigative Journalismus verschwindet immer mehr von der Bildfläche. Und an genau dieser Stelle kommt nun die noch relativ junge Internetseite Wikileaks ins Spiel.

Geheimhaltungspflichten nicht verletzt
Auf der 2006 gegründeten Internetplattform Wikileaks kann jeder und jede anonym Dokumente veröffentlichen. Idealerweise brisante, geheime Dokumente von grossem öffentlichen Interesse. Das können interne Unterlagen aus Unternehmen sein, die Korruption oder Schikanen belegen. Oder unter Verschluss gehaltene Strategiepapiere aus der Politik, Militärhandbücher, Polizeiberichte, Regierungsberichte oder gar private E-Mails. Sortiert wird bei Wikileaks nicht. Was angeliefert wird, geht auch online. Verifiziert und geprüft wird lediglich, ob es sich um ein echtes Dokument handelt.

Immer mehr bedienen sich nun eben Journalisten dieses Materials. Auf diese Art und Weise können oft Schwächen nationaler Pressegesetze umgangen werden. Denn wenn etwas im Netz bereits publiziert ist, kann ein Bericht darüber nicht mehr als Verstoss gegen Geheimhaltungspflichten gelten. Mit Wikileaks formiert sich der investigative Journalismus also neu. Der Journi muss die bereits online publizierten Informationen nur noch richtig gewichten und vor der Publikation im eigenen Medium über deren Relevanz und das öffentliche Interesse der Dokumente entscheiden.

Denunzianten werden geschützt
Bisher sorgen die Wikileaks-Betreiber effektiv dafür, Denunzianten zu schützen. So garantiert die Seite jedem Informationen-Zuträger Anonymität. Dies, indem sie unter anderem den Kommunikationsverkehr mit kryprografischen Werzeuge wie OpenSSL, FreeNet, TOR und PGP schützen. Die Konsequenz: Wikileaks bleiben Rechtsstreitigkeiten nicht erspart. Und so sehen sich die Betreiber immer wieder mit juristischen Schritten und Androhungen konfrontiert. Verloren hat Wikileaks bis anhin aber noch kein einziges Verfahren. Die sogenannten Whistleblower – also «Geheimnisverräter» – müssen sich also keine Sorgen machen.

Bei jeder Publikation von Wikileaks bleibt die Frage offen, ob diese jemandem schadet oder gerechtfertigt ist. Letztlich ist es dem Ethik-Empfinden jedes einzelnen Journalisten überlassen, was er mit den zur publizierenden Informationen auf Wikileaks anstellt.
Doch was ist Ethik im Journalismus? Nun ist Ethik nicht die Moral selbst, sondern die Reflexion über die Moral, die Moral im Journalismus also. Und es ist die Selbstbindung des journalistischen Berufes und damit eine Steuerungsressource – neben dem Markt und dem Recht. Es bleibt also zu hoffen, dass Journalisten aus dem beruflichen Selbstverständnis heraus, eine Plattform wie Wikileaks auch künftig nicht missbrauchen und ihren Beruf mit der adäquaten Verantwortung ausüben – eben ganz im Interesse der Öffentlichkeit.

Und was glaubt ihr, Journis und Nicht-Journis dieser Erde? Braucht es eine Online-Plattform wie Wikileaks, um Missstände welcher Art auch immer, aufzudecken und in die Öffentlichkeit zu bringen? Oder sind die Privatsphäre und der Datenschutz höher zu gewichten?

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Sep 16

In diesem letzten Teil der Reihe geht es um die Beantwortung der Frage, die ich im vorigen Post gestellt hatte. Was bleibt unangetastet wenn meine Arbeit und digitalen Produkte kaum schützbar sind. Sollte man sich resigniert zurückziehen aus der digitalen Bereitstellung und wieder “physikalisch” produzieren? Von mir ein eindeutiges Nein! Denn auch wenn das Endresultat dupliziert, illegal verbreitet und weiterverwendet werden kann, auch im Internetbusiness gibt es Dinge die nur schwerlichst gestolen werden können, mit denen man dauerhaft sein Geld verdienen kann.

Wie seht ihr das? Sind das Eurer Meinung nach Dinge und Werte die bleiben, trotz allen Fortschritts? Stimmt ihr mir zu, dass man damit auch im sich rasant entwickelnden Web 2.0 Markt weiterhin erfolgreiches Business betreiben kann? Die Diskussionsrunde ist eröffnet.

