Kreative und mutige Konzepte im Web
Seit rund eineinhalb Jahrzehnten präsentieren sich Unternehmen im Internet, aber viel Frisches ist dabei nicht entstanden. Die Unternehmen kommunizieren doch immer noch sehr in der Adaption klassischer Kommunikation und voll bescheidener Zurückhaltung.
Man sieht es jeden Tag, immer die gleiche Benutzerführung, immer der Einheitsbrei in der Content Aufbereitung. Deshalb stelle ich hier als Anreiz mal drei frische und mutige Konzepte vor, wie es auch anders geht. Sogar mitunter ganz ohne klicken.
Und hier noch die Links zum genauer anschauen:
Und der Last Click, Agentur Kessels Kramer aus Amsterdam:
Wie empfindet Ihr die Weblandschaft in punkto Mut und Ideenreichtum zu neuen Konzepten in der Unternehmenskommunikation? Wer noch ein paar tolle Beispiele hat, links sind gerne willkommen.
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Juli 1st, 2009 at 11:14
Meine Meinung: ich HASSE diese kreativen Seiten wie die Pest. Usability-Fails angehäuft auf kleinstem Raum, das Aufdrängen der Idee “hey, schaumal, wir sind kreativ, unsere Seite ist ein Wurmloch, fange die vorbeifliegenden Informationen” oder Ähnlichem bringt mich dazu, solche Seiten fluchtartig zu verlassen. Nein danke.
Juli 1st, 2009 at 11:53
Zu Interone.de: Ich mag den Ansatz, nur ein Suchfenster anzubieten, überhaupt nicht.
Wenn man gerade auf der Suche nach einem Spielzeug ist, ist das meiner Meinung nach ja ganz witzig.
Aber mein Eindruck ist, dass gerade Firmenwebsites vor allem zur Informationsbeschaffung besucht werden. Wenn ich dann erst versuchen muss, dahinter zu kommen, wie die Informationen auf dieser Seite versteckt wurden, bin ich wahrtscheinlich sehr schnell auf der Site eines Wettbewerbers.
Ich stimme ja zu, dass es irgendwo zwischen langweilig und unbedienbar ein paar interessante Ansätze gibt. Aber es ist auch nichts falsches daran, manche Sachen, die sich bewährt (oder auch nur eingebürgert) haben, einfach mal zu lassen.
Meistens werden Websites wegen der Inhalte besucht, nicht wegen des Navigationskonzepts.
das darf ja gern spannend und interessant sein. Aber es muss auch intuitiv sein und die Bedürfnisse der Besucher befriedigen.
Finde ich.
Juli 1st, 2009 at 16:11
@dworni, @Oli:
Ihr (und wir) sind natürlich auch Dauersurfer und internet massiv-Verbraucher. Wir haben selten die Zeit uns um spielerische Ansätze zu kümmern. Zack zack, her mit der Information. Aber das geht ja nicht jedem so. Und ich finde es gut dem Durchschnittskonsumenten auch mal was leckeres anzubieten aus all den Möglichkeiten die Webtechnologien bieten. Und einprägsamer wird die Information dadurch auf jeden Fall, weil sie mit einem visuellen und womöglich emotionalen Erlebnis verbunden ist.
Juli 1st, 2009 at 16:13
ich stimme absolut zu, dass nicht viel Frisches und Neues in den letzten Jahren entstanden ist. Schade. Ich denke dies ist mit der jeweiligen Branche und deren Geschäftskonzept verbunden. Logisch ist, dass ein Fotograf sein Portfolio im Flash abbilden lässt. Und klar ist doch auch, dass eine ausführliche Unternehmenswebsite gut strukturiert ist und auf “Spielereien” verzichtet. Ich glaube eher, dass es unser Job ist, jeweils das Optimum zwischen Kreativität und Usability rauszuholen. Und halt… auf das Eine (Usability) oder Andere (Usability) halt verzichten
Juli 1st, 2009 at 16:20
@pasqi: Recht hast Du. Allerdings scheint es, dass sich viele Agenturen zu wenig Gedanken machen um Optimum rausholen. Lieber auf der sicheren Seite bleiben, es sei denn es riecht nach Cyber Lions in Cannes.
Und bevor jemand hier nen Kommentar über die INM Seite schreibt:
Ich komme gerade aus einem Meeting mit Alex, unserem Chefdesigner bzgl der bald in neuem Glanz erstrahlenden INM Site.
Juli 1st, 2009 at 16:27
@dirk: Meine Meinung bezog sich auf “normale” Surfer. Nicht nur wir haben nicht Zeit, herauszufinden, was die Internetagentur wieder lustiges gebastelt hat, sondern auch meine Mutter, die ein Buch kaufen will oder mein Nachbar, der Informationen zu Ersatzteilen seines Grills haben möchte. Das Internet ist eine Autobahn. Natürlich ist aber erstmal zu sagen, dass es auf die Seite und das ZP ankommt. Eine Mikrosite zu einer aktuellen Werbekampagne für einen Energydrink sieht anders aus als die eines Architekten. Wenn Du aber einem Fotografen Flash empfiehlst: tschüss Google.
Juli 1st, 2009 at 16:30
@dworni – kann Google nicht schon Flash indexieren oder ist das erst angekündigt?
