Microsoft hechelt Google mit Office Web hinterher
Was Microsoft schon im Oktober letzten Jahres ankündigte, wird nun Wirklichkeit. Das Bürosuiten-Flaggschiff Office wird mit der neuen Version 2010 (endlich) webfähig und kostenlos – zumindest die abgespeckte Version namens Office Web Applications.
Lange Zeit hatte Platzhirsch Google das Internet in Sachen Büroanwendungen für sich alleine gepachtet. Den kleinen Mitbewerbern wie etwa Zoho, Think Free oder HyperOffice blieben da nur die Krümel der Google-Verweigerer. Ähnlich dem Muster bei der Einführung des Internet Explorers scheint man in Redmond endlich erkannt zu haben, dass die Zukunft der Bürosuite Office (auch) im Web liegt. Ebenfalls erkannt hat man, dass Browser-Unabhängigkeit gefragt ist. Und so versichert Microsoft auch, dass die Online-Versionen von Office neben dem Internet Explorer auch auf Browsern wie etwa Firefox und Safari laufen sollen.

Grenzen verwischen
Office 2010 ist, nach Leseart von Microsoft, “die erste durchgängige Lösung für produktives Arbeiten mit PCs, Mobiltelefonen und Web-Browsern”. Unter dem Namen “Office Web Applications” sollen nun auch Word, Excel, PowerPoint und OneNote online verfügbar sein und, zumindest mit der Zeit, die Grenzen zwischen Internet, der PC-Software und den Windows-Mobile-basierten Applikationen verwischen.

Datenschutz und -sicherheit durch Hosting im eigenen Unternehmen
Durchaus interessant sind die Vertriebsmodelle für das webbasierte Office. Während Privatpersonen Office Web kostenlos via Windows Live nutzen können, erhalten Unternehmenskunden (gegen Entgelt, versteht sich) die Möglichkeit, eine bei Microsoft gehostete Version zu nutzen. In Zeiten von Datenschutz und Co. könnte aber die dritte Variante für Unternehmen interessant werden: Nämlich das im eigenen Unternehmen gehostete “Office-Web”, bei der sich kein CTO mehr Gedanken um die Datensicherheit machen muss. Zumindest das scheint derzeit ein grosses Plus von Office Web Applications zu sein, denn die Cloud-gehosteten Lösungen der Mitbewerber könnten das eine oder andere Unternehmen nach wie vor davon abhalten, solche Lösungen zu nutzen.

Allerdings ist noch etwas Geduld angesagt. Wie Microsoft an der derzeit in New Orleans stattfindenden Partnerkonferenz nämlich sagte, soll die erste Beta von Office Web Applications erst gegen Ende des Jahres verfügbar sein.
Wird es Microsoft gelingen, mit Office Web signifikant Marktanteile von Google zurückzuerobern? Oder hat Microsoft, wie damals beim Internet Explorer, die Wichtigkeit der Online-Applikationen unterschätzt, und hechelt Konkurrent Google nun ewig hinterher? Eure Meinung ist gefragt!
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10 Antworten zu “Microsoft hechelt Google mit Office Web hinterher”
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1. blogstone sagt:

Juli 14th, 2009 at 08:23Microsoft schlägt zurück oder besser gesagt, Microsoft kommt zurück, nur abwarten! Ich gebe meine Daten lieber in Microsoft Produkte ein als in irgendwelche Applikationen von Google, denn dort wird mir womöglich ja noch kontextintensive Werbung angezeigt
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2. Sam Steiner sagt:

Juli 14th, 2009 at 08:54@blogstone – Wenn kontextsensitive Werbung das grösste Problem ist, dann schaut man aber am besten auch nicht mehr Tennis oder Formel 1. Ich weiss auch nicht, wie sie das machen, aber wenn ich Tennis schaue kommt immer Werbung von Sportartikel-Herstellern. Sie sind hinter mir her.
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3. fäbu sagt:

Juli 14th, 2009 at 09:36Es ist das erste Mal seit sehr langer Zeit, dass ich mich auf ein Produkt von Microsoft freue! Ich denke, die Firma findet langsam wieder auf einen richtigen und zukunftsorientierten Weg…
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4. Dirk Worring-Ramstoeck sagt:

Juli 14th, 2009 at 09:46Das es ein eigentlich “branchenfremder” Suchmaschinendienst jahrelang vormachen muss, bis der Platzhirsch unter den Officeprogrammen mal dahinter kommt, dass fest installierte Programme für derartige Bedürfnisse wie Briefe schreiben und Tabellenkalkulation machen einfach unsinn sind in der heutigen Zeit “wäre” eigentlich erstaunlich – ist es aber nicht, da dieser Platzhirsch der extrem schwerfällige Gigant Microsoft ist. Jeder Richtungswechsel braucht so ernorm viel Zeit, dass alle schon wieder eine Abbiegung weiter sind, bevor MS was gemerkt hat. Nun kündigen sie ja wenigstens mal was an. Ob der Service trotz der attraktiven Optionen wie eigenes Hosting sich durchsetzen wird, hängt auch ganz stark von Stabilität und Performance ab. Wenn die so ist wie bei den festinstallieren Programmen, dann wird MS Word Online sicherlich ein schlimmeres Performancedeseaster im Internet verursachen als der Tod eines gewissen Popkünstlers aus Fleisch und Plastik.
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5. Tobias sagt:

Juli 14th, 2009 at 10:02Es ist nur eine frage der Zeit bis microsoft auch solche werbemaßnahmen vornimmt
die ich ja gar nich so schlimm finde! Ich freue mich schon riesig auf die änderungen die bei microsoft derzeit geschehen! -
6. Yves sagt:

Juli 14th, 2009 at 10:08Ich behaupte mal, dass MS weiter hinterher hecheln wird. Die Krux ist, das MS sich ihre Produkte immer direkt zahlen lassen will. OK, firmeninternes Hosting ist sicher nicht schlecht. Wer aber darauf verzichten kann, findet bei Google jetzt schon was brauchbares und muss nicht bis Ende Jahr warten. Dann bleiben noch die Berufsparanoiker die eigenes Hosting wollen. Aber hey, vielleicht installiert MS euch ja mit dem Weboffice eine kleine Abhörschnittstelle. Ich wäre da vorsichtig.

Scherz beiseite. Wer 100% auf der sicheren Seite sein will, trennt sich am besten vom Internet und irgendwelchen Webdiensten, egal wo sie gehostet sind. Aber da geht natürlich die Bequemlichkeit flöten.Ein weiterer Punkt wird die Einführung von Google Wave sein. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das auch schön mit Google Apps zusammenspielen wird. Bis da MS mit Exchange nachziehen kann, werden wieder Jahre vergehen. Google Wave wird vermutlich noch vor Office 10 rauskommen.
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7. Sam Steiner sagt:

Juli 14th, 2009 at 14:28@Tobias – es hilft uns in der Tat allen, wenn Microsoft da etwas Gas gibt. Denn der Weg hin zu Perfektion und wirklich guter Usability ist für die Google Apps noch ein weiter. Sie (Google) haben nur gepennt in diesem Bereich, jetzt kommt Microsoft. Gut.
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8. KlausF sagt:

Juli 14th, 2009 at 15:04Es ist doch genau umgekehrt. Google hechelt MS hinterher. Da muss man sich doch nur einmal die Nutzerzahlen anschauen: Google Apps wird nur von einer kleinen Minderheit genutzt. Die Office Web Apps sind eine reine präventive Massnahme seitens MS, falls die Web-Modell für die Office-Nutzung einschlägt, würde man die Kunden nicht an Google verlieren.
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9. Andreas Von Gunten sagt:

Juli 14th, 2009 at 15:48Ich glaube im Moment nicht, dass Firmen wie Microsoft, SAP, Oracle und wie sie alle heissen, es schaffen werden, ihre führende Rolle längerfristig zu behaupten. Der Schwenk in die Cloud ist zu halbherzig und wahrscheinlich zu spät. Nur wer vollständig auf multit-tenancy als Architekturprinzip und Cloud Computing als Betriebsmodell setzt wird konkurrenzfähig bleiben. Bei Hybridlösungen sind die Update – und Distributionskosten für den Anbieter bzw. die Total Cost of Ownership für den Kunden zu hoch und die Innovationszyklen viel zu lange. Kommt dazu, dass es für so grosse Unternehmen sehr schwer, um nicht zu sagen, unmöglich ist, das Geschäftsmodell und die Kultur so radikal zu ändern. Ich glaube nicht, dass sich die Geschichte wie damals beim Internet Explorer wiederholen wird. Aber ich lasse mich immer gerne überraschen…
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10. Dirk Worring-Ramstoeck sagt:

Juli 14th, 2009 at 16:49@KlausF:
Da muss ich widersprechen. Denn Google ist mit seinem Angebot ja gar nicht im eigenen Markenkern. Es ist eines dieser netten “Abfallprodukte” aus den 20% Zeit die die Mitarbeiter für eigene Projekte haben. Und beweist doch wo der Zug hinfährt. Sowas hätte man schon vor Jahren von MS & Co. erwartet. Daher hinken die hinterher. Nicht etwa Google, dass sein Produkt so nebenbei kostenlos zur Verfügung stellt.





Juli 15th, 2009 at 16:06
[...] passt nicht 100% hierher… aber bevor jemand MS Office kauft Microsoft hechelt Google mit Office Web hinterher :: Web 2.0 [...]