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Sep 09
MannGoldhelm

Der Mann mit dem Goldhelm - zu bestaunen in den Staatlichen Museen Berlin

Wer einen Rembrandt sein Eigen nennt, der hat heutzutage ein ganz besonderes Kunstwerk. Nicht nur weil es der Holländer ein aussergewöhnlicher Maler war und seine Werke –wenn überhaupt- zu astronomischen Summen die Besitzer wechseln. Viel mehr ist es die Tatsache das man mit genug Sachkenntnis ein Original von einer Kopie oder Fälschung unterscheiden kann. Bei digitalen Daten geht das nicht mehr.

Ich brauche nur eine email schreiben oder einen tweet absetzen und schon existieren in sekundenschnelle hunderte von Kopien dieser Datei auf Servern, quer durch alle Länder zwischen Sender und Empfänger. Wobei das Wort „Kopie“ nicht den Kern der Sache trifft, denn es sind Duplikate, weitere Originale. Im Zeitalter digital erstellter Inhalte ist jede Vervielfältigung ein vollkommenes Abbild der Quelldatei.

Dies ist natürlich in vielen Fällen gewünscht. Damit Software die in Collaboration genutzt wird auf gleiche Ressourcen zurückgreift muss per Versionsüberprüfung sichergestellt werden, dass alle auf dem exakt gleichen Stand sind. Würde es immer Abweichungen geben, wie durch die Kopie eines Gemäldes von Hand, gäbe es unentwegt Fehler.

Doch der Januskopf zeigt auch sehr schnell sein weinendes Gesicht. So verlieren Beispielsweise digitale Fotos an Beweiskraft, weil nicht mehr nachvollziehbar ist, ob es sich um die ursprüngliche Aufnahme handelt, oder ob die Datei verändert wurde. Man kann auch keinen mehr mit Fotos um Geld erpressen, mit dem Argument er bekommt die Abzüge und Negative dafür (wobei ich solcherlei Dinge generell nicht unterstütze). Das Firmen sagen, man soll bitte nur Originalsoftware benutzen und keine gestohlenen Raubkopien, bezieht sich rein auf Urheberechtsfragen. Denn woher das File stammt ist egal, die Software von Pirate Bay ist exakt die gleiche wie die auf der gelieferten CD. Hier muss es zusätzlich eine Erweiterung geben, die den legalen Erwerb z.B. per Registrierungsschlüssel überprüft, welche für die Funktion der Software unerheblich ist.

Nun bedeutet dies, das Wort Original verliert bezogen auf die Files selbst völlig an Bedeutung. Wenn alles Original ist, also ein exaktes Duplikat, dann erübrigt sich die Notierung „Original“. Was heisst das für einen jeden von uns, auch wenn er keine Software herstellt, die er aufwändig schützen lässt. Wie geht man mit der Tatsache um, dass es immer schwieriger wird zu beweisen, dass man der erste war der die Idee hatte, Urheber oder Rechteinhaber ist. Plus der Tatsache, dass Raubkopieren oder besser gesagt Raubduplizieren wohl nie aus dem Netz verschwinden wird?

Wie eingangs erwähnt, alles was wir ins Netz stellen, ob es belanglos, wertvoll oder wichtig ist, ist als massenhaftes Duplikat vorhanden. Jeder Internetnutzer mit minimalen technischen Kenntnissen kann diese Daten finden, sichern und weiterbenutzen. Sollte also jeder der digitale Inhalte produziert, oder sein Wissen per Internet teilt um Geld zu verdienen, die Flinte ins Korn werfen? Da stellt sich mancher die Frage ob er seinen Job im oder für das Internet nicht hinschmeisst und lieber Kunstmaler wird, 1.0 mit Öl und Leinwand.

Nicht so schnell, kein Grund zu resignieren! Es gibt nach wie vor Dinge, die zu einem erfolgreichen Business -auch in der digitalen Welt- gehören, die man nur extrem schwer oder gar nicht kopieren, duplizieren oder stehlen kann. Darüber spreche ich im letzten Artikel dieser Reihe.

Wie seht Ihr die Frage von Original, Duplikat und Kopie? Endet es damit, dass alles im Netz Allgemeingut wird? Gehört irgendwann allen alles, oder wird die share-it Generation ganz anders Geld verdienen?

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Aug 24

abzockeWenn ich heute über Abzocke im Internet spreche, so ist dies nur ein kleiner Auszug. Eine komplette Liste betrügerischer und zweifelhafter Methoden, wäre sicherlich so umfangreich wie das Schweizer Strafgesetzbuch. Deshalb im folgenden nur zwei interessante Beispiele.