Juli 1st, 2009 at 16:34
der erste link:
diese benutzerführung ist ein NO GO. solche seiten können sich irgendwie auch nur fotografen leisten. mit anderem content wäre sie noch schrecklicher. auf dem ersten blick sieht sie aber doch cool aus, (wenns ein flyer wäre).
der zweite link:
schön, frisch, knallig. gefällt mir. benutzerführung wie bei einem wordpress blog, mit ein bisschen Javascript. technisch nichts besonderes. der suchfeld ist wohl die idee des chefs gewesen (das machen wir rein, ist doch cool wenn “technik” drauf steht und man was suchen kann, obwohl alles schon ein klick weiter unten zu finden ist”… gääääähn…useless).
der dritte link:
das war soviel ich weiss eine studienarbeit vor 4 oder 5 jahren. interessanter ansatz aber man müsste die leute umschulen und dazu bräuchte es ein device, sowas wie ein iphone, das dieses “no click” verhalten salonfähig macht.
generell:
web = information. weniger ist mehr.
@dirk
als dauersurfer haben wir mehr erfahrung und finden uns doch irgendwie zurecht. ein hobbysurfer ist beim ersten link total verloren. sogar typografisch ist die webseite ein graus. zu eng gesetzte fonts machen das lesen schwierieger.
@pasqi
das geht gaaaaaar nüüüüüüscht.
ich bin mit dir einverstanden, bis auf den punkt “auf das eine oder andere usability zu verzichten”
ISO 9126 und ISO 13407 sind ein muss.
Juli 1st, 2009 at 16:37
Die künden immer wieder was an (seit Jahren). Tatsache ist, dass Flash-Seiten und SEO sich nach wie vor beissen. Darum bin ich froh, haben viele meiner Konkurrenten so kreative Flash-Intros… (pssst).
Juli 1st, 2009 at 17:59
ISO was? aha, ISOSTAR… Anyway, die Kreativität und deren Umsetzungen leben doch vom “Loslassen” und vom “barrierefreiem Eintauchen”… Die Kunst ist, die Brücke von der Kreativität zur Usability zu schlagen. Manchen gelingts. Manchen nicht. Und bei manchen ist dies gar nicht gefragt.
@dworni: Renommierte Fotografen brauchen doch gar keine SEO-Website! Übrigens hat der Fotograf zusätzlich einen Blog erstellt…. Trick 77 des SEO…
@dirk: http://screenagers.com/ingsoon/ Gutes Gelingen und viel Spass!
Juli 1st, 2009 at 19:05
@sam; @dworni
Google kann Flash lesen. Zum Beispiel Gilgen.com ist komplett in Flash und Google hat da alle Inhalte indexiert.
@pasqi
Renommierte Fotografen die kommerziell arbeiten, sind einfach erfolgreicher, wenn Sie bei Google gefunden werden. So zum Beispiel unsere Kunden Photoworkers und Oli Rust.
Juli 1st, 2009 at 21:34
Ich spreche nicht von “indexieren” sondern von SEO. Abgesehen davon habt ihr euch bei gilgen.com scheinbar die Mühe gemacht und den Text sowie die Links der Flash-Filme noch versteckt in DIVs zu integrieren (so wie ich den Quellcode interpretiere). Naja, die Seite wäre locker mit JS und vielleicht weniger Aufwand realisierbar gewesen. Aber das ist ja hier nicht das Thema.
Juli 1st, 2009 at 22:54
@dworni
Ne ne, Gilgen.com ist kein Kunde von der INM AG. SEO und das erfolgreich, wäre aber grundsätzlich möglich.
Juli 1st, 2009 at 23:41
While creative user interface certainly has the sexy factor… it is not a solve-all solution for boring company websites. Missused, it turns into a kind of mystery meat navigation that only serves to frustrate the end user.
On the other hand, I still recall great uses of experimental navigation ca. 1997 that clearly was “a new era in web design” and a “standard for all things to come.” –What ever happend to Gabocorp anyway?
Juli 2nd, 2009 at 07:33
SEO ist in Verbindung mit Flash kein Problem mehr heute. Vorausgesetzt die Entwickler und SEO Leute wissen was sie tun. Man kann wirklich kreative Konzepte auch genauso gut mit z.B. jQuery umsetzen und auf flash verzichten.
Aber der Hauptpunkt ist doch, warum machen zu wenige Firmen mal was interessantes und leckeres, was ja nicht bedeuten muss dass Usability geopfert wird.
@kushtrim: web = information? das finde ich aber sehr stark zusammengeschrumpft. web ist auch ein riesengrosses spielplatz labor für die kommunikation von morgen. mich würde mal interessieren wie die digital natives das thema hier beurteilen. die sind meine kundenzielgruppe von morgen. von daher am interessantesten.
@baden: I do remember that, Gabocorp was the IT thing to see on the web. old times, old times.
Juli 2nd, 2009 at 13:32
Meiner Meinung nach, darf auch etwas gewagt werden. Speziell für Kampagnenseiten, Künstlerauftritte, etc.
Hier auch ein witziges Beispiel, wie man sich etwas abheben kann: http://www.dlvbbdo.com/