Google kommt mit eigenem Internet-Browser Facebook, Twitter, Delicious, Blogs & Co – warum nutzen nur Amis Social Media richtig?
Sep 03

Facebook verbindet rund 130 Millionen Menschen rund um den Globus miteinander. Alleine in der Schweiz pflegen bereits über 420‘000 User (mehr oder weniger) regelmässig ihr Facebook-Profil. – Und dies gerne auch einmal an ihrem Arbeitsplatz. Viele Arbeitgeber haben dies erkannt und ihren Mitarbeitern promt den Zugriff auf das Social Network gesperrt. Denn während der Arbeitszeit hört der Facebook-Spass auf. Oder?

Wie genau einige schweizer Unternehmen auf die Facebook-Welle reagieren, möchte ich hier anhand einiger Praxisbeispiele – und natürlich den Statements dazu – festhalten:

  • Coop Schweiz hat sämtlichen Mitarbeitern den Zugriff auf Facebook gänzlich gesperrt. Nicolas Schmied von Coop begründet dies wie folgt: „Facebook kann kaum geschäftlich genutzt werden und ist in unseren Augen eine Freizeitplattform”.
  • Die UBS zeigt sich da (noch) etwas galanter. „Der Zugriff ist nicht gesperrt”, so Andreas Kern. Aber: „Wir erarbeiten derzeit einen verschärften Kriterienkatalog für eine mögliche Sperrung von Website. Plattformen dieser Art bergen die Gefahr, Informationen zu speichern, die nicht nur Rückschlüsse auf die Person, sondern auch auf den Arbeitgeber zulassen.”
  • Und auch die Credit Suisse hat Facebook für ihre gut 3‘000 Mitarbeiter sperren lassen.

Doch bei weitem nicht alle Arbeitgeber sehen in Facebook eine Quelle der Ablenkung, vielmehr springen sie auf die soziale Welle auf und versuchen die Idee für firmeninterne Netzwerke zu nutzen, welche die interne Kommunikation wie auch den Wissensaustausch fördern sollen.

  • Das Basler Pharma-Unternehmen Novartis sieht in den trendigen Plattformen eine sinnvolle Möglichkeit die Geschäftsprozesse zu verbessern. So kommunizieren die Mitarbeiter über Blogs und sogenannte Wiki-Plattformen. „Die Vorteile sind ein erhöhter Dialog zu geschäftsspezifischen Themen und ein grösserer Wissensaustausch über zeitliche und geografische Grenzen hinweg”, so Iris Wahlen.
  • Die Bank Sarasin lässt ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich auch während der Arbeitszeit ihrem Facebook-Account zu widmen und setzt damit ganz bewusst auf die Eigenverantwortung ihrer Mitarbeiter: „Es gilt grundsätzlich, dass die Nutzung des Internets für private Zwecke auf ein Minimum beschränkt wird”, sagt Benedikt Gratzl.
  • Und auch die Basler Kantonalbank gewährt ihren Mitarbeitern viel Spielraum und bedenkt dabei die Vorteile der Social Network-Plattform: „Facebook ist eine wichtige Kommunikationsplattform, welche bei uns hauptsächlich von den jüngeren Mitarbeitern genutzt wird”, so Michael Buess. Solange die private Nutzung in einem vernünftigen Masse bleibt, sperren wir die Seite nicht.”

Internet-Verbote, die Sperrung spezifischer Websites oder gar strikte Arbeits-Kontrollen – Sind solche Massnahme nötig und sinnvoll? Privates Surfen am Arbeitsplatz ist ein altes Thema, jedoch hat sich in den Bereichen Internetnutzung, Kommunikation wie auch Mitarbeiterförderung viel getan. Immer mehr verschmilzt die private mit der geschäftlichen Internetnutzung. Zudem hat man erkannt, dass Mitarbeiter sich in ihren Arbeitsweisen sehr stark von einander unterscheiden und in ihrer Individualität geförtert werden sollten. Meiner Meinung nach stellt sich hier wohl oder übel einmal mehr die Vertrauens-Frage.

Was meint Ihr? Haben Soziale Netzwerke am Arbeitsplatz nichts verloren? Reagieren die Unternehmen angemessen auf die Facebook-Welle? Kennt Ihr weitere Praxis-Beispiele?

Die Facebook-User jedenfalls haben auf die Sperrungen reagiert und die „Gegen Sperrung von Facebook im Geschäft” -Gruppe gegründet. ;-)

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4 Pings zu “Facebook – Fürchten Arbeitgeber die Social Network-Welle?”

  1. SBB sperrt den Zugriff auf Facebook für die Mitarbeiter sagt:

    [...] Die SBB ist nicht das einzige Unternehmen, welches ein Facebook-Verbot eingeführt hat. In diesem Beitrag haben wir bereits darüber berichtet. So hat Coop Schweiz, Credit Suisse, UBS und Baloise den [...]