Die milde Variante: Lernen Sie, wie ich Millionär im Internet wurde. Ganz nebenbei.
“Ich habe mit Twitter schon 1,2 Millionen Dollar verdient. Ohne viel Aufwand. Auch Sie können das! Und ich freue mich dieses Wissen mit Ihnen zu teilen!” Dann folgt oft ein tolles, auf der heimischen Couch gedrehtes Video (das nicht nach Millionär aussieht), ein erstes Kapitel ohne verwertbaren Inhalt. Und dann kann ich das Buch kaufen in dem alles erklärt wird. Nur frag ich mich, wer ein super Modell entwickelt hat, nebenbei Millionen zu verdienen, warum nimmt er sich, statt noch mehr Geld zu verdienen, lieber die Zeit ein Buch zu schreiben in dem er sofort sein Coca-Cola Geheimrezept verrät?

Was in solchen Büchern, die man für 17,99 runterladen kann steht, ist ein schlechter Lacher. Erstens findet man den Inhalt auch ohne Geld ausgeben im Web, man muss nur suchen. Und zum anderen sind die Inhalte i.d.R. veraltet, die angeblichen Erfolgskonzepte zu SEO, Börsenspekulationen oder Twittermillionen längst von Google, Twitter oder Finanzaufsicht geächtet und geblockt. Das wirklich Geheimnis hier ist nämlich ein anderes. Wenn man leicht eine Millionen verdienen will, schreibt man am besten ein Buch, in dem man dem Leser empfiehlt, ein Buch zu schreiben, dass seinen Lesern empfiehlt ein Buch zu schreiben wie man Millionär wird. Mit dem Prinzip Hoffnung spielen und der Sehnsucht nach Reichtum, funktioniert leider immer noch.

Die harte Variante: Versteckte AGB, Kosten, Nepp mit freien Inhalten
Seit geraumer Zeit grassieren dubiose Webseiten im Netz, die kostenlose Services anbieten. Lieschen Müller las in der Computerzeitung, dass Open Office von SUN eine tolle kostenlose Alternative sei. Im Netz findet sie dann eine Seite die verlüffend ähnlich klingt wie die echte Site. open-office-de.com statt openoffice.org. Dort wir angepriesen nach Registrierung kann man alles mögliche an nützlichen kostenlosen Programmen herunterladen. Frei und ohne Bezahlung. Diese Aussage ist so gesehen sogar richtig, in den AGB steht allerdings ein böser Hinweis. Downloads sind kostenlos, allerdings kostet die Registrierung 8,- EUR im Monat. Und kurz danach kommt eine Abmahnung vom Anwalt, man hätte nicht bezahlt und nun nochmal Gelegenheit dies zu tun. Inklusive der Anwaltsgebühren. Sonst werden gerichtliche Schritte eingeleitet. Seiten mit kostenlosen Services, die Verlangen dass man vollständigen Namen, Adresse, Telefonummern und Geburtsdaten angeben muss, riechen gleich fischig.

Was tun mit solchen Briefen?
Die klare Empfehlung der Verbraucherschutzorganisationen lautet: ingnorieren. Denn durch die versteckten Hinweise sind die geschlossenen “Verträge” anfechtbar, die Abzocke klar. Weil die Beträge recht niedrig sind und vor allem rechtlich äusserst wackelig, hofft man mit Einschüchterung Gelder einzutreiben. Vor Gericht zieht damit niemand. Sollte tatsächlich ein gerichtlicher Manhbescheid ins Haus kommen, kann man einfach innerhalb 2 Wochen grundlos widersprechen. Spätestens dann wird es still, weil es sich nicht mehr lohnt für die Abzocker. Hilfe und Informationen findet man bei den Verbraucherschutz Verbänden.

Fazit
Geld verdienen funktioniert im Internet genauso wie in jedem anderen Zweig der Marktwirtschaft. Gute Produkte, gute Services und vor allem harte Arbeit und ehrliche Geschäfte. Wäre das Leben so einfach wie oben beschrieben, wären wir doch alle schon Millionäre. Anders mag es bei Geschäften aussehen, auf die in den meisten Ländern hohe Gefängnisstrafen stehen. Aber ein paar Jahre absitzen soll auch kein Zuckerschlecken sein hörte ich.

Seit ihr schon mal von Anwälten bedrängt worden, die internetbekannt als Abzocker sind und Aktenkundig bei Verbraucherschützern und Staatsanwälten? Oder habt ihr mal ein Buch über ein totsicheres Konzept runtergeladen und Euch dann schwarz geärgert?

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Aug 19

LawbooksDas Internet ist ein wundervoller Ort, doch durch sein schnelles Wachstum hatte es bei Zeiten den Hauch vom gesetzlosen Wilden Westen. Vor allem Privatleute und kleine Unternehmen ohne fundierte Erfahrung in Fragen des Copyrights und Nutzung von Inhalten auf der eigenen Webseite, tappen in die Rechtefalle – und  zweifelhafte Anwälte freuen sich.

