Mrz 26

Ganz nach dem Motto “Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt…” hat sich die katholische Kirche etwas ganz Neues überlegt. Schon seit längerem scheint die Bevölkerung je länger je weniger gewillt, sich sonntags früh in Schale zu werfen und zur Kirche zu kommen. Pfarrer Dietmar Heeg scheint genau dafür nun die richtige Lösung gefunden zu haben und implementiert diese – no kidding – am 1. April 2012. 

Wir alle haben diese Woche wieder neue Schreckensmeldungen bezüglich Privatsphäreeinstellungen und Datenschutz auf Facebook gehört und haben uns zum 1000sten Mal gefragt, ob es nicht an der Zeit wäre, den Account zu schliessen. Doch wer hätte es gedacht – nun gibt uns die katholische Kirche einen Grund, dem Netzwerk treu zu belieben – oder versucht es zumindest.  Am Sonntag, 1. April 2012, 17.00 Uhr findet der erste Facebook Video-Live-Stream Gottesdienst aus der Kapelle des Kölner Tagungshauses Maternus statt. Die Übertragung wird auf den Facebook-Kanälen von katholisch.de, kirche.tv und domradio.de zu sehen sein.

Die Idee mach für jeden Social Media Manager eigentlich absolut Sinn: Die Gläubigen werden dazu aufgerufen, sich aktiv in die Predigt einzubringen, ein Wunschkonzert für Gebete und Fürbitten soll möglich sein, und jeder Zuschauer soll sich mit Kommentaren beteiligen. Denn, wie Pfarrer Heeg uns wissen lässt “der Heilige Geist weht auch im Internet”

Dass die Kirche sich dazu bewegt, auf die heutigen Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen ist lobenswert, doch ob dieser Approach dafür der richtige ist, um die Schäfchen zu vereinen, scheint mir äusserst fragwürdig, vor allem auch da die Ankündigung bereits zu zahlreichen sarkastischen Zeitungsartikeln geführt hat. Und auch ich kann mir nicht helfen, die Aktion erinnert zu stark an das Wahlvideo “Gäll du wählsch mi und willsch mi” der FDP Reinach (siehe unten), ein misslungener Versuch, sich in Szene zu setzen, wie 20 Minuten damals schrieb. Und ob ein solcher Online-Auftritt der Kirche zu mehr Glaubwürdigkeit verhilft ist aus meiner Sicht fragwürdig.  Auch frage ich mich, ob am Sonntag im Pyjama auf der Couch mit dem Laptop der richtige Ort ist, um sich  mit grundlegenden religiösen Fragen zu beschäftigen….

Trotzdem, warten wir ab und halten wir fest, dass es zumindest ein mutiger Schritt von Pfarrer Heeb ist, sich dem Internet zu öffnen. Vielleicht landet er ja einen viralen Hit…? Ich werde mich bestimmt am 1. April einmal in die Übertragung klicken. Kein Scherz!

Was hältst du von Online-Gottesdiensten auf dem eigenen Sofa? Sinnlos, peinlich oder ein Schritt in die richtige Richtung? Könntest du dir vorstellen, dich so mit deiner Religion zu beschäftigen?

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Mrz 23

Office Suites

Mit Google Docs, Open Office und Libre Office stehen drei grosse kostenlose Office Suites zur Verfügung. Da stellt sich die Frage: Wieso soll man noch für eine Office Suite wie z.B. Microsoft Office Geld ausgeben?

Freeware Lösungen sind längst kein Synonym mehr für Software für Arme, denn sowohl deren Umfang als auch Qualität lassen sich mit vielen kommerziellen Produkten vergleichen. Ein erfolgreiches Beispiel ist das Office-Paket LibreOffice.

Libre Office bietet ein Paket für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen, das Erstellen von Grafiken und eine Datenbank.

Open Office ist eine komplette Office Suite, welche in zahlreichen Sprachen und für viele Betriebssysteme zur Verfügung steht. Zudem können sämtliche gängigen Microsoft Office Format gelesen und geschrieben werden, sodass ein Umstieg nur noch ein Kinderspiel ist.

Eine weitere Alternative bietet Google Docs, da es über das Web zugänglich ist und keine weitere Installation erfordert. Der grosse Vorteil liegt darin, dass man von jedem Browser aus jederzeit auf seine Dokumente zugreifen kann. Ja sogar Zugriff über Smartphones ist garantiert. Ein kleiner Nachteil ist, dass man dafür Online sein muss – aber wer ist heute schon offline?