  2. Grenzen zwischen privater und beruflicher Internetnutzung - fuellhaas.com - Online-Reputation Management und Social Media sagt:

    [...] auch Facebook am Arbeitsplatz (fuellhaas.com) Facebook – Fürchten Arbeitgeber die Social Network-Welle? (Website Marketing) Kein Youtube und kein Facebook für Schweizer Arbeitnehmer [...]

  3. „Akte Social Media – Der Jobprofiling-Report“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg! sagt:

    [...] noch: Einige europäische Unternehmen wählen gar den extremsten Weg und verbieten regelrecht ihren Mitarbeitern Facebook & Co. am Arbeitsplatz zu nutzen. Ebenso in den USA: [...]

  4. buildblog | Social Networks am Arbeitsplatz: verbieten oder zulassen? sagt:

    [...] sollte. Im BlogaboutJob werden einige mögliche Gründe aufgelistet, ebenso auf der Schweizer Seite Website-Marketing. Von wirklicher Relevanz für das Gros der Angestellten ist aber meiner Meinung nach nur der [...]


9 Antworten zu “Facebook – Fürchten Arbeitgeber die Social Network-Welle?”

  1. 1. Hanspeter sagt:

    Da sprichst du ein heikles Thema an.
    Ich vertrete die Meinung, dass wenn man den Leuten den Zugriff verweigert, sie eine anderen Weg finden und dann erst recht Arbeitszeit verloren geht. Die Frage ist nur wo führt das noch hin. Man stelle sich nur vor, dass jeder UBSler Twitter. Da geht dann aber richtig Kohle verloren. Wie gesagt, ein heikles Thema.

  2. 2. Martin Hunkeler sagt:

    Ich sehe es wie Hanspeter. Wenn der Zugang über das Firmennetzwerk verweigert ist, kann man sein Profil ja mühelos über das IPhone, Handy, PDA, Privat-Notebook etc. pflegen.
    Ein interessanter Aspekt finde ich, dass viele Grossfirmen Seminare zur Teambildung, Work-Life Balance, Kreativitätsfindung etc. anbieten, gleichzeitig aber kein Vertrauen in ihre Mitarbeiter haben, dass sie das Internet in einem gesunden Mass benutzen können.

  3. 3. John sagt:

    Ich bin Grundsätzlich gegen solche Zensurierungen, ausser es wird tatsächlich ein Missbrauch betrieben. Dann darf man aus meiner Sicht den Zugang zu Facebook sperren. Im Allgemeinen sollten die Arbeitgeber genug Vertrauen in Ihre Mitarbeiter haben.
    Es spricht doch nichts dagegen, wenn ich über die Mittagspause in Facebook tätig ist. Wie Hanspeter schon sagt, ein heikles Thema.

  4. 4. Fabienne sagt:

    Ich finde, solange die Arbeit gemacht wird, ist doch Facebook kein Problem. Andere z.b. Lehrer oder Politiker usw, stöbern in Sexseiten rum und nichts ist gesperrt, aber Junge anständige Menschen eine normale Seite wie Facebook benützen, wird gesperrt….
    sperrt doch noch das ganze Internet…!!!! Es könnte ja noch eine andere Seite auftretten….

  5. 5. Monsu sagt:

    Grundsätzlich ist nichts gegen die Nutzung von Facebokk am Arbeitsplatz einzuwenden. Doch sobald Missbrauch betrieben wird hört es für mich auf. Da spielt es keine Rolle ob Facebook oder irgendeine Seite.

  6. 6. Lukas sagt:

    Ich frage mich gerade, ob diese Beiträge hier alle während der Freizeit geschrieben wurden :) ?!

  7. 7. Bernd sagt:

    Ich meine,man sollte den Mitarbeitern in der Pause Facebookerlauben.
    Wenn man seinen Mitarbeitern vertraut, motiviert das auch mal zu etwas mehr Einsatz….
    Die besten Mitarbeiter teilen sich sowieso ihren Arbeitstag selber ein und wenn man sich einen kleine Auszeit gönnt, kommen auch wieder frische Ideen.

  8. 8. Sandro sagt:

    mhm… eine Facebook-Sperre nützt grundsätzlich nichts, denn jede Reaktion gibt bekanntlich eine Gegenreaktion. Das heisst, wenn die Seite gesperrt wird oder wurde, kann diese Sperre locker umgangen werden, dies wird dann das künftige Problem werden…

  9. 9. Marcus B. sagt:

    Also auch ich finde eine Sperrung unnötig. Die Kommunikation von Social Media Guidelines bzw. gar eine Security Policy finde ich dann wiederrum hilfreich. Aber damit deckt sich wohl mein Empfinden mit denen der Vorposter.

    Allerdings habe ich glaube ich einen Fehler gefunden: Die Credit Suisse hat 30.000 nicht nur 3.000 Mitarbeiter. Tippfehler oder sind nur tatsächlich 10% gesperrt?

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