In diesem mehrteiligen Artikel werde ich über die Grundlagen von Rechten, typische Abzocke, sowie das Phänomen von “Original ohne Fälschung” in der Zeit des digitalen Schaffens reden.
(Das Bild stamm von umjanedoan)

Der Grundsatz des Urheberrechtes
Ganz pauschal muss man sagen, das grundsätzlich alles was jemand selbst erstellt und veröffentlicht rechtlicht geschützt ist. Dies ist festgelegt durch das sogenannte Urheberrecht. Was schlicht bedeutet, wenn Sie einen Text verfassen, ein Foto machen, ein Video drehen oder einen neue Melodie ersinnen, sind Sie der Urheber und besitzen ein zunächst uneingeschränktes Recht auf dieses Material. Dabei ist es unabhängig von welcher Qualität, künstlerischem oder monetärem Wert das “Werk” ist. Auch das Foto von Ihrer Katze ist geschützt. Sie allein bestimmen ob, wer und in welcher Form andere diese von Ihnen geschaffenen Inhalte verwenden dürfen. Begrenzt ist das Urheberrecht auf 70 Jahre nach Ableben des Erschaffers, bei Software beträgt die Spanne 50 Jahre. Danach kann jeder das Material verwenden, nach seinem Gusto (So sind zum Beispiel die gesamte Musik von Bach und Wagner Allgemeingut).

Typische Fehler und Fallen
Was sicherlich am häufigsten passiert, ist das Kopieren und Verwenden -aus Unwissenheit oder Ignoranz- von Texten und Bildern auf der eigenen Website, die man “irgendwo” gefunden hat. Eben weil es so leicht ist Inhalte zu finden, zu kopieren und weiterzuverwenden, machen sich viele Webseitenbetreiber keine Gedanken über die Rechtslage.

Zum anderen gibt es oft verwirrende Angaben. Auf Seiten von Foto Anbietern findet man Rights Managed und Royalty Free Fotos. Free klingt immer gut und kostenlos. Doch in diesem Beispiel bedeutet es nicht rechtefrei. Rights Managed bedeutet, dass man eine Lizenz erwirbt mit genau definierter und begrenzter Verwendung (welches Medium, welche Auflage / Verbreitung, für welchen Zeitraum), wohingegen Royalty Free eine Lizenz ist, welche es dem Lizenznehmer erlaubt das Material in jedem Medium, in jeder Auflage und zeitlich unbegrenzt zu Nutzen.

Was ist denn wirklich frei zur Nutzung?
In den letzten Jahren haben sich immer mehr Urheber entschieden, ihre Werke einfach frei zur Verfügung zu stellen. Dabei bleibt das Urheberrecht trotzdem beim Erschaffer, auch wenn er jedem erlaubt es zu nutzen. Dies bedeutet wiederum noch nicht, dass sie die Werke verändern dürfen, in ihre eigenen Werke einbauen, ohne Nennung des Urhebers verwenden dürfen, oder kommerziell einsetzen. Die Organisation Creative Commons hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Urhebern ein einfaches System zur Lizensierung zu geben. Diese Lizenz hat einfachverständliche Regelungen:

Attribution 1. Die Zuschreibung: Das Werk darf in jeder Form genutzt werden, verändert, in eigene Werke integriert, zusammengemixt und kommerziell genutzt werden. Nur der Urheber muss genannt werden.

CC Attribution Sharealike2. Zuschreibung und gleiche Lizensierung: Wie oben, nur verpflichte sich der Nutzer das Werk und/oder seine neue Kreation daraus unter den gleichen Bedingungen weiterzugeben wie der Urheber, der genannt werden muss.

CC no derivates3. Nutzung ohne Veränderung: Das Werk kann uneingeschränkt (auch kommerziell) genutzt werden, darf aber nicht verändert werden (auch Ausschnitte sind nicht erlaubt), der Urheber muss genannt werden.

Zu diesen drei Lizenzbedingungen gibt es jeweils noch die Variante, dass die Werke nicht kommerziell genutzt werden dürfen.

Wie findet man solch lieznsierte Werke?
Creative Commons hat auf der eigenen Seite ein Suchmaschine zu Auffinden von Werken die unter der CC Lizenz veröffentlicht wurden. Und für Firefox Nutzer gibt es auch ein Plug In mit dem nach solchen Inhalten gesucht werden kann.

Wie sieht es bei Euch aus? Seit Ihr Euch im klaren über die Rechtslage, wurdet Ihr schon Opfer von “Werkeklau” oder habt anwaltliche Abmahnungen bekommen? Und was haltet Ihr von Creative Commons?

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