In diesem Zusammenhang habe ich mir folgende Kriterienliste mit Favoriten pro Kriterium zusammengestellt, welche bei der Auswahl einer Office Suite behilflich sein kann:

  1. Kosten - Open Office und Google Docs
  2. Funktionalität – Microsoft Office und Open Office
  3. Look & Feel – Microsoft Office
  4. Support – Open Office
  5. Dateifreigabe – Google Docs
  6. Drucken – Microsoft Office
  7. Export und Import – Open Office und Google Docs
  8. Änderungskontrolle und Versionierung – Google Docs
  9. Installation - Google Docs
  10. Updates - Google Docs
  11. Kompatibilität der Dateiformate – Open Office und Google Docs
  12. Kompatibilität der Betriebssysteme – Open Office und Google Docs

Welche Office Suite setzst Du ein? Welche Erfahrungen hast Du damit bisher gesammelt?

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Mrz 22

Genau wie StudiVZ gemäss ZDF nun endgültig vor dem Untergang steht oder sich wohl bereits im freien Fall befindet, leidet auch die Musikindustrie bis heute Jahr für Jahr unter  fehlender beziehungsweise zu später Innovation, wie die Zahlen des letzten Jahres wieder klar zu verstehen geben. Was können wir daraus lernen?

Die Schweizer Musikindustrie hat diese Woche die Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 veröffentlicht und blickt wiederum auf ein schwarzes Jahr zurück. Zwar konnten die digitalen Verkäufe etwas zulegen, doch decken diese Einkünfte bei weitem nicht den Rückgang der Einnahmen aus den CD-Verkäufen. Der Gesamtumsatz verzeichnet einen Rückgang von ganzen 23 Millionen Franken, also um ca. 16%. Die Musikindustrie schreit daraufhin erneut nach politischem Support.

Auch von Seiten von StudiVZ hat ZDF Schreckensmeldungen veröffentlicht, in einem Bericht über die Entwicklung des Unternehmens in 3 Phasen vom Aufstieg bis zum Fall. Als Fazit prangern sie die mangelnde Innovationsfähigkeit der Plattform an, wörtlich, dass sie nur das einführten, was alle anderen bereits machten.

Was können wir von diesen zwei unglücklichen Stories lernen? Im Web heisst es, sich immer weiter zu bewegen und möglichst zwei, drei Schritte vorauszudenken. Hätte sich die Musikindustrie nicht jahrelang gegen die Online-Angebote gewehrt, wären sie heute in einer deutlich besseren Position in den Online-Märkten und hätten sich viele Verluste ersparen können.

Meistens ist dies jedoch schneller gesagt als getan. Grundsätzlich heisst es Augen offen halten und nach Möglichkeiten der Weiterentwicklung Ausschau halten. Das Risiko, auf das falsche Pferd zu setzten ist da, jedoch wer gar nicht wettet wird auch bestimmt nichts gewinnen.

Wie siehst du die Entwicklung der Musikindustrie in Zukunft? Auf was würdest du als Investor setzen? Hast du schon einmal an eine Entwicklung geglaubt, woraus schlussendlich nichts geworden ist?

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Jan 27

Customer Journey – zu Deutsch „die Reise des Kunden“ – gilt als einer der Trends für das laufende Jahr. Im Online-Bereich ist damit der Weg des Kunden von der ersten „Begegnung“ mit dem Online-Anbieter bis zur Conversion – also dem Kauf oder der Kontaktaufnahme – gemeint.

Beispiel eines Customer Journey

Die Analyse der Kundenreise – auch 360° oder Kunden- und Kaufprozess-Analyse genannt – erfolgt mittels spezieller Tools. Google Analytics ist eines davon. Ich habe bereits im November in meinem zweiteiligen Blog-Post über Multi-Channel-Trichter die Möglichkeiten aufgezeigt, wie man das Zusammenspiel mehrerer Werbemassnahmen für eine Erhöhung der Conversion nutzen kann.

In solchen Analysen dreht sich vieles um die Berührungspunkte, auch „Touchpoints“ genannt, die der Kunde durchläuft. Die Online-Bewertung u.a. über Suchmaschinen, Google AdWords, Social Media oder Mobile-Apps kann man effizient – auch technisch betrachtet – realisieren.

Anspruchsvoller wird es, wenn man auch Offline-Berührungspunkte auswerten will. Inserate in Print-Medien, Plakate, TV, Kino oder Ladenlokale und Ausstellungen sind deutlich komplexer in der ganzheitlichen Beurteilung der Customer Journey. Aber zum Glück für die Marketingfachleute findet immer mehr eine Verschmelzung von Online und Offline statt. Fernsehen wird immer häufiger an Online-Geräten geschaut, QR-Codes helfen in Inseraten oder auf Produkten und Bilderkennungssoftware liefert auch nützliche Daten zurück. Durch gezielte Aktionen in Ladenlokalen oder Ausstellungen, verrät der Kunde seine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer und schon ist wieder ein Touchpoint vorhanden, der analysiert und ausgewertet werden kann.

Letztendlich kann damit der Werbeeinsatz optimiert und die Effizienz der Conversion beurteilt werden. Damit wird die Customer Journey ein nützliches Instrument für die Marketinganalyse.

Wohin geht die Zukunft?

Oft enden beim Kauf oder bei der Kontaktaufnahme die Analysen und Auswertungen. Meiner Meinung nach ist die Reise des Kunden hier aber nicht zu Ende. Auch der ganze Kundenservice danach, die Sendungsverfolgung (Track & Trace der Post), Retouren, Reparaturen oder Garantiefälle sind meiner Meinung nach genau so wichtige Berührungspunkte. Mit diesen Erkenntnissen lässt sich die Customer Journey auch mit quantitativen, qualitativen und subjektiven Erkenntnissen ergänzen. Diese übergreifende Analyse kann als Customer Journey Map visualisiert werden. Wird es im richtigen Umfang genutzt, sind Unternehmen in der Lage das eigene Portfolio an die Bedürfnisse des Kunden anzupassen und die Kundenzufriedenheit damit zu steigern.

Es gibt eine Vielzahl von Geschäftsprozessen – nicht nur im E-Commerce – die so ausgewertet werden können. Auch bei E-Procurement, E-Government oder E-Learning (die Liste ist natürlich nicht abschliessend) ist Customer Journey wichtig.

Analysierst Du die Customer Journey? Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht? Verwendest Du Google Analytics oder ein anderes Tool?

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Jan 25

Access on MegauploadNachdem letzte Woche der File-Sharing-Anbieter Megaupload vom FBI vom Netz genommen wurde, kocht die Gerüchteküche weltweit. Niemand weiss so genau, welche Dienste eigentlich legal arbeiten und wer vielleicht sogar als nächstes vom Netz fliegen könnte. Auch der Schweizer Anbieter RapidShare wird in diesem Zusammenhang häufig genannt. Doch wer arbeitet legal und was genau ist überhaupt erlaubt in der Schweiz?

Die rigorose Abschaltung von Megaupload kam für viele Nutzer überraschend. Nicht nur der Service wurde vom Netz genommen, auch User, welche über den Service private Dateien speicherten und teilten, haben keinen Zugang zu ihren Files mehr. Über Twitter beschwerten sich tausende darüber und viele sehen den Akt des FBI als ersten Schritt in Richtung SOPA und PIPA, wonach File Sharing in den USA offiziell geahndet werden könnte (mehr Informationen dazu hier). Doch was genau darf man eigentlich in der Schweiz?

Megaupload hatte einen Server in Virginia, was dem FBI den Eingriff ermöglichte. International gesehen hat jedoch jedes Rechtssystem immer nur nationale Gültigkeit, das heisst was in den USA verboten ist, muss in der Schweiz nicht zwangsläufig auch illegal sein. File Sharing an sich ist in der Schweiz nicht verboten. Es werden jedoch im Gesetz klare Grenzen gesetzt:

Bisher erlaubt ist das Herunterladen von geschütztem Material zum persönlichen Gebrauch, auch wenn der Upload illegal erfolgt ist. Zudem darf man geschützte Dateien mit Personen teilen, mit welchen man eng verbunden ist. Weiter dürfen geschützte Dateien in einen Passwort-geschützten Bereich geladen werden. Vor allem hier bewegen sich Plattformen wie RapidShare und co. auf dünnem Eis.

Die laufende Diskussion veranlasste RapidShare zu einem Statement, wonach sie versicherten, dass ihr Service zu 100% legal sei. Nach RapidShare führt die Problematik von Megaupload vor allem auf ein Downloadvergütungssystem zurück, welches eine hohe Anzahl Downloads belohnt, was das aktive File Sharing zusätzlich anheizen kann. Zudem versicherte RapidShare, dass sie einen völlig legalen Service anbieten würden, welcher rigide gegen Urheberrechtsverletzungen vorginge. Trotzdem besteht auch bei RapidShare die Gefahr, dass Dateien über Google öffentlich zugänglich werden, auch wenn dies nicht im Sinne des Anbieters ist.

Wie sinnvoll Aktionen wie die Schliessung von Megaupload sind, lässt sich hier unter ein grosses Fragezeichen stellen. Sollten SOPA und PIPA abgesegnet werden, werden wir uns noch vielen solchen Situationen gegenüber gestellt sehen, auch hier in der Schweiz. Ob dies das richtige Handling der Problematik ist, ist fragwürdig. Fest steht, dass bei diesem Thema seit Jahren Klärungs- und Regelungsbedarf besteht.

Wie stehst du zu File Sharing? Wie sollte die Situation am besten gehandelt werden? Wie managed man im Internet ständig androhende Copyright Issues am sinnvollsten